Immer wieder die gleichen Probleme mit dem Microgen Stirlingmotor

  • Bei allen Microgen Versionen tauchen immer wieder der selben Probleme und Fragen auf.


    Da ich mich noch nicht für einen Hersteller entschieden habe - bzw. ob überhaupt stellen sich mir ganz prinzipielle vom Hersteller unabhängige Fragen:


    - bei welcher Spreizung und welchen RL/VL Temperaturen kann der Microgen optimal betrieben werden (Wirkungsgrad)


    - in welchem Bereich moduliert der Microgen


    - lässt sich der Zusatzkessel generell abschalten, bei welchen Modellen (am besten erst gar nicht kaufen, meine max. Heizleistung liegt zwischen 3,0 und 3,5kW)


    - ich brauche eine Wärmequelle, die einen 1000l Speicher lädt, der oben WW und mit dem gesamten Volumen eine Heizung mit einer max Heizungs-VL von 30°C versorgt (die Heizung wird unabhängig von der Wärmequelle aus dem Speicher bedient)


    - ich würde den Microgen am liebsten über einen üppig dimensionierten Wärmetauscher(kleine Grädigkeit, Anpassung an den optimalen Betrieb des Microgen, Trennung des Heizkreismediums vom Microgenkreismedium) betreiben. Wer hat damit schon Erfahrung ??


    Neben dem 1000l Speicher existieren 8m² FK, 7,44 kWp PV, 20kWh(netto) el Speicher mit 3 x 5kW WR, Heizkamin mit Wassertasche 5kW Luft/4 kW Wasser und ein 20 Jahre alter 16kW Gaskessel, der durch KWK ersetzt werden soll.


    Ich stelle mir vor, dass hier allgemeingültige Aussagen zusammengetragen werden können


    jogi

  • Morgen,


    Bei allen Microgen Versionen tauchen immer wieder der selben Probleme und Fragen auf.


    Ist ja auch ein und das selbe Gerät. :D


    Zitat

    - bei welcher Spreizung und welchen RL/VL Temperaturen kann der Microgen optimal betrieben werden (Wirkungsgrad)


    Bei Viessman im Datenblatt (letzte Seite) steht eine Grafik mit der machbaren Stirlingleistung in ABhängigkeit von der VL-Temperatur. Mehr hab ich auf die schnelle nicht gefunden.


    Zitat

    - lässt sich der Zusatzkessel generell abschalten, bei welchen Modellen (am besten erst gar nicht kaufen, meine max. Heizleistung liegt zwischen 3,0 und 3,5kW)


    Es ist kein Zusatzkessel sondern vielmehr ein Nachbrenner. Das ist so verbaut das es da Hardwaremäßig nix zu trennen gibt, du kaufst den in jedem Falle mit.
    Softwaremäßig lässt sich da aber sicher was machen, bzw. er springt von Haus aus nur an wenn man ihn braucht.


    Zitat

    - ich würde den Microgen am liebsten über einen üppig dimensionierten Wärmetauscher(kleine Grädigkeit, Anpassung an den optimalen Betrieb des Microgen, Trennung des Heizkreismediums vom Microgenkreismedium) betreiben. Wer hat damit schon Erfahrung ??


    Die Hersteller. Ein paar verkaufen den Microgen in Verbindung mit einem Puffer (Senertec z.B.) bei dem der Stirling übern Wärmetauscher angebunden ist.



    mfg JAU

  • lässt sich der Zusatzkessel generell abschalten, bei welchen Modellen (am besten erst gar nicht kaufen, meine max. Heizleistung liegt zwischen 3,0 und 3,5kW)

    Ich habe bei der eVita von Remeha einen Schalter angebracht, der über eine Schnittstelle am Gerät (muss man so konfigurieren) den Zusatzbrenner aktivieren bzw. ausschalten kann. Aber da der Zusatzbrenner integriert ist, gibt es keine ohne....

  • Moin Jogi,

    - bei welcher Spreizung und welchen RL/VL Temperaturen kann der Microgen optimal betrieben werden (Wirkungsgrad)

    Alle Stirlingmodelle sind Brennwertgeräte. Deshalb steigt der Wirkungsgrad mit sinkender Rücklauftemperatur. Theoretisch ist er am höchsten bei RL= 20°C. Wenn Ihr tatsächlich eine Vorlauftemperatur von lediglich 30°C habt, dürfte Eure Rücklauftemperatur nahezu ideal sein.

    - in welchem Bereich moduliert der Microgen

    Technisch kann der Stirling bis 60% Leistung heruntermodulieren, d.h. also im Bereich 0,6-1,0 kWel und 3,6-6,0 kWth. Unserer macht das aber nicht, und - jedenfalls bei den Viessmann-Geräten - anscheinend auch kein anderer hier im Forum. Hängt wohl von der Konfiguration ab.


    Das neue Vitotwin 350F von Viessmann moduliert aber laut technischen Daten tatsächlich in dem angegebenen Bereich. Bei Euren extrem niedrigen Vorlauftemperaturen und der m.E. sehr geringen (für einen Stirling eigentlich grenzwertigen) Heizleistung wäre das vielleicht das geeignete Gerät - jedenfalls wenn es ein Stirling sein muss.

    - lässt sich der Zusatzkessel generell abschalten, bei welchen Modellen (am besten erst gar nicht kaufen, meine max. Heizleistung liegt zwischen 3,0 und 3,5kW)

    Also mitkaufen musst Du ihn, weil es kein "Zusatzkessel" ist, sondern ein im Gerät integrierter "Zusatzbrenner", der auf denselben Wärmetauscher arbeitet wie der Stirling. Separat abschalten lässt er sich glaube ich schon (müsstest Du bei der Inbetriebnahme mit dem Kundendienst besprechen). Ob das klug ist, wäre eine andere Frage: Bei der Warmwasserbereitung braucht man ihm manchmal schon, auch wenn man wie wir einen 750l Pufferspeicher hat. Sonst steht spätestens die dritte Person, die morgens duschen möchte, in der Kälte. Außerdem springt der Zusatzbrenner ein, wenn der Stirling eine Störung hat. Das kann ja mal vorkommen, und auch dann ist es angenehm wenn das Haus warm bleibt bis der Kundendienst kommt.

    - ich brauche eine Wärmequelle, die einen 1000l Speicher lädt, der oben WW und mit dem gesamten Volumen eine Heizung mit einer max Heizungs-VL von 30°C versorgt (die Heizung wird unabhängig von der Wärmequelle aus dem Speicher bedient)

    Genau so ist die Konfiguration, die z.B. von Viessmann mit dem Vitotwin angeboten wird, nur dass die in einen 750l-Pufferspeicher arbeiten wollen. Geht aber mit 1000l bestimmt genau so gut wenn nicht besser, vor allem wenn man wie wir (Ihr auch? oder was bedeutet 8m2 FK?) zusätzlich eine Solarthermie betreibt.

    - ich würde den Microgen am liebsten über einen üppig dimensionierten Wärmetauscher(kleine Grädigkeit, Anpassung an den optimalen Betrieb des Microgen, Trennung des Heizkreismediums vom Microgenkreismedium) betreiben. Wer hat damit schon Erfahrung ??

    Wenn das so ist, solltest Du Dir vielleicht wirklich mal das neue Viessmann Vitotwin 350F sehr genau ansehen. Nach der Papierform könnte das exakt das sein, was Du suchst. Hier im Forum hat sich allerdings bis jetzt niemand als Betreiber geoutet.


    Möglicherweise wäre aber bei Eurem anscheinend ziemlich geringen Wärmebedarf überhaupt eine Brennstoffzelle die bessere Alternative. Die Dinger sind derzeit noch schweineteuer, aber das scheint sich allmählich zu ändern.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Wenn das so ist, solltest Du Dir vielleicht wirklich mal das neue Viessmann Vitotwin 350F sehr genau ansehen. Nach der Papierform könnte das exakt das sein, was Du suchst. Hier im Forum hat sich allerdings bis jetzt niemand als Betreiber geoutet.

    Erstmal allen vielen Dank für die Antworten.


    Da ich schon nen 1000l Speicher mit 8m² FK und Heizkamin 5kW Luft/ 4 kW Wasser habe, und die Heizung ausschließlich aus dem Speicher bedient wird (geht nicht durch den Kessel !!!), ist der Vitotwin 350F genau nicht das, was ich brauche. (Der Vitotwin hat wohl zudem den schlechtesten Ruf im Netz). Mit dem kleinen Speicher könnte ich meine Heizung kaum sinnvoll betreiben und zudem dürfte dann die 25°C RL Temp zum Microgen nicht zu realisieren sein.


    Ganz klar ist dabei noch nicht, wo da die Probleme liegen - mir erscheint. dass es einerseits regelungstechnische Probleme gibt, und andererseits eventuell Probleme mit der Dichtigkeit des Heliumkreislaufs. Muss ich wohl noch weiter beobachten.


    Da der Sterling wohl doch noch ab und an die Grätsche macht, ist der Zusatzbrenner vielleicht nicht ganz falsch....


    Ich kann bequem mit 25 - 30°C in den Microgen und hätte gerne normalerweise 50°C zurück, ggf. alle paar Tage mal 300l mit 60°C wg. Legionellen, falls ich nicht auch noch auf FriWa umbaue. Dazu braucht es lediglich, den unmodulierten Microgen Vollgas zu betreiben und den thermischen Speicher ab und zu zu laden - der erzeugte Strom würde in meinem PV Batteriespeicher landen.


    Bei AT zwischen 0 und 5°C in den letzten Tagen läuft mein 16kW atmosphärischer Gaskessel mit einer thermischen Leistung von 11kW alle 10 - 12 h für 1,5h und füllt den Speicher auf 55°C auf (weniger geht wg der Kesselpumpe nicht). Pi mal Daumen dürfte der Microgen 2,5h - 3h laufen und auf 50°C aufheizen, was ja auch reicht. Wegen der niedrigeren Temperatur (50°C statt 55°C) dürfte sich der Zyklus um ca. 2h verkürzen, also so alle 8 - 10h laden.


    Macht vielleicht Sinn, meine Hydraulik mal hier reinzustellen:


    [img]http://www.ib-freyer.de/downloads/Heizung_neu_rev1.jpg[\img]



    Der Gaskessel links würde dann durch den Microgen ersetzt werden.


    eine Funktionsbeschreibung der Steuerung findet Ihr da, ungefähr in der Mitte der Seite: http://www.haustechnikdialog.d…d-Fassadenheizung?page=16


    Die damals angenommen Werte haben sich für "ohne KWL" nicht bestätigt. Heizgrenze EIN ist ca. 10 - 11°C, AUS 11 - 12°C, abhängig von solaren Gewinnen, entsprechend weniger Heiztage ergeben sich. 2m² der ST sind der PV zum Opfer gefallen, sind nur noch 8m².


    Interesant wäre, welche Spreizung der Microgen bei einer RL von 25°C verträgt - bekomme ich da 50°C hin ???, eventuell auch 60°C ???


    LG jogi

  • Interesant wäre, welche Spreizung der Microgen bei einer RL von 25°C verträgt - bekomme ich da 50°C hin ???, eventuell auch 60°C ???

    Keine Chance! Der Stirling schafft gerade mal 10-12 K Temperaturdifferenz, d.h. wenn der Rücklauf mit 25°C reingeht, kommt der Vorlauf mit 35-37°C raus. Das liegt daran, dass die Umlaufpumpe mindestens auf ca. 30% eingeregelt wird (auch wenn der min. Wert auf 15% eingestellt ist), und bei 6 kW thermischer Leistung geht dann einfach nicht mehr.


    Bei der Heizung stört das keinen, weil 10-12 K Spreizung für Niedertemperatursysteme locker ausreichen. Aber beim Warmwasser heißt das, dass (wenn man beispielsweise 54°C will) der Stirling immer erst den ganzen Pufferspeicher auf 42-44°C aufheizen muss bevor oben endlich 54°C ankommen. Das dauert, weil das ganze Pufferwasser zwei-bis dreimal durch den Stirling genudelt werden muss bis er fertig ist. Gibt natürlich prima lange Laufzeiten, ist aber eher blöd wenn man derweil unter der lauwarmen Dusche steht. Obendrein wird dabei noch der Wirkungsgrad immer schlechter, weil bei Rücklauftemperaturen von 44°C die Hälfte vom Brennwerteffekt flöten geht. Der Zusatztherme ist das Wurscht, die macht mit (beim Vitotwin) 26 kW Gesamtleistung aus 25°C Rücklauf in einem Durchgang locker 55-60°C Vorlauf, ist ratz-fatz fertig (sogar während jemand unter der Dusche steht) und arbeitet bei 25°C Rücklauf mit 98% Wirkungsgrad (Hs). Deswegen möchte ich in einem Haushalt, wo mehr als eine(r) hintereinander duschen oder gar baden will, keinesfalls auf die Zusatztherme verzichten.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)