Planungs-Software

  • Hallo,


    ich plane gerade ein kleines Nahwärmenetz mit BHKW.
    Kann mir hierzu jemand Software empfehlen, die idealerweise folgendes beinhaltet:


    Auslegung BHKW
    Netzberechnung (Pumpen, Wärmeverluste)
    Wirtschaftlichkeitsberechnung (mit Berücksichtigung Förderprogramme)


    Das wäre echt super.

  • Vielleicht plant qwert ja auch ein Plaungsbüro ;)


    Für die BHKW Berechnung gäbe es Mini-BHKW-Plan und auch die Software von KW Energie, wo sich beliebige BHKW-Leistungsdaten eintragen lassen. Ich bevorzuge jedoch eine eigene Berechnung in Excel, bei der ich Lastgänge, Förderprogramme, konkrete Angebote usw. mit einfließen lasse... das kommt komischerweise recht genau mit dem hin, was in der Realität nachher passiert. Will sagen: Solche Software ersetzt nicht das eigene Rechnen bei im Einzelfall komplexen Sachverhalten. Für die "Berechnung" der Hydraulik rechne ich nicht groß, sondern schaue wie viel Puffer ich brauche, dann kennt man zusammen mit dem Netz auch etwa das erforderliche MAG oder halt Druckhaltung...


    Im Ergebnis muss ich leider sagen, Bauchgefühl von erfahrenen Personen ist meist besser als Software, da Software nur die Variablen berücksichtigt, die sie kennt. Das mag im Einfamilienhaus gut funktionieren. Aber sobald die Projekte komplexer werden, versagen diese Tools - die man für Teilbetrachtungen aber gut (zur Kontrolle) einsetzen kann. Und selbst im Einfamilienhaus kommen dann Planer dank ihrer tollen Berechnungs-Tools nach aufwändigen (für den Kunden auch noch teuren) Berechnungen zu dem Ergebnis, dass beim Brennwert-BHKW kleinste Wandheizkörper (die bestenfalls bei 70/50 funktionieren) ganz genau berechnet "optimal" passen...

  • Auslegung BHKW


    Es gilt das was der neuendorfer geschrieben hat: "Bauchgefühl von erfahrenen Personen ist meist besser als Software" wobei ich "Bauchgefühl" eher mit "Erfahrung" umschreiben möchte. Wichtig ist auch das Lastprofil der Strom- und Wärmenutzung.


    Netzberechnung (Pumpen, Wärmeverluste)


    Da gibt es zwar auch Tools und die haben nichts mit BHKW zu tun aber es gilt auch hier das oben gesagte.


    Wirtschaftlichkeitsberechnung (mit Berücksichtigung Förderprogramme)


    Kann man eigentlich nur in Zusammenhang mit der Auslegung machen. Ein zu großes BHKW ist ein Euronen-Grab. Immer wichtiger wird hierbei der Eigenverbrauch des BHKW-Stromes und nicht nur die Wärmeabnahme.


    Ich habe wie der neuendorfer ein Excel-Sheet, dass ständig an die jeweilige Anforderungen angepasst wird. Wichtige Parameter in diesem Zusammenhang sind Schwimmbad ja/nein, Gewerbe ja/nein, welches Gewerbe etc.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Auslegung BHKW
    Netzberechnung (Pumpen, Wärmeverluste)
    Wirtschaftlichkeitsberechnung (mit Berücksichtigung Förderprogramme)

    Hallo,


    zum Thema Wirtschaftlichkeit (ecopower 1.0) verfasste ich meine Erfahrungen bereits hier:
    TOP TEN LISTE für "Neue"


    Ansonsten kann ich mich nur anschließen, was bereits zu Eigenberechnungen - auch der Wirtschaftlichkeit - mittels z.B. Excel gesagt wurde. Die Vaillant Wirtschaftlichkeitsprognose mittels PlanSoft kann man getrost vergessen. Hier spielen zuviele Eigeninterssen des Anbieters mit. Ein weiterer Fallsrick ist das "Schielen" auf eine möglichst hohe Jahreslaufzeit. Hohe Jahreslaufzeiten machen nur Sinn, wenn der produzierte Strom auch selbst verbraucht wird. Sonst produziert man Strom, dessen Erlös kaum die Eigenkosten deckt!


    Einige Anbieter lassen das BHKW im Winter rund um die Uhr (auch nachts) durchlaufen (kann man so einstellen). Genau dann kann es passieren, das Strom erzeugt wird, den man selbst nicht verbrauchen kann z.B. weil der Grundlaststrom nur bei 250W liegt. Hier hilft dann nur die "Nachtabsenkung", die das BHKW für diese zeit abschaltet. Klar ist dann, das die Jahreslaufzeit schnell viele hundert Stunden geringer ausfällt!


    Sehr zweckdienlich ist, sich über den eigenen Bedarf Klarheit zu verschaffen.
    Wie hoch ist mein Grundlaststrom? Einfach mal über die Urlaubszeit erfassen!
    Wie hoch sind meine Spitzenlasten größer 1KWh?
    Wie hoch wird mein Erdgasbezug mit BHKW steigen? Hier bitte zwischen (Hi = Unfug) und (Hs) unterscheiden!
    Was nehme ich als Vergleichsgröße? meine Uraltheizung oder doch fairerweise eine neue Brennwerttherme?
    Welche zukünftigen Energiesparmaßnahmen sind eher komtraproduktiv zum BHKW?


    Man wird dann bei vielen kleinen BHKWs erkennen, das die Brennwerttherme kaum zu schlagen ist (und den Strom wie bisher zu beziehen)


    Wenn man das Alles weiß, kann man dennoch zur Entscheidung kommen in ein BHKW zu investieren, so wie bei mir. Aber dann müssen Ersatzmotivationen her! Spieltrieb, Technikverliebtheit, grün bewegte Lebenseinstellung, sonstige individuelle Gründe.


    Gruß aus Heilbronn.

  • Das ist ein sehr treffender Beitrag zur Diskussion. Den sollte jeder Interessant sorgfältig und mehrmals vor seiner Entscheidung durchlesen.


    so ist es :rtfm:


    gruß daniel

    db Strom Wärme Wasser
    16356-Werneuchen-Wegendorfer Str. 51
    zertifizierter Vaillant ecoPOWER-Partner
    BHKW: ecoPower 1.0 PV: 26,2 kWp HV: Fröling S4
    geplant für 2014: Vaillant Brennstoffzelle