Typische Kennwerte für Pufferspeicher

  • Hallo Leute!


    Ich bin grade dabei, verschiedene Berechnungen zu BHKWs und den dazugehörigen Pufferspeichern zu machen und hätte da ein paar Fragen. Für mich sind die meisten Dinge hier neu, aber für euch als erfahrenere Nutzer, könnten einige Fragen vielleicht sehr einfach zu beantworten sein.


    Erstmal eine grobe Beschreibung, was ich grade mache:
    Ich untersuche die Wirtschaftlichkeit von Blockheizkraftwerken (5kWel-50kWel) mit einer Betriebsführung, die sich am Börsenstrompreis orientiert. Für diese Art der Betriebsführung gewinnt der Pufferspeicher natürlich enorm an Bedeutung, da er ermöglicht, die Wärmeerzeugung in Stunden mit hohem Strompreis zu legen. Zu den BHKW sind dank asue ja sehr gute allgemeine Daten verfügbar, bei den Pufferspeichern ist es allerdings etwas schwieriger - deswegen habe ich auch hauptsächlich im Bereich der Pufferspeicher einige Unklarheitenme




    1. Wärmeverluste Pufferspeicher
    Ich habe leider noch keine Informationen gefunden, wie viel Wärmeverluste ein Pufferspeicher ungefähr hat.
    Kann mir da jemand helfen? Gibt es zB eine Faustformel, sodass man sagen kann: Eine Speicherung der erzeugten Wärme für eine längere Zeit als 6h (12h, 24h) ist generell nicht sinnvoll?
    Da ich kein spezielles BHKW auslege, sondern allgemeine Berechnungen mache, habe ich auch keinen bestimmten Pufferspeicher und möchte auch keine ausführliche Berechnung über Wärmeverluste (mittels Oberfläche und Wärmedurchgangskoeffizienten etc.) machen - eine Faustformel wäre aber sehr hilfreich.



    2. Was sind typische Vorlauf- und Rücklauftemperaturen, mit denen ich rechnen kann?
    Da der Temperaturunterschied von Vorlauf und Rücklauf eine der wichtigsten Größen für die Berechnungen ist, möchte ich hier gerne möglichst sinnvolle Annahmen treffen.
    Mein jetziger Stand ist:
    Die optimale Rücklauftemperatur von vielen BHKW beläuft sich ungefähr auf 60°C und ein Pufferspeicher kann bis ca 90°C aufgeheizt werden. Damit beläuft sich mein deltaTemp konservativ geschätzt auf mindestens 20K.
    Geht die Schätzung so in Ordnung oder ist das unrealistisch?



    3. Geschwindigkeit Laden und Entladen des Pufferspeichers
    Kann ich davon ausgehen, dass ich die gesamte Wärmekapazität meines Pufferspeichers innerhalb von einer Stunde "aufladen" kann und dieser die komplette Wärme auch wieder innerhalb von einer Stunde "abgeben" kann? Bei einem 1m³ Speicher wären das ca 16,7L/min oder 280ml/s, das klang für mich noch realistisch.



    4. Preise
    Habt ihr gute Quellen oder eigene Erfahrungswerte, wie viel man für einen Pufferspeicher (in Abhängigkeit der Größe) zahlen muss?




    Vielen Dank schonmal für jegliche Hilfe :)

  • Guckmal bei vaillant da sind daten für den allstor pufferspeicher. auch mit verlusten etc.


    wie schnell ein speicher beladen ist lässt sich ja über die wassermenge und temperaturdifferenz ausrechnen.

  • danke schonmal, kleines update:


    zu 1. Angaben zum "Bereitschaftsenergieverbrauch" sind das, was ich brauchte. Den Begriff kannte ich vorher nicht und kann mir jetzt, da ich ihn kenne, die Daten beispielhaft aus verschiedenen technischen Datenblättern zusammensuchen, danke!


    zu 2. da werde ich wohl auch am besten mal die Datenblätter der BHKW Anbieter durchforsten, 20K scheinen auf den ersten Blick gut zu funktionieren

  • was die beladung angeht.
    das hängt von der einstellungssache ab.


    beim ecopower1.0 zb... das hat 3 fühler am speicher und man kann einstellen bei welchen temperaturen der fühler der speicher nachgeladen werden soll.
    beispielsweie der 800l speicher.
    wenn er oben 55 grad hat und unten unter 35 fällt sind das 20K
    da es aber ein schichtenspeicher ist kann man sagen das man die 800liter um 10k erhitzen muss oder die 400l um 20k is das selbe.


    wenn vom bhkw zb. 2,5 kw thermisch kommen...


    dann muss man nur mit Q=m*cp*delta t rechnen..
    und die zeit in stunden raus.
    sind dann ca. 9kwh also bei 2.5 kw
    so um die .... 3-4 stunden.

  • ja, danke, diese rechnung über die speicherkapazität des pufferspeichers verstehe ich... es ging mir mehr um andere restriktionen


    kleines Beispiel zum Verständnis:
    Wir nehmen den 800L Pufferspeicher mit errechneten 9kWh Kapazität bei 20K Spreizung
    Dazu nehme ich ein 9kWth BHKW, welches den Speicher also in einer Stunde befüllen könnte.
    Ist es in der Praxis auch möglich den Speicher so schnell zu befüllen, oder könnten sich die Wasserschichten aufgrund des erhöhten Massenstrom zu sehr vermischen? (oder so ähnlich ?( )

  • hm verwirbelung wäre möglich..
    aber meistens laden die bhkws die speicher bis diese fast "voll" sind das heist überalls 50-60° da macht die verwirbelung nichts..
    das hält ja dann normalerweise weider erstmal eine zeit lang.
    gilt ja eh nur für den sommerfall und die übergangszeit..
    im winter wo das bhkw und der kessel sowieso durchlaufen bräucht man theoretisch keinen puffer..

  • Moin,


    Schichtung könnt Ihr vergessen, solange eine Pumpe läuft. BHKW fahren eh mit Rücklaufanhebung, geringere VL/RL Differenzen werden also durch höheren Volumenstrom ausgeglichen und andersrum.


    mfg

  • Schwarze Speicher kosten im Vergleich zu Trinkwasserspeichern doch nur n Appel und n Ei. Was hier limitiert ist der Platz. Soll heißen, wenn Platz da ist, schwarze Speicher rein und so Strom- und Wärmebedarf voneinander entkoppeln und Strom erzeugen, wenn es sich lohnt. Et Voila.
    Moderne Geräte sollten doch eigentlich Brennwertgeräte sein, so dass nicht zwingend um 60°C Rücklauf nötig sind. Allerdings weiß ich nicht, wie die Vielzahl der Geräte intern verrohrt ist und wo man welche Anschlussmöglichkeiten hat.


    tschau

  • Da es erstmal nur um die theoretische Betrachtung und Berechnung geht, ist der Platz nicht limitiert ;)



    Brennwertgeräte haben noch den netten Nebeneffekt, dass die Verluste am Speicher geringer sind, durch einen kleineren Temperaturunterschied zur Raumtemperatur.

  • Meine Erfahrung ist, dass bei 20 Grad Spreizung und einer rediuzierten Heizleistung unter 5kW der Einfluss der Durchmischung sehr gering ist.Ich spreche hier von der Temperaturdifferenz von Vorlauf und Rücklauf des Puffers, nicht vom Temperaturhub. Dazu gehört also eine Drosselung der Pumpleistung. 5kW bei 20K Differenz heißt Drosselung auf ca.
    125cm³/s oder etwa 400l/h.

  • ich würde mir nicht zu viele und zu große pufferspeicher in den keller stellen.. die geben nunmal auch alle wärme ab..
    das können schon 100-150Watt sein... übers jahr summiert sich das..
    deshalb der idealfall die ganze heizungsanlage samt speicher in einen raum zu stellen den ma eh beheizt (waschküche, hobbykeller etc) oder zumindest die türen vom heizungsraum aufzulassen sowas ein wenig luft zirkulieren kann...


    ich würde sagen beim ecopower1.0 reicht der 500l speicher aus.
    wenn man noch zusätzliche solarthermie anschließen will dann den 800er..
    aber noch mehr... ist fragwürdig.

  • Hallo fishb0ng,


    bei mir läuft zwar erst seit kurzem ein BHKW (5,5kw elk./13,5kw therm.). Bei Diesem wurde ein 950 Liter Pufferspeicher verbaut. 900 Liter wären, wenn ich mich recht entsinne, die Unterkante gewesen, um an die BAFA-Förderung zu kommen.

    Habt ihr gute Quellen oder eigene Erfahrungswerte, wie viel man für einen Pufferspeicher (in Abhängigkeit der Größe) zahlen muss?

    Der Pufferspeicher stand bei mir auf der Rechnung mit allem Zubehör (Wärmetauschern, Wärmedämmung, Ausdehnungsgefäß und Termometern) mit knapp 1500€ zzgl. MwSt drauf, sei nun dahingestellt ob das ein guter oder schlechter Preis ist.

  • BAFA-Mittel für Wärmespeicher oder für die KWK-Anlage?


    Bei der Förderung von Wärmespeichern schreiben Sie nur "Neu- und Ausbau" von Wärmespeichern...


    Bei der Förderung von KWK-Anlagen steht hier:


    http://www.bafa.de/bafa/de/ene…chriften/rili_minikwk.pdf


    (Seite 4)


    Weitere Anforderungen sind:


    „1. Vorhandensein eines Wärmespeichers mit einem Energiegehalt von mindestens 1,6 kWh pro installierte kWth, jedoch mindestens 6,9 kWh (entspricht im Falle eines Pufferspeichers 70 l pro installierte kWth, jedoch mindestens 300 l – bei KWKAnlagen mit mehr als 29 kWth ist ein Wärmespeicher mit einem Energiegehalt von 46,5 kWh bzw. 1600 l ausreichend),“


    (Seite 5)


    Nicht gefördert werden:


    „2. gebrauchte Anlagen und Anlagen mit wesentlichen gebraucht erworbenen Anlagenteilen (ausgenommen sind Pufferspeicher)…“


    VLG