BHKW oder doch konventionelle Gasheizung

  • Hallo Experten,


    unsere zwei Gas-Heizungen laufen seit 1997 und die größere von beiden stirbt so langsam. Also muss ich mich in den nächsten Wochen damit auseinandersetzen, wie die für uns optimale Heizungsanlage für die nächsten 20 Jahre aussieht. Ich habe schon vieles in diesem Forum gelesen und ziehe als Alternative zur konventionellen Brennwerttechnik auch ein mini BHKW in Erwägung. Aus den aktuell 2 Anlagen soll jedenfalls eine werden. Ob ein BHKW eine sinnvolle Alternative ist, und sich mit unseren unten beschriebenen Rahmenbedingungen wirtschaftlich betreiben läßt, würde ich gern mit euch klären.


    Zunächst ein paar Infos zu den Rahmenbedingungen. Wir 2 Erwachsene und ein Kind wohnen im Obergeschoß des Wohnhauses. Dieses wird mit einer Gastherme beheizt. Meine Schwiegermutter bewohnt das Erdgeschoß und unser großer Sohn bewohnt eine Wohnung im Nebengebäude, welches von der Heizung des Hauptgebäudes mit beheizt wird. Die Verbräuche für Strom und Gas werden in den nächsten Jahren wohl etwas geringer, da unser großer Sohn evtl. in ca. 1,5 Jahren ausziehen wird und einige Verbraucher (alte Heizung, Warmwasserboiler im Nebengebäude und alte Kühlschränke) werden in der nächsten Zeit ersetzt.


    Verbrauchsdaten
    Jährlicher Stromverbrauch: 6.500 – 7.000 kWh
    jährlicher Brennstoffverbrauch: Wohngebäude Obergeschoß = 10.060 kWh
    Wohngebäude Untergeschoß + Nebengebäude = 25.700 kWh
    Summe = 35.760 kWh
    Derzeitige Heizung
    Energieträger der Heizung: Gas
    Alter und Typ der Heiztechnik: Erdgeschoss: Viessmann Rexola-biferral-RN RBR 18, Baujahr 1994, Wärmeleistung 18 kW
    Obergeschoß: Vaillant Thermoblock VC 112 E, Wärmeleistung 10,5 kW, Baujahr 1994
    Art der Warmwasserbereitung: Im Erdgeschoß zentrale Warmwasserbereitung; Obergeschoß 5l Boiler in der Küche ansonsten Zentral;
    Nebengebäude großer Elektroboiler
    Pufferspeicher, Solarthermie: Pufferspeicher ???, Solarthermie nicht vorhanden
    Temperaturen der Heizkreise: ???
    Hydraulischer Abgleich: Noch nicht durchgeführt
    Art der Heizkörper: Plattenheizkörper


    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: Wohngebäude - Erdgeschoß von 1 Person bewohnt und ca. 90 m2 beheizte Fläche
    Nebengebäude: mit der gleichen Anlage beheizt ca. 40 m2 beheizte Fläche von 1 Person bewohnt
    Wohngebäude: -Obergeschoß von 3 Person bewohnt und ca. 61 m2 beheizte Fläche
    Art und Baujahr der Immobilie: Das Wohngebäude wurde ca. 1903 teilunterkellert gebaut. Die ca. 44 cm dicken Außenwände im Erdgeschoss bestehen aus Ziegelmauerwerk und verjüngen sich im Dachgeschoss auf 34-28 cm.
    Das Nebengebäude wurde 1987 gebaut. Ein Kellergeschoss ist nicht vorhanden. Die ca. 28 cm dicken Außenwände bestehen aus Ziegelmauerwerk. An der Nord- und Ostseite des Gebäudes wurde eine Dämmung aus Polystyrol 5 cm dick angebracht. Die Wärme für die Heizung des Nebengebäudes wird vom Gas-Heizgerät im Erdgeschoss des Wohnhauses erzeugt. Gegenwärtig wird nur ein Raum des Nebengebäudes beheizt. Das Warmwasser im Nebengebäude wird mit einem Warmwasserbereiter erzeugt.


    Erfolgte Modernisierungen: Wohngebäude = im Jahr 1980-81 um- und ausgebaut, Dach wurde 1999 neu gedeckt, Dachboden gedämmt
    Nebengebäude = Dachgeschoß wurde gedämmt


    Weitere geplante Modernisierungen:
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: Muss ich noch prüfen.
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: nein



    Vielen dank für Eure Kommentare und Meinungen.

  • Hallo,
    nach den Verbrauchswerte kommt der ECO1.0 von Vailland in Frage.
    Der Stromverbrauch sollte aber nicht viel niedriger werden.
    Sollte der Stromverbrauch viel niedriger werden wie es geplant ist so eher nein.
    Heizungen raus.
    18kW Therme rein. Oder Perlitz. Der rest dürfte Überdementioniert sein wie fast überall.
    Gruß
    Pfleger

  • Hallo Pfleger,


    vielen Dank für deine Antwort. Könntest du bei deiner Aussage "Der Stromverbrauch sollte aber nicht viel niedriger werden." etwas präziser werden. Was ist viel? Bei welchem Stromverbrauch ist der ECO1.0 denn wirtschaftlich zu betreiben?


    Was ich noch nicht erwähnt habe. Ich betreibe 2 Photovoltaikanlagen. Eine 5,06 kWp Anlage, die im Dezember 2009 in Betrieb ging und deren Ertrag ich derzeit voll in Netz einspeise und dazu noch seit 2011 eine kleinere 2,53 kWP Anlage bei der wir ca. 1.500 kWh selbst verbrauchen und 850 kWh ins Netz einspeisen.


    Es wäre schön, wenn sich noch ein paar andere Experten zu Wort melden würden. Demnächst möchte ich Angebote von Fachfirmen einholen und mit diesen Gespräche führen. Gibt es von eurer Seite Hinweise, was ich dabei unbedingt beachten sollte?


    Ein schönes Wochenende wünscht Kaffe

  • Hallo Kaffe,
    leider hat sich noch niemand gemeldet.
    Zur Vergütung von KWK-Anlagen gibt es 2 verschiedene Möglichkeiten.
    1:
    KWK-Zulage 5,41Cent je kWh, und über EEX vermarkten KWK-Index zwischen 4,37aktuell-6Cent siehe Link http://www.eex.com/de/
    tentens sinkend.
    Ausgaben: Energiekosten, Wartung und Abschreibung.


    2:
    5,41Cent je kWh und eigene Vermarktung von z.B. einer Einsparung von ca. 26Cent siehe Stromrechnung.
    Ausgaben: Energiekosten, EEG eventuell, Wartung und die Abschreibung. Ich hoffe ich habe nichts vergessen.


    Natürlich kann das ganze auch kombiniert werden. Der Strom der nicht gerade benötigt wird sofort eingespeist. Der rest selber benuzt. Der restliche benötigte Strom wird normal eingekauft.


    Nun kannst du selber rechnen je höher der Eigenverbrauch desto besser die Renndiete.
    Solltest du nun richtiger weise Strom einsparen so geht der Gewinn nach unten oder geht in den Verlust hinein.
    Es soll so viel wie möglich Wärme aus der KWK-Anlage thermisch gewonnen werden.
    Gruß
    Pfleger

  • Ich will es kurz machen,


    ich möchte zunächst KEINE Produktempfehlungen, sondern ein Excel Tool zu Berechnung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW's.
    Dies sollte die jährlichen Ausgaben, Einnahmen, Förderungen und Ersparnisse pro Jahr für die nächsten 10 Jahre jeweils separat aufzeigen.



    Verbrauchsdaten des 2 FH:
    800 Euro Strom p.a.- rd. 2.900 kWh auf der Stromrechnung (wird vermutlich auf 4.000 kWh steigen)
    1800 Euro Gas p.a. (Gaskesselheizung mit 300 L Warmwasserspeicher) - rd, 26.600 kWh auf der Gasrechnung


    Ich plane i.M. zeitgleich eine PV Anlage mit 5,5 kwP


    Ein BHK erzeugt im Sommer halt keinen Strom, dafür aber die PV Anlage um so mehr.
    Eine PV Anlage produziert im Winter kaum Strom und in der Nacht schon mal gar nicht.
    Stromspeichersysteme in der Größenordnung (24h Verbrauchspuffer) schlagen z.Zt. mit 10.000 - 18.000 Euro zu Buche.
    Im Haus sind Heizkörper installiert.
    Der Bedarf an Wärme und Strom (jeweils Grund- und Maximallast) unterscheiden sich halt je nach Jahres- und Tageszeiten.



    Ziele:
    - möglichst Vollversorgung mit Strom (Sommer wie Winter)
    - möglichst Vollversorgung mit Wärme (Sommer wie Winter)


    - Ich möchte mit dem Excel herausfinden in welchem Ausmass sich Investitionen in BHKW und Solar PV sich rechnen.


    Ich freue mich schon heute auf die Antworten.


  • Steve
    das bhkw macht abends strom für das warmwasser im sommer..wenn die sonne nicht scheint ;-_
    mit bhkw und pv kannst du deinen strombedarf 60-70 % abdecken.. ( bei 4000 kwh stromverbrauch )
    bei deinen gaskosten kannst du auch um mind. 400 euro sparen
    ca. 6000 std./jahr sollte dein bhkw schon laufen


    gruß db

    db Strom Wärme Wasser
    16356-Werneuchen-Wegendorfer Str. 51
    zertifizierter Vaillant ecoPOWER-Partner
    BHKW: ecoPower 1.0 PV: 26,2 kWp HV: Fröling S4
    geplant für 2014: Vaillant Brennstoffzelle

  • Bei dem Verbrauch kommt nach meiner Meinung nur das Eco1.0 in Frage.


    Aber auch da wär ich ganz vorsichtig:
    Entscheidend ist Deine Grundlast und die halte ich bei den ganzen Elektroboilern für fragwürdig!


    Rechne es wirklich ganz genau nach und sei Dir bewusst, dass Du mit jeder eingespeisten kWh im Vergleich zu einer optimal laufenden Therme draufzahlen wirst ...

  • Hallo Experten,


    heute hatte ich mal frei und ich konnte mich intesiver mit dem Thema BHKW befassen. Mir raucht der Kopf und ich werde wohl noch einige Wochen brauchen bis ich einen Entschluss gefasst habe. ?(


    Noch ein paar Infos: Stromverbrauch ingesamt beträgt ca. 7.200 kWh. Unsere kleine PVA erzeugte in 2012 2.765 kWh und davon haben wir 1.794 kWh. Damit bleiben unterm Strich ca. 5.406 kWh pro Jahr Stromverbrauch. Mein Älterster wird nächtes Jahr zum Studium gehen und damit wird Gas und Stromverbrauch noch etwas sinken.


    Unser Heizungsbauer hat mir heute den ecoPOWER 1.0 empfohlen. Kosten ca. 10 TEURO mehr als konventionelle Brennwerttechnik. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung schaut auf den ersten Blick gut aus. Wahrscheinlich wird sich aber der Jahresstromverbrauch auf ca. 4.000-4.500 kWh und der Jahreswärmebedarf auf ca. 33.000-35.000 kWh reduzieren. Obs dann noch wirtschaftlich ist, muss ich noch rauskriegen.


    Vielleicht meldet sich ja noch der eine oder andere Erfahrungsträger.


    Ein schönes Wochenende wünscht,
    Thomas

  • Ich seh es so:


    Der Mehrwert ist der Strom und muss damit die Mehrkosten rechtfertigen.


    Mehrkosten sind Anschaffung, Wartung und erhöhter Brennstoffverbrauch.


    Ich geh mal optimistisch(!) von einer 60.000 Stunden Lebensdauer aus, in der Du ca. 3500,- Euro Vollwartung zahlst.
    Mit den Mehrkosten Deines Heizungsbauers (halte ich allerdings für zu gering) kommst Du da auf 13.500,- Euro.
    Teilen wir das mal durch die 60.000 Stunden so hast Du da schon mal ca. 22,5 ct pro kWh Strom an Kosten.


    In diesem Beitrag hab ich vorgerechnet, dass man mit ca. 10ct pro kWh zusätzlicher Brennstoffkosten rechnen sollte !


    Ziehen wir noch die 5ct KWK-Zuschlag ab, dann bist Du bei 22,5+10-5 = 27,5ct pro kWh Strom !!!


    Wenn Du Ihn komplett selbst verbrauchst wäre das aus meiner Sicht gerade OK.


    Sobald Du einspeisen musst, ist er quasi verschenkt ...


    ... so wie Du Deine Situation beschreibst wären 2000 kWh Eigenverbrauch schon sehr, sehr optimistisch !

  • Moin

    Wahrscheinlich wird sich aber der Jahresstromverbrauch auf ca. 4.000-4.500 kWh... reduzieren

    das ist wirklich nicht viel, rein wirtschaftlich betrachtet ist unter diesen Umständen ein Motor-BHKW nicht zu empfehlen.


    Der Vollwartungsvertrag ist zu niedrig angesetzt über 10Jahre werdens wohl eher 4500-5000€ werden, wobei die Lebensdauer hier egal ist denn der Vertrag deckt alles ab.


    Wie setzen sich die Mehrkosten zusammen?? Wurde ein Paket angeboten oder soll der alte Kessel als SLK drin bleiben ( macht denke ich bei 35000kWh mehr Sinn auf neue Brennwerttechnik zu gehen! ).


    Für Deine Anlage würde ich lieber eine Stirlingtherme oder den Whisper empfehlen - aber leider gibts bei den Thermen Probleme und das der Whisper nochmal wieder kommt ist aktuell nicht zu erwarten.


    mfg


  • denke schon das es sich auch bei 4000 kwh lohnen tut, ich hab auch nicht mehr und komme auf 60% -70% verbrauch an laufzeit anpassen..


    alikante
    bist du sicher das vaillant wirklich alle teile incl motor übernehmen tut ? in den vertrag der mir vorliegt steht es nicht eindeutig drin... ;-_
    was ist im schadensfall ? erstmal bezahlen und dann geld einklagen ?


    gruß daniel

    db Strom Wärme Wasser
    16356-Werneuchen-Wegendorfer Str. 51
    zertifizierter Vaillant ecoPOWER-Partner
    BHKW: ecoPower 1.0 PV: 26,2 kWp HV: Fröling S4
    geplant für 2014: Vaillant Brennstoffzelle

  • Moin,


    ja da ist alles bei, deshalb nennt es sich ja "Vollwartungsvertrag mit Funktionsgarantie".


    Der einzig wackelige Punkt sind die jedes Jahr neu festgesetzten Preise - ist wie bei jeder Versicherung, wird im laufenden Jahr viel reguliert wirds nächstes Jahr für alle teurer.


    mfg

  • Hallo,


    es gibt (mindestens) zwei verschiedene Wartungsvereinbarungen: Entweder nur für den ecoPower 1.0 oder für das Gesamtsystem mit Spitzenlastgerät, Pufferspeicher und Trinkwasserstation. Für die Kalkulation der Mehrkosten im Vergleich zu einem normalen Gas-Brennwertgerät würde ich nur den "kleinen" Wartungsvertrag ansetzen (wurde uns angeboten für 332 Euro netto), denn das sind ja Kosten die man bei konventionellen Geräten nicht hätte. Wir haben aber den Vertrag fürs Komplettsystem abgeschlossen für 500 Euro netto.


    Der einzig wackelige Punkt sind die jedes Jahr neu festgesetzten Preise - ist wie bei jeder Versicherung, wird im laufenden Jahr viel reguliert wirds nächstes Jahr für alle teurer.


    In unserem Wartungsvertrag steht:


    Zitat

    Zur Deckung allgemeiner Kostensteigerungen sowie Lohnkostensteigerungen im Besonderen erhöht sich der Wartungspreis jährlich um jeweils 2,5% des zuletzt
    geltenden Wartungspreises. Der Nachweis sowie die Geltendmachung höherer oder niedrigerer (Lohn-)Kostensteigerungen bleiben den Vertragsparteien unbenommen.


    Damit hat man zur Kalkulation schon mal einen ersten Anhaltspunkt, aber Du hast Recht: Falls es massive technische Probleme mit den eco 1.0 geben sollte, könnte der Wartungspreis tatsächlich mehr als 2,5% steigen.


    Viele Grüße


    Dirk