Dachs: Keine Kompression, Fehler 89

  • Hallo zusammen!


    Nach knapp 18.000 Betriebsstunden blieb mein Öl-Dachs endgültig stehen. Fehlercode 89. Wechsel des Rußfilters und der Einspritzdüse brachte keinen Erfolg. Bei der anschließenden Kontrolle der Ventilspiele (welche noch im Sollbereich sind) zeigte sich, dass sich das Schwungrad mit nur wenig Widerstand gegen den Totpunkt durchdrehen lässt, und dabei ein "schmatzendes" Geräusch aus dem Kurbelgehäuse zu hören ist. Beim Drehen gegen den Totpunkt verspürt man ansteigende Kompression, welche aber ständig mit dem Geräusch abnimmt und man so problemlos über den Totpunkt drehen kann. Motoröl ist Wasserfrei, ebenso auf der Saug- und Abgasseite nichts ungewöhnliches zu erkennen. Ergo wohl Ventil, Kolbenring oder Kolbenschaden?
    In den letzten Wochen meldete sich der Dachs zeitweise mit zu geringer Leistungserhöhung beim Rußabbrand, was wohl ein Zeichen für einen schleichenden Schaden sein dürfte.
    Hat von Euch jemand ähnliches beobachtet oder gar einen Motorschaden gehabt?
    Nach 18.000 Stunden in 3 Jahren Laufzeit wohl ungewöhnlich denke ich.


    Heute werde ich den Brennraum mit einem Endoskop inspizieren, mal sehen ob da was zu erkennen ist.


    bis auf weiteres....


    Robert

  • Ich hoffe für dich das es etwas einfaches ist.
    Aber such einfach mal nach meinem Nicknamen und "Nr 4" sowie "Nr 5"
    Wenn deine Kolbenringe auch fest gegangen sind wird sich ein ähnliches Schadensbild wie bei meinen beiden eingestellen.


    Welchen Sprit setzt du ein?
    EL oder Schwefelfrei?


    Ich hoffe das ich mit meiner Schnellanalyse daneben liege, aber ich denke das du dich auch in die Reihe der Zylinderwechsler einreihen darfst. ;(
    Ich hoffe aber ich habe unrecht!!!!

  • Hallo dd4yr,


    ich befürchte Bernd d. Dachsausbeuter hat leider recht. Was Anderes kann ich mir auch nicht vorstellen.
    Hört sich leider nicht gut an.
    Welchen Sprit setzt Du ein ?


    Gruss
    Spornrad

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  • Hallo nochmal,


    danke für die, wenn auch wenige erfeulichen, schnellen Antworten.
    Als Kraftstoff setze ich normales Heizöl ohne Zusätze ein. Auf die schwefelarme Variante hab ich bisher verzichtet.
    Endoskopisch lässt sich im Moment nichts negatives erkennen. Brennraum, Kolbenboden sowie die Ventile schauen gut aus, im Bereich der Ventile sind auch keine störenden Ablagerungen, soweit einsehbar, zu erkennen.
    Diese Erkenntnisse, zusammen mit dem schmatzenden Geräusch während dem Verdichten aus dem Kurbelgehäuse gehen wohl zu 100% in Richtung Kobenringe.
    Bernd, wurde bei Deiner Nr.4 und Nr.5 die komplette Laufgarnitur, also Kolben mit Ringe und Zylinder getauscht? Üblicherweise wird ja bei derartigen Motorschäden nur der Kolben mit Ringen erneuert und der Zylinder vom Motorenfachbetrieb aufgerieben bzw. nachgearbeitet.
    Nun, wenn keine anderen Diagnosetips mehr anstehen wird wohl nur noch das Ziehen des Zylinders bleiben.


    schöne Grüße derweil


    Robert

  • Zitat

    Als Kraftstoff setze ich normales Heizöl ohne Zusätze ein


    Laß das mal nicht den Dachsfan sehen - der sagt dir gleich :
    "Siehste - selber schuld. Warum red ich mir den Mund fusselig."


    Außerdem steht in meinem Vertrag explizit drin, daß ich die Garantie verliere, wenn ich kein schwefelarmes Öl einsetze. Hab mir extra schriftlich geben lassen, daß ich wenigstens den Rest normales Öl verfüttern darf (ohne Garantieverlust).

  • Zitat

    [i]Laß das mal nicht den Dachsfan sehen - der sagt dir gleich :
    "Siehste - selber schuld. Warum red ich mir den Mund fusselig.").


    )))) Nett das dieser Sachverhalt jetzt wenigstens klar ist.


    Ist halt Standart das die sehr hohen Nebenanteile z.B. Schwefel kurz unter dem derzeit noch gültigen max. Wert liegen und bei allen Brennwertheizungen erhebliche Probleme machen.


    Der vom Hersteller empfohlende Brennstoff ist schwefelarm.


    Wenn andere Brennstoffe eingesetzt werden und die Ringe festsitzen, können sie sich nicht mehr auf dem Kolben drehen und es gibt Beschädigungen am Zylinder. Das optimales ist eine Totalerneuerung von Kolben und Zylinder, man kann auch nur den Kolben erneuern, aber welchen Einfluss die Riefen im Zylinder haben sieht man dann erst später.


    Ob und wieweit der Händler kulant ist und Kulanz gewährt, ist eine Sache für sich. Mitlerweile ist die Information und der Herstellerhinweis so weit verbreitet, daß eigendlich kein Betreiber mehr sagen kann, davon wusste ich nix.


    Festzhalten ist, das bei verwendung von falschem Brennstoff hohe Reparaturkosten entstehen, wer auch imemr sie bezahlt, sie sind da.


    Gebraucht gekaufte Anlagen sind in der Regel fast immer defekt.


    Der Wille der Händler bei Verwendung von nicht empfolenden Brennstoff Kulanz zu gewähren, ist derzeit meines Wissens sehr niedrig.

  • Bei mir wurde der Zylinder getauscht, da bei den austausch eigentlich fast ein neuer Motor ensteht.
    Es werden alle neuralgischen Teile getauscht, das hatte mir mein Pfleger damals so empfohlen. Er meinte von Arbeitsaufwand ist es fast gleich alles kompllet zu tauschen statt nur den Kolben zu erneuern, und in dem Preis des Zylinders wären halt noch die anderen Teile mit dabei.


    Ich werde halt jetzt auch nur noch Schwefelfrei einsetzen, solange ich kein entsteuerten Diesel finde....


    Bernd

  • Bernd, ich glaube bei Dir wurde Kolben und Zylinder getauscht. Wie Du schreibst ist es für "Wissende" richtig, denn im Paket Motorzylinder ist der Kolben mit drin.

  • Hallo zusammen,
    macht es eigentlich keinen Sinn mal nach der Kompression zu schauen bevor der Kolben/Zylinder ganz hinüber ist ?(, also bei der Wartung wenn es Probleme mit Ablagerungen gibt?


    Oder passiert das mit den festen Kolbenringen ohne große Vorankündigung?


    AxelF

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  • Hallo,
    hab mal grad in meinen Planungs- und Beschaffungsunterlagen gekramt und das technische Datenblatt vom Sommer 2002 (Hochglanzdruck von Senertec) gefunden, welches mir zusammen mit dem Dachs geliefert wurde. Damals war keine Rede von Heizöl schwefelarm, entsprechend wurde die Anlage auch betrieben. Schade, dass Senertec es nicht für nötig empfunden hat seine Kunden über den Kundendienst oder direkt auf die geänderten Voraussetzungen hinzuweisen.
    Das mit dem Motorölverbrauch könnte ein Hinweis sein, zwischen den letzten beiden Wartungen mussten 4l Öl nachgefüllt werden! Das heisst, der Ölstand war bereits zu niedrig bevor das Ende des Wartungsintervalles erreicht wurde.


    Mal sehen wie es weitergeht.....


    Gruß
    Robert

  • dd4yr , Senertec hat im Februar 2006 alle Vertriebsstützpunkte angewiesen, den Betreibern schwefelarmes Heizöl EL zu empfehlen.

  • Zitat

    [i] Damals war keine Rede von Heizöl schwefelarm, entsprechend wurde die Anlage auch betrieben.


    Mal sehen wie es weitergeht.....


    Auf jeden Fall soll es ab 2009 kein "normales EL " mehr geben und ab 2008 sind wir unter 1.000 mg / kg Heizöl.


    http://www.senertec-service.com/html/dachs__schwefelarm.html


    Ich bin der Ansicht, das die Verabeiter ihren "Müll" den sie gern loswerden sollten, in das Heizöl gemischt haben, wobei natürlich entschwefeln auch Geld kostet. Nochmals nicht jedes normale EL muss "schlecht" sein, d.h. muss an den Grenzwerten liegen.

  • Hallo,

    Zitat

    wobei natürlich entschwefeln auch Geld kostet.


    ja und nein.
    Schwefelarmes Heizöl wird ja nicht extra entschwefelt, sondern stammt aus der ganz gewöhnlichen Diesel(groß)produktion - eben nur vor Hinzufügung der dieseltypischen Additive.
    Da "ensteuerter Diesel" angeblich sogar billiger ist als normales Heizöl, kostet die Entschweflung also quasi gar nix.
    Ich denke der Aufpreis für schwefelarmes Heizöl ist in erster Linie ein gern genommenes "Zubrot" des Lieferanten (wie lassen sich ansonsten die erheblichen Unterschiede im Aufpreis - zwischen 5 und 9 Cent bei meinen Recherchen - sonst erklären?)
    ...und in zweiter Linie eine Resultat der (noch) geringen Nachfrage.
    Mein Lieferant hat z.B. für meine 7000 L extra einen Tankwagen nach Karlsruhe (50 km) geschickt und genau diese Menge dort geladen (weis ich, weil noch ca 600 L mehr in meinen Tank gegangen wären - er aber nicht mehr geladen hatte). Ob der Tankwagen vorher extra gereinigt wurde, wag ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall sind extra Transportkosten angefallen, denn offensichtlich war ich der einzigste, der zu diesem Zeitpunkt Schwefelarm verlangt hat.
    Wenn sich schwefelarm im größeren Stil durchsetzt, dürfte es auch nicht teurer als normales Öl sein.

  • Nach längerer Auszeit meines Dachses hab ich nun doch den Zylinder gezogen:
    Oberer Kolbenring gebrochen, Riefen im Kolben, Riefen auf der Zylinderlauffläche. Aber kein Kolbenring festgebacken.
    Austauschzylinder (Ersatzteilkit) geordert und eingebaut.
    Jetzt kommts: Nach dem Neustart des Motors blieb er wegen zu geringer Leistung gleich wieder stehen. Abgasgegendruck zu hoch. Die Kontrolle der Abgasleitung ergab, dass die 2 Meter 1" Rohr vom Motor bis zum Kamin der waagerecht verlaufende Teil mit Abbrandrückständen (gelb/grau) vollkommen zugesetzt war. Offensichtlich war dieses verstopfte Abgasrohr nun auch die Ursache für den Schaden an meinem Zylinder / Kolben. Zu den Wartungsintervallen konnte aber kein Druckanstieg beobachtet werden, der Abgasgegendruck lag immer um knapp 150 mBar. Das Rohr muss wohl innerhalb der letzten 1500 Stunden der vergangenen Wartung und dem Motorausfall entsprechend zugesetzt haben. Vielleicht sollte man daraus schließen, dass auch eine regelmäßige Kontrolle der Abgasleitung durchgeführt werden sollte.


    Robert

  • Zitat

    Vielleicht sollte man daraus schließen, dass auch eine regelmäßige Kontrolle der Abgasleitung durchgeführt werden sollte.


    Hallo Robert,
    wer mit Ablagerungen zu tun hat, sollte das auf jeden Fall!


    Bei mir waren die Ablagerungen im Auspuff an einer Schweißnaht zu dem schwarzen Endtopf am Übergang zum Kamin!
    Du solltes aber auch die Kompensergummis der Auspuffanlage im Dachs und außerhalb(wenn vorhanden) auf Dichtigkeit kontrollieren! (Waren bei mit gerissen 8o)
    AxelF

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  • Hallo,


    das kenne ich. Erst gestern hab ich nach gerade mal 1400 h seit der
    8100er Wartung bei meiner Nr. 2 den Abgaswärmetauscher und die
    Abgasleitung (kein Kondenser!) bis zum Kamin gereinigt. War auch
    bitter nötig, da der Abgasgegendruck vor der Reinigung so hoch war,
    das ich ihn gar nicht mehr messen konnte (Manometer geht nur bis
    250 mbar).
    Nach der Reinigung und zusätzlichem Rückspühlen des Rußfilters liegt
    der Abgaßgegendruck nun wieder bei 140 mbar.
    Eigentlich hätte die Kiste ja auf Störung gehen müssen, da aber mein
    Dachsdoktor bei der 5400er Wartung wegen zu geringer Leistung bei
    Rußabbrand den Anschlag der Stellmotorspindel nachjustiert hatte,
    aber zwei Wochen später eine neue Einspritzpumpe eingebaut wurde
    und der Anschlag danach nicht wieder neu eingestellt wurde, konnte
    der Regler munter raufregeln und so erfolgte keine Störabschaltung.
    Selbst hab ichs leider auch erst gestern bemerkt, daß der Abstand
    bei normalem Abgaßgegendruck und Nennleistung zwischen Anschlag
    und Spindel viel zu groß war.
    Meine beiden Viecher brauchen wohl doch noch das Motorüber-
    wachungsdingens, bevor es noch soweit wie bei dir kommt.


    Viele Grüße
    Joachim

  • Hallo nochmal,
    im Anhang eni paar Bilder vom Kolben und Zylinder, die entsprechenden Kerben bzw. Riefen. Ich denke, dass in erster Linie der gebrochene obere Kolbenring den Kompressionsverlusst verursacht hat, aber so ein Teil mit doch spürbaren Riefen wieder zusammenzubauen hätte wohl keine Sinn mehr gemacht.


    Gruß
    Robert