KWK-Ausbauziele geraten in Gefahr - Neuregelung der EEG-Umlage würde KWK-Ausbau zum Erliegen bringen

  • Das Eckpunktepapier zur Novelle des EEG sieht erhebliche finanzielle Belastungen für neue BHKW-Betreiber durch eine Abführung einer EEG-Umlage in Höhe von rund 4,4 Cent/kWh für die Eigenstromverwendung von KWK-Strom vor.
    Auch Bestandsanlagen und Mini-KWK-Anlagen wären davon (teilweise) betroffen.
    :thumbdown:


    Das BHKW-Infozentrum hat eine erste Stellungnahme mit dem Titel "Neues EEG würde den KWK-Ausbau zum Erliegen bringen" veröffentlicht.

  • Hallo!


    Stellt sich die Frage ob man überhaupt an einem Ausbau der KWK ernsthaft festhalten will. Und die technischen Voraussetzungen zur Ermittlung der selbstverbrauchten Strommenge haben wir ja alle bereits geschaffen. So ist es ein Leichtes die EEG-Umlage einzufordern. Bei mir jedenfalls fliegt im Juni mit Ende der Zuschlagszahlungen der Erzeugungszähler ganz schnell wieder raus.


    Viele Grüße

  • Moin in die Runde,


    mit diesem Vorschlag unserer Regierung wird es nicht einfacher. Ab der zur Dikusion gestellten Leistungsklassen 10 kW ist die Förderung fast eingestellt worden. Somit wird schon die Zuwachsrate deutlich reduziert. :thumbdown:


    Die Windkraft liegt schon fast am Boden viele Windkraft Hersteller schicken das Personal in Kurzarbeit.
    Einige Dienstleister und Hersteller für Windkraft sind schon vom Markt verschwunden.
    Die Solarbranche hat auch kaum noch einen Markt.
    Biogasanlagen werden auch kaum noch gebaut der Markt ist schon um 90% geschrumft.
    Um jetzt noch zusätliche Abgaben für KWK Anlagen. Passt bloß auf wenn Ihr eure eigenen Äpfel aus dem Garten konsomiert, das dies Abgaben frei bleibt.


    Ich hoffe das es so nicht eintritt. Wir sollten uns dort einbringen und dort Lobbyarbeit leisten. Ein Großteil unserer Politiker stammt aus der Energiebranche. Wenn dies alles umgestzt ist ratet mal was passiert. Der Strompreis steigt weil die großen 4 die Rendite erhöhen wollen.


    Last uns uns dem entsprechend in die Politik einbringen.


    Ich stell hier mal einige Gedanken zur Dikusion.
    1. Das Eigenstrom Privileg muss erhalten bleiben.
    2. Die KWK Förderung für Anlagen >50 kW streichen.
    3. EEG Umlage für den selbst erzeugten Strom kippen.
    4. Den Betrag der veringerten KWK Förderung der EEG Umlage zuführen.
    5. Umlagen Befreiung der Großverbraucher prüfen.


    Politisch soll das Ziel verfolgt werden das der Strompreis Stabil bleibt oder sinkt.


    An der Leipziger Strombörse wird der Strom mit ca. 3,5 ct/ kWh gehandelt.
    Der privat Kunde zahlt bis zu 25 ct/kWh.
    Wer kassiert denn die Differenz von ca. 21,5 ct/kWh ?


    Hiersollten doch auch die Nebenkosten stärker betrachtet werden.


    Ich mach mal eine andere Kalkulation auf, weil ich aus einer Gastronomie Familie komme werde ich diesen Kalkulationfaktor mal an Hand eine Rumpstak vorrechnen. Ein Kilo Rumpsteak kostet im Supermarkt im Angebot ca. 17 € / kg, gehen wir mal von einer Portionsgröße von 300 g aus. Daraus ergibt sich ein Wareneinsatz von 5,10 € jetzt multiplizierem wir das mit dem Kalkulationfaktor der Stromwirtschaft 7,14..... Dann kostet das leckere Steak ohne Beilagen 36,43 € Mahlzeit.
    Dieser Vergleich soll einfach nur dazu dienen ein Verhältnis für die übertrieben Umlagen da zu stellen.


    Daher sollte die Regulierung des Staates genau geprüft werden



    Die kleinen Anlagen benötigen die Förderung.
    Anlagen > 50kW werden sonst zu stark mit der EEG Umlage belastet.




    Gruß Klaus

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

    Einmal editiert, zuletzt von EGA060LS ()


  • Die Solarbranche hat auch kaum noch einen Markt.


    Die "Solarbranche" bzw. die jahrelange Überförderung der Solarbranche ist die Ursache des ganzen Desasters. Jetzt müssen KWK, Wind & Co. die Suppe auslöffeln, die uns die Solarbranche eingebrockt hat.

  • "Geraten in Gefahr" klingt witzig, hier wird ja gerade so getan, als würde es sich bei diesem Eckpunktepapier um ein Versehen handeln, und nicht etwa um eine unverblümte Kriegserklärung.

  • Die Fakten:
    •Neue KWK-Anlagen und Erneuerbare-Energien-Anlagen sollen für den selbst erzeugten und selbst genutzten Strom 70% der EEG-Umlage zahlen – das wären derzeit fast 4,4 Cent/kWh.
    •Bestehende KWK-Anlagen und EE-Anlagen sollen für den selbst erzeugten und selbst genutzten Strom ab Inkrafttreten des neuen EEG (August 2014) fast 1 Cent/kWh zahlen.
    •Die Bagatellgrenze (EEG-Umlagebefreiung) gilt für Neu- und Alt-Anlagen lediglich bis 10 kW elektrischer Leistung und dann auch nur für die ersten 10.000 kWh.


    Der Kraftwerkseigenverbrauch wird nicht belastet.


    Das passt ja auch nicht zusammen.


    Unter Kraftwerkeigenverbrauch verstehe ich das der ganze Strom den ich in meiner EEG Anlage verbrauche,
    wie Notkühler, Ventilatoren , Umwälzpumpen, Licht im Gebäude und Pumpen für das Wärmenetz davon befreit sind.


    Gruß Matzi


    ,

  • Tja, alles schon sehr seltsam und ich hätte nie gedacht, dass ich mir mal die FDP zurückwünsche.... Good old days... Hier ist viel Hektik und Aufregung, das kann ich nachvollziehen....


    Der Vergleich mit dem selber gezogenen Salat oder dem Apfel aus dem eigenen Garten ist so falsch nicht und es ist eine Frechheit, Leute, die in KWKG investieren wollen, für den Eigenstromverbrauch zu belasten!


    Die großen 4 haben in der letzten Zeit ordentlich geblutet, dass die sich das nicht gefallen lassen, war eigentlich klar... Nun senden sie den Erzengel Gabriel, der mit Hilfe unserer hiesigen (bin NRWler, hier sitzen EON und RWE, Braunkohle etc...) Hannelore Kraft (Wortwitz als solches, oder???) nunmehr jedem, der sich unabhängig machen will, den Stecker rauszieht....


    Vom Konstrukt her ist die Sache auch genial: Man bekommt 5,41 Cent KWKG-Bonus und zahlt dann bei Bestandsanlagen 1 Cent EEG und bei neuen 4,4 Cent... Sinn ist dann wo????


    Ich denke allerdings nicht, dass dadurch KWKG unwirtschaftlich wird und zum Erliegen kommt. DIe Anlagen sind nach wie vor (vernünftig ausgelegt und am Eigenverbrauch orientiert) sehr wirtschaftlich.


    Die Erträge und Einsparungen eines 20-kW-elek-BHKW, welches 5.000 Stunden läuft, liegen oftmals bei 20.000 Euro/Jahr (bei entsprechendem 100%igem Eigenverbrauch). Bei Neuanlagen sind das dann in Zukunft 100.000 kWh * 4,4 Cent = 4.400 Euro weniger, also "nur noch" 15.600 Euro.... Diese Anlagen amortisieren sich dann eben in 4 Jahren und nicht mehr in drei!


    Problematisch ist jedoch die Verunsicherung bei den Endverbrauchern. Und die braucht man wie Zahnschmerzen...

  • Die Erträge und Einsparungen eines 20-kW-elek-BHKW, welches 5.000 Stunden läuft, liegen oftmals bei 20.000 Euro/Jahr (bei entsprechendem 100%igem Eigenverbrauch). Bei Neuanlagen sind das dann in Zukunft 100.000 kWh * 4,4 Cent = 4.400 Euro weniger, also "nur noch" 15.600 Euro.... Diese Anlagen amortisieren sich dann eben in 4 Jahren und nicht mehr in drei!


    ?(
    Tja - wenn man sich die Wirtschaftlichkeit natürlich so schön rechnet, dass eine BHKW-Anlage mit 100.000 kWh Bruttostromertrag 20.000 Euro pro Jahr Betriebskostenersparnis erwirtschaftet, dann kann einen natürlich nichts schocken.
    Aber man hat ja so häufig Projekte mit 100%igem Eigenverbrauch, Kilowattstundenpreise als Sondervertragskunde wie ein Privatkunde und einem 30 Jahre alten Ölheizkessel, der natürlich in der Wirtschaftlichkeitsberechnung auch die nächsten 15 Jahre nicht ausgetauscht wird. Und Vollwartungskosten für das BHKW - was´n das?
    :cursing:

  • OK, dann rechnen wir mal:


    Strompreise von 20 Cent netto/kWh sind auch bei Sondervertragskunden heutzutage oft anzutreffen. Der Austausch des Kessels ist irrelevant, wenn dieser getauscht werden muss, ist dies unabhängig vom BHKW, oder?


    Nehmen wir mal einen, der für 20 kW elek und 40 kW thermisch gut ist, bei dem die Mühle 5.000h/a läuft. Der müsste dann aktuell 300.000 kWh Gasverbrauch haben, Nutzungsgrad Anlage 85%, also Wärmebedarf 255.000 kWh, Heizlast 130 kW. So in etwa kommt das hin... Strom hat er 300.000 kWh/a, die kosten 18 Cent. Gas kostet 5 Cent, also zahlt er für alles im Moment knapp 70.000 Euro...


    Das Maschinchen macht 100.000 kWh, von mir aus 80% Eigenbedarf, 20 % Einspeisung. Leistungsaufnahme 70 kW. Gasverbrauch also 350.000 kWh, Wärmeproduktion 200.000 kWh, die fehlenden 55.000 kWh liefert der Kessel, der braucht dafür 65.000 kWh.


    Gasverbrauch also 415.000 kWh, Kosten Gas also 20.525 Euro
    Stromkosten 220.000 kWh/18 Cent 40.000 Euro
    Vollwartung BHKW 3.300 Euro (da sind se...)
    Summe 64.000 Euro und somit 6.000 Euro weniger als nu....


    Erträge:
    KWKG 5.410 Euro
    Einspeisung 1.000 Euro
    Erdgassteuer 1.900 Euro
    in Summe also 8.300 Euro, Einsparung insgesamt also 14.300 Euro... Die Mühle kostet fertig installiert und in Betrieb befindlich 55.000 Euro, dann hat sich die Nummer also in <4 Jahren gerechnet.


    Jetzt kommt der dicke Siggi und knallt 4,4 Cent EEG auf den Eigenverbrauch. Also wird die Anlage 80.000 kWh * 4,4 Cent = 3.520 Euro schlechter, bringt nur noch knappe 11.000 Euro und hat sich dann in 5 Jahren gerechnet....


    Dies waren 80% EV. Und die sind bei den Parametern in der Praxis machbar. Wenn einer nu weniger Strom hat, würde ich ihm auch kein 20 kW empfehlen, da beisst sich dann die Katze in den Schwanz...


    Was ist daran falsch? OK, Markus, sind keine 20.000 Euro/Jahr, aber lohnen tut sich das doch noch immer, vor allem, weil die Amortisation statisch gerechnet ist, also ohne Energieverteuerung...

  • Ich hätte auch einen Vorschlag


    ...wenn KWK-Anlagen für EEG-Zahlen sollen,
    dann bitte Gerechtigkeit und EEG-Anlage auch KWK-Umlage ;)


    ...unter der Bedingung,
    dass diese Mehreinnahmen nicht in den Topf fließen (und die KWK-Umlage senken)
    sondern zu 100% als Direktzuschuss für neue KWK-Projekte fließen :D

  • Moin,


    ich persönlich rege mich weder über Gabriel noch über das Damoklesschwert EEG Umlage auf.


    Erstens haben wir seit über einem Jahr auf dem Schirm das sich da etwas anbahnt - und wenn wir das wussten kann mir keiner erzählen, auch Du nicht Markus, das die "große KWK" nun völlig überrascht aus allen Wolken fällt.


    Zweitens wird Brüssel das EEG sowieso kippen -> kein EEG mehr = keine Umlage mehr ( zumindest in der Perspektive )


    Drittens würde ich die gezahlte EEG Umlage mit der Bemessungsgrundlage für eigenverbrauchten Strom verrechnen ( wenn ich nicht sowieso unter der Bagatellgrenze liegen würde )


    Und Viertens nutze ich als guter Bürger das mir gegebene Recht des "zivilen Ungehorsams" und stell mir an jede mögliche Ecke des Grundstückes einen parasitären micro WR + PV Modul - Unvernunft kann man nur mit viel mehr Unvernunft bekämpfen!



    Grüße Marcus

  • Viel blabla und die Verlierer sind wieder die Kleinen. Den großen wird wie immer das Geld hinterher geworfen.
    Es werden einige neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen oder sind vor kurzen ans Netz gegangen. Glaubt jemand das die abgeschaltet werden wenn noch mehr EEG Anlagen ans Netz gehen? Die großen 4 werden sich zu wehren wissen, die Anfänge haben Sie ja jetzt mit dem Erzengel Gabriel schon ins Laufen gebracht. Lieber werden effektive Gaskraftwerke abgeschaltet weil nicht rentabel.
    Ich glaube nicht an den ganzen Mist der da im Schreiben steht, wenn da 10% von eintreten wird das schon viel sein und Zielführend für einen schnellen Ausbau auf EEG ist das bei weitem nicht.


    Tom

  • Kleinanlagen, die durch das KWKG und das EEG gefördert werden, sollen jetzt selbst mit der EEG-Umlage belastet werden. Gleichzeitig geht die Förderung von teurem Offshore-Strom weiter und für Kohlemeiler werden europarechtskonforme Hintertürchen gesucht. Willkommen im Absurdistan deutscher Energiepolitik 2014. Ausführlich nachzulesen dort:

    http://www.bhkw-infothek.de/?p=20234


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