nano BHKW sinnvoll?

  • Hallo zusammen,
    ich werde im nächsten Jahr mein EFH bauen, und muß mich langsam entscheiden welche Medien ich haben möchte bzw. womit ich die Bude heizen möchte. Bisher bin ich von einer elektrischen Luft-Wasser-Wärmepumpe plus Solarthermie ausgegangen. Die Rechnung hab ich zwischenzeitlich nachgeholt und mit einer Gastherme plus Solarthermie und mit einem Nano-BHKW verglichen.
    Ergebnis 1: LWP mit ST ist am unwirtschaftlichsten, wenn LWP dann ohne Solar.
    Ergebnis2: die drei Varianten unterscheiden sich nach 10Jahren nicht so deutlich wie ich gehofft hatte. hier mal die Eckdaten meiner Rechnung:


    heizgrenze 15Grad
    Warmwasser (150l je Tag 40°Diff) 6,6kWh
    Jahreswärmebedarf 14000kWh
    Leistung el 1kW
    Leistung therm 2,5kW
    gaspreis 0,075 EUR
    Strompreis 0,26 EUR
    Hausstromverbrauch permanent 0,3kW
    Stromverkaufspreis 0,06EUR
    Wärmepumpenstrom 0,2EUR
    JAZ 2,8
    Laufzeit 10Jahre
    solaranteil 20%


    Das Problem dabei ist aus meiner Sicht das Heizwärmebedarf, Warmwasserverbrauch, Hausstromverbrauch und Solaranteil nur geschätzt sind, das Haus steht ja noch nicht und meine Gewohnheiten in diesem Haus kenne ich auch noch nicht. ;) Nach 12Jahren ist das bhkw zumindes gleichauf mit der LWP, aber die GT mit ST liegt immernoch mit ca800 EUR vorn. Oder der Strompreis steigt auf ca. 30ct/kWh, dann rechnet sich das nach 10Jahren. Wenn ich es schaffe durchschnittlich 50% der erzeugten Elektrizität selbst zu verbrauchen wäre das bhkw sicher das Gerät meiner Wahl. Leider bin ich mir im Moment eher unschlüssig. Was habe ich außer Acht gelassen? Über Kommentare freue ich mich sehr.
    Viele Grüße, Kay

  • Was habe ich außer Acht gelassen?


    Den Standort der Anlage. Um die richtige Wahl treffen zu können, sollten wir den Standort kennen. Je nach Standort gibt es unterschiedliche Förderungen. Eine LWP kann man eventuell nur an wenigen Standorte in Deutschland empfehlen. In einem Großteil von Deutschland ist sie unwirtschaftlich, da nicht berücksichtigt wird, dass der Wärmetauscher bei Temperaturen unter 2°C regelmäßig abgetaut werden muss. Dies wird größtenteils mit teuren Normalstrom gemacht. Hinzu kommt, dass man beim Strom für die WP nicht wechseln kann sondern immer auf den Grundversorger angewiesen ist oder man bezahlt einen normalen Tarif.


    Außerdem sollte man bei der Vergleichsrechnung noch eine kleine PV und ein Batteriespeicher mit Nullbezugsregelung mal mit einbeziehen.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Standort ist Görlitz.


    Die PV incl. Speicherung hatte ich separat mal durchgerechnet und gedanklich auf "irgendwann später" verschoben. Daher hab ich sie hier auch nicht mit betrachtet.


    Ich hatte gehofft das BHKW wäre günstiger über die Jahre da mein "Habenwollen" und mein Spieltrieb sich schon damit angefreundet hatten.


    Was genau ist mit Nullbezugsregelung gemeint?


    Stromspeichern ist sicher eine zukünftig sinnvolle Sache, aber bisher hab ich noch nichts gesehen, wo die Speicherkosten plus Erzeugungskosten gleich dem aktuellen Strompreis sind. Deshalb hab ich das für meine Rechnung außen vor gelassen, da es meine Investition nur "teurer" machen würde. Vielleicht gibt es da aber schon Neuerungen, ich bin da nicht voreingenommen. Wie groß würde denn ein sinnvoller Stromspeicher sein?


    Viele Grüße.

  • Zum Entsetzen von Oscar würde ich Dir vom Kauf eines neuen BHKWs abraten. Zu teuer, zu störanfällig, Du bist zu sehr an den unzuverlässigen und überteuerten Service der Herstellerfirma angewiesen. Entsprechend preiswert sind auch Gebrauchtgeräte zu bekommen, von Besitzern, die es leid sind. Dafür bekommst Du keinerlei Förderung, bekommst keine Vorsteuer zurück und brauchst auch keine zu bezahlen. Du erzeugst nur den Strom, den Du selbst benötigst, und selbst, wenn Du eine miserable Wärmepumpe von Stiebel mit einer grottenschlechten JAZ von 2,5 dazu setzst, die den erzeugten Strom voll nutzen kann, ist der erzeugte Strom immerhin 2,5 mal 8 Cent wert, also 20 Cent.
    Sprich, Du kannst auch ein größeres BHKW verwenden, als den hier vielfältig angestellten Berechnungen entspricht und die Wärme in einen Zwischenspeicher von ein paar 1000 Litern füllen.
    Du bist dann völlig frei, auch Deine Nachbarn anzuschließen oder den hoffentlich zu erwartenden grundlegenden Gesetzesänderungen zum KWK-Gesetz (keine Förderung mehr, Vereinfachung der Teilung des Stroms mit Nachbarn) ins Auge blicken zu können.


    Vielleicht hat sogar Oscar ein solches BHKW von unzufriedenen Kunden anzubieten? Ich will ihn ohnehin bald mit dem gleichen Ansinnen besuchen.
    Bedenke, eine Ölfüllung hält lange und wenn Dein BHKW zusammen mit der Wärmepumpe 200kW für Dein bescheidenes Einfamilienhaus erzeugt, rumort es nur wenige Stunden im Jahr, spart Dir eine Menge Geld und hält ewig.
    Auch 500kW in einem Speicher unterzubringen, macht keinerlei Probleme, auch wenn Dein Haus nur 14000 kWh im Jahr verbraucht. Dann läuft das BHKW eben nur 300 Stunden.


    Im Übrigen verbilligst Du damit den Strom, statt ihn mit Umlagen zu belasten und bist für alle Energieengpässe in der Zukunft gewappnet und kannst eine ganze Siedlung im Notfall versorgen.

  • hallo Kai,
    wenn Du ein neues Haus baust, hast du doch alle erdenklichen Möglichkeiten.
    Schau Dir mal die Förderung der Kfw für Solarthermie an--kostet heute fast nichts mehr, im Vergleich zu früheren Jahren.
    Pv ist doch heute schon ein Muß.
    Natürlich kann ich Deinen Spieltrieb in Pkt. Bhkw verstehen--ist halt einfach was für Männer--geht mir genauso.
    Jedoch sind Deine Verbrauchswerte so gering, daß Du zuviel Strom verkaufen mußt--schn Dir mal die Preise der L. Börse an .
    Vergeß nicht die Wartungs und Betriebskosten.
    Risikofreudig bin ich auch--aber auch schon einiges an Geld verbraten.
    Ich bin z.Zt. bei Gericht .

    viel Erfolg aus Bayern
    Erwin

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • Kurz und schmerzlos: Gas-Brennwert und auf Flächenheizung (z.B. Fußboden) mit Einzelraumregelung sowie kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Wenn die Dachausrichtung passt, das Dach mit PV eindecken. Und beim Neubau lieber mehr Geld in Energiesparen setzen, also besseres "Effizienzhaus" oder gar Richtung Passivbau... die Lüftung bleibt, aber mit guter Abdichtung und Dämmung kannst Du auf die Fußbodenheizung verzichten. Wenn WP in Frage kommt mit großem Pufferspeicher, auch im Winter ist Mittags Sonne und dann kann die WP vorrangig mit PV-Strom laufen und vorproduzieren - Wasser ist der billigste Speicher. WP ist aber nur bei sehr geringem Wärmebedarf empfehlenswert (Richtung Niedrigstenergiehaus), sonst besser Gas-Brennwert.

  • OK, das muss ich erstmal sacken lassen.
    Fußbodenheizung ist gesetzt, ebenso KWL mit WRG. Von Passivhaus halte ich nicht so sehr viel, daher auch nur kfw70. Die KWL hab ich weil mich heute in der Mietwohnung das manuelle Lüften nervt und ich mir als Pollenallergiker auch noch ein deutliches Plus an Lebensqualität erhoffe.
    Das Haus ist soweit geplant und genehmigt ich suche "nur" noch das für mich günstigste Heizkonzept. Aktuell liegen nach meiner Rechnung mit den mir vorliegenden Preisen die drei genannten Varianten etwa gleich auf. (d.h. ca 1000 bis 1500EUR Unterschied in 10Jahren). OK, falls die Technik noch nicht ausgereift wäre und nicht einfach funktioniert, wäre das natürlich sehr schlecht, ich hatte angenommen darüber müsse ich mir keine Gedanken mehr machen.
    Ich denke wenn der Strompreis steigt wird auch der Gaspreis steigen und umgekehrt. Das erhöht die Kosten für alle Varianten aber die des BHKW am wenigsten. Der Schlüssel zur Entscheidung liegt aus meiner Sicht in der Annahme der zukünftigen Preise, aber was ist wie wahrscheinlich?


    Bernd: Ich glaube deiner Idee folgen zu können wobei mir die Vorstellung mit einem störanfälligen gebrauchten BHKW eine ganze Siedlung vor meiner Tür stehen zu haben wenig angenehm ist. Platz für große Puffer hab ich eher nicht. 2x 1000l würde ich schon unterkriegen aber das ist schon grenzwertig. Ein großes BHKW würde doch noch kürzer laufen weil die Wärme nicht wegkommt. Um in kurzer Zeit viel Strom zu verwerten kaufe ich dann noch zusätzlich eine WP, hab noch mehr Wärme übrig und den permanent erforderlichen Strom für die Haustechnik kaufe ich teuer beim NB. Das klingt für mich nicht wirtschaftlich.
    Klar die Vollwartung kostet auch ne ganze Menge Geld.


    erwin: ST würde nur bei Entscheidung für die GT Sinn machen, den anderen Konzepten läuft das aus meiner Sicht kontra.


    Neuendorfer: mit den aktuellen Preisen sagt meine Rechnung genau das: GT+Solarthermie.
    PV im Winter ist hier nicht so doll, der letzte Winter ist da ein ganz gutes Beispiel. Es war nicht sonderlich kalt aber es gab tatsächlich extrem wenig Sonne und eher sehr trübes Wetter. Wenn ich also mit PV eine WP betreiben wollte müsste die PV schon richtig groß sein, und der allergrößte Teil des Stromes stünde zur Verfügung wenn ich ihn nicht brauche. Habe gelesen die Tageserträge von PV gehen auf ca. 1 bis 2% der Nennleistung runter. Damit eine Heizlast von 11kW zu erschlagen würde dann über 50kWp bedeuten,oder?


    Viele Grüße, Kay

  • Hallo Kay,


    schau' Dir auch mal Wandheizungen an. Das ist quasi Fussbodenheizung an der Wand verlegt. Ja, man sollte dann beim Bilderaufhängen aufpassen ;) Aber die Erfahrungen im Bekanntenkreis sind deutlich besser als bei Fussbodenheizung. Unsere Baustelle ist sicher nicht vergleichbar mit einem fertigen Haus, aber beim Probebetrieb war es schon sehr angenehm, dass die Wände Wärme abstrahlen und der Fussboden kühl blieb.


    Viele Grüße


    Dirk

  • Hallo Dirk,


    ja über Wandheizung hab ich kurz nachgedacht. Ich hab mit verschiedenen Installateuren gesprochen, die waren alle erstens nicht so begeistert von der Idee und zweitens soll es teurer sein. Da hab ich aufgehört. Hast du damit Erfahrungen?


    Viele Grüße, Kay

  • hallo Kai,
    zum Thema Wandheizung , bzw. Fusbodenheizung gibt es eine klare Erfahrung:
    Wand heizungen sind für das Raumklima das beste was es gibt ( Strahlungswärme ) kommt gleich nach dem Kachelofen (Grundofen).
    Und wenn Du dann noch einen Lehmputz verwendest, dann hast Du das Optimum.
    Zum Thema Fusboden muß ja nicht mehr viel gesagt werden, ich denke da gibt es einige Menschen mit negativ Erfahrungen.
    Nur mal ein Beitrag von mir--nur meine meinung.
    Gruß
    Erwin

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • Hallo Kay,


    ja, solche Installateure kenne ich auch... unser Heizungsbauer musste bei unserer Baustelle auch einiges durchmachen: der Bauherr (ich) wollte unbedingt ein Mikro-BHKW - und Wandheizung. Beides kannte er vorher nur vom Hören-Sagen. Und jetzt bietet er beides anderen Kunden an ;)


    Hier mal ein Foto von einer anderen Baustelle, bei der ich kurz beim Wandheizung-Verlegen geholfen habe. Das kann man auch als Nicht-Heizungsbauer selbst übernehmen, es gibt Anbieter die einem dazu alle notwendigen Infos geben (zB wie viele Meter man pro Raum an die Wand bringen muss). Da ich bei unserem Haus leider nicht genug Zeit hatte die Wandheizung selbst zu verlegen, hat der Wandheizungs-Anbieter unserem Heizungsbauer alle notwendigen Informationen gegeben und über die Montage drübergeschaut. Das hat auch gut geklappt.


    Beim Anheizen der Wandheizung auf etwas mehr als 40 Grad wurde es im Sommer auch sehr kuschelig warm im Haus :rolleyes: - wenn wir hoffentlich irgendwann eingezogen sind kann ich mehr Erfahrungen schreiben...


    Viele Grüße


    Dirk

  • Interessant finde ich das Konzept schon, was mir dabei noch nicht klar ist:
    Wie unterschiedlich sind die erforderlichen Vorlauftemperaturen ggü. Fußbodenheizung?
    Wie dick ist der Wandaufbau, werden die Leitungen nur eingeputzt oder müsen die ins Mauerwerk eingelassen werden?


    Viele Grüße, Kay

  • Die Vorlauftemperaturen sind die gleichen wie bei Fussbodenheizung. Bei unserem Fachwerkhaus ist der Wandaufbau bei der Seite mit Sichtfachwerk: Fachwerk, Holzfaserplatte zur Dämmung, Wandheizung, Putz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Wandheizung bei einem gemauerten Haus in Schlitze legt, das gäbe hunderte Meter Schlitze... Es gibt auch vorbereitete Wandheizungsplatten, in denen die Rohre bereits eingebaut sind. Schau' einfach mal im Netz nach Wandheizungsanbietern, da findest Du mehr Informationen.