Heizöl BHKW Selbstbau für 2 EFH?

  • Hallo Forum,
    ich habe hier schon einige Beträge gelesen und bin nun etwas verunsichert, ob meine Idee überhaupt Sinn macht.



    Mein Nachbar und ich überlegen, ob wir uns zusammen ein BHKW bauen sollen. Unsere Voraussetzungen sind:



    - Kein Gasanschluss (auch nicht in der Straße)



    - Je 4000 Liter Heizölverbrauch/a



    - Je 4000 kWh Stromverbrauch/a



    - Je 20,000 Liter Heizöltanks vorhanden



    - Jeweils eine funktionierende (jedoch >20 Jahre alte) Ölheizungen vorhanden



    - Relativ hohe Heizungsvorlauftemperaturen. Außentemperaturgesteuert ca. 60°C bei 0°C Außentemperatur



    - Nur Brauchwasser Pufferspeicher vorhanden



    - Häuser grenzen jeweils an den Garagen aneinander.



    - Platz für BHKW vorhanden, ohne die Ölheizung demontieren zu müssen



    - Technisches Verständnis und Freude an so einem Projekt (wenn es klappt)



    - Zugriff auf Maschinenpark (drehen, fräsen, schweißen, schleifen etc.)



    Wir erwarten:


    - Energiekostenreduzierung!!!



    - Amortisation der Anlage nach max. 5 Jahren und hoffentlich vor deren Totalverlust



    - Betrieb nur mit Heizöl



    - Abdeckung
    der Grundheizlast beider Häuser. Spitzen oder Zeiten in denen es sich
    nicht rentiert Strom zu produzieren können mit den weiterhin vorhandenen
    Ölheizungen abgefangen werden.



    - Nach Inbetriebnahme 2xjährliche Wartung (wie bei der Ölheizung)



    - Nach
    Möglichkeit 100% Eigenverbrauch des Stroms dafür sollen auch einige
    Haushaltsgeräte so geschaltet werden, dass sie sich einschalten wenn
    Strom produziert wird. Bzw. das BHKW soll zu Verbrauchsspitzenzeiten
    eingeschaltet werden.



    Meine bereits folgendes verstanden zu haben:


    - Heizöl ist wohl nicht der optimale Energieträger für ein BHKW, schwieriger als Gas



    - Der
    Heizöl Dachs wäre wohl die einfachste Möglichkeit zu realisieren was
    wir vorhaben, jedoch werden wir damit (ohne groß zu rechnen) die
    Amortisationsvorgabe nie erreichen



    - Eine
    Gastherme wäre wohl die einfachste Variante um Energiekosten zu sparen,
    wenn denn ein Gasanschluss vorhanden wäre. (Flüssiggastank ist keine
    Option)



    - Eigenbau ist wohl mit Rücksicht auf die Amortisationszeit die einzige Möglichkeit das Projekt zu realisieren



    Meine Fragen:


    - Hat jemand hier im Forum mit ähnlichen Vorgaben solch ein Projekt erfolgreich realisiert?



    - Hat jemand von solch einem Projekt vorher/nachher Verbrauchsdaten?



    - Wäre es, eurer Meinung nach, möglich und sinnvoll das Projekt unter den gegebenen Voraussetzungen und Erwartungen durchzuführen?



    - Wenn Ja



    o Gibt es einen Motor/Generator, den ihr empfehlen könntet? (Ich habe bereits über den Farymann 15W Motor nachgedacht (ca. €2500)



    - Wenn Nein



    o Was wäre die sinnvollste Alternative?



    § Alles lassen wie es ist?



    § Neue Heizöl-Brennwertherme?



    § Holzvergaser?



    § Pellets?




    Ich
    würde mich sehr über Eure Meinung freuen, auch wenn es bedeutet, dass
    unser Projekt kein Sinn macht. Wenn jemand zu solch einem Projekt Daten
    über ein paar Jahre hat, oder weiß, wo man sie findet, wäre das absolut
    super.




    Viele Grüße,
    Marc

  • o Was wäre die sinnvollste Alternative?


    Antwort: BHKW mit Propangas.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Moin


    @ Oskar - plastikschraubär schreibt

    Zitat

    Flüssiggastank ist keine Option

    @ Schraubär - erstmal herzlich Willkommen im Forum


    Zwar sind hier im Forum die BHKW-Eigenbauten eher in der Minderheit aber helfen können Wir Dir allemal ;-_


    1. Um laufende Kosten zu sparen ist es schonmal ne Überlegung wert die Heizanlagen zusammenzulegen und nen Pufferspeicher einzubauen. ( nur noch für einen Kessel Wartung und nur noch einmal Stillstandsverluste )
    2. Habt Ihr evt. ein schönes Süddach ( Ost-West geht auch ) um PV für den Eigenverbrauch drauf zu pappen ?
    3. 8000kWh Stromverbrauch wäre für ein Nano-BHKW schon ne Größenordnung, aber der Dachs wäre viel zu groß. Ich denke da eher an 0,5 - 2,5KW ( bei direktem Eigenverbrauch, mit Batteriespeicher sähe es anders aus )
    4. Heizöl ist tatsächlich eher ungünstig weil es im Vergleich zu Gas höhere Wartungskosten verursacht und aauch noch pro kWh teurer ist
    5. Ich würde Dir/Euch eher nicht zu einem Eigenbau raten sondern besser ein älteres/defektes BHKW wieder aufzuarbeiten.
    6. Im Segment der Kleindiesel gibts zum Glück etwas mehr Auswahl als bei Gasmotoren. zb. Kubota,Mitsubishi,Yanmar irgendwas mit 2 max. 3 Zylindern. 1-Zylinder-China-Kracher sind dagegen nicht das Wahre, den Bootsmotor kenn ich nicht näher


    Ob Ihr damit Geld sparen könnt :?: vermutlich eher Nein, ob so ein Projekt Spaß macht :-)@@(-: ganz bestimmt


    Grüße Marcus ^|__|^



    PS: in der e-bucht gibts aktuell ein Reindl für 560€


  • @ Oskar - plastikschraubär schreibt


    Zitat
    Flüssiggastank ist keine Option


    Das war die Antwort auf seine Frage nach einer sinnvollen Alternative. Da bleib ich bei und er sollte trotzdem mal drüber nachdenken.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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  • Vielen Dank Alikante,
    Über Solar für die Grundlast hatte ich auch schon nachgedacht. So langsam kommen die Komponenten in die Preisregion, dass ich 5 Jahre ROI erreichen kann, wenn ich sie selbst montiere.


    Danke für den Stichpunkt Stillstandsverluste. Das hat mir wieder mehr Lesestoff und Potential zur Verbesserung an meiner derzeitigen Anlage gegeben.


    Gas ist leider keine Option, auch nicht LPG. An der einzigen Stelle an der ich einen LPG Tank einbuddeln könnte, liegt der Öltank. Der Austausch würde vermutlich so viel kosten, dass es sich für den Rest meines hoffentlich noch langen Lebens nicht mehr rentieren würde.


    Wenn sich das BHKW nicht rechnet, macht es für mich auch keinen Sinn, wenn ich auch noch so viel Spaß an der Bastelei hätte.


    Den Reindle habe ich mir in der Bucht angesehen. Ist leider zu weit weg. Danke für den Tipp.



    Hat schon mal jemand einen Turbolader an einen Ölbrenner geschraubt und damit einen Generator betrieben?


    Viele Gruesse,
    Marc

  • Hat schon mal jemand einen Turbolader an einen Ölbrenner geschraubt und damit einen Generator betrieben?


    Das ist nicht besonders clever, der hauptsächliche Luftstrom wird nämlich mit einem elektrischen Gebläse erzeugt und es gibt keine richtige Expansionskammer. Den Wirkungsgradverlust über die "elektrische Welle" halte ich für viel zu groß.


    Anders wäre das wenn du aus einem Turbolader eine Wellenturbine zauberst und dann die übrige Wärme auskoppelst.



    mfg JAU

  • Wie wäre es wenn ihr eine Halb-Fertig Lösung aus dem Industriebereich (oder Ex-Militär) hernehmt und um diese euer Projekt aufzieht ? Kaum gebrauchte Diesel Notstromagregate gibt es bei ebay haufenweise...teilweise neuwertig und für relativ überschaubares Geld. Wenn ihr ein Exemplar mit Wasserkühlung holt, lässt sich mit einer Heizkreispumpe und einem Standard Pufferspeicher schon der Betrieb sicherstellen. Generator mit Regelung ist schon dabei, E-Starter ist bei den größeren Exemplaren Standard...einzig an der Nutzung des Abwärme über den Auspuff müsst ihr noch arbeiten (Abgaswärmetauscher - gibts aber auch fertig zu kaufen).
    Schalldämmung ist manchmal auch schon dabei (z.B. BW Stromerzeuger von ca. 6-10kW). Für Dauerbetrieb geeignet sind die Dinger auch. Ist quasi alles schon fertig ;-)


    Über die Abgasreinigung sollte man sich dann vielleicht noch Gedanken machen. Militärische Stromerzeuger sind technisch meist schon einige Jahre alt und nicht vorrangig auf umweltfreundlichkeit optimiert. Rußfilter ? Oxi.Kat ? Evtl. hilft da ein Landmaschinenhandel etwas nach.


    Viel Erfolg !

  • Mit einem Abgas- Wärmetauscher hinter Deine Ölheizung kannst 5 % Öl einsparen. Musst halt ein Plastikrohr in den Schornstein einbauen.


    Ich trage mich auch mit dem Gedanken ein BHKW zu bauen.


    Da gibt es bei Ebay ein kleines Gerät für 1500,-.


    Sowas ähnliches würde ich mir zusammenbauen wollen.


    Einen 10 PS- Motor und einen 7 PS Asynchronmotor als Generator.


    Würde ich mit Heizöl betreiben.


    Weis allerdings noch nicht was ich machen soll.

  • Kaum gebrauchte Diesel Notstromagregate gibt es bei ebay haufenweise...teilweise neuwertig und für relativ überschaubares Geld.

    Und warum will die Keiner?



    Weil die Verbrauchsraten > 5 L p. Bh völlig uninteressant.
    Diese Altgeräte schlucken zu viel ab.




    Wenn 2 Familien + Bhkw+Öl, dann Dachs bhkw.
    Das ist der richtige Rohölverbrenner.