Eigenbau: Farymann 15W435 als Basis für BHKW geeignet?

  • Hallo,


    nachdem mir der Motor von meinem PÖL - BHKW kaputt gegangen ist suche ich nun nach einer viel kleineren Alternative. Ich bin dabei auf obengenannten Motor gestoßen, der in der Bucht angeboten wird. Es ist ein wassergekühler Motor mit angeflnschtem 2 KW Stromgenerator mit 28 VDC, aus BW - Beständen.


    Nun frage ich mich, oder besser euch, ob dieser Motor als Basis für ein Mini - BHKW herhalten kann. Die 28 V wären für mich auch deshalb interessant, weil ich bereits eine Uralt PV Anlage installiert habe, die mir 24 V Batterieen lädt.


    Kann man von diesem Motor überhaupt eine nennenswerte Laufleistung erwarten und ist der Pöl - fähig?


    Das wars fürs erste,Danke, Georg

  • Ich würde bedenken, dass Diesel für ein BHKW steuerfrei ist und würde dann alles andere tun, als Pöl zu verwenden. Mindestens doppelt so oft muss man das Öl wechseln und den Motor zwecks Reinigung auseinanderbauen. Die Haltbarkeit geht weit unter die Hälfte zurück und die Frage ist, ob der Aufwand lohnt. Ansonsten wäre der Motor wohl geeignet. Wasserkühlung, der Abgaswärmetauscher und Katalysator fehlen.
    Ersatzteile dürften kein Problem darstellen. Vielleicht lässt sich ein Teil des Diesels durch Erdgas(oder Biogas?) ersetzen? Dann könnte man, als "Zündstrahler" betrieben, auch an Brennwertnutzung denken.
    Vielleicht mögen die Nachbarn ja Pommesgeruch?
    Gerne würde ich mitexperimentieren, hier in Krefeld habe ich sonst keine Gelegenheit dazu.
    Also, die Pöler sind inzwischen so ziemlich alle davon abgekommen, Pöl zu fahren. Am besten dort mal nachfragen, wie lang die Farymann - Einspritzpumpe hält. Bosch am besten, davon aber nur die uralten Reihenpumpen. Die Farymänner haben meist Bosch.
    Ansonsten, schönes Spielzeug. Wir helfen, falls örtlich erreichbar, da wir, genau wie Du, Interesse an den Ergebnissen haben. Ort dann:etwas südlich von Düsseldorf. Umbau auf Gas, das wäre doch auch was?

  • Besten Dank für die Antworten,


    es hat schon so seine Gründe, warum der Motor mit Pöl laufen soll, das ging natürlich aus meiner Frage nicht hervor.


    Zu allerallererst kann ich jetzt den Dänen nicht in den Rücken fallen mit Gas und Heizöl


    Ich bekomme auf der Arbeit gebrauchtes Frittieröl für lau. Das muß wohin, warum also nicht zu mir? Pöl kaufen kommt überhaupt nicht in Frage, das ganze wird nur halbwegs wirtschaftlich, weil ich die Leitungen im Haus schon liegen habe.


    Ne gebrauchte Staplerbatterie oder ähnliches müßte ich mir noch suchen, der Rest ist ja schon installiert, WR z.B.


    Und ein Elektroauto das was auf sich hält will auch keine fossilen Brennstoffe, oder?


    Gruß Georg

  • Die Ersatzteile sind relativ preiswert und erhältlich.
    Für mich spricht alles gegen eine Batterie, mehr für eine Wärmepumpe. Im Sommer findest Du genug Verbraucher, um die Brauchwassererwärmung zu ermöglichen.
    Ich fahre mit meinem Saxo ca 8000km im Jahr und verbrauche dabei 1200kWh.
    Wenn Du ein Elektroauto laden willst, kann man den Generator passend umwickeln. das gibt einen ganz ordentlichen Wirkungsgradgewinn.
    Jetzt stehen einigen meiner Elektroautokollegen die Haare zu Bergen. Schlimmer gehts für die nicht, elektrisch fahren und dann mit Verbrenner laden...
    Immerhin ist dann die kWh Strom für Dich 28 Cent wert. Damit kannst Du schon Deine Unkosten bestreiten, wenn der Wartungsaufwand auf 1000 Stunden unter 560 Euro liegt, falls der Farymann 2kW elektrisch leistet. Wenn Du dann auch noch mit dem Kühlwasser Warmwasser und Heizung versorgst...
    Da Du vermutlich keine Förderung bekommst, hast Du kein Problem damit, wenn die Kiste die meiste Zeit stillsteht. Außerdem fällst Du niemendem zur Last, vorausgesetzt, Deine Nachbarn sind pommes-Liebhaber.
    Bringe ihnen sonst gelegentlich welche vorbei!


    Alikante, ist eine Förderung in solch einem Fall völlig ausgeschlossen?
    Wenn ich Peter Altmaier hieße, würde ich genau das, ohne Batterie, unterstützen. Allenfalls einen Zuschuss zur Elektroautobatterie. Die muss eh vorhanden sein und bringt effektiven Nutzen.
    Also, ich finde es gut und würde mich über weitere Berichte freuen, falls Du dich entschließst.
    Also, wenn Du in der Nähe wohntest, würde ich mich gerne beteiligen...

  • Moin

    Alikante, ist eine Förderung in solch einem Fall völlig ausgeschlossen?

    2x denke Ja. Keine Impulsförderung weil Eigenbau. Keine KWK Zulage weil Zulassungsverfahren mit Sachverständigengutachten nicht lohnt.


    mfg

  • Hallo,


    bei dem alten 20 kva Generator sah die Betriebsweise so aus: Nachmittags Motor anschmeißen, Großverbraucher wie Waschmaschine, Spülmaschine etc in Gang setzen und gleichzeitig ne Staplerbatterie 24 V mit 120 A laden. Gleichzeitig die Pufferspeicher für Heizung und Brauchwasser aufheizen. Den Motor nach ein paar Stunden wieder abstellen,nun übernimmt der 2 Kw WR die Stromversorgung im Haus, ein Großverbrauch findet nicht mehr statt. Am nächsten Nachmittag alles wieder von vorne.


    Speziell im Sommer habe ich mir aber mit der Motorabwärme den Wirkungsgrad der thermischen Solaranlage ruiniert, im tiefen Winter mußte der Holzheizkessel der Zentralheizung trotzdem angeworfen werden, das Holz hierfür bekam ich in Form von Einwegpaletten nachgeworfen. Da fängt man natürlich auch an zu rechnen und das bei Pölpreisen unter 90 Ct.


    Der 20 Kva Generator ist Geschichte, die Staplerbatterie ebenso. Mein CO2 - Fußabdruck ist für mich ein Antrieb in dieser Richtung was zu machen, was wiederrum schwierig wird. Ich heize komplett mit Holz bzw. Solaranlage, der Strom kommt von Schönau. Da kann ich mich kaum noch verbessern - in dieser Hinsicht.


    Trotzdem bin ich nicht zufrieden mit meinen Verhältnissen. Ich würde mal gerne weg von fossilen Brennstoffen, was in meinem Fall heißt: PV Anlage, thermische Solaranlage, Holzheizung,Klein - BHKW, Haus dämmen, Energie effizient einsetzen. Da möchte ich gerne mal hin. Finanziell rechnen auf Heller und Pfennig muß sich das nicht unbedingt, kann leider mit Geld auch nicht um mich werfen.



    So ungefähr,


    Georg

  • Du bist nur keine trübe Tasse und hast deshalb keine Qualifikation. Trübe Tassen sitzen in der Regierung und haben eine.


    Wenn ich das so betrachte, ist ein preiswertes BHKW ohne Fördermöglichkeit vorteilhafter, weil es die meiste Zeit stillstehen kann und so wenig Wartung kostet. Es wird nur dann angeworfen, wenn es wirklich lohnt und man muss nicht die Stunden auf Kosten der Allgemeinheit füllen, um Rentabilität nur für den Betreiber selbst zu erzielen. Es ist ein Unterschied, ob einen das BHKW nur 1000 Euro oder 15000 Euro kostet.
    Mein Elektroauto würde im Schnitt täglich mit 3kWh geladen, das reicht für das Laden zuhause. Den Rest lade ich unterwegs, meist bei Freunden und die bei mir, wenn ich sie besuche.
    Eine Wärmepumpe wirkt sich sehr negativ auf das Fördermittelvolumen aus, das habe ich hier gelernt. Bei einem nicht geförderten BHKW ist man völlig frei. Genau wie ich als Linux-User, der ich seit einer Stunde bin.
    Ich muss sagen, ich kann mir nur dazu gratulieren.


    Ja, eine Pflanzenölquelle, kostenlos, habe ich auch. Nur keine Möglichkeit, sie sinnvoll zu nutzen. Verteilerdieselpumpen und common rail sind einfach ungeeignet.
    Was sagt eigentlich ein Ölbrenner der Heizungsanlage zu Pflanzenöl?
    Ich habe einmal mit einem Ölofen und Pflanzenöl experimentiert. Den bekam ich hin zum Blaubrenner, ohne jeden Ruß und extrem wenig Asche.
    Wie? Einfach die Luftzufuhr in Richtung Lambda 1 reduziert.Nachteil: windempfindlich. Damals bekam man die Lambdasonden noch nicht.


    Das Blaubrennen funktioniert in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit im Dieselmotor nicht. Der rußt dann, leider.
    Mit Gas funktionierts und das verträgt auch mehr Kompression, dann mit dem Wirkungsgrad eines Dieselmotors.


    Aber 0 Cent Pöl und 28 Cent plus zweifache Menge Wärme für 1kWh Strom, davon kann jeder in Verträgen , Kostenschrauben und Bürokratismus eingebundene BHKW-Sklave nur träumen. Dazu das reine Gewissen gegenüber der sonst abkassierten Allgemeinheit...

  • Verteilereinspritzpumpe verträgt sich durchaus mit Pöl! Mein Golf 3 mit AAZ - Motor, also Vorkammerdiesel mit Verteilerpumpe, ist selbst mit gebrauchtem Frittenöl hervorragend damit zurechtgekommen. Ês war ein Eintank - Umbau und bis -10°C funktionierte das. Der Rost hat uns dann geschieden, leider. Das muß aber eine Boschpumpe sein, Densopumpen geht wohl nicht so gut.


    Pölbrenner für Heizungen gibts wohl. Im grünen Forum, FMSO.de, gibts Leute, die sich damit schon auseinandergesetzt haben. Ich glaube, das wird mit Druckluft vernebelt.



    Gruß Georg

  • Damit hatten schon Otto und Diesel experimentiert. Diesel:Vorheizung, Zerstäubung durch Flüssigkeitsdruck und anschließend nochmal durch Einblasen von Pressluft, ja, das ist ein guter Tip.
    In meinem Ölofen konnte ich ohne solche Hilfsmittel ohne großen Ascheanfall sehr sauber Pöl verbrennen. Wir könnten hier an sehr große Mengen gebrauchtes Pfanzenöl kommen, das wir gerne in Nutzenergie verwandeln würden. Motoren mit hoher Verweilzeit im Totpunkt haben wir schon getestet und überlegen weiter...Ja, ein guter Tip.
    Wenn ich das richtig sehe, sind die doppelt so häufigen Motorölwechsel nur erforderlich, weil das Pöl nicht gut genug verbrennt?
    Idee: wenn ich mir eine Ersatzeinspritzpumpe (Verteiler) besorge, könnte ich den Versuch im PKW nochmal starten...Auch , wenn es nicht billiger kommt, es wäre für die Umwelt gut und es ist kein zu versteuerndes Mineralöl. Sehe ich das richtig?

  • an sehr große Mengen gebrauchtes Pfanzenöl kommen [...] es ist kein zu versteuerndes Mineralöl. Sehe ich das richtig?


    Nein.


    Die Bezeichnung Mineralölsteuer ist historisch und bezieht sich heute auf die Nutzung. D.h. wenn du das Pflanzenöl verzehrst ist es von der Ölsteuer befreit. Geht es in BHKW, PKW oder Ölbrenner ist sie aber fällig. Wenn du das Öl ohne Steueraufschlag direkt vom Bauern beziehst bist du für Abfuhr ans Zollamt zuständig.



    mfg JAU

  • Danke, das ist eine wichtige Information für uns.
    Derzeit wird eine sehr erhebliche Menge Speisealtöl noch kostenpflichtig abgefackelt. Wir wollten noch Energie daraus gewinnen.


    Dann bleibt alles beim Alten.


    Eigentlich sollte Schonung von Energiereserven doch gefördert werden? Hier wird die Vernichtung gefördert.


    Ein Unsinn, erst Steuern erheben und dann wieder durch Förderung rückgängig machen. Allein die vielen Beamten, die dazu durch die Gegend reisen und bezahlt werden müssen...

  • Moin,


    der häufigere Mölwechsel kommt davon: Ob Diesel oder Pölbetrie, es gelangt immer etwas vom Kraftstoff in das Motoröl. Der Diesel wird aber, wenn das Möl heißer wird, wieder verdampft, das Pöl nicht. Das ist ja auch der Grund, warum z.B. eine Dieselstandheizung nicht mit Pöl funktioniert, es liegt an der nicht vorhandenen Fähigkeit zu verdampfen. Bei einem Motor mit Direkteinspritzung ist das noch viel gravierender. Im kaltem Zudstand ist der Eintrag von Pöl ins Möl besonders stark, das polymerisiert dann, als Ergebnis gibts Puddingmöl - Motor kaputt. Deswegen werden Direkteinspritzermotoren im Zweitankverfahren betrieben, also starten mit Diesel, wenn er warm ist, umschalten auf Pöl. Das ist bei Vorkammerdiesel nicht nötig. Der Königsweg wäre, und bei Standmotoren auch umzusetzen, das Pöl erst als Möl zu benutzen und dann dem Motor zur Verbrennung zuzuführen. Grundsätzlich ist das Pflanzeöl das bessere Motoröl.


    Bernd, wenn du doch schon eine Pölquelle hast, der Rest ist doch nicht das Problem. Passende Notstromdiesel gibts doch in der Bucht. Oder wenn es nur ein Motor sein soll: Vorkammer und Reiheneinspritzpumpe, dann den Motor aus einem W124. Damit kannst du doch dein lokales Strom - und Wärmenetz auf die Beine stellen. Andernfalls nehme ich dir gerne was von deinem Pöl ab;)



    Gruß Georg