Erfahrungen mit Wärmepumpen gesucht

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    ich bin ein wenig überfordert und aus diesem Grund suche ich Rat bei euch. Wir werden im Februar mit unserem Hausbau anfangen. Das Haus ist geplant, die Bauarbeiter/Handwerker gefunden. Aber über die Art der Wärmeversorgung sind mein Mann und ich uns noch nicht ganz einig. Mein Mann tendiert zu einer herkömmlichen Fernwärmeheizung. Ich hätte jedoch lieber etwas umweltfreundliches bei dem ich nicht auf einen bestimmten Versorger gebunden bin. Meine Freundin hat in ihrem Haus eine Wärmepumpe, welche für die Wärmezufuhr zuständig ist. Nun habe ich mich ein wenig umgesehen und bin auf einer anderen Seite darauf aufmerksam geworden, dass es dabei wohl noch einiges zu beachten gibt. Diese Wärmepumpen gibt es ja in verschiedenen Ausführungen (Wärmequellen). Ich hab keine Ahnung welche Wärmequelle sich in welchem Fall eignet. Kann mir da evtl. jemand von euch weiterhelfen? Ich benötige ja Argumente um meinen Mann zu überzeugen 8) .


    Danke schonmal
    Liebe Grüße :love:
    Nadine

  • Hallo und willkommen im Forum,



    eigentlich ist dies ein BHKW-Forum und kein Wärmepumpenforum aber auch gibt es hier in diesem Bereich gutes Fachwissen.


    Nun zu Deiner Frage. Ich würde die Fernwärme vorziehen, weil es sich dabei größten teils um Abwärme von Anlagen handelt, die sonst ungenutzt in die Umwelt geblasen wird. Eine Wärmepumpe (WP) benötigt Strom um der Umwelt die Wärme zu entziehen. Die Arbeitszahl (COP) der WP liegt bei ca. drei. D.h. es wird eine kWh Strom benötigt um 3 kWh Wärme zu erzeugen. Diesen Strom kann man nur beim Grundversorger beziehen. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist nicht möglich außer man zahlt einen normalen Strompreis. Ab ca. 2018 gibt es diese Vergünstigung nicht mehr. Dann zahlen alle den Normalpreis. Hinzu kommt, dass der WP-Strom Grundlaststrom aus der Braunkohle- bzw. AKW-Strom ist. Ob man da der Umwelt einen gefallen tut, wage ich zu bezweifeln.


    Um etwas für die Umwelt zu tun, sollte man sich überlegen eine kleine PV (ca. 3 bis 5 kWp) zu installieren.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Was aber nicht bedeutet das die PV dann die Wärmepumpe in der Heizsaison versorgen kann.
    Im Winter kommt einfach zu wenig Energie von der Sonne um damit zu Heizen.


    ABER, ihr baut, alleine oder in einer Siedlung?
    Wenn sich mehrere Bauherren zusammen tun, kann man sehr kostengünstig eine Nahversorgung aufbauen,
    durch die Kostenteilung sind Investitionen in dann mögliche Versorgungslösungen, sehr gut realisierbar.
    Dazu gehört Wärme wie auch Strom.

  • Dafür ist Strom viel zu teuer gemacht worden. Wenn Ihr Fernwärme bekommt, dann ist das die umweltfreundlichste Lösung, falls nicht durch kommunale Gier überteuert.
    Zur Energiewende gehören neben BHKWs auch Wärmepumpen. Aber das ist ein anderes Kapitel. Nicht in Deutschland.


    Wenn Ihr klimatisieren wollt und dabei auch noch Fernheizwärmekosten sparen wollt, würde ich die kleinste der besseren wandhängenden Mitsubishi-Klimanalgen empfehlen, als Zusatzheizung und Kühlanlage im Sommer, aber wirklich nur die kleinste, unter 1000 Euro.
    Manche Fernwärmeanbieter bieten weit billigere Preise, wenn man die Heizleistung beschränkt, sprich, an sehr kalten Tagen mit Holz zuheizt. Ist meist sehr zu empfehlen. Also, Wärmebedarf niedriger angeben!


    Fernwärme ist volkswirtschaftlich weit besser als BHKW und Wärmepumpe allein, gar keine Frage, Ihr Glücklichen!


    Dies Gerät haben wir im Betrieb und kann ich nur wärmstens empfehlen, allerdings nur zusätzlich zur Fernwärme, das für 860 Euro :


    Mitsubishi heavy industry 857 Euro


    Befestigen Könnt Ihr selber, anschließen durch lizensierten Kältetechniker, meist 150 Euro oder Freundschaftsdienst, wegen Garantie.


    Solltet Ihr jedoch sauberes, problemloses Grundwasser in unter 7 Meter Tiefe oder gar eine Thermalquelle immer zur Verfügung haben, solltest Du mich noch mal fragen.

  • Wenn sich mehrere Bauherren zusammen tun, kann man sehr kostengünstig eine Nahversorgung aufbauen,


    Wenn ich es richtig verstanden habe ist ja die Frage ob Fernwärme oder WP. Es wird also in der Strasse eine Wärmenetz in geeigneter Form zur Verfügung stehen. Da wird das mit dem Nahwärmesystem sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich werden um es zu realisieren.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Hallo Nadin,
    bei den heutigen Häusern mit wenig Wärmebedarf würde ich auf Solar Strom und Wärme bauen.
    Mit Langzeitwärmespeicher.
    Dein haus wird mindestens 50 Jahre alt.
    Die Energiekosten werden ins unermäsliche steigen.
    Solar ist zwar anfangs recht teuer aber karantiert wird es nicht teurer die anderen Wärmequellen schon.
    Gruß
    Pfleger

  • Da liegt ein großes Fernwärmesystem in der Stadt und der erzeugte Strom wird sicherlich zu 100% optimal verwandt und Ihr kommt mit solchen Vorschlägen?
    Für die Umwelt ist es am besten, dieses System voll zu nutzen, man kann es aber noch sehr entlasten, indem man die Wärmeabnahme in der Spitzenzeit stark reduziert, was meist auch mit einer hohen Ersparnis bei den Kosten verbunden ist.
    Das kann eine fossile Zusatzheizung sein, aber auch eine Wärmepumpe, aber nur, wenn Wasser als Wärmequelle zur Verfügung steht. Solar an dieser Stelle vorzuschlagen, halte ich für abwegig, denn, wenn im Winter der Spitzenwärmebedarf vorliegt, scheint keine Sonne.
    Entlastet das städtische Heizkraftwerk um die Spitzenwärmean sehr kalten Tagen . Dann werdet Ihr sehen, dass Ihr auch finanziell am günstigsten fahrt. Vor allem aber auch das städtische Heizkraftwerk. Die hohe Grundgebühr richtet sich meist nach dem Spitzenwärmebedarf.
    Wenn der Heizkraftwerkbetreiber kein Halsabschneider ist, solltet Ihr unbedingt dessen Aktivität unterstützen!
    Holzöfen gibt es sehr schöne, aber der Kamin kostet Geld, den solltet Ihr einsparen. Sprecht mal mit dem Heizkraftwerkbetreiber, der kann Euch sicher gut beraten., so, dass Ihr beide auch einen finanziellen Vorteil davon habt. Aber wirklich beide!
    Habt Ihr keinen Nachbarn, der Euch, wenn es sehr kalt ist, mit fossiler Wärme aushelfen kann?

  • Tach auch,


    @ Nadine: , also wenn Ihr tatsächlich im Einzugsgebiet von Nah/Fernwärme der Stadtwerke Heidelberg liegt, solltet Ihr das auch nutzen. Ihr baut ein neues Haus gut gedämmt,dann seid Ihr mit 60° VL auch in der preiswertesten Anschlußkategorie dabei.


    Zwar hat das Heizwerk keine KWK sondern verpulvert heimisches Holz aber seis drum, billiger wird ein eigener Heizkessel wohl eher nicht. Unbenommen davon solltet Ihr über eine kleine PV und einen Kamin mit Wassertasche schon nachdenken - man gönnt sich ja sonst nix.



    Grüße Marcus