Wie lange hält ein BHKW?

  • Wie lange hält ein BHKW? Ein grosses? Unserer Gemeinde wurde der Kauf eines 10 Jahre alten "generalüberholten" BKHW angeboten. Der Bürgermeister ist wild begeistert...... In der Musterrechnung wird es dann auf 10 Jahre abgeschrieben. Nun fragen wir uns, ob es realistisch ist, dass das Teil - selbst bei optimaler Pflege - überhaupt so lange laufen kann, oder ob die Reparaturen nicht irgendwann unwirtschaftlich werden.
    Gibt es dazu schon Erfahrungswerte? Wo könnten wir uns schlau machen?


    Tausend Dank und liebe Grüsse


    Fridolinie ?(

  • Ich würd mal behaupten von 1 Std. bis ....


    Aber ich würde mir die Lebensakte des Geräts zeigen lassen,
    evtl. sogar mit dem Vorbesitzer in Kontakt treten um mal zu hören was er in den 10 Jahren an Laufzeit und Wartungskosten hatte.
    Dann kann man evtl. etwas zur Zukunftsprognose sagen.
    Was ist es den überhaupt für ein Typ und welche Generalüberholungsgarantie gibt es wieder?

  • es wäre angenehm, höflich angesprochen zu werden.
    Diese Anfrage kann so nicht beantwortet werden
    Die Technik erfordert Daten und Fakten.
    Um sich einzumischen, braucht man Wissen.
    Nur meine Meinung
    mfg.

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • @ Bernd: danke für den Hinweis mit der Lebensakte und die Tipps. Werde versuchen, etwas rauszukriegen und mich dann gerne wieder melden. So etwas Einfaches wie "ein Auto hat NORMALERWEISE ein natürliches Lebensende zwischen 15 und 17 Jahren egal wie gut man es pflegt" scheint es nicht zu geben?
    Vielen Dank schon mal!
    @ ah df: welche Anrede wäre denn gewünscht gewesen? Ansonsten bringt der Beitrag nicht wirklich weiter.
    mfg


    Fridolinie

  • Hallo,
    so als kurzer hinweiß wie schaut es denn aus mit der KWK-Zulage gibt es diese bei gebrauchten KWK-Anlagen.
    Wie mit der KFW-Bank ist diese Anlage wirklich so billig?


    Wieviele Häuser werden beheizt?
    Gruß
    Pfleger

  • ah df: welche Anrede wäre denn gewünscht gewesen?


    "Hallo,"
    Manche stellen sich im ersten Posting auch ein wenig vor, muss aber nicht.


    Zitat

    So etwas Einfaches wie "ein Auto hat NORMALERWEISE ein natürliches Lebensende zwischen 15 und 17 Jahren egal wie gut man es pflegt" scheint es nicht zu geben?


    Nein. Um beim Auto zu bleiben: Leasingfahrzeuge werden nach 1-2 Jahren schon abgestoßen und gehen in den Gebrachtmarkt über. Der Grund ist ganz einfach: Bevor teure Inspektioone und aufwändige Reparaturen kommen, bevor der Komfort nachlässt und die Versicherung steigt.
    Ist beim Maschinenbau heute manchmal auch schon so. Eine Werkzeugmaschine oder Montagelinie wird für ein Produkt gekauft und läuft solang das Produkt am Markt ist. Danach wird sie weggegeben und für das neue Produkt werden neue, genau passende Maschinen mit neuen Werkzeugen und neuen Anbauten angeschafft. Man kann zwar (fast) alles wieder reparieren, aber das oft in Verbindung mit ungeplanten Ausfallzeiten oder schleichenden Qualitätseinbusen. Außerdem kommt man nicht in die Verlegenheit Ersatzteile zu benötigen die schon ausgelaufen sind.


    In eurem Fall lauten die wichtigsten Fragen: Was für ein BHKW, gibts den Hersteller noch, weiviel Betreibsstunden hat es, was wurde "Generalüberholt", wo wurde es überholt, wer stellt den weiteren Service und was soll es Kosten (je kWh).



    mfg JAU

  • Vernünftige BHKWs haben einen Hubraum pro Zylinder von mindestens 12 Litern, eine Drehzahl unter 600 pro Minute, einen elektrischen Wirkungsgrad von 50% auf den Heizwert bezogen und eine Lebensdauer von ca 100.000h, bis zur größeren Wartung, ansonsten unbegrenzt. Ölwechsel einmal im Jahr, Aufbereitung des Öls zu relativ geringen Kosten zusätzlich möglich.
    Leider in Deutschland sinnlos, da nur Eigenverbrauch lohnend ist. Mit Motoren von oft nur 200cm³ Hubraum und über 1600/min Drehzahl nur für den Eigenverbrauch ist das ganze BHKW-Unwesen eigentlich blanker Hohn. Es fehlt die Möglichkeit, auf eine große Verbrauchergemeinschaft zurückzugreifen.
    LKW-Motoren, auch gedrosselte PKW-Motorenl sind das Mindeste, was an Anforderung gestellt werden sollte, nicht Energie- und Geldschleudern mit unter 1kW elektrischer Leistung und zwischen 8 und 29% heizwertmäßigen Wirkungsgrad.
    Dann sind auch die Ersatzteilpreise im Lot.
    Diesel lassen sich übrigens auch mit Erdgas, als Zündstrahler, betreiben.


    Wir sollten in Zukunft darauf achten, dass unsere Vertreter in der Politik Vorsorge treffen, dass die Verbrauchergemeinschaften sämtliche Bürger einer Gemeinde oder eines Kreises umfasst. Ohne irgendwelche bürokratischen Hürden, Wegelagergebühren ,keine Steuern und vor allem keine Umlagen mehr. Allerdings mit zentraler Netzbalanzierung durch den Netzbetreiber.


    Es geht nicht an, dass Staat und EVU weit über 80% der Vergütungen kassieren! Nur das ist der Grund, warum alternative Energie Kohle- und Kernenergie nicht ausbremsen kann.

  • Moin in die Runde,


    auch ein 10 Jahres altes BHKW kann durch noch ein langes Leben haben. Es hängt davon ab welchen Umfang eine Grundüberholung hat.
    Mal den KWK Zuschlag aus den Augen lassen. Wenn es sich um eine EEG Anlage handelt hat die nach eine Restlaufzeit von 10 Jahren.
    Das kann durch aus Sinn machen. Ab der beschriebenen Motor Größe > 12 L Hubraum kann schon mit umfangreichen Grundüberholungen > 150.000 Bh erreicht werden. Die Lebensdauer bestimmt die Effizienz. Nun muss man sich fragen wie lange gibt es noich Ersatzteile für dieses Projekt.
    Unser Spitzenreiter im Feld hat 160.000 Bh. Der wird jetzt erneuert.


    Gruß Klaus

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Mahlzeit,
    also wir hatten 2 mit Faulgas betriebene MWM BHKW mit P(el) 120 kW 24 Jahre im Einsatz; Laufzeit jeweils 120.000 h,
    dazu eine Deutz-Maschine P(el) 45 kW mit 95.000 Bh.
    Zur Zeit laufen als Ersatz für die vorgenannten 2 Liebherr-Maschinen mit je P(el) 150 kW Laufzeit seit 2009 30.000 Bh.
    LG
    Klärer55

  • Die Biogasmaschinen laufen mit höherer Umlage und der Brennstoff ist billiger. Da kann man dann schon ohne Verlust zu unter 4 Cent einspeisen und ist an keine Anlagengröße gebunden, die Wärme kann man getrost in den Wind schießen.
    Für denjenigen, der die Energiewende wirklich will, gehört so etwas verboten und er ist darauf angewiesen, rein wärmegeführt und stromgeführt, nur, soweit es die Netzbetreibergemeinschft betrifft, zu fahren.
    Wärmegeführt, das heißt, nur wenige 100kW Wärmeleistung, die man ja auch verlustarm verteilen muss. Die bis 120kW elektrische Leistung kann einfach nicht in der Wärmeverteilergemeinscafz verbraucht werden, wie es einige hier behaupten. Das funktioniert nur, wenn auch die Stromverbrauchergemeinschaft zusammengeschlossen ist, steuer- und netzgebührenfrei, da wird die Energiewende ausgebremst.
    Ein sinnvolles BHKW hat eine Laufzeit von deutlich unter 2500 Stunden im Jahr, genau, wie ein nicht modulierender Kessel. Der ist überflüssig, wenn man zwei 120kW-BHKWs gleichzeitig betreibt, so, dass auch beim Ausfall des einen das andere noch die gesamte Gemeinschaft versorgen kann. Der Strom muss ohnehin auf eine ganze Kommune aufgeteilt werden, um einen einigermaßen berechenbaren Bedarf berechnen zu können. Dafür sollte der örtliche Netzbetreiber zuständig sein und die Freiheit erhalten, innerhalb des Wärmespeichervolumens die Generatoren stromgeführt zu fahren, wie es bei dem per Netzgebühr liquidierten Lichtblick- Schwarmkraftwerk einmal angedacht war.
    Es gilt also, einen Kompromiss zu finden zwischen den Kosten für das Wärmenetz und der BHKW-Größe. Der Schiffsdiesel ist da überdimensioniert.
    Wir basteln hier an einem Zweizylinder BHKW mit über 20 Liter Hubraum, zunächst nur auf dem Papier. Die gewaltigen Stöße des unausgeglichenen Geräts wollen wir durch eine elastische Aufhängung unschädlich machen. Bisher nur Gedankenexperiment, wollen wir 50% Wirkungsgrad Hu bzw 45% Hi erreichen. Klar, mit voller Brennwertnutzung.


    Das Gerät ist rein für das Ausland gedacht. bei uns verbietet der Gesetzgeber eine solche Energiewende, obwohl ich heute im Spiegel lese, dass der neue Leiter von EnBW in der Richtung innitiativ werden will, dass ab 1917 die Stromnetze für BHKWs freigegeben werden sollen.


    Das sähe dann so aus, dass der Brennstoff zum Endverbrauch zählt, also der Mehrwertsteuer unterliegt. Die Umwandlung von Wärme in elektrische Energie wird dann intern, sprich, mehrwertsteuerfrei behandelt.


    Vorerst müssen wir uns also weiterhin in Deutschland mit dem Geld und Nerven verschleißenden Ecopower 1.0 herumärgern, ich würde mir die Zukunft anders vorstellen.
    PKW-und LKW-Motoren sind preiswert und langlebig und benötigen bei entsprechnder Dimensionierung nur wenig Jahreslaufzeit, sind also mit maximal einer jährlichen Wartung wartungsarm und haben einen hohen Wirkungsgrad. Ich werde mich hüten, mich zum Sklaven eines Pico-BHKWs zu machen, bei dem man jede Vernunft ausschalten muss.

  • Ein sinnvolles BHKW hat eine Laufzeit von deutlich unter 2500 Stunden im Jahr


    Sinnvoll, vielleicht. Rentabel aber ganz sicher nicht.


    Mensch Bernd, lass doch mal die Träumerei und antworte auf so eindeutig fachgerichtete Fragen mit passenden Argumenten. Das was du da schreibst fußt wieder auf deinen Zukunftswunschfakten und geht an der Realität vorbei.



    mfg JAU

  • Die politischen Bedingungen sind zur Zeit so, dass der Betrieb eines weiteren BHKWs in Lippstadt für uns nicht in Frage kommt.
    In den Koalitionsverhandlungen wurden bereits Änderungen angedacht und auf spätestens 2017 festgeschrieben. Warum sollen nicht in Hinblick auf die Energiewende die Bedingungen zum Betrieb eines BHKWs so geändert werden können, dass auch die Wärmevollversorgung eines Einfamilienhauses fast rein wärmegeführt, rentabel möglich ist. Gerade dann, wenn die Jahreslaufzeit nur 1000 Stunden beträgt?


    Die Unternehmer Deutschlands haben Jahrzehnte lang davon geträumt, dass das Lohnniveau in bestimmten Bereichen niedriger wurde. Wie hat sich das geändert! Wie schnell wurde dieser Traum wahr. nein, das sind keine ehernen Gesetze, unter denen wir unsere BHKWs betreiben, Jau.
    Ich gebe da die Hoffnung nicht auf, zumal im Ausland längst viel liberalere Bedingungen herrschen.

  • Hallo Bernd,


    da mach doch mal eine Rechnung auf, unter der ein BHKW mit 1000 Betriebsstunden im Einfamilienhaus wirtschaftlich zu betreiben ist.


    Gesucht werden Anschaffungskosten, Summe Stromerzeugung in kWh und Strompreis bei Verkauf.



    Mit freundlichen Grüßen

  • Ich geh davon aus, daß Sie die Lebensdauer von MINI/Mikro-BHKWs meinen;


    vor 12 Jahren hat mein Nachbar(Wohngebäude 500m²Wl. mit Schwimmbad) auf meine Empfehlung hin einen "Heizöl-Dachs" zur Grundlastdeckung einbauen lassen. Ein Zweitausend-Liter-Pufferspeicher war schon vorhanden. Nach der Werbeaussage von Senertec liegt dessen Designlebensdauer bei ca. 60.000-80.000 Bh. Dabei ist die Kombination aus Antriebsmotor und Wasser-gekühltem Generator drehzahlmäßig optimal auf einander abgestimmt und Fichtel und Sachs konnte auf eine Jahrzehnte-lange Erfahrung bei der Entwicklung und Herstellung von Kleinmotoren zurück greifen.


    Obwohl die Einbauvoraussetzungen hier optimal gewesen sind(Lange Laufzeiten-ca. 4000BH/a), die Wartung immer nach Vorschrift vom Senertec-Mann durchgeführt worden war, mußte nach 45.000Bh und 11 Jahren die Zylinder-Kolben-Einheit erneuert werden, da der oberste Kolbenring gebrochen war und dabei Kratzer in der Zylinderlaufbahn verursacht hat.


    Andere Dachse haben teilweise schon nach weniger als 20.000 Bh dieselbe Reparatur hinter sich!


    Ich halte den "Dachs" trotzdem für das durchdachteste Mini-BHKW- leider lohnt er sich halt nach Ablauf der KWK-Vergütung(5,11ct/kWh) bei den hohen Heizölkosten und dem niedrigen Börsenstrompreis bei dem geringen möglichen Eigenverbrauchsanteil im EFH/ZFH-Betrieb nicht mehr!(10kWh/Liter Heizlöl zu 0,8€/Liter ergeben bei einem eta von 90 % schon einen kWh-Selbstkostenpreis von ca 9ct/kWh- wenn selbst einschliesslich KWK-Zuschlag die Vergütung für eingespeisten Strom nur ca.12 ct/KWh beträgt ist da nicht viel "Luft für Wartungs-und Reparaturkosten-geschweige denn Abschreibung-ohne KWK-Zuschlag ist die Stromeinspeisung ein Zuschußgeschäft!




    Bei den neueren Micro-BHKWs mit Honda-Motörchen oder Stirlings vermute ich eine erheblich geringere Lebensdauer- sie sind halt noch nicht solange auf dem Markt und nach Meldungen von Betreibern gibt es gerade bei den "Microgen-Stirlings" schon nach zweijährigem Betrieb Leistungseinbußen, die einen Austausch des hermetisch abgeschlossenen Stirling-Agregats erforderlich machen.


    Mitfreundlichem Gruß


    heizerhermann1