Jahresdauerline durch monatlichen Ölverbrauch.

  • Hallo,


    ich schildere erst einmal ein paar wichtige Daten. Ich soll eine Heizung(vorzugsweise BHKW und Spitzenlastkessel Holzhackschnitzel) für einen Betrieb auslegen. Dieser Betrieb hat mehrere Gebäude, die geheizt werden müssen. In dem Betrieb kann man allgemeint sagen, dass von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr gearbeitet wird.


    Ich habe von den letzten 9 Jahren für jeden Monat den Stromverbrauch und den Heizölverbrauch. Stromverbrauch ist ca. 3600 MWh/a


    Ich habe folgendermaßen gerechnet:


    1l entspricht in meiner Rechnung 10 kWh.


    Das Problem ist ja, dass über den Tag hin nicht gleich geheizt, also nachts gibt es ja die Nacht Absenkung etc.


    Ich habe jetzt eine Jahresdauerlinie erstellt, aber irgendwelche Rücksicht auf z.B. Nachts, Wochenende und auch nicht auf verschiedene Temperaturen der Tage. Muss ich des den machen, oder diese Grobe Auslegung ausreichbar um verschiedene BHKWs zu kalkulieren und diese dann auf ihre Wirtschaftlichkeit zu untersuchen?


    Daten und Kalkulationen sind angehängt. Die Daten wurden monatlich von 2004-2012 erfasst. Genaueres habe ich leider nicht. Die Daten sind schon von mir gemittelt. Wie sollte ich jetzt am besten vorgehen?


    Für Hilfe und Anregungen bin ich sehr offen.


    Viele Grüße


    Lutz

  • Monatliche Werte sind einfach nicht hoch genug aufgelöst, sofern die Heizlast zwischen 6:00 und 18:00 Uhr nicht konstant ist.
    Wenn das ein größerer Betrieb ist, gibts vom EVU vielleicht nen Stromlastgang. Dann stromgeführt und dicken schwarzen Speicher.


    Allerdings ist Öl auch eher suboptimal...


    tschau

  • Also das BHKW soll mit Gas laufen.


    Den Stromlastgang werde ich am Mittwoch erhalten(, aber soweit ich weiß, wird die minimale Last nicht unter 100kw gehen, also auch nicht am Wochenende). Danach sollte man sich dann richten, oder?




    Also somit 100kW elektrisch, das wäre dann ca. 130-150 kW thermisch d.h. ca. 270 kW BHKW. Also auf gut deutsch die Wärme so "speichern", dass die überschüssige Wärme verloren geht, somit wird ein sehr großer Pufferspeicher benötigt?


    Denkt ihr eine Absorptionskältemaschine würde sich in dem Bereich rechnen?


    Danke nochmals für die Hilfe




    Das Werk besteht dort aus einer Fertigung (brauch keine Prozesswärme) und Büros.

  • Den Pufferspeicher benötigst du, um die überschüssige erzeugte Wärme zu speichern um sie "später" zu verbrauchen. Für nicht genutzte Wärme gibts anteilig auch keinen KWK-Bonus.


    Du kannst den Puffer auch nicht ewig beladen. Vorzugsweise hohen Strombedarf per BHKW decken, bei geringem Bedarf zukaufen und die Wärme aus dem Puffer nutzen. Bei dem Strombedarf wäre es interessant zu wissen, was genau das für ein Betrieb ist.


    Wie hoch ist denn der Wärmebedarf? Heizwärme / Trinkwassererwärmung / Prozesswärme?


    Ab/Adsorptionskältemaschine würde gehen, wenn Kälte benötigt wird. Und auch da müsstest du genau schauen, wie sich der Bedarf über das Jahr verteilt.
    In der Größenordnung gibts sicher AKMs. Frage ist eben, ob der Bedarf da ist.


    Evtl. kann man ja Wärme / Kälte nach links / rechts verklingeln :D


    tschau

  • Also es muss "nur" geheizt werden. Es sind derzeit 2X900kW und einmal 1100 kW installiert( ohne Pufferspeicher). Dies läuft mit Öl und der Jahresverbrauch liegt bei etwa 100.000 Liter also ca. 1.000.000 kWhth. Den Ölverbrauch habe ich monatlich von den letzten 9 Jahren. Ich hätte Zugriff auf die Kessellaufzeit bzw. wie lang pro Kessel Brennerstufe 1 und Brennerstufe 2 lief. Diese Daten sind aber nur ab April 2012 verfügbar, also nicht einmal ein Jahr. Welche Daten wären den noch wichtig bzw. interessant? Vielen Dank für Ihre Hilfe soweit.

  • Hallo,


    es ist soweit, ich habe es hinbekommen eine Jahresdauerlinie zu erstellen ebenfalls ein Stromlastgang am Wochenende und unter der Woche. Habe ich je angehängt. Daraus lässt schließen, dass der erzeugte Strom immer selber eingespeist werden kann. Die Jahresdauerlinie habe ich von Daten ab 27.4.2012 erstellt, also fast ein Jahr, die letzten Tage habe ich vom Oktober übernommen, da der ähnlich wie April verläuft (laut Wetterdaten) und werde sie noch nachtragen.


    Das Lastprofil von der Wärme ist leider nicht sehr gut um ein BHKW auszulegen, also nicht die Grafik (habe dazu noch die einzelnen Zahlen, also kann sehr genau ausgelegt werden) sondern die Daten, da nicht über 5000 Std geheizt wird. Das BHKW wird also zwischen 4000-5000 Laufzeitstunden und eine thermische Leistung zwischen 50-95 kW thermisch liegen, genaueres muss noch bestimmt werden und auch dann eine Wirtschaftlichkeitsprüfung drüber gelegt werden.


    Da komme ich schon zu dem Knackpunkt, da manche Literatur sagt, dass eine Jahresdauerlinie nicht alleine Aussagefähig ist ein BHKW auszulegen, dies aber nicht näher ausführt. Es ist nicht auf die Wirtschaftlichkeit bezogen und auch nicht auf die VDI 3985. Hat jemand eine Idee was die meinen könnten?


    Zu den Frage davor:


    Die Wärme kann man leider nicht "vertickern".


    Das mit der Kälte hat sich erst einmal erledigt, da es zu aufwendig sein wird.


    Vielen Dank für eure Hilfe.


    Grüße

  • Moin,


    über 1/3 des Jahres absolut kein Wärmebedarf?? Halte ich für unlogisch wenn WarmWasser über die Heizung erzeugt wird !! Mach mal bitte aus der geordneten eine Jahreskurve mit Monats/Wochenwerten dann sehen wir mehr.


    mfg

  • Wie oben schon geschrieben, wird nur geheizt also es wird kein Warmwasser für Duschen oder so darüber hergestellt. Dies wird nicht erwünscht und wird über dezentrale kleine Heizkörper gemacht.


    Somit gibt es über 1/3 des Jahres kein Wärmebedarf, da im Sommer nicht geheizt werden muss und auch kein Warmwasser gebraucht wird. Vom 3.5-27.9 liegt die derzeitige Heizanlage still.


    Um nochmal anzumerken, es handelt sich um einen Produktionsstandort.


    Grüße und danke für deine Hilfe

  • Dies war am Anfang ein Thema meiner Bachelorarbeit, aber da die Absorptionskältemaschine sehr sensibel und aufwendig zum Auslegen ist, wurde als extra die Kompressor Einbindung gewählt, sozusagen als 3 Variante

  • Due meinst den Kompressor mechanisch an den Motor koppeln :?: :?:


    Davon halte ich nix, zumal in den wenigsten Fällen Kälte unter 0°C benötigt wird. Ich dachte eher an Lithiumbromid oder Ammoniak um Kälte ( über 0°C ) herzustellen, das hat den Vorteil das "wenig" bewegliche Teile vorhanden sind und keine "Kältetechnik" im eigendlichen Sinne nötig ist.


    mfg

  • Es ist doch aber Käse noch mehr Wärme einzukoppeln wenn gar keine Wärme gebraucht wird!!


    Beantworte mal bitte die Frage - gibt es Kühlaggregate?? Wenn ja welchen Strom brauchen die p.a.



    mfg

  • Deswegen ist es auch eine extra Variante da damit wohl das BHKW wegfallen würde.


    Ich soll 3 Varianten Durchrechnen.


    BHKW mit Spitzenlast je Gas


    BHKW Holzhackschnitzel und Spitzenlast Gas


    und einmal noch Kompressor einbinden mit BHKW bzw. ohne.


    Es gibt Kühlaggregat für die Büros, welche aber dezentral sind. Kälteerzeugung muss ich in meiner Bachelorarbeit nicht mehr beachten.


    Aber nochmals zu dem Knackpunkt von vor paar Tagen : Dass manche Literatur sagt, dass eine Jahresdauerlinie nicht alleine Aussagefähig ist ein BHKW auszulegen, dies aber nicht näher ausführt. Es ist nicht auf die Wirtschaftlichkeit bezogen und auch nicht auf die VDI 3985. Hat jemand eine Idee was die meinen könnten?