Passendes BHKW gesucht....

  • Guten Tag,


    wir spielen mit dem Gedanken, uns auf Grund der anstehenden Hausmodernisierung ein BHKW anzuschaffen.


    Ich benötige gern Meinungen von euch bezüglich der Anlage und evtl. auch der zu erwartendenen Kosten.


    Hier mal einige Daten von dem Haus :


    240 qm Wohnfläche über 2 Etagen und einen 160 qm Keller.


    Heizung : Heizöl ca 20 Jahre alt (Wärme + Brauchwasser)


    Stromverbrauch : ca 6000 - 7000 KW


    Art der Heizkörper: Rippen und Flachheizkörper.




    Ich beschäftige mich erst seid kurzem mit dem Thema BHKW und bitte drum, mir Anfängerfragen nachzusehen. :S


    Lg Vaddi

  • Hallo Vaddi,


    ausgehend von meiner Erfahrung und ungefähr den gleichen Hausparametern, kann ich sagen, dass ein BHKW auf Stirling Basis (Brötje, Remeha, Senertec, Vissmann - alpahabetisch sortiert) gut von der Heizleistung passen würde.


    Damit kommst du auf vernüftige Laufzeiten und somit gute Stromproduktion. Bei uns sind es letztes Jahr 6000 Bh gewesen.


    Alternativ kannst du dir Vaillant ecoPOWER 1.0 (mit Honda mCHP) anschauen. Der wird dir weniger Wärme erzeugen bei wahrscheinlich ähnlicher Zaufzeit. Der Zusatzbrenner wird wohl mehr laufen müssen.


    Ein grösseres BHKW-Model wird dir zwar mehr Strom produzieren - würde ich mal so behautten - den du aber wirst nicht "auffangen" können.
    Der Eigenverbrauch wird dabei sicherlich kleiner werden. Mit dem Brötje-Stirling liegt er bei uns bei 75% übers Jahr gesehen.


    Gruß
    BigBen

  • Danke für die schnelle Antwort :thumbsup:


    Das vorhandene Heizungsverteilersystem im Haus kann da beibehalten werden, oder muss das auch modifiziert werden ? :?:


    Momentan haben wir noch Heizöl hier im Haus.Müsste auch erstmal checken lassen wie weit der nächste Gasverteiler entfernt ist.


    Oder macht auch Heizölversorgung Sinn ?? Das es teurer ist weiß ich, aber die Tanks und Anschlüsse wären schon da.....hmmmm

  • Hallo Vaddi,
    Ölheizung wird nicht gehen da es so kleine KWK-Anlagen nicht gibt. Gaspreis ist auch zur zeit wesendlich günstiger.


    Deine Heizungsleitungen können im wesendlichen so bleiben wie sie sind. Es müssen bei einer Moderniesierung deiner Heizung oder Fassade einzelne Ventiele und an den Heizkörpern die Ventiele ausgetauscht werden neue Umweltspumpe und die zugänglichen Rohre Isiliert werden.


    Wie hoch ist der Heizölverbrauch?
    Was wird modernisiert?
    Wie hoch soll dann der Energieverbrauch sein?


    Gruß
    Pfleger

  • Moin moin Vaddi,


    wenn Du kein Erdgas bekommst, dann vielleicht Flüssiggas. Bei Flüssiggas fallen die Preise, weil das Angebot größer als der Verbrauch ist und in Zukunft wird die Angebotsmenge weiter steigen. Der Ölpreis wird überproportional steigen, daher würde ich mich bei einer Neuanlage von Öl trennen. Eine Heizkesselerneuerung mit BHKW auf Stirling Basis und integriertem Zusatzbrenner kann auch mit Flüssiggas betrieben werden. Die Fassadendämmung bringt kaum etwas an Energieeinsparung, ist hauptsächlich eine Modeerscheinung der Dämmstoffindustie und deren Lobby. Dachdämmung und Fenster mit 3- fach Verglasung sind gute Energieeinsparmöglichkeiten.
    Wenn Erdgas möglich, dann würde ich das eco 1.0 von Vailland nehmen und eventuell den alten Ölkessel als Spitzenlastergänzung weiter betreiben.


    Grüße aus Neuendorf


    Claus-H.

  • Herzlichen Dank für die hilfreichen Erkenntnisse :thumbsup: :thumbsup:


    Von der Heizölvariante werde ich kaum Abstand nehmen können, weil wir hier im Bereich so unsere Schwierigkeiten mit der Gasversorgung haben.


    Exemplarisch für ne Heizölvariante wäre meiner Ansicht nach ein senertec-dachs-hka-profi. ( mal als Beispiel genommen )


    Mir kommt es auch im speziellen darauf an, hier in unserem Haus den Strom der erzeugt wird selbst zu verbrauchen.


    Von Verkaufen braucht man ja kaum noch zu sprechen, da die Vergütung am Boden liegt. Es sei denn, man kann mit den Nachbarn einen Deal über


    Stromabnahme schließen und damit ggfs. die Amortisationszeit verkürzen. :rolleyes:


    Wie verhält sich das eigentlich mit dem Zwischenspeichern des Stroms ? Wenn ich hier eine Lampe anschalten will, möchte ich ja sofort Strom zur


    Verfügung haben , und nicht erst warten bis die Anlage angelaufen ist. Ist da ein Zwischenspeicher geschaltet ?


    Und noch eins zum Schluss :


    Welche Förderungen für solche BHKW Anlagen gibt es ?? Ist ja nicht ganz unwesentlich bei der Überlegung der Beschaffung und zu den


    Berechnungen.


    Besten Dank schon einmal bis hier ;)


  • Hallo,


    bei dem Strombedarf einen Dachs zu installieren ist mir Kanonen auf Spatzen geschossen. Das man mit Einspeisen nix verdient hast du ja schon richtig erkannt, aber das der Dachs bei deinem Objekt genau das tun wird übersehen.


    Ein BHKW speichert auch nix. Man kann es stromgeführt betreiben, d.h. dann einschalten wenn man es braucht, die Wärme im Puffer speichern. Aber der Dachs macht 5kW - das brauchst du in einem Privathaushalt nicht. Und selbst wenn, kommst du auf kaum mehr als 2h täglich.
    Strom kann man zwischenzeitlich zwar auch speichern, aber der Invest ist dann gleich mal doppelt so hoch...



    mfg JAU

  • Da wir das Haus erst ein halbes Jahr haben und den Stromverbrauch noch schwer abschätzen können ist es schwierig zu sagen was ich brauche und was ggfs. überdimensioniert ist. Das Haus hat 240 qm Wohnfläche und 160 qm Nutzfläche in Form von einem Keller.Dazu kommt die Doppelgarage.

  • Leider hast du den Fragebogen nicht komplett beantwortet, anhand der Personenzahl könnte man auch in etwa auf den Strombedarf schließen.
    Und ich vermute die 6-7MWh sind auch nicht aus der Luft gegriffen sondern fußen auf Verbräuchen und Nutzerverhalten mit Geräten die mit ins neue Haus gezogen sind.


    Aber davon mal abgesehen, selbst wenns nochmal 1000kWh mehr werden, ein Dachs wird dadurch noch lange nicht rentabel.



    mfg JAU

  • Dann hole ich das hier mal nach :


    Zitat

    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: 5000 KW/h
    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 3000 Liter Heizöl


    Derzeitige Heizung
    Energieträger der Heizung: Öl
    Alter und Typ der der Heiztechnik: Baujahr 1991
    Art der Warmwasserbereitung:Brauchwasseraufbereitung über die Heizung
    Pufferspeicher, Solarthermie,Puffer
    Temperaturen der Heizkreise: ---
    Hydraulischer Abgleich: ---
    Art der Heizkörper: Flach bzw. Rippenheizkörper


    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner:240 qm , 5 Bewohner , zeitweise Beheizung des 160 qm Kellers notwendig
    Art und Baujahr der Immobilie: Ein bzw. Zweifamilienhaus Baujahr 1975
    Erfolgte Modernisierungen: ---
    Weitere geplante Modernisierungen: Umbau des Kellers zu einer FeWo,Holz gegen Kunststofffenster austauschen,Strom in Eigenregie produz.
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: ja
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: momentan noch nicht, aber warscheinlich möglich

  • Hallo Vaddi,


    alikante
    hat dir wirklich die ehrliche Antwort gegeben: keines.


    Bei Heizölbetrieb kann man kein BHKW freimütig empfehlen. Es bleibt im Prinzip nur der Heizöl-Dachs.
    Aber der hat sich von vielen Aspekten her als nicht optimal dargestellt: hohe Betriebskosten, wartungsanfällig, etc.
    Suche hier im Forum nach Erfahrungberichten über den Öl-Dachs und du wirst einiges an der Information erhalten.


    Als ich auf der BHKW-Suche war, da hat mir folgender Bericht aus ebay geholfen.
    Ich hoffe, dass der Forumsadmin jetzt den Link nicht als versteckte Werbung ansieht und ihn entfernt. Ich stelle ihm mal ein:
    http://www.ebay.de/itm/Senerte…15%26sd%3D251398763725%26


    Da kannst du dir diesen Bericht ersteigern und ihn lesen. Das investierte Geld kannst du dann unter Sparte "Lehrgeld" verbuchen.
    Das habe ich dazumal gekauft, darf dir aber aus "Copyright" Gründen nicht weiter geben. Aufgrund des Berichts habe ich mich damals gegen den Dachs entschieden.


    Falls du dennoch unbedingt ein Heizöl-BHKW haben willst, dann wäre denkbar, dass du dir zuerst einen gebrauchten Heizöl-Dachs ersteigerst und damit deine Erfahrungen sammels. Machst zwar nicht viel Geld kaputt, aber lässt dich auf ein Abenteuer ein - da will ich nicht daran Schuld sein ;)
    Ihn als einzige Heizungsquelle (monovalent) zu betreiben wäre auch nicht OK - bei Ausfall im Winter hätte man die Bude schnell kalt.
    Es sollte schon eine zweite Heizanlage parallel zur Verfügung stehen. In deinem Fall also den alten Ölbrenner quasi unangetastet stehen lassen.
    Aus meiner Sicht würde das Ganze somit nicht nach einer perfekten Modernisierung aussehen.


    Zweiter Gedanke wurde bereits hier im Thread angesprochen:
    einen Flüssiggastank im Garten aufzustellen - geht das wirklich nicht? Oder ihn zu verbuddeln?
    Dann könntest du auf eine grosse Auswahl an Gas-BHKWs zurückgreifen und dich für einen entscheiden.


    Also, viel Glück bei der Suche der Lösung wünscht dir
    BigBen

  • Einen Flüssiggastank zu verbuddeln wäre sicher irgendwie möglich, müsste dafür nur meine Regierung überzeugt bekommen :whistling:


    Mein Hauptanliegen ist/war, von dem teuren Öl weg zu kommen und meinen Strom selbst produzieren zu können.
    Da Solar auf Grund der Ausrichtung des Hauses und des Schattenwurfs der umliegenden Bäume so gut wie ausfällt stecke ich in einem Dilemma.


    Optional bin ich auch gerade dabei, die Option der Erdwärmenutzung für mich durchzuspielen, allerdings wäre dann noch der Fakt mit
    der Stromproduktion zu klären :wacko: