Wirtschaftlichkeit BHKW in KfW-55 Haus Neubau (450 qm WFL)

  • Hallo liebes Forum,


    ich wollte einmal nachfragen wie ihr den Einsatz eines kleinen BHKW in diesem Vorhaben sehen würdet.


    Geplant ist ein Neubau in Süddeutschland nach dem KfW-55 Standard (2009), der Heizwertbedarf sollte also bei ca 35 kWh/a liegen. Die gesamte Wohnfläche liegt bei 450 m² und soll per Fußbodenheizung erwärmt werden. Das Haus hat eine große Fensterfront nach Süden, vermutlich wird das auch zusätzlich aufheizen.


    Gasanschluss ist auf dem Grundstück vorhanden. Sonst gibt es noch nichts... keinen Rohbau, keine Heizung, keine WW-Aufbereitung :D ... also vollkommen freies Feld für die Planung.



    Verbrauchsdaten
    Jährlicher Stromverbrauch: 5600 kWh (Schätzung)
    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 15800 kWh (Schätzung)



    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 450 m², 2-6
    Art und Baujahr der Immobilie: 2013, Neubau nach KfW-55 Vorgaben (35 kWh/qm im Jahr)
    Erfolgte Modernisierungen: keine
    Weitere geplante Modernisierungen:keine
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: Noch in Planungsphase, also alles machbar
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: Nein







    Fragen:
    - Wieviel kostet eine zusätzliches Kühlaggregat zum BHKW? (Um im Sommer zu Kühlen)
    - Empfehlungen zu einem speziellen BHKW?
    - Welche Heizungsanlage allgemein könntet ihr euch hier (sinnvoll) vorstellen?


    Kleine Anekdote:
    Ein Heizungsbauer hat schon eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (ohne Kühlung, mit KWL *ohne* WRG, mit Heizungsinstallationen und FBH) für dieses Objekt angeboten...mit einem Gesamtangebot von 72T 8| Nachdem ich mir die Kosten einer L-W-WP durchgerechnet habe, glaube ich, dass ich selbst mit einer stinknormalen Gastherme günstiger komme. Aber scheinbar sind Wärmepumpen gerade modern und jedem wird eine verkauft. Andere Arten von Wärmepumpen sind in diesem Baugebiet übrigens nicht erlaubt, sondern nur Luft-WP.


    Herzlichen Dank fürs Lesen ;)
    vom Frank

  • Hallo,
    ich als Leihe würde für dieses Projekt ein ECO-Power 1.0 von Vailand mit Spitzenlastkessel für ich glaube 16000€ nehmen.


    Solarzellen und Sonnenkolektoren sollen auch noch dabei sein. Diese mindern zwar den KWK-Ertrag aber sparen Geld.


    Bei ein KFW-55Haus kann ich mir nicht vorstellen wie es gehen soll ohne WRG zu arbeiten.
    Eine Lüftungsanlage mit WRG mit Kühlung sollte auch nicht fehlen beim Neubau recht leicht Zentral einzubauen. Es wäre gut wenn diese Kühlung mit der KWK-Anlage oder Solarkollektoren funktionieren würde.


    Eine Fußbodenheizung ist schon gut geplant. Spart platz und frei in der nächsten Planung von der Inneneinrichtung.
    Die Südfenster bringen tatsächlich viel Wärme in das Haus. Aber auch im Sommer diese müssen entweder mit automatische Ausenrollos oder mit einen großen Vordach beschattet werden. So kann die Wärme bei tiefstand hinein kommen und bei hohen Sonnenstand im Sommer nicht.


    Der Stromverbrauch erscheint mir recht hoch zu sein wenn man nur im Haus Wohnt.


    Mit
    freundlichen
    Grüßen
    Pfleger

  • Hallo Pfleger,


    danke für deine Antwort.

    Bei ein KFW-55Haus kann ich mir nicht vorstellen wie es gehen soll ohne WRG zu arbeiten.
    Eine Lüftungsanlage mit WRG mit Kühlung sollte auch nicht fehlen beim Neubau recht leicht Zentral einzubauen. Es wäre gut wenn diese Kühlung mit der KWK-Anlage oder Solarkollektoren funktionieren würde.

    Rein rechnerisch kann ich mir das ohne WRG auch nicht vorstellen, aber so wurde mir das angeboten. Allerdings finde ich das für diesen Betrag wirklich indiskutabel.

    Die Südfenster bringen tatsächlich viel Wärme in das Haus. Aber auch im Sommer diese müssen entweder mit automatische Ausenrollos oder mit einen großen Vordach beschattet werden. So kann die Wärme bei tiefstand hinein kommen und bei hohen Sonnenstand im Sommer nicht.

    Automatische Storen werden verbaut.

    Der Stromverbrauch erscheint mir recht hoch zu sein wenn man nur im Haus Wohnt.

    Danke, werde da nochmal über die Zahlen gehen. Ich habe mit 1400 kWh/Person gerechnet. Teilweise wird tagsüber auch im Haus gearbeitet. Wirklich Energie gespart wird zudem auch selten... Computer usw laufen meist den ganzen Tag.

    ich als Leihe würde für dieses Projekt ein ECO-Power 1.0 von Vailand mit Spitzenlastkessel für ich glaube 16000€ nehmen.

    Ich werde mir dieses Modell mal näher anschauen. Auf welche Zeit sollte sich ein solches BHKW im Regelfall amortisieren?

  • Hallo Frank,
    in 10 Jahre sollte sich die KWK-Anlage renntieren welche aber nur 9000€ kostet da Spitzenlast und Warmwasser "nichts" mit der KWK-Anlage zu tun hat.
    Die Staatlichen Bezuschußung nicht vergessen.
    Gruß
    Pfleger

  • Hallo Pfleger,


    unserer Ansicht nach sollte eine KWK-Anlage schon vor Ablauf der 10 Jahres-frist abbezahlt sein. Nach 10 Jahren entfällt bekannterweise die KWK-Förderung und die (völlständige) Energiesteuerrückerstattung. Bei einer Amortisationszeit >6 Jahren erstellen wir für den Kunden in der Regel erst gar kein Angebot.


    ps: Bei der amortisation kalkulieren wir immer mit statischen Betriebskosten und dem Einsatz der momentan Heizungsanlage - in der Regel Gas-Brennwertgerät.


    MfG Florian Lutz

  • also bei ca. 15000kwh würde sich kein bhkw lohnen..


    ich hab mal eine Jahresdauerlinie aufgrund von stündlichen Temeraturwerten von Düsseldorf im jahr 2012 erstellt..
    eingetrage: 15000kwh heizung und 5000kwh warmwasserbereitung


    es ist zu erkennen das der ecopower mit 2.5kw thermische nur ca.. 3200 stunden laufen würde.. das ist zu wenig..

  • Danke für eure ganzen Antworten. Ein Return-on-Investment nach 10 Jahren ist allerdings fast etwas zu viel, insbesondere da ich ich mir mit einem BHKW ja auch noch zusätzliche Komplexität und Wartungskosten ins Haus hole. Insbesondere nach den Rechnungen von Henrik sieht das Ganze nicht sehr verlockend aus... dann wird es wohl eher eine Gas-Therme und etwas Solar-Thermie auf dem Dach.


    Henrik
    Danke für den Plot, auch wenn dieser mich nicht sehr zuversichtlich stimmt. Kannst du mir Erklären, wie du diese Jahresdauerlinie erstellt hast (also welche Daten fließen ein)? Da muss ja auch irgendwie der Heizbedarf zu verschiedenen Perioden in die Rechnung mit eingehen, oder? Ein Link reicht übrigens auch, wenn du sowas gerade zur Hand hast. Ich lerne nur immer mal wieder gern etwas neues ;)


    LG
    Frank

  • Nun es gibt ja die methode der gradtagszahlen vom wetterdienst. In unserer region sind das ca. 2000 k/d. Sprich wenn man den gesamtenergieverbrauch durch 2000 teilt hat man ca. Die maximalleistung des kesseln.. Bzw die benotigte.
    Ich habe hierzu die stuendlichen temperaturwerte genommen.
    Eine heizgrenztemperatur von 15grad angesetzt und ausgerechnet zu welcher stunde wie viel kelvin erhitzt werden muessen. Also bei 0grad aussen sind es 15 und bei -10 sinds 25 usw.
    Dann habe ich die maximalleistung des kesseln (bei-10 grad aussen) auf die einzelnen delta t umgepegt und somit ausgerechnet wie viele stunden die heizung welche leistung bereitstellen muss.


    Die formeln in excel sind noch etwas komplexer aber im grunde isses das
    Adiert wurde noch der warmwasserbedarf


    Somit hat man den transmissionswaermeverlust und bedarf fuer warmwasser abgedeckt, lediglich solare gewinne oder innere waermequellen sind nicht beruecksichtigt



    Mir ist aufgefallen das man aber nicht nur den schnittpunkt der jahresdauerlinie sehen darf sondern auch den warmwasserbedarf dazurechnen muss..
    Dafuer gibts ja den pufferspeicher

  • Danke für die schnelle Antwort, bei Gelegenheit werde ich dass dann mal für meine Region probieren. Da kommen wohl keine stark unterschiedlichen Werte raus, aber Spaß sollte es machen ;)

  • Wenn ich recht drueber nachdenke geht das bhkw ja auch an wenn der waermebedarf unter 2,5kw ist naemlich um den pufferspeicher zu laden. Wenn der warmwasserbedarf im sommer beispielsweise 500watt konstant sind geht das bhkw eine stunde mit 2,5 kw an und man hat 5 stunden warmwAsser mit 500w SEHR STARK VEREINFACHT jedenfalls
    Kaeme bei deinem objekt dann vielleicht auch eine laufzeit von 4000-4500 stunden raus.. Schwer zu sagen.

  • Hallo Frank,
    ich habe natürlich gemeint das die Anlage nach 10Jahren erneuert werden muß.


    Bei der Jahressdauerlinie ist es wichtig wieviel kWhth am Tag benötigt werden. Der Pufferspeicher puffert die Wärme.
    Wichtiger zu wissen ist wann wieviel Strom benötigt wird. Wieviel Strom muß gleichzeitig zugekauft oder Verkauft werden. Strom kann man nur schwierig speichern. Wie hoch ist der Eigenverbrauch von der KWK-Anlage im Jahr. Wieviel wird verkauft?


    In der http://www.enbausa.de/ gibt es zur zeit ein interessanter Artikal über Solarheizungen aller art allerdings wurden KWK-Anlagen nicht mit berechnet.


    Gruß
    Pfleger

  • Ich hab dir hier mal den Kostenvergleich zu einer Wärmepumpe erstellt.


    kommt mit einer Laufzeit von 20 jahren ca aufs selbe raus.
    allerdings ist die Wärmepumpe in der Anschaffung teurer..
    man hat aber wesentlich weniger Wartungsaufwand damit..


    Für warmwasser hab ich mal 5500kwh angesetzt.