Eigenbau Mini BHKW mit Farymann 15W - Standzeit?

  • Hallo Zusammen,


    ich bin neu hier im Forum, aber lese mit großem Interesse schon eine ganze Zeit lang mit.


    Kurz zu meinen Eckdaten:

    • Einfamilienhaus, ca. 300qm beheizte Fläche, Fußbodenheizung
    • PV Anlage 24kwp mit batteriegepufferter Hausversorgung
    • Heizwärmebedarf ca. 35.000 KW/h (ich habe 3 verfrohren Mädels :D im Haus) reduziert auf ca. 20.000KWh dank 20qm Solarthermie mit Heizungsunterstützung und 2000l Puffer), Heizung Gas Brennwerttherme
    • Jährlicher Stromverbrauch ca. 7000 KWh, da ich in der EDV tätig bin, oft zuhause arbeit und daher so einiges an Rechnern läuft), Tagesbedarf also ca. 20KWh :)

    Idee ist nun in der Zeit Okt-Ende März (da die Solarerträge zum Heizen oft nicht mehr reichen) und bei uns in Bayern im Winter auch die PV Erträge öfters mal gegen 0 gehen (Schnee auf dem Dach) den Batteriepuffer via einem Mini-BHKW nachzuladen. Eine Ladeleistung von 2-3 KW elektrisch ist angedacht und völlig ausreichend, die Akkus können natürlich auch wesentlich mehr aufnehmen. Einspeisung vom BHKW ist nicht geplant, sondern nur die Erträge der PV, somit ergäbe sich ein Strompreis für die Wirtschaftlichkeitsrechnung von ca. 24ct je KW, womit sich das ganze abhänig von den Anschaffungskosten ganz gut rechnen lässt.


    Als Antrieb würde mir ein Farryman 15W mit einem Synchongenerator vorschweben. Oder was kennt Ihr noch so für Alternativen, bzgl. der Haltbarkeit der Chinaböller wird ja immer wieder divers diskutiert. Die Steuerung wird daduch dass mit dem Netz nicht synchronisert werden muss sehr einfach, auch die genaue Frequenzeinhaltung ist nicht besonders wichtig, da das Ladegerät bzgl. Frequenz eher tolerant ist.


    Ich würde den Farymann im optimalen Wirkungsgradbereich betreiben wollen, dh. so bei ca. 2000-2200rpm betreiben wollen, hat jemand von euch Erfahrungswerte wie viele Stunden der Motor hält bei Verwendung von
    a) Heizöl
    b) Pöl (würde ich aus ökologischer Sicht bevorzugen)


    Vielen Dank schon mal für eure Antworten :rolleyes:


    Gruß
    Gilesflieger


  • Hallo Gilesflieger,


    Du wolltest:


    "Erfahrungswerte wie viele Stunden der Motor hält bei Verwendung von
    a) Heizöl
    b) Pöl (würde ich aus ökologischer Sicht bevorzugen)"


    Jetzt bringst Du den Begriff::


    "PÖL tauglich"


    ins Spiel, bezogen auf eine bestimmte Bosch Einspritzpumpe.


    Ganz abgesehen davon, dass dieser ursprünglich aus den mittlerweile agonisierenden bis bereits z.T. mumifizierten (archivierten) KFZ-Pöler-Foren stammende diffuse Begriff, insbesondere im Hinblick auf die Frage der Lebensdauer nirgendwo definiert ist, kann man mit einer - gleich welcher - ESP keinen Serien-DI-Diesel "pöltauglich" machen.



    Zu der Problematik der Verwendung von Pflanzenölen in Dieselmotoren sind alleine mir (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) schon weit mehr als 2k Seiten ernst zu nehmender (=wissenschaftlicher) Veröffentlichungen bekannt; vieles davon ist im Netz kostenlos zugänglich, manche wichtigen Arbeiten gibt es aber nicht kostenlos.


    Recherchiere das Thema daher mit der gebotenen Gründlichkeit (-lass Dich also nicht "vergoogeln"-), das ist immernoch wesentlich kostengünstiger als Farymann Ersatzteile.


    Dann wirst Du auch verstehen, dass dieses Thema den Rahmen dieses Forums sprengen würde; es ist für dieses Forum auch letztlich bedeutungslos, da wohl niemand der sich mit dem Thema PÖL im Dieselmotor ernsthaft beschäftigt hat auf die Idee käme, einen kleinen Serien-DI-Diesel wie Deinen Farymann im PÖL-BHKW-Betrieb einzusetzen.


    Hier nur einige Fakten:



    "Mit Rapsöl wurde bei der Firma Porsche ein Prüfstandsversuch mit mehreren Seriendieselmotoren durchgeführt. Dabei wurde bestätigt, dass Kammermotoren als


    pflanzenöltauglich angesehen werden können, jedoch direkteinspritzende Seriendieselmotoren


    für Rapsölbetrieb nicht geeignet sind".


     


    "In the beginning, the emphasis was placed on the technical possibilities associated with the use of rapeseed oil as a fuel. However, research has shown that pure rapeseed oil can only be used in specially designed engines"


    "In the light of the endurance test of 512 hours, it can be concluded that problems associated


    with neat vegetable utilization are minimal in slow speed, IDI, but substantial in DI diesel engine."


    Selbst Dieselgemische mit nur 25 bzw. 50% Rapsöl (für einen IDI eine verschwenderische Delikatesse!) verträgt ein DI auf Dauer nicht:


    "Der Eisenabrieb (Abb. 11) hat sich bei beiden Rapsöl-Diesel-Mischungen annähernd


    verdoppelt. Er lässt den Schluss zu, dass sich die Lebensdauer des Motors infolge


    größerem Verschleiß entsprechend verkürzt, wenn nicht andere rapsölbedingte


    Gründe zu noch früherem Motorversagen führen.


    --


    Der Einfluss zunehmender Rapsölbeimischung zu Diesel zeigt sich besonders an der


    Düsenverkokung. Nach 300 Stunden Prüflauf liegt die Verkokung der Düsen im Mittel


    bei der Zumischung von 25 % Rapsöl bei 9,5 mg und bei 50 % Rapsöl in der Mischung


    bei 15,7 mg gegenüber 2 bis 5 mg bei reinem Diesel (vgl. Tafel 9).


    --


    Die Prüfläufe geben Anlass zu der Feststellung, dass mit dem Einsatz von Rapsöl-


    Diesel-Mischungen ein erhöhter Motorverschleiß verbunden ist und sicher mit einem vorzeitigen, möglicherweise sehr frühen Versagen des Motors zu rechnen ist.


    --


    Ein störungsfreier Motorbetrieb von 1000 bis 1500 Stunden ist eine eher optimistische


    Einschätzung."


    Sogar die in den Pöler-Foren als Allheilmittel angepriesene Kraftstoffvorwärmung kann (wenn der Kraftstoff im Einspritzzeitpunkt überhaupt noch die Vorwärmtemperatur hat!) das Problem der Optimierung der Kraftstoffstrahlausbreitung für natürliches Rapsöl, bei der Verwendung moderner Diesel-Einspritzsysteme nur mindern, nicht lösen, wie optisch aufwändige Druckkammerversuche ergeben haben. Diese Versuche wurden überdies vorwiegend mit einem Einspritzdruck von 1500 bar durchgeführt, das dürfte bei Deinem Farymann (trotz seiner Bosch ESP) nicht annähernd der Fall sein.


    Die ESD moderner DI-Diesel erreichen im Übrigen im Betrieb auch ohne Kraftstoffvorwärmung durchaus Temperaturen, welche der in wissenschaftlichen Arbeiten empfohlenen optimalen Vorwärmtemperatur für Pöl (70°C) entsprechen, da ist also im Grunde nichts zu gewinnen.


    "Verbrennungsmotoren, die für den Betrieb mit reinem Rapsöl entwickelt und ausgelegt sind, werden serienmäßig nicht (mehr) angeboten, allenfalls wird zurzeit über Lösungen für den Agrarbereich diskutiert."


    Das insbesondere südlich des Weisswurstäquators, dort laufen die Dinge wieder einmal anders. Das (aus der bayrischen Staatskasse erhaltene) TFZ (Schulgasse 18 in Straubing) hat die Menschheit anlässlich der 21. Europäischen Biomassekonferenz in Kopenhagen im Juni d.J. mit der Nachricht beglückt, dass das Problem der Verwendung von Rapsöl als Treibstoff für Traktoren nun endgültig gelöst sei. Da ist die Rede von 13 pflanzenöltauglichen Traktoren verschiedener Hersteller ("12 of them are being operated at test farms of the Bavarian State Research Center for Agriculture"), alle mit DI-Motoren, von "about 20,000 operating hours in field operation" und 2 Traktoren mit 2-Tank-System mit jeweils 5800 bzw 4400 Bh, bei welchen "Apart from one defect fuel feed pump no failures or damages occurred, which can be attributed to the operation with plant oil fuel."


    Diese Siegesmeldungen relativieren sich allerdings, wenn man erfährt dass diese 20.000 Bh eben die Summe aller Bh dieser 13 Traktoren darstellt (ergibt im Schnitt ganze 1538 Bh pro Traktor!), dass die mit mP-Steuerung und 2-Tanksystem ausgerüsteten Exemplare z.T. pro Bh mehr Diesel als Pflanzenöl verbraucht haben (!) und sogar die Traktoren mit Eintanksystem (dort hat DK eigentlich nichts zu suchen!) weitestgehend auch mit Dieselkraftstoff gefüttert wurden.


    Selbst der "Grenzbereich" zwischen Wartung und Reparatur wurde angeblich sehr großzügig ausgelegt (ESD!), ganz zu schweigen von den extrem kurzen Ölwechselintervallen.


    Mit den qualitativen Mindestkriterien wissenschaftlicher Arbeit haben solche Publikationen wenig zu tun, eher mit der Verbreitung von Zweckoptimismus zur Erhaltung von Fördergeld-Zuweisungen.


    Hinter vorgehaltener Hand erfährt man weiters auch, dass die für solche Aktionen mehr als großzügig sprudelnden Fördergelder kein Ausfluss eines "Grünen Herzens" der Staatsregierung seien, sondern dass es um die Entwicklung handfester (Land-) wirtschaftliche Interessen gehe.


    Wenn man landwirtschaftliche Flächen als brachliegend melde, Stillegungsprämien dafür kassiere und trotzdem dort Raps anbauen könne, sei das doch ein sehr lukratives agrarisches Geschäftsmodell!


    Die EU werde dagegen wohl nichts einzuwenden haben, solange man nur glaubhaft machen könne, das gewonnene Rapsöl als Treibstoff im Agrarbereich wieder zu verheizen; das sei ja dann keine Lebensmittelproduktion.


    Dummer Weise lassen sich Rapspflanzungen nämlich auf Satellitenbildern leicht und sicher identifizieren.


    Das ist eben der (-nicht nur im agrarischen Bereich-) gut entwickelte "Bayrische Geschäftssinn".


    Bei Einsatz teurer Sonderkonstruktionen (z.B. hochtemperaturtauglicher Brennraumkolben, "gebauter" Kolben bzw.Ferrothermkolben) kann man sicher auch DI-Diesel "bedingt pflanzenöltauglich" machen, vorausgesetzt es handelt sich um Motoren mit höherem Einheitsvolumen; dort sind die Probleme geringer. Dein Farymann und Ähnliches gehören aber absolut nicht in diese Kategorie.


    Zu Deiner Frage a) nach Erfahrungswerten zur Lebensdauer Deines Farymann bei DK Betrieb kommt in diesem Forum offensichtlich kein feedback, daher hierzu ein hoffentlich brauchbarer Tipp:


    Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, werden solche Farymann Motoren oft als Flautenschieber bei kleineren Segelyachten eingesetzt. Echte Segler (und das sind sie doch Alle!) verwenden den Flautenschieber nur im Notfall, also bei starkem Zeitdruck, dann laufen die Motörchen konstant mit 80 - 100% ihrer Maximalleistung - also in etwa dem üblichen BHKW-Betrieb vergleichbar. Auch in diesem Bereich rechnet man bei Motoren in Bh, nicht in Wegstrecke; diskutable Umrechnungsfaktoren fallen daher weg.


    Yachtsegler sind meist sehr umgängliche Menschen, vielleicht helfen sie Dir, obwohl Du ja nur in "Informationsnot" und nicht in Seenot bist. Versuche es doch als Hilfe suchender Gast in den einschlägigen Foren und lasse uns dann bitte wissen, was Du in Erfahrung bringen konntest.


    mfg


    Valerian


     

     

  • Im fatty-fuels.de - forum haben die meisten die Pölerei inzwischen aufgegeben. Trotz kostenlosem Treibstoff sind die dauernden Motor- und Einspritzpumpenschäden größer als die Treibstoffersparnis. Kurzzeitig läuft jeder Diesel auch mit Butter oder Lebertran. Das genügt, um einen festgefahrenen Panzer zu befreien, aber nicht für den Dauereinsatz.
    Ich habe mal einen Diesel mit Äthylenglycol betrieben, das ging, frag nicht, wie lange.
    Ansonsten ist die Boschpumpendüse des Fary schon optimal in Hinblick auf die Zeit bis zum Versagen. Einige Stunden hält die schon...Das ist aber nicht das einzige Teil, das kaputt geht, reicht aber schon aus, das Ganze unwirtschaftlich zu machen.

  • Hallo Valerian, Hallo Bernd,


    zuerst mal vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich eine solche Antwort zum Thema PÖl auch fast erwartet. Auch ich habe schon viel zum Thema gelesen, allerdings ließt man auch immer wieder sehr gegensätzliches wie das Valerian ja auch sehr gut und ausführlich dargestellt hat. Die Aussagen im Netz reichen hier von PÖl geht problemlos 10.000 Stunden bis zu wenige 100 Stunden. Mir persönlich ging es aber auch nicht primär um das Thema PÖl (das wäre aus meiner Sicht wie geschrieben aus ökologischer Sicht eine nice to have). Ich bin auch nicht auf den Farymann festgelegt (ich habe noch nichts gekauft), ich bin noch am überlegen wie ich ein BHKW für meine speziellen Anforderung dimensionieren und auslegen sollte und genau das wollte ich mit euch als erfahreren BHKWlern diskutieren.


    Um es nochmal klar zu machen, mir geht es um die Gesamtauslegung eines BHKWs für meine Zwecke und da vor allem um folgende Punkte:

    • Welcher Motor würdet Ihr eurer Sicht für meine Anforderungen empfehlen (ich hab auch kein Problem mit einem Chinesen, wie gesagt ich habe noch nichts gekauft)
    • Wie hoch ist die zu erwartende Lebensdauer eines solchen Motors. Z.B ließt mann zu den Chinaböllern ja sehr unterschiedliche Dinge, die einen halten nur 300 Std, andere beschrieben sehr detailliert die notwendigen Maßnahmen einer 10.000 Std. Überhohlung. Mich persönlich hat das ziemlich verunsichert, denn ich habe z.B. auch den Thread zum Volks-BHKW mit großem Interesse gelesen. Ich möchte mir einfach ein BHKW bauen, dass über viele Jahre zuverlässig funktioniert und wo ich nicht 1* im Monat dran rum schrauben muss (von der Anfangszeit mal abgesehen 8) )
    • Wie groß würdet Ihr in meinem Fall das BHKW auslegen, wie gesagt prinzipiell würden mir 2KW el. reichen, die Akkus können aber auch problemlos 20KW aufnehmen. Im Prinzip ist das ein Kostenthema, ein 20KW Ladegerät + BHKW ist nicht ganz billig und es mach wohl aus wirtschaftlichen Gesichtspunketen keinen Sinn ein solches System für 1h pro Tag Laufzeit hinzustellen. Auf der anderen Seite spielt es auch keine Rolle wenn das BHKW 10h mit 2KW läuft. Durch die erhöhte Laufzeit reduziert sich natürlich die Lebensdauer des Motors in Jahren gerechnet. D.h. in meinen Augen liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Da in meinem Fall die BHKW-Laufzeit pro Tag mit ca. 20KWh Stromverbrauch im Zeitraum Okt-März ziemlich exakt vorgegeben ist, müsste sich doch eine wirtschaftliche Alternative finden lassen. Ich hatte auch schon an einen R185 oder Faryman 43W mit direkt gekoppeltem Synchrongenerator bei 1500 Upm mit einem 4KW Lader gedacht, bin mir aber wie gesagt unsicher bzgl. der Haltbarkeit, denn hier fehlt mir die Erfahrung. Was mir am 43W sehr gefallen würde ist der niedrige Verbrauch.
    • Generator ist für mich ziemlich klar, wird wohl ein einphasiger Synchrongenerator (wg. ausschließlichem Inselbetrieb). Größe ist dann abhäng vom eingesetzten Motor
    • Das Thema PÖL würde ich erst mal Außer acht lassen (ist aus meiner Sicht eher nur nice to have)

    Ich freue mich schon auf eure Meinungen und Antworten :)


    Grüße aus dem sonnigen Süden
    Gilesflieger

  • Kleine Motoren haben einen schlechteren Wirkungsgrad und ein kurzes Leben.
    Ein falscher Ansatz. Aber erzwungen von unserem Gesetzgeber, der zulässt, dass der Transport von Strom zum Nachbarn beliebig verteuert wird und diesen zudem noch ganz mächtig selbst besteuert.
    Es bleibt wohl für uns, unter dieser Regierung, nichts anderes übrig, als uns mit Finanzamt, Netzbetreiber und vor allem Ecopower1.0 oder Vitowin herumzuärgern.
    Europa dämmnert, aber vielleicht auch nur dahin. Unsere Industrielobby hat einen zu großen Einfluss auf Europa.
    Wenn Du wirklich etwas für die Gemeinschaft tun möchtest, dann verschonst Du sie vor der Zahlung von Fördergeldern für Dein unrentables Kraftwerk, betreibst es möglichst preiswert auf eigene Kosten und wirfst die nicht selbst verbrauchte Energie weg.Es sei denn, Du verstehst Dich mit vielen Deiner Nachbarn übermäßig gut...Gute Motoren größerer Leistung werden massenweise weggeworfen. Wärmespeicher kann man in beliebiger Größe, ohne jeden inneren Korosionsschutz, billig zusammenschweißen lassen. Alte Öltanks sind hervorragend geeignet. Klar, über Wärmetausch mit salzlosem Wasser (permanente Härte Null).Kalk darf enthalten sein.

  • Hallo Bernd,


    das ist doch genau das was ich vorhabe, ein komplettes Inselnetz mit Nachladung der Akkus aus der PV habe ich ja schon. Ich werde meinenen Stromanschluß zwar nicht kündigen können wg. der Überschußeinspeisung aus der PV-Anlage, aber ich möchte den BHKW Strom ausschließlich selbst nutzen. Das BHKW läd nur die Akkus nach und die Abwärme läuft in die Heizung. Die Gasterme hat dann noch weniger zu tun und heizt dann wenns nicht reicht einfach nach


    Daher will ich ja kein zu großes BHKW bauen, idealerweis so 2-5KW. Die frage ist nur welchen Motor nehme ich am besten. Wichtig wären mir (in dieser Reihenfolge):

    • Zuverlässig
    • Langlebig
    • Sparsam

    Gibt es niemand der hierzu Vorschläge hat ?(
    Was haltet Ihr von den 180er, 185er Kinaböllern oder besser noch größer? Oder einem Faryman 43 W, wie gesagt jeweils mit Direktantrieb des Generators bei 1500 rpm?



    Gruß
    Oliver

  • Hallo Gilesflieger,



    Du hast geschrieben:


    "Wenn ich ehrlich bin, habe ich eine solche Antwort zum Thema PÖl auch fast erwartet. Auch ich habe schon viel zum Thema gelesen, allerdings ließt man auch immer wieder sehr gegensätzliches wie das Valerian ja auch sehr gut und ausführlich dargestellt hat. Die Aussagen im Netz reichen hier von PÖl geht problemlos 10.000 Stunden bis zu wenige 100 Stunden."


    Habe ich mich da (wieder ein Mal) viel zu unklar ausgedrückt?


    Meine Negativaussagen betreffen doch alle ausschließlich die Verwendung von PÖL in DI Dieselmotoren, also in Direkteinspritzern, nicht aber die Verwendung von PÖL als Treibstoff im Dieselmotor im Allgemeinen.


    Nur vor der Idee, einen Farymann 15W mit PÖL zu betreiben wollte ich Dich warnen.


    Scripsi:


    "dieser Motor ist leider ein DI, für den Pölbetrieb also eher eine "Eintagsfliege".


    In dem Zitat zur Porschestudie steht doch klar:




    "Dabei wurde bestätigt, dass Kammermotoren als
    pflanzenöltauglich angesehen werden können, jedoch direkteinspritzende Seriendieselmotoren
    für Rapsölbetrieb nicht geeignet sind".
    Insbesondere Motoren mit echter Vorkammer (nicht Wirbelkammer!) sind absolut Rapsöltauglich, ohne irgendwelche Eingriffe in die Grundstruktur des Motors. Es bedarf nur flankierender Maßnahmen um im Rapsöl-BHKW-Betrieb oder auch im HEL/(A)Pöl Mischbetrieb eine zufriedenstellende Lebensdauer und akzeptable Ölwechselintervalle zu erreichen.


    Weiters hast Du geschrieben:


    Ich möchte mir einfach ein BHKW bauen, dass über viele Jahre zuverlässig funktioniert und wo ich nicht 1* im Monat dran rum schrauben muss (von der Anfangszeit mal abgesehen)"


    In diesem Sinne wäre Dir mit einem Gasmotor am besten gedient, womit ich allerdings nicht einen für Gasbetrieb adaptierten KFZ-Motor meine, sondern einen a priori für langlebigen Gasbetrieb konzipierten Motor.


    Dass die Gas-BHKW-Motoren (z.B. der Fa. GE Jenbacher) in punkto Lebensdauer und Wartungskosten alle Diesel-BHKW-Motoren um Längen schlagen, ist allgemein bekannt und einen Gasanschluss hast Du ja.


    Es gibt in der für Deine Absichten geeigneten Leistungsklasse nur einen Motor, der als Gasmotor für lange Lebensdauer entwickelt wurde und annähernd hält was er verspricht: den Dachsmotor.


    Vor Jahren habe ich in diesem Forum folgenden Rat gelesen:


    "Kaufe dir einen gebrauchten Dachs und lasse die gesamte Motoreinheit erneuern."


    Die Angebote gebrauchter Dachse bei Fleabay häufen sich, auch die ursprünglichen Preisvorstellungen reduzieren sich zusehends, Du bist ja nicht im Zeitdruck und kannst auf ein passendes "Schnäppchen" warten.


    Was Du bräuchtest ist eigentlich nur Motor, Generator und Regelstrecke, die gesamte Elektrik/Steuerung ist für Deine Zwecke uninteressant.


    Dachsteile sind zwar teuer, aber kalkulierbar, auch die Ersatzteilversorgung funktioniert nach dem was man so liest ganz gut, ein "Whispergen-Ende" ist eher nicht zu befürchte.


    Erkundige Dich nach den Kosten für den Motortausch und die Überholung der Regelstrecke, am Assynchrongenerator sind ohnehin nur die Lager zu tauschen.


    Da Du ja nur Deine Akkustation laden willst, kannst Du den Assynchrongenerator mit Selbsterregung und fester Leistung betreiben (dann ist die Sache elektrotechnisch problemlos), danach willst Du ohnhin gleichrichten.


    Als EDV-Fachmann hast Du mit der Konzipierung und Realisierung Deiner eigenen Steuerung keine Probleme, die fällt angesicht der spezifischen Anwendung ohnehin vergleichsweise einfach aus und Deiner Anwendung angepasst.


    An die teuren Senertec-Service-Fesseln bist Du dann im Betrieb nicht gebunden, es wird ja Dein BHKW; Senertec wäre nur im Bedarfsfall Ersatzteillieferant


    Im Übrigen ein Kompliment für Dein Grundkonzept: Den PV-Strom lukrativ einspeisen (bedeutet Eigenverbrauch substituieren), den mit steigenden EEG-Lasten verbundenen Strombezug über KWK vermeiden und wenn die Energie einmal im Akku zwischengepuffert ist, hat sie ohnehin keinen Herkunftsstempel mehr.


    Hatte ich da nicht schon weiter oben etwas über den "Bayrischen Geschäftssinn" geschrieben?


    Viel Erfolg für Dein Projekt wünscht Dir


    mfg


    Valerian







     

  • Moin

    Was Du bräuchtest ist eigentlich nur Motor, Generator und Regelstrecke, die gesamte Elektrik/Steuerung ist für Deine Zwecke uninteressant.

    Ja, soweit die Theorie. Der Dachs läuft nur netzparallel alles andere kannst Du praktisch vergessen. Um das von Valerian vorgeschlagene umzusetzen müsstest Du eine eigene Steuerung bauen die aber auf die vorhandene Hardware aufsetzt - viel Spaß beim reverse engineering.


    mfg

  • Hallo Alikante,


    es ist sehr nett von Dir, dass Du Deiner (in diesem Fall ja nur moralischen) Warn- und Hinweispflicht als Sachverständiger Fachmann (Elektriker,CNC-Einrichter,Mechatroniker etc.) nachgekommen bist.


    Gillesflieger ist EDV-Fachmann, reverse engineering gehört in diesem Job, wenn auch auf einem höheren Niveau (als einer BHKW-Steuerung!) zum täglichen Brot.
    Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass er sich grundlos die erforderlichen Fähigkeiten zu Selbstkonstruktion und Selbstbau eines BHKWs samt Steuerung zutraut, er ist ja nur auf der Suche nach Informationen/Erfahrungswerten über die zu erwartende Lebensdauer gewisser Motoren im BHKW-Betrieb. Also dürfte er es gar nicht notwendig haben, die Dachs-Steuerung auch nur teilweise "abzukupfern".


    Scripsi:
    "Da Du ja nur Deine Akkustation laden willst, kannst Du den Assynchrongenerator mit Selbsterregung und fester Leistung betreiben (dann ist die Sache elektrotechnisch problemlos),"


    Du schreibst:
    "Der Dachs läuft nur netzparallel alles andere kannst Du praktisch vergessen"


    Anscheinend verfügst Du als Elektrotechniker über spezielle (undokumentierte) Informationen über die (besondere?) Bauweise der Assynchronmaschine des Dachs, die Dich zu dem fachmännischen Schluss bringen, dass sich ausgerechnet diese Assynchronmaschine - im Gegensatz zu allen anderen gängigen Assynchronmaschinen - nicht über Selbsterregung bei konstanter Drehzahl und Leistungsabnahme problemlos als Generator betreiben ließe.


    Könntest Du diese Informationen - freundlicher Weise – auch mit diesbezüglich unwissenden Forenlesern (wie ich es bin) teilen?


    Weiters wäre es sehr Interessant zu wissen, was an der Bauweise und Sensorik eines nunmehr doch schon mehr als 30 Jahre alten Einzylindergasmotors technisch so fortschrittlich und komplex sein sollte, dass dieser sich nicht wie jeder andere Gas-Kolbenmotor steuern, regeln und überwachen ließe.
    Hoffentlich kannst Du uns Forenleser auch diesbezüglich aufklären, ohne (mutmaßliche) technische Geheimnisse zu verraten.
    Mit Bestem Dank im Voraus und
    mfg
    Valerian

  • Hallo,


    Den Dachs Gen auf ein Inselnetz umzustricken ist sicher nicht das Problem, aber für alles andere muß dann eine eigene Lösung gefunden werden....


    Ersatz des Netzstartgerätes, woher kommt bei der "Insel" der Strom für das "Ölvorpumpen" etc.


    Die frage ist hier eher weniger die Machbarkeit, sondern eher ob sich der Aufwand lohnt.


    Es ist ja schließlich auch nicht verboten mit einer Taucherausrüstung Bergsteigen zu gehen, aber ob´s Sinn macht? ;-_


    Gruß Dachsgärtner

  • Hallo Dachsgärtner,
    wenn Du Dir den thread von Anfang an durchgelesen hättest, hätten sich Deine Fragen erübrigt.
    Lies doch die Beschreibung des vorhandenen Netzes durch, dann wirst Du nicht nach der Stromversorgung für die Vorschmierung fragen.
    Da es um dem Motor eines Gasdachs geht, ist auch die Frage Netzstartgerät nicht pertinent, Gasdachse sind immer problemlos mit dem Startermotor gestartet worden; erst als man diesen Gasmotor zum Dieselmotor (mit wesentlich höherer Kompression) umfunktioniert hat, musste man die "Krücke" Netzstartgerät einbauen.
    Taucherausrüstung am Berg nein, Sauerstofflasche (wenn man wirklich hoch hinauf will) ja.
    mfg
    Valerian

  • Um die "besondere" Bauweise des Dachs zu sehen bedarf es keiner polemik sondern nur eines Blickes unter die "Haube".


    Der Dachs ist aus dem "Stück" gefeilt, das gilt für den Block genauso wie für die "Einplatinen" Elektronik. Man kann dort nicht einfach Funktionen wie zb. die Netzüberwachung "ausprogrammieren" sondern muß das ganze Bauteil ersetzen.


    Es ist schön das Du darin kein Problem siehst dann mach es doch bitte auch selbst!! Lass den Treadstarter für sich entscheiden ob er sich den "Komplettumbau" antun möchte - es soll ja auch Leute geben die ein Auto in Heimarbeit auf E-Antrieb umbauen.


    Für so jemand wäre das natürlich kein Thema.


    mfg


    PS: ich glaub nicht das Du Unwissend bist im Gegenteil , Du fliegts nur ein wenig zu hoch |__|:-)