Schluss mit KWK-Einspeisung für 3,5 Cent! ZuhauseKraftwerke verarbschieden sich vom KWKG

  • Strom für nur 3,5 Cent einspeisen? Schluss mit der schlechten Vergütung nach dem EEX-Baseload: LichtBlick wechselt mit seinen ZuhauseKraftwerken vom KWK-Gesetz zur Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und verstromt zukünftig Bioerdgas.


    -> http://www.bhkw-infothek.de/na…echseln-vom-kwkg-zum-eeg/


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  • Bei einer Verwertung von (teurem) Biogas wir in der Regel Wert auf einen hohen Wirkungsgrad gelegt, weil der Stromanteil, der nach EEG vergütet wird, die Erträge bringt. Die Wärme wird in der Regel nur marktgerecht (d.h. als Vergleichswärmeerzeuger gilt der Brennwertkessel) vergütet, d.h. die CO2-Armut der KWK-Wärme aus einem Biogas-BHKW ist nur den wenigsten Wärmekunden einen Aufschlag wert.


    Das führt dazu, dass Biogas-BHKWs in der Regel hochgezüchtete Maschinen sind, wohingegen Erdgas betriebene Maschienen eher auf Wartungsfreundlichkeit und Robustheit optimiert werden. Auch bei Mini-BHKWs setzt man in der Regel kein Biogas ein, weil der elektrische Wirkungsgrad bei den kleinen BHKWs nicht so groß ist wie die mit mehreren hundert KW Leistung. Dadurch wird die Energie des Brennstoffes Biogas zu einem vergleichsweise größerem Anteil in Wärme gewandelt, was ökonomischen Nachteile mit sich bringt. Wärme kann man mit 1,1 * Erdgaspreis bewerten, allerdings tut man sich schwer per Restwertmethode die Wärmegutschrift mit 1,1 * Biogaspreis anzusetzen.


    Daher sagt mir mein Bauchgefühl, dass trotz des vergleichsweise hohen Wirkungsgrades des VW-BHKWs der Betrieb mit Biogas auch keine sonderlich geschickte Lösung ist. 2G hat die Biogasreihe auf Wirkungsgrad getrimmt, auch wenn man damit das Risiko erhöht, die Standzeiten zu verringern.


    Gruß,
    Gunnar

  • Strom für nur 3,5 Cent einspeisen? Schluss mit der schlechten Vergütung nach dem EEX-Baseload: LichtBlick wechselt mit seinen ZuhauseKraftwerken vom KWK-Gesetz zur Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und verstromt zukünftig Bioerdgas


    Lichtblick verkauft Ihren Strom nicht nach EEX-Baseload sondern lässt sich den Ihrem eigenem Bilanzkreis gutschreiben. Spart Tranportkosten und ist günstiger als den Strom in Österreich zu kaufen. Hinzu kommt, dass sie den Strom als EEG-Strom verkaufen kann. Bringt nochmals mehr Rendite in die Kasse. Das Geschäftskonzept von Lichtblick war ja ursprünglich EEG-Strom zu verkaufen. Sie muss inzwischen auf Grund des mangelden Anbotes auf dem Markt konventioneller Strom einkaufen um ihre Kunden beliefern zu können (ging ja schon mehrfach durch die Presse und war in den ARD-Tagesthemen mal eine Headline-Nachricht wert). Um den Anteil an konventioneller Strom in ihrem Angebot zu reduzieren ist Lichtblick nun drauf gekommen ihren BHKW-Strom zu EEG-Strom um zu deklarieren. Lichtblick hat die idealistische Ebene längst verlassen und ist inzwischen ein normales gewinnorientiertes Unternehmen, dass die gesetzliche Möglichkeiten zur Gewinnmaximierung voll ausnutzt.


    Für den kleinen BHKW-Betreiber gibt es diese Möglichkeit nicht oder werden so kompliziert gestalltet, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Nee, les den Artikel nochmal ;) Du verwechselst KWK-Strom mit EEG-Strom und den wiederum mit Ökostrom für Endkunden ;)


    Lichtblick verkauft seinen Kunden Ökostrom. Mit den ZuhauseKraftwerken wollte Lichtblick aber günstige Momente an der Strombörse nutzen, bei eigenen Bilanzireisabweichungen günstig korrigieren und bei erreichen der kritischen Masse zudem Regelenergie bereitstellen. Nix EEG-Strom! Da die Intradayvolatilität aber stark abgenommen hat, lohnt sich ersteres nich, der Erlös nähert sich dem Baseload an! Letzteres braucht Megawatt und auch für Regelenergie ist der Preis im Keller. Und wenn der Preis an der Börse billiger als Gas ist, lohnt es auch nicht mehr die Anlagen für Echtzeitausgleiche von Fahrplanabqeichungen im eigenen Bilanzkreis zu nutzen.


    So und darum wechseln die vom KWKG ins EEG, weil da die Vergütung stimmt und die Flexiprämie obendrauf kommt. Nur bei der Verstromung von zertifiziertem Biogas kommt aber EEG-Vergütung zum tragen. Das steht aber auch so im Artikel... EEG-Strom selbst ist an der Börse aber auch nicht Gold wert, weil für Ökostrom auch greenwashingzertifikate ausreichen... Der große Mehrerlös kommt aus garantierten Vergütungen finanziert aus der EEG-Umlage, aber das ist eine andere Geschichte!

  • Du verwechselst KWK-Strom mit EEG-Strom


    Hab ich nicht verwechselt. Beim Einspeisen heißt der Strom EEG und beim Verkauf eben Öko. Ich kann aber kein KWK-Strom als Öko-Strom verkaufen. Wenn die den Strom aus der KWK-Anlage jetzt als EEG-Strom einspeisen, können die den als Öko-Strom ihren Kunden anbieten und verkaufen und bekommen eine höhere Vergütung für den Strom. Ich hatte den Artikel schon richtig gelesen und verstanden.


    Auf Grund des damaligen Tagesthemenberichtes hatten die zugesagt den für den Transport benötigten Regelstrom zusätzlich in das Netz als Öko-Strom einzuspeisen damit beim Kunden auch 100% Ökostrom ankommt. Jetzt stellen die ihre KWK-Anlagen um (ist ja nur Papier, denn technisch gesehen ändert sich nichts), bekommen höhere Vergütung, stellen EEG- bzw. Öko-Regelstrom zur Verfügung und können behaupten bei ihren Kunden kommt 100% Öko an. Was wollen die mehr??? An der Mischung des Ganzen ändert sich aber nichts.


    Als Firma nutzen sie nur die legalen Möglichkeiten zur Gewinnmaximierung. Nicht mehr und nicht weniger. ||_

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  • Moin


    Zitat

    Ich kann aber kein KWK-Strom als Öko-Strom verkaufen.

    Das denkst Du, aber die Wirklichkeit schaut anders aus!!

    Zitat

    Begriffsklärung: Ökostrom
    Die präzise Differenzierung des Begriffs Ökostrom ist uneinheitlich.
    Es gibt sogar auf Bundesebene keine verbindliche Definition. Der Bundesverband Erneuerbare Energie lässt die Bezeichnung als Ökostrom aufgrund der losen Sprachregelung für alles zu, das wenigstens zur Hälfte aus regenerativen Energien, wie Windenergie, Bioenergie, Solarenergie, Hydroenergie und Geothermie, stammt.[2] Die andere Hälfte muss in diesem Fall aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kommen.[3]


    Allerdings kann auch herkömmlicher Strom - auch solcher aus Kohle- und Atomkraftwerken - mit Hilfe von käuflichen RECS-Zertifikaten als Ökostrom verkauft werden.[4]

    Quelle: Wikipedia


    mfg

  • Es gibt sogar auf Bundesebene keine verbindliche Definition. Der Bundesverband Erneuerbare Energie lässt die Bezeichnung als Ökostrom aufgrund der losen Sprachregelung für alles zu, das wenigstens zur Hälfte aus regenerativen Energien, wie Windenergie, Bioenergie, Solarenergie, Hydroenergie und Geothermie, stammt. Die andere Hälfte muss in diesem Fall aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kommen.


    Allerdings kann auch herkömmlicher Strom - auch solcher aus Kohle- und Atomkraftwerken - mit Hilfe von käuflichen RECS-Zertifikaten als Ökostrom verkauft werden.


    Dafür gibt es nur einen Begriff: legalisierter Betrug. :crygirl:


    Zur Erinnerung: Lichtblick hat sich selbst verpflichtet nur regenerativen Strom zu verkaufen. Aber wen interessiert das Geschwätz von Gestern. :pfeifen:

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  • Der große Mehrerlös kommt aus garantierten Vergütungen finanziert aus der EEG-Umlage, aber das ist eine andere Geschichte!

    Und die Betreiber von Mini-BHKW und Erdgasbetrieb zahlen dann die EEG-Umlage für solche Tricksereien bzw. staatl. legalisierten Betrug. Diese ganze Energiegesetzgebung ist doch echt zum ko..en.
    [*]
    [*]

  • "Beim Einspeisen heißt der Strom EEG und beim Verkauf eben Öko."


    Wenn Du nach EEG einspeist, dann bekommst Du die EEG-Vergütung und der Strom landet im Bilanzkreis des Netzbetreibers. Den kann man dan nicht als Öko-Strom verkaufen, sondern der wird regulär über die Börse als Graustrom vertickt.


    Ohne EEG-Vergütung kann man den Strom in einen eigenen Öko-Strom-Bilanzkreis einspeisen und bekommt nur das dafür, was der Ökostromkäufer gewillt ist zu zahlen.


    Rechenbeispiel: BHWK mit 30% eta_el und 60% eta_th
    Biomethan zu 9 ct/kWh.
    100 Kilowattstunden Biomethan gekauft, 30 kWh Biostrom + 60 kWh Wärme (~6 ct/kWh)
    Restwertmethode: (100*9 - 60*6)ct / 30 kWh = (900-360)/30 ct/kWh = 18 ct/kWh


    Dann ist der Strom erst im Bilanzkreis, d.h. auf dem Stromkonto, das über der Kupferplatte hängt. Da kommt noch Netznutzung und Konzessionsabgabe dazu, Stromsteuer wahrscheinlich nicht, weil aus Anlagen unter 2 MW, aber MWSt. EEG-Umlage kommt mittlerweile auch noch dazu, zumindest ein reduzierter Betrag, da das Grünstromprivileg teilweise abgeschafft wurde.


    Gruß,
    Gunnar

  • .. aber nur, wenn die Wegelagerei im Stromnetz aufhört...
    Meiner Meinung nach ist BHKW -Strom der wertvollste Ökostrom, den es gibt. Zwar auch mit fossiler Energie hergestellt, aber mit 100% Wirkungsgrad, wenn er nicht mehr sinnlos zum Selbstzweck und Geldverbrennen missbraucht wird. Ja, ich denke hier auch an den Zwang zum Heizstab. 4 Cent bei eigentlich sinnvoller Einspeisung, wo doch das Gas mehr kostet.


    Die Erzeugung von BHKW-Strom kann in der kalten Jahreszeit voll dem Bedarf angepasst werden, sie ist deshalb die wertvollste ökologische Energieart. Aber es passiert nicht und wird auch noch bestraft, wenn man ihn nicht selbst verbraucht, für unnütze Dinge zur falschen Zeit, siehe oben.


    Diese Flickschusterei mit EEG und KWK beschert uns noch die Umkehr von der Energiewende.
    Meine Meinung: Das BHKW ist die Energiewende.


    Im Ausland, nicht bei uns.

  • ich muss mal kurz ganz grün in die Runde fragen. Geht das - die EEG-Umstellung mit Biomethan aus der konv. Erdgasleitung - eigentlich auch für Einzelnutzer mit einem kleinen BHKWchen so mit rund 0,0055MW? Wenn nein warum nicht?