Jahresnutungsgrad bei Niedertemperaturkessel

  • Hallo liebe BHKW-Freunde,


    ich lese schon eine ganze Weile kräftig mit in diesem Forum, jetzt ist es an der Zeit für eine Frage, da ich hier nicht weiterkomme.


    Und zwar bin ich gerade dabei, mir aus dem Brennstoffverbrauch den Wärmebedarf zu errechnen.
    Ich gehe hier nach dieser Formel vor:


    Wärmebedarf = Brennstoffverbrauch / 1,11 x Jarhresnutzungsgrad


    dabei ist:


    Wärmebedarf (Heizung, Warmwasser, Prozesswärme),
    Brennstoffverbrauch (bezogen auf den Brennwert),
    1,11 (Umrechnung Brennwert/Heizwert),
    Jahresnutzungsgrad der vorhandenen Kesselanlage.


    Da der Wärmebedarf ja eine wichtige Größe für die
    BHKW-Auslegung ist, möchte ich gerne den Jahresnutzungsgrad meiner Kesselanlage
    genau bestimmen.


    Ich habe schon verschiedenste Formeln gefunden, doch leider
    keine Vorgehensweise bei Niedertemperaturkesseln.


    Es sind drei Niedertemperaturkessel vorhanden:


    1x Viessmann Vitoplex 100, 720 kW, Baujahr 2001
    2x Viessmann Paromat Pu-022, jeweils 220 kW, Baujahr 1989.


    In den Datenblättern sind Normnutzungsgrade angegeben, jedoch sind das ja nur Prüfstandsbedingungen. Für den 720 kW Kessel sind das Norm Nutzungsgrad bei Heizsystemtemp. 75/60ºC 94 %
    Bereitschaftsverlust 0,13 %


    Abgasmessungen durch den Schornsteinfeger liegen mir auch
    vor, ich weiß nur nicht wie ich auf den Jahresnutzungsgrad kommen?


    Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen.

  • Bezogen auf den Heizwert wäre der Nutzungsgrad, wenn die 0,13% und die 6% alle Verluste wären, die auftreten, 93,87%, rund. Du bezahlst aber Brennwert, folglich ist der Nutzungsgrad geringer. Wenn Du genauer sein willst, darfst Du jetzt nicht 11% abziehen, sondern Du musst durch 1,11 teilen, also 84,6%.
    Das stiimmt aber auch nicht, denn Du musst noch weitere Verluste, Stillstandsverluste im Normalbetrieb, sommerliche Kesselverluste wegen der Warmwasserbeeritung usw. hinzurechnen. Dabei kannst Du aber auch unterscheiden, ob Du als Nutzen nur das berücksichtigen willst, was in den Wohnungen ankommt, oder das, was den Kesselraum als Nutzwärme verlässt.


    Ich habe einen Wärmemengenzähler, Ultraschall, installiert und vergleiche mit den vom Gaswerk bezogenen kWh. Auch dabei geht einiges verloren, indem der angegebene Brennwertt nicht stimmt. rechne ich trotzdem hinzu. Am Ende des Jahres habe ich dann, bis auf Schätzung für die Warmwasserbereitung, den Jahresnutzungsgrad.


    Ja, würde mich interessiert, welcher brennwertbezogene Gesamtnutzungsgrad, auch unter Einbeziehung der elektrischen Verluste, sich für eine vollausgebaute Ecopower1.0 ergibt.
    Da herrschten einige Unklarheiten.

  • Moin,


    der Jahresnutzungsgrad ist im pinzip nur der Wirkungsgrad übers Jahresmittel.


    Deine 3 Kessel -einer ist ein Dampferzeuger- sind keine Brennwertgeräte, daher beziehen sich die Wirkungsgradangaben in den Papieren auf Heizwert.


    Es wäre tatsächlich besser Du könntest auf Meßwerte von WM-Zählern zurückgreifen, die Berechnung kann nur ein Näherungswert sein.


    mfg

  • Vielen Dank für die Antwort,


    für mich ist hauptsächlich die Wärme interessant, die den Heizraum verlässt, da für das BHKW ja die selben Rohrleitungsverluste gelten wie für jetztigen Kessel.


    Leider gestaltet sich das mit der Wärmemengenmessung schwierig, da nur ein Gaszähler vorhanden ist, und ein Wärmemengenzähler nicht vorhanden ist. Das wäre aber vermutlich die einfachste Lösung den Jahresnutzungsgrad zu bestimmen.


    Die Abgasverluste sind 7,6 % laut der letzten Messung, bei dem großen Kessel.


    Wie bekomme ich die
    Stillstandsverluste im Normalbetrieb und die
    sommerliche Kesselverluste heraus?


    Edit:
    Erfolgt die Umrechnung der Wirkungsgradangabe auf den Brennwert dann so:
    zb. 0,9/1,11 = 0,81 ?

  • Ja, genau, so. Ich ertappe mich auch immer wieder das ich rechne, zweimal 50% Verlust macht 0% nutzleistung. es sind dann aber 25%.
    Wärememesser werden immer billiger, im Moment liegt der Preis bei sinkenden 120 Euro. für diese sehr großen Kessel deutlich teurer. Gebraucht, nachgeworfen.
    Es wird viel Schmu mit der Genauigkeit getrieben. Die ist meist viel schlechter als angegeben. Der Wärmemesser darf deshalb nicht allzusehr überdimensioniert werden. Anhaltswert: das Ding braucht 20% des Pumpendrucks auf. Bei den von mir installierten, teureren Ultraschallmessern ist er um einiges gerimnger.


    Hochempfimndlich sind die Teile gegen Verschmutzung. Während ich in den Niederlanden fast nur sehr saubere Anlagen vorgefunden habe, sie werden oft von Ingenieuren installiert und sind sehr einfach, ähneln die Heizsysteme bei und oft Kloaken. Seit Jahren entschlamme ich regelmäßig einige Fußbodenheizungen, obwohl das letzte Eisenteil längst entfernt ist. Einen fetten Wasserfilter vorschalten! Magnet hineinlegen.


    Also, ich kann nur dazu raten, Montage ist denkebar einfach. Für eigene messung braucht man nur Reinigung, keine Eeichung, die gut 5 Jahre hält, danach Wegwurfartikel, gut genug für uns. In der Meeresbucht. Batteriewechsel: software futsch, finito, oder lückenlose Fremdversorgung.

  • Aber ist es denn überhaupt notwendig, den Jahresnutzungsgrad so genau (durch Messungen) zu bestimmen?
    Bei dem Objekt handelt es sich um einen Industriebetrieb, bei dem ich nicht so ohne weiteres mit der Heizung rumspielen kann.


    Bei meinem privaten Heizung wäre das kein Problem, vor allem mit den gebrauchten wärmemengenzähler.


    mrtux
    Wieso haben die NT-Gaskessel so einen niedriegen JNG? Hier geht doch die meiste Energie über das Abgasverloren, was bei mir ca 7,6 % bei dem großen Kessel sind. Abstrahl- und Bereitschaftsverluste sind doch bei NT-Kesseln gering. Genau darin liegt ja auch der Vorteil diess Kesselbauweise.


    Ich hab ein excel-tool zur Betimmung gefunden, kann ich das verwenden?


    Das Tool:
    https://www.google.de/url?sa=t…W9A&bvm=bv.43828540,d.Yms

  • Moin,


    ja das Excel passt. Du mußt nur darauf achten das Deine Eingabewerte (gelbe Felder) so genau wie möglich sind.


    Die 1.800.000kWh sind schon Heizwert?? Wir reden doch von Gas weil im Excel Öl steht ???


    mfg

  • Die Eingaben die in diesem Excel-file gemacht sind stammen nicht von mir, das sind nur beispielsangaben :)


    Zu den Betriebsbereitschaftszeiten liegen mir leider keine Angaben vor, ich weiß nur, dass max 2 Kessel gleichzeitig laufen..

  • Bei Nt Kesseln gibts auch Stillstandsverluste.
    Und es kommt auf den Kessel drauf an.
    Gebläsekessel sind deutlich besser als athmosphärische Gaskessel in NT Bauweise.


    Aber der meiste "Verlust" kommt durch Taktproblematik zusammen, da in Brennerstillstandszeiten der Schornsteinzug die Wärme regelrecht aus dem Kessel saugt, bei athmo Kesseln deutlich schneller und mehr als bei Gebläsekessel.

    Hallo, RWE,EON, Vattenfall und EnBW
    ich habe jetzt meinen eigenen Meiler im Keller(MUHAHAHAHAHAAH)

  • Moin,


    für den Dampferzeuger dürften es sowieso nur geringe Stillstandszeiten geben, der wird sicher dauernd für Prozesswärme benötigt.


    Die beiden größeren Kessel sind sicher kaskadiert. Gibts denn wirklich keine Logs zb. einer übergeordneten Gebäudeautomation aus denen die Kessellaufzeiten hervorgehen??


    mfg

  • Prozesswärme ist nicht vorhanden, nur teilweise für Warmwasser/Duschen. Dort gibts nämlich auch viele Durchlauferhitzer.


    Leider hab ich jetzt keinen Zugang zu Kesselbüchern