Oh Mann, ist der neu Mann ......

  • Moin Moin .....


    Nordischer Gruß aus der Nordwestecke Thüringens .....


    Als völlig unbeleckt in Sachen BHKW möchte ich mich mit dem Thema auseinandersetzen, bin aber von der Themenflut hier erschlagen ......


    Es geht darum, einen denkmalgeschützten Bauernhof (Wohnhaus von 1870), der seit mindestens 20 Jahren ungenutzt rumsteht zu beheizen und zu bestromen.


    Mir schwebt eine Insellösung vor ... Diesel / Heizöl-Bhkw als Eigenbau wäre interessant, weil ich als Kfz.-Mechaniker des schraubens und schweißens mächtig bin .... vor Elektroinstallation schrecke ich nicht zurück, habe eine Weile bei einem Installateur gearbeitet.


    Der denkmalgeschützte Bau ist "durchfeuchtet", man könnte also jede Menge Wärme pauschal in die Hütte blasen um das Ding wieder trocken zu bekommen ...... mit "Isolieren" oder gar Vollwärmeschutz braucht keiner zu kommen, der gesamte Gebäudekomplex ist unter Denkmalschutz und somit unantastbar.
    Wer Fachwerkhäuser einpackt gehört ohnehin geschlagen.


    Zurück zum BHKW ..... ich dachte an Pkw-Dieselmotor mit Generator ... low Budget, Einspeisung in´s öffentliche Netz muss ich nicht haben ... darf aber ;-)
    Elektrisch dachte ich an eine Batterie-Pufferung und Gebäudeversorgung per Wechselrichter .... die Wärme kriege ich schon unter, denke ich.


    Ein ordentlicher Pufferspeicher wird´s richten ......


    Auf dem Grundstück gibt es zur Zeit weder Strom noch Wasser, eine Heizungsanlage existiert noch nicht und da eine komplette "Erstbesiedlung" mit "Verbundheiztechnik" ansteht, liegt für mich der Gedanke an eine Insellösung nahe ..... Fernwärme / Gasversorgung gibt es nicht im Ort, daher der Gedanke an Diesel/Heizöl/PÖL


    Das "Haupthaus" hat ca. 160qm Fläche über 2 Etagen, des weiteren wären über dem Stall /Torhaus nette Wohnungen mit zusammen ca. 130 qm möglich.


    Das wäre so grob umrissen der Plan ..... Eigenbau wäre mir lieb, weil ich keine 20 000€ als Spielgeld habe, um sie evtl. übermorgen insolventen "professionellen Systemanbietern" in den Rachen zu werfen.


    Ich bin ja fast soweit zu sagen, ich stelle ´nen alten Golf Diesel hinten in die Scheune, Abgasrohr nach draußen, Wasserkreislauf angezapft, Regelung / Steuerung dran und gut ..... soll er doch da rumklappern 8) 8) :P :D


    Nun gut ... Faxen bei Seite .....


    Wen muss ich Fragen, was muss ich beachten ... was darf ich, was darf ich nicht ??


    Bundesland Thüringen ...... Fördermittel und Subventions-Schnickschnack kann mir gestolen bleiben ... die "schnelle Nummer" ... einfach, billig und strafrechtlich unbedenklich bitte :D


    Auf das Echo gespannt .....


    Max

  • Moin Max

    nen alten Golf Diesel hinten in die Scheune, Abgasrohr nach draußen, Wasserkreislauf angezapft, Regelung / Steuerung dran und gut ..... soll er doch da rumklappern

    unter den von Dir aufgzählten Rahmenbedingungen ist wohl obiger Aufbau ( auch ohne das Blechkleid rundrum ) die einfachste und billigste Lösung.


    Was dagegen spricht ist Dein Wunsch Wohnungen zu vermieten - ohne sichere Stromanbindung wird das schwierig.Die Batterielösung ist nicht unbedingt meins aber wenn dann muß die so groß dimensioniert werden das auch zwei Tage Generatorausfall gebrückt werden können.
    Wenn man das weiter spinnt sollten unbedingt noch Sonne und Wind angezapft werden!!


    Also lass Dir vom Versorger ein Angebot für ne Stromleitung machen ( wenn die nicht wollen kannste anklingen lassen PV aufs Dach zu pappen ). Überlege auch mal obs nicht Sinnvoller wäre ein Aggi mit Flüssiggas zu bauen.


    Zum "einpacken" des Gebäudes:
    - am meisten bringt Dämmung im Fußboden (gegen kaltes Erdreich/Keller)
    - und die oberste Geschoßdecke (gegen unbeheizten Dachboden) bzw. Sparrendämmung wenn Ausgebaut wird, aber Obacht mit dem Aufbau sonst wirds Schimmelig
    - Dämmung im Wandbereich ist aber auch nicht unmöglich - innen Kalziumsilicat Platten aufblenden ( Ytong o.ä. tuts bei schmalem Geldbeutel auch )


    Mein Gebäude ist Bj. 1730 steht ebenfalls unter Denkmalschutz, aber erfrieren tu ich auch bei -25° Aussentemp nicht.


    mfg, aus dem schönen Sachsen

  • Hallo Max,


    auf deinem Grundstück kannst Du eigentlich machen was Du willst, solange Du nichts und niemand gefährdest!!


    Für deine geplante Anlage bitte an den Brandschutz und den SCHWARZEN MANN mit seinem Messkoffer denken!!


    oebuba

  • Moin Alikante,


    Mein Gebäude ist Bj. 1730 steht ebenfalls unter Denkmalschutz, aber erfrieren tu ich auch bei -25° Aussentemp nicht.


    das wusste ich ja noch gar nicht, dass Du auch so einen ollen Schuppen hast ;) Ich hätte mich bei Dir doch genauer umsehen müssen, kannste nicht mal die Webcam am eco anschließen? 8)


    - Dämmung im Wandbereich ist aber auch nicht unmöglich - innen Kalziumsilicat Platten aufblenden ( Ytong o.ä. tuts bei schmalem Geldbeutel auch )


    Bei Ytong im (Fachwerk-?) Haus gruselt es mir ziemlich. Bei Innendämmung kann man viel falsch machen, bitte davor vorher Infos sammeln und eigene Meinung zu den unterschiedlichen "Glaubensrichtungen" bilden...


    Wir haben uns nur in dem Bereich mit Sichtfachwerk für Innendämmung + Wandheizung entschieden, alle anderen Bereiche (sind von der Straße nicht sichtbar und sicher > 150 Jahre verputzt) wurden mit Außendämmung versehen. Und nein, damit ist kein Baumarkt-Plastik gemeint...


    Im Fachwerk.de Forum findet man auch einiges a la "Dämmung im Fachwerkhaus ist schlimmer als Dieter Bohlen sings Milva", aber ich denke eine gut geplante Dämmung sollte man sich zumindest mal genauer überlegen.


    Viele Grüße


    Dirk (mit "Ruinchen" von 1679d)

  • Aber Hallo .....


    Das Forum lebt.


    Mein Spruch von wegen "stelle ´nen alten Golf Diesel hinten in die Scheune, Abgasrohr nach draußen, Wasserkreislauf angezapft, Regelung / Steuerung dran und gut .... "


    Wenn man ganz brutal ist, sucht man sich einen jungen Unfallwagen mit massivem Heckschaden ..... grüne Plakette .... Abgasgutachten kein Thema :D


    Nun denn, ich danke für die Kommentare und wäre natürlich hoch erfreut, wenn noch ein paar Tips in Sachen Regelung/Steuerung den Weg zu mir fänden .....


    Max

  • Ich habe mal die Ferien auf Terschelling verbracht, in einem Haus ganz ohne Strom. Nur Gasflaschen, Kerzen und Körperkraft, auch Fahrzeuge mit mehr als zwei Rädern gab es nicht, außer die der ganz Kleinen mit ihren vierrädrigen Cabriolets. Das war super und das Wäschewaschen war zwar mühsam, aber ging auch ganz gut.
    Trotzdem, Batterien reichen völlig, um mehrere laptops in so einer Wohnanlage ganztägig zu versorgen, für Energiesparlampen reichts ebenso. Mit einem Kühlraum mit Tiefkühlabteil, der mit zweistündiger täglicher Stromversorgung auskommt ist das Wichtigste getan. Im Winter würde man eh den Motor länger laufen lassen, da kann jeder mit dem reichlich vorhandenen Strom fast machen, was er will. Ansonsten heißt es, nicht elektronisch regeln, sondern per Mundwerk und sich verabreden, damit der Generator nicht vergeblich läuft.
    So ein Golfmotor hat ganz schön power und unter 5kW läuft da nichts mit vertretbarem Wirkungsgrad. Also, in der einen verabredeten Stunde muss die Wäsche gewaschen, gespült, der Rasen gemäht, die Plätzchen gebacken, das Elektroauto geladen , das Baby gebadet und das Hemd gebügelt sein.
    Was auf jeden Fall dazu gehört, ist meiner Ansicht nach eine regelbare Wärmepumpe, nur keiner deutschen, da wird einem schon beim Anblick des Preisschilds schwindelig.
    Also, niemand hat Lust, länger als eine Stunde den Golfmotor anzubeten. Verabredet euch, damit das Ding zeigt, was es kann und bündelt Euren Stromverbrauch. Der fette Wärmespeicher bei der reichlichen Leistung des Golfmotors von ca 100kW Wärmeleistung ist obligatorisch. Am Straßenverkehr darf die Kiste natürlich nicht teilnehmen, sonst wird Steuer auf den Brennstoff fällig. Den Unfallschaden des Golfs im Garten kann man mit Blumen drapieren. Schwarzemannfressende Pflanzen zum Beispiel, falls er das verbogene Auspuffrohr als Kamin umdeklarieren möchte.
    Auch Thüringer Golfmotoren brauchen mal Ferien und da ist eine Fotowoltaikanlage obligatorisch. Ob eine Windenergieanlage mitten im Thüringer Wald Sinn macht, möchte ich in Abrede stellen, wenn die Inselanlage nicht gerade auf dem Inselberg beheimatet ist.
    Ein echter Thüringer kommt auch ohne EVU zurecht. Beweis: Fred Feuerstein und Wilma sind Thüringer. :love:

  • Hallo Bernd ...


    Du hast ja offenbar ´nen Kasper gefrühstückt :D


    Gut so .....


    Prügelt nur auf mich ein ;) Es ist ja nicht so, daß ich das ganze Dorf mit Energie und Strom versorgen müsste ... nein, müssen muss ich nicht .... stören würde es mich aber auch nicht, wenn man so zwei drei Nachbarshäuser mit an die Anlage hängt ...... aber das ist hypothetisch.


    Alles in allem klingt dein Kommentar nach "ja klar, warum nicht" ......


    Den EVU werden wir nicht komplett aussperren, zumindest so lange nicht wie da noch nichts eigenes funktionstüchtig ist .... meine süße ist Programmiererin und wenn ihr Heimnetzwerk zum stillstand kommt, wird sie nervös ...... was sie aber nicht davon abhält mit Begeisterung über Feuer zu kochen ... das kann auch der Suppentopf sein, der an Kette und Dreibein über´m Lagerfeuer baumelt .... sie ist durchaus Wetterfest ...... soviel zu Thema Steinzeit.


    Zurück zur Idee ...... okay, ein Golf Diesel ist also massiv überkandidelt ...... für mich aber das einfachste ... den habe ich in ein paar Tagen auf dem Hof wenn ich das will, äusserst zuverlässige Großserientechnik für den es an jeder Ecke günstig Ersatzteile gibt und kein auf Diesel umgehäkelter Rasenmähermotor ... bin da als Kfz.-Schrauber vielleicht etwas "vorbelastet".


    ....... und was mich vielleicht als hoffnungslosen Spinner entlarvt ...... wenn ich das Haus-System mit Schnellkupplungen versehe, komme ich von der Arbeit nach hause, stelle den Golf in die Ecke ..... stöpsle die Schnellkupplungen an und knalle die Speicher voll ........


    D.H. solange jemand mit der Karre zum Einkaufen unterwegs ist, findet der schwarze Mann nichtmal eine Energiequelle, über die er sich aufregen könnte.


    Morgens klingelt der Wecker und der Weg vom Schlafzimmer zur Dusche führt durch die Garage ........ Diesel anreißen ..... Warmwasser sollte vom Vorabend genug da sein zum duschen ....... Batterien werden geladen, der Wasserkocher/Kaffeemaschine glühen ..... vielleicht ein paar Aufbackbrötchen im Backofen ........


    Wenn das Frühstück erledigt ist, sind Pufferspeicher und Batterien voll ..... Energiequelle an Schnellkupplung trennen, und ab zur Arbeit damit .......


    Ja, ich bin ein Spinner :D ... kann da aber gut mit um :rolleyes:


    Max

  • Du brauchst auch nicht vor der schwarzen Stasi aus Unkeroda Angst zu haben, wenn Du den Motor aus der Schrottmühle in den Garten stellst. Das Ding schafft Dir in einer einzigen Stunde mehr Energie ins Haus, als ein teures und müdes Ecopower 1.0 an einem ganzen Tag nicht. Dazu trotzdem mehr Haltbarkeit und weit weniger Wartungskosten. Hauptsache , das Auspuffrohr läuft auf mindestens 5 Metern Länge durch den Wärmespeicher und das Kühlwasser ist ebenso angeschlossen. Die eine Stunde am Tag genügt zum Nachladen des relativ kleinen Akkus für Computer und Licht. Der Rest eben nur einmal am Tag zur festgelegten Zeit...Spar Dir den ganzen Behördenkram und wenn kein Strombedarf mehr da ist, wirf die Brennwerttherme oder den thüringischen Holzkessel an. Wozu den Strom für die Allgemeinheit teurer machen per Umlage, wenn es so viel effektiver und einfacher geht?

  • Ihr solltet prüfen, ob Ihr nicht dem örtlichen Versorger ein Angebot unterbreiten könnt, gegen Einsparung bei den Versorgungsleitungen Stromverbrauch zu bündeln und mit dem Blockheizkraftwerk die 20km lange Zuleitung zu verbilligen. Die muss bei der Entfernung eh mit Mittelspannung betrieben werden, den Mittelspannungstransformator könntet Ihr mitsamt Eurer Strom-Wärmezentrale selbst betreiben, selbst bilanzieren und mit allen Vergünstigungen, die einem Industriebetrieb zukommen, abrechnen.
    Nicht nur der bezogene Strom, vor allem Euer gebündelt selbst erzeugter werden dadurch enorm verbilligt, der durch das BHKW erzeugte allerdings nur in der Heizsaison.
    Im Sommer fällt eh nicht so viel Stromverbrauch an, die obligatorische Solaranlage dürfte da fast immer reichen.
    Wenn Ihr noch Wasserrechte an einem geeigneten Bach erwerben könntet oder Euch mit einer Mühle zusammenschließen könntet, wäre es ein ideales Projekt für eine Inselanlage, selbst bei größerer Entfernung vom Inselberg. Ich bin ja eigentlich ein Gegner von Inselanlagen, aber das verfassungsfeindliche Monopolgehabe der Netzbetreiber erzwingt ja gerade solche Lösungen, die Ihr hier sehr vorteilhaft nutzen könntet.
    Eigentlich trägt für mich Elektrizität das Symbol der Freiheit mit ihrer grenzenlosen Verschickbarkeit zum niedrigst möglichen Preis. Die Netzgebühren sind nur durch börsenmäßige Verkäufe von Monopolrechten in die Höhe getrieben worden. Etwas, was eigentlich in unserer Demokratie verboten gehört.


    Sollte Eure Mittelspannungsversorgung dann leistungsfähiger ausfallen, könnt Ihr im Winter weit lukrativer einspeisen, weil ein großer Teil derNetznutzungsgebühren entfällt.
    Eure niedrigen Strom- und Wärmepreise könnten Euren Hof zu einem neuen kulturellen Zentrum wachsen lassen...Ähnliche Gedanken habe ich schon zu einem abgelegenen Tal in Luxemburg mit mehreren teils unbewohnten Schlössern entwickelt. Im Moment wird dort im großen Stil restauriert und die Gegend entwickelt sich anscheinend zu einem bevorzugten Wohngebiet
    Im Übrigen,Luft- Wärmepumpen innerhalb eines einzigen Gebäudes können nicht nur heizen, sondern äußerst effektiv entfeuchten: normale, preiswerte Klimaanlagen, kein spezielles und teures Entfeuchtungsgerät ist erforderlich.
    In zwei Wochen bin ich einige Zeit in Thüringen, es würde mich interessieren, Euer Projekt. Rein aus privatem Interesse, habe nichts mit Verkauf oder Ähnlichem zu tun.