Dachs: CO-Messwerte zu hoch, mögl. Ursache?

  • Hallo,


    letzte Woche war eine Schornsteinfegerin (der verlängerte Putzarm des Bez.-Schornsteinfegermeisters, der selbst nur noch im Anzug rumläuft) bei mir und wollte eine CO-Messung machen.


    Ich musste erst einmal die Freigaben im Menü ändern, sonst hätte die kompetente schwarze Frau die grüne Kiste noch nicht einmal zum Laufen bekommen und hätte bis abends um 20:00 warten müssen...


    Schlauerweise überstimmt die Schornsteinfegertaste bei Anforderung nämlich nicht die Freigabe- / Sperrzeiten.


    Auf jeden Fall hat das Meßgerät - nachdem der Dachs natürlich gerade erst gestartet wurde und noch nicht richtig warmgelaufen war - einen CO-Meßwert von über 1800ppm angezeigt, was dann laut Meßgerät wohl deutlich höher als die erlaubten 1000ppm wäre. Die Messung wurde - mit den gleichen Ergebnissen - 5 Minuten später noch einmal wiederholt. Abgastemperaturen und Kühlwassertemperaturen waren bis dahin im normalen Betriebsbereich.


    Woran kann das liegen? Unzureichende Luft-Zufuhr wegen dichtem Luftfilter? Wenn solche Meßwerte wirklich richtig wären, müsste dann nicht der Motor schon einen ziemlichen Schaden haben? Normalerweise produziert doch ein Gas-Verbrennungsmotor mit Kat nicht solche Werte...


    Wie sollte hier die richtige Durchführung des Tests sein? Warmlauf-Phase?


    Die in der Schornsteinfeger-Anleitung dargestellte Messöffnung am Kondenser ist bei uns so ungünstig gedreht und so dicht am grünen Gehäuse, daß hier weder eine gerade, noch eine abgewinkelte Meßsonde eingeführt werden kann. Stattdessen hat die Fegerin den Kst.-Deckel im Knie der Abgasführung geöffnet und dort die Sonde (mit einem Tuch abgedichtet) hineingehalten.


    Kann man bei einer Messung an dieser Stelle falsche Meßwerte erhalten? Zumindest liegt die Meßsonde so sicherlich nicht sicher wie vorgesehen in der Mitte des Abgasstroms.


    Lt. Aussagen der schwarzen Frau bedingt ein solcher Meßwert auf jeden Fall eine Wartung und Korrektur, damit das Gerät nicht stillgelegt wird...


    Kann am Dachs etwas kaputt sein, daß solche Meßwerte entstehen? Kann eine vorgezogene Wartung die Meßergebnisse verbessern? Oder ist eher die Messung nicht richtig durchgeführt worden und ich sollte die Messung anfechten?


    Wurde bei Euch auch schon gemessen? Mit welchen Ergebnissen?


    André

  • Soviel ich weiss hat der Gas-Dachs den gleichen Nulldruckregler wie der ecopower aber keine Lambda-Regelung (hab bisher auch keine Sonde am Dachs gefunden). Da muss man am Nulldruckregler die kleine schwarze Kappe entfernen. Dann sitzt darunter ein Wellenende mit Schlitz. Diese Welle in der Draufsicht entgegen Uhrzeigersinn drehen. Dann wird die Gaszufuhr verringert und der Lambda-Wert wird kleiner. So 2 Umdrehungen müsste reichen, wenn der Nulldruckregler noch in Ordnung ist.

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  • Stellt sich erst mal die Frage wie hoch die Grenzwerte beim Gasdachs sind. Sdicherlich höher als bei einem Gasbrenner.


    Der Einstellwert ist aus der Bedienungs-/Wartungsanleitung zu entnehmen. Der liegt garantiert weit unter der vom BSM geforderten 1000 ppm. Die Werksvorgaben für Gasgeräte sind auch unterschiedlich je nach Typ (atmosphärisch, Brennwert mit und ohne Lambda-Regelung usw.).

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  • Hallo!


    Ich hole dieses alte Ding noch mal hoch.


    Grund:
    Wie ich nun herausgefunden habe ist ein BHKW mit dicht geschweißter Abgaßanlage laut KÜO von der Kehr- und Überprüfungspflicht ausgenommen. Ein Dachs mit schwarzen geschweißten Abgaßrohr bis über Dach sollte doch da drunter fallen? Ebenso sind laut 1. BImSchV BHKW generell nicht Messpflichtig. Somit hat der schwarze Mann an einem BHKW das diese Anforderungen erfüllt nix verloren. Oder habe ich da was Grundsätzliches übersehen?


    Wie schaut es bei euch aus? Ist hier jemand mit einem Dachs der eine "dicht geschweißte Abgasanlage" hat und den der schwarze Mann einer Messung unterzieht? Wie hat er das begründet?


    Viele Grüße
    Joachim

  • Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht wirklich wovon die Experten hier reden. Der Gasdachs ist ein Magermotor ohne Drosselklappe - soweit ich es richtig sehe. Die Gasmenge wird über die Soll-Leistung eingestellt. 1800 ppm CO lassen sich rein verbrennungstechnisch nur über einen fast stoichometrischen Betrieb erreichen. D.h. dem Dachs müssten rund 30% Luft fehlen, um derartige CO-Werte zu schießen, wenn er wie üblich bei seiner Nennleistung betrieben wird (Bei größeren Leistungsabweichungen geht das Gerät eh auf Fehler).


    Also meine klare eindeutig Meinung:
    - Ein Gasdachs kann eigentlich keine CO Grenze reißen, weswegen die CO Schornimessung sowieso absoluter Dummfug und reine Geldschneiderei ist.
    - Die sympathische schwarze Fegerin sollte mal von Ihrem großen Meister in die Kalibrierung Ihres Schätzeisens eingewiesen werden


    BTW: Meiner kassiert in regelmässigen Abständen für 0ppm CO mit Ansage


    was mir noch eingefallen ist, du könntest mal den Luftfilter checken, aber wie gesagt 30% Minderluftmenge kann ich mir dadurch eigentlich auch nicht vorstellen. Ansonsten mal nachdenken/checken was ihm noch die Luft abschnüren könnte.