Der EEX-Baseload steigt leicht... wenn es auch nur 2 Prozent sind.

  • Auch die einzelnen Monatswerte (Jan. 4,331, Febr. 4,462, März 3,910 ct.) sind ja relatv nah beieinander.
    Wenn man jetzt bedenkt dass in diesem Winter die wenigsten Sonnenstunden seit was weiß ich wie lange waren, dann bedeutet das, der Überschuß an Strom kommt größtenteils von den Windmühlen.
    Soll ich mich da jetzt nach Sonne sehnen wo´s eigentlich schon langsam Zeit würde ?( Dann kommt PV noch dazu :beaengstigend:
    Des kann teuer....billig, je nach Betrachtungsweise, werden.

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


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  • Des kann teuer....billig, je nach Betrachtungsweise, werden.


    Terminpreise für Baseload-Strom: Lieferjahr 2014


    Seit dem Kernenergiemoratorium ist der Preis von rund 60 €/MWh auf ca 40 €/MWh gefallen. Das liegt unter anderem daran, dass immer häufiger bei nachlassender Restlast die preissetzenden Kraftwerke Grundlastkraftwerke sind. In Deutschland sind das unter anderem Braunkohlekraftwerke. Diese Kraftwerke können es sich leisten, um 20 €/MWh anzubieten und fahren schalten für ein paar Stunden auch nicht ab, weil die Kosten für einen Ab- und Anfahrvorgang zu hoch sind. Daher verkaufen die z.T. auch Strom bei Minimallast in einen Markt mit negativem Deckungsbeitrag.


    Diese "Schaltkosten" verursachen eine Hysterese (S. 16), d.h. der Preis sackt noch tiefer ab, als er eigentlich bei den variablen Kosten der preissetzenden Kraftwerke müsste und umgekehrt werden Preisspitzen überhöht, weil man für Lastspitzen von nur 1-3 Stunden die An- und Abfahrkosten nun nicht über einen halben Tag verteilen kann, sondern über nur über diese kurze Taktdauer. Klassische thermische Kraftwerke muss man eine gewisse Zeit vorheizen, bevor der Kessel, der Dampfkreislauf und die Turbine auf Touren kommt. Da verfeuert man also Brennstoff, ohne das hinten Strom rauskommt. Auch Gasturbinen brauchen eine gewisse Zeit (ca 15 min) und ein Start kostet ca. 10 Bh Wartungsaufwand auf der Betriebsuhr. BHKWs sind deutlich anspruchsloser und so kann man durchaus argumentieren, dass KWK-Anlagen auf VKM-Basis dafür geeignet sind diese Hysterese = Marktverzerrung zu minimieren, weil sie sich ohne große ökonomische Widerstände ein- und ausschalten lassen.


    Nebenher kann man den Baseloadpreis anheben, indem man die variablen Kosten der BK-Grundlast erhöht. Der Emissionsfaktor für BK-Strom liegt bei etwa 1 kg CO2 / kWh, d.h. mit einem CO2-Zertifikatepreis von 30 €/t (wie in der Einführungsphase des Cap & Trade Schemas aufgetreten ist) würden sich die variablen Kosten bei der Braunkohle ca. von 2 ct auf 5 ct pro kWh_el erhöhen. Man hätte zwar immer noch das Problem mit der Hysterese, aber die Grundlastkraftwerke würden früher mit der Drosselung auf Mindestlast beginnen. Daher sollte wir uns hier für eine Sanierung des CO2-Handels mit dem Preisziel in Richtung 30 €/t und dann mit einer Rampe rauf Richtung 50-70 €/t aussprechen.


    Gruß,
    Gunnar