Mini-BHKW für 2 Familienhaus?

  • Hallo!


    Wir beschäftigen uns nun seit Wochen mit den Themen Heizung, Strom, Dämmung,…


    Zum einen wegen hohen jährlichen Kosten für Heizöl und Strom, zum anderen weil unsere Heizung in die Jahre kommt und ich eine "Schnellschusslösung" vermeiden möchte, wenn die Heizung kaputt geht. Lieber etwas „geplanter“…


    Wir haben vor 4 Jahre aus einem sehr großen EFH, ein Zweifamilienhaus gemacht, welches von meinen Eltern (halbes EG und 1 Kellerraum) und von meiner Familie (halbes EG und komplettes OG) bewohnt wird.


    Ich bin durch das Web „einmal hoch und wieder runter“ gesurft, habe mit meinem Heizungsbauer und einem Energieberater gesprochen und möchte von vornerein erstmal gar nichts ausschließen und alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.


    Der Heizungsbauer kennt sich nicht mit allem aus und sagt entweder Öl-Brennwert oder Pellets, der Energieberater will dämmen, dämmen, dämmen, auf die Frage der Amortisierung der immensen Kosten durch eine Dämmung unseres Hauses geht er nicht so richtig ein.


    Deshalb habe ich mich nun selbst mit so ziemlich allem beschäftigt, was ich gefunden habe: Brennwert (Öl und Flüssiggas), Pellets, PV, Solarthermie, Wärmepumpen (Luft und Erde) und da wir in der Pfalz direkt am Wald wohnen, sogar mit Holzvergasern.


    Da unser 2. Heizkreis für Heizkörper eine höhere Vorlauftemperatur benötigt, kommen die Wärmepumpen eher nicht in Frage, Heizen mit Holzscheiten ist uns zu aufwendig, PV kommt wegen hoher Verschattung durch einen Berg nicht in Frage.


    Bei uns im Dorf gibt es kein Erdgas, wir hätten durch einen großen Garten und ein geplanter Abriss eines Außenschwimmbades aber grundsätzlich die Möglichkeit einen Flüssiggastank zu „verbudeln“.


    Ich hab viele Internetseiten und Portale besucht und fühlte mich hier gleich richtig gut aufgehoben, weshalb ich mich (wozu ich normalerweise nicht tendiere) tatsächlich für ein Posting entschieden habe.


    Bei einem so wichtigen Thema und der damit verbundenen Investition, möchte ich tatsächlich gerne unterschiedliche Meinungen einholen und ich glaube da bin ich hier genau richtig, wenn es um die Überlegung geht, ob ein Mini-BHKW für uns eine sinnvolle Alternative wäre.


    Vom Thema Dämmen sind wir übrigens grundsätzlich abgekommen, weil wir eigentlich nur am Dach was Sinnvolles machen könnten.
    Das Haus ist verklinkert, da ist also keine Dämmung möglich (es sei denn durch Einblasen von Dämmstoffen in den Zwischenraum).


    Unsere Fenster (Hefesta) „fühlen“ sich noch gut an und eine Amortisierung für den Einbau von insgesamt 23 neuen Fenstern (ohne Dachfenster) ist glaube ich nicht so schnell zu erwarten.


    Was wir grundsätzlich machen möchten, ist die Dämmung des Dachs in den OG-Zimmern nach und nach zu verbessern (Aufdoppelung der Sparren, neue Dämmung, neue Dachfenster). Wir haben das bereits im Kinderzimmer gemacht, aber nur aus Wohlfühlgründen, da es im Winter teilweise schon gezogen hat.


    Direkt noch eine Frage zum BHKW: Batterien um den Strom zu speichern und damit den kompletten Eigenbedarf zu decken, sind wahrscheinlich immer noch zu teuer, oder? Ich habe da im Internet nur „alte Infos“ gefunden und da tut sich ja immer schnell mal was.
    Denn das wäre ja grundsätzlich bei einem eigenen BHKW eine super Sache. :)


    Hier die Infos zu unserem Haus, wenn ich was vergessen habe oder weitere Infos nötig sind, einfach melden…


    Verbrauchsdaten
    Jährlicher Stromverbrauch: 8.500 kWh


    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 4.800 Liter Heizöl


    Derzeitige Heizung
    Energieträger der Heizung: Heizöl


    Alter und Typ der der Heiztechnik: 24 Jahre alter Buderus S 315 T Kessel mit Hansa Blau-Brenner MB40.2 aus 2010 (Kessel hat 36-43kW, Brenner 26-35kW). Kessel ist überdimensioniert, da früher ein Schwimmbad betrieben wurde, welches aber vor 10 Jahre außer Betrieb genommen wurde, deshalb haben wir vor 3 Jahren auf einen kleineren Brenner gekauft.


    Art der Warmwasserbereitung: über die Zentralheizung


    Pufferspeicher, Solarthermie: 165 Liter Pufferspeicher in Kessel eingebaut, keine Solarthermie, keine PV
    Temperaturen der Heizkreise:
    Kreislauf EG (Fussbodenheizung): ca. 35-40°, Kreislauf OG (Heizkörper): ca. 75-85°


    Hydraulischer Abgleich: vor 2 Jahre durchgeführt (allerdings etwas „halbherzig“ durch den Heizungsbauer)

    Art der Heizkörper: OG Heizkörper (Plattenheizkörper), EG Fussbodenheizung (beides Baujahr 1990)

    Wir haben noch einen Kamin im Wohnzimmer, welcher aber nur aus Wohlfühlgründen vielleicht 20x pro Winter genutzt wird.


    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner:
    EG und OG je 130qm, also 260qm, 6 Personen

    Art und Baujahr der Immobilie: 2 Familienhaus, 1990 gebaut (verklinkert)


    Erfolgte Modernisierungen: 1 Zimmer im OG neu gedämmt (siehe Text oben)

    Weitere geplante Modernisierungen: evtl. weitere Zimmer im OG dämmen (siehe Text oben)

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: ja


    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: nein


    Ich freu mich auf Eure Meinungen...


    Viele Grüße,
    Kai

  • Hallo Kai,
    bei diesem Verbrauch ist der ECO-Power 1.0 von Vailand mal richtig in Bewegung.
    Dieser stelt in der Std. 1kWh el. her welches dein Haus im Jahresdurchschnitt in der Std benötigt.
    Ich klaube dieser wird es demnächst auch als Flüssiggasvariante geben.
    ca.15kw-Heizung einbauen
    Pufferspeicher mit Frischwassersysthem
    Hydraulischerabgleich gleich mit berechnen lassen kostet nicht mehr viel falls die Hartware vorhanden ist.
    Holzofen ab 4-5Grat einschalten.
    In Sachen Akkus ist es meiner Meinung nach 2 kwh Leistung ausreichend.Diese soll 1kwh in der Std abgeben können 1kWh Schonung der Battery. Energie steht ja immer zur Verfügung. Sollte der Wärmespeicher voll sein so kann diese Anlage nicht mehr Strom herstellen.
    Für mich sollte der Akkus nur Modulierend eingesezt werden. Bei Niedrige Stromzeiten Speichern bei hohe Spitzen Verbrauchen. Bei vollen Akkus KWK ausschalten.


    Gruß
    Pfleger

  • Was wir grundsätzlich machen möchten, ist die Dämmung des Dachs in den OG-Zimmern nach und nach zu verbessern (Aufdoppelung der Sparren, neue Dämmung, neue Dachfenster).

    Das sollte eigentlich den Vorrang vor allem anderen haben. Bei einem Bj 1990-Haus mit 260 m² Wfl. sind 4.800 liter Öl schon heftig. |__|:-)

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


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  • Zitat

    Bei einem Bj 1990-Haus mit 260 m² Wfl. sind 4.800 liter Öl schon heftig.


    In der Tat... Wir hatten 4600 Liter bei 280m², allerdings ist das Haus von 1976.
    Dabei heizen wir die Räume auf 22° und nicht auf 20° wie es oft angenommen wird.
    Nur mal so als Vergleichswert für den Threadsteller...