Bhkw-welche Dimension?

  • Hallo,



    auf der
    Suche nach Infos zu dem Thema bin auch ich hier gelandet und versuche mich
    gerade zurecht zu finden.



    Derzeit
    suche ich noch ein paar Orientierungspunkte, da das Thema wohl sehr komplex ist
    und ich den richtigen Einstieg noch nicht gefunden habe.



    Also hab ich
    mal den Fragebogen ausgefüllt und hoffe, evtl. hier den einen oder anderen Tipp
    zu bekommen.






    Verbrauchsdaten



    Jährlicher
    Stromverbrauch: 5.000 kWh
    (privat)



    Jährlicher
    Brennstoffverbrauch: 75.000 kWh






    Derzeitige
    Heizung



    Energieträger
    der Heizung: Erdgas



    Alter und
    Typ der der Heiztechnik: 2000 eingebaut,
    60 kW Kessel



    Art der
    Warmwasserbereitung: 2 Wohneinheiten
    mit zus. 205m² über Heizung



    Pufferspeicher: 200l



    Temperaturen
    der Heizkreise: Zulauf ca. 60° C



    Hydraulischer
    Abgleich: nein



    Art der
    Heizkörper: Profilheizkörper






    Immobilie
    und Rahmendaten



    Beheizte
    Fläche, Anzahl Bewohner: 486m², 6 Wohneinheiten,
    10 Personen



    Art und
    Baujahr der Immobilie: MFH Altbau
    1906, 40cm Backstein



    Erfolgte
    Modernisierungen: 1998 neues
    Dach, 100mm Iso



    Weitere
    geplante Modernisierungen: neue Heizkörper



    Zweiter
    Abgasstrang für BHKW frei:fürchte nein



    Zusammenschluss
    von Nachbarhäusern: nein






    Es ist
    angedacht, die komplette Warmwasserversorgung über die Anlage zu betreiben und



    ggfs. auch
    Mieter mit Strom zu versorgen. Deren Verbrauchsdaten werden noch eruiert.






    Den Heizwärmebedarf
    der Mieter kenn ich natürlich, aber den Warmwasserbedarf leider nicht. Den hab ich jetzt mal analog zu den beiden
    bestehenden WE hier geschätzt und alle Daten beim Online-Rechner von
    energie-experten.org eingegeben.



    Danach
    sollte es eine Anlage mit Thermisch 12,1 kW und Elektrisch 6,0 kW sein.



    Kommt mir
    irgendwie etwas mager vor. Was meint Ihr?



    Bei meinem Energielieferanten, Stadtwerke Düsseldorf, favorisiert man augenscheinlich Contracting-Modelle.
    Daran hab ich allerdings kein Interesse.







    Gruß



    Hotte

    Herdentiere müssen zwangsläufig an vielen A....löchern schnuppern.

    Einmal editiert, zuletzt von Hotte ()

  • Danach sollte es eine Anlage mit Thermisch 12,1 kW und Elektrisch 6,0 kW sein.Kommt mir irgendwie etwas mager vor. Was meint Ihr?


    Die Größe könnte passen. Ein ecopower 3.0 / 4.7 produziert bei dem Wärmebedarf ca. 20.000 bis 25.000 kWh Strom pro Jahr. Die 6 WE werden einen Strombedarf von ca. 15.000 bis 20.000 kWh Strom pro Jahr haben. Bei einem größeren Gerät wird noch mehr Strom produziert und der muss dann eingespeist werden. Das ist nicht besonders wirtschaftlich. Daher tendiere ich sogar mehr zu dem 3.0 anstatt dem 4.7. Der 60 kW-Kessel ist etwas überdimensioniert. Bei 75,000 kWh Wärmebedarf beträgt die benötigte Kesselleistung 30 kW. Dadurch entstehen überdurchschnittliche Verluste. Durch die geringere Kesselleistung wird der Gasbezug sich nennenswert reduzieren.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Hallo Hotte,
    zu diesem MFH sollten schon die Mieter mit machen.
    Eine zentrale Warmwasserversorgung sollte es auch sein.
    Bei 6 Wohnungen gehe ich von einen Stromverbrauch von 6x2500kWh im Jahr aus also 15000kWh.
    Das ist im Jahresdurchschnitt ca. 1,8kWh pro Stunde verbrauch.
    Wie hoch der tatsächliche Verbrauch ist muß noch von dir ermittelt werden.
    Gruß
    Pfleger

  • Herzlichen Dank
    für das schnelle Feedback, hilft schon mal bei der Auswahl.



    Den
    Strombedarf werde ich wohl im März erfahren können, da die aktuellen
    Abrechnungen anstehen.



    Die Bereitschaft
    der Mieter schätze ich hoch ein, nur Verwandtschaft und Freunde.



    Aber man
    sollte da schon weiter in die Zukunft planen.





    Der 60 KW-Kessel
    ist definitiv nötig gewesen. Vorher hatten wir einen 40er ohne wW-Bereitung.
    Der war zu schlapp. Die höchsten Heizkörper hängen 25m über Grund. Mit dem 60er
    fahre ich die Anlage mit 2,9 bar, damit oben noch was ankommt. Nachtabsenkung
    ist nicht möglich, da auch Schichtbetriebler im Haus wohnen. Sparen auf Kosten
    des Komforts ist hier auch nicht gewollt.



    Beim
    Stromverkauf an die Mieter dachte ich an einen kWh-Preis von 4-5 ct unter dem
    der hiesigen Stadtwerke. Ist das realistisch?



    Alternativ
    wäre eine Anlage zur Abdeckung unseres privaten Strombedarfs von knapp 5.000
    kWh und eines Großteils der kompletten Warmwasserbereitung. Diesen Bedarf kann ich nun gar nicht
    einschätzen, da er ja wohl individuell verschieden ist.



    Welche
    Pufferspeichergröße sollte man da ansetzen? Der bereits bestehende 200l für 2
    WE ist mitunter am Limit.





    Danke



    Hotte

  • Der 60 KW-Kessel ist definitiv nötig gewesen. Vorher hatten wir einen 40er ohne wW-Bereitung. Der war zu schlapp. Die höchsten Heizkörper hängen 25m über Grund. Mit dem 60er fahre ich die Anlage mit 2,9 bar, damit oben noch was ankommt. Nachtabsenkung ist nicht möglich, da auch Schichtbetriebler im Haus wohnen. Sparen auf Kosten
    des Komforts ist hier auch nicht gewollt.


    Wenn bei dem Wärmebedarf mit einem 40 kW-Kessel "oben" nichts ankommt, dann hat die Anlage noch ein anderes Problem. Auf Grund der Höhe kann das mit dem Druck richtig sein aber das hat wiederum nichts mit der Kesselleistung zu tun. Ich vermute hier ganz stark, dass ein hydraulischer Abgleich die Wärmeverteilung stark verbessern würde und die benötigte Kesselleitung reduziert. Das ganze ist auch keine Komfortfrage.


    Beim Stromverkauf an die Mieter dachte ich an einen kWh-Preis von 4-5 ct unter dem der hiesigen Stadtwerke. Ist das realistisch?


    Die Anlage muss auch bezahlt werden. Wenn man keine Ertrag erzielen will, kann das durchaus ein Preis sein. Ich würde es nicht so Preiswert verkaufen. Es gibt ja auch Risiken, die bedacht werden müssen. Ich bezweifele, dass bei einer größeren Reparatur die Mieter sich mit einer Umlage beteiligen. Man kann das Risiko durch eine Vollwartung minimieren. Aber das bedeutet wieder ein höherer Strompreis. Man muss noch Strom, z.B von den Stadtwerke, zu kaufen, Die Strommenge hängt aber sehr stark von den Jahrestemperaturen ab. Milder Winter und heißer Sommer bedeuten hoher Zukauf und dadurch hohe zusätzliche Kosten. Die Mieter müssten also dann auch mehr für den Strom bezahlen sonst macht man Verluste, wenn man den Strompreis sehr niedrig angesetzt hat. Ob das dann alles so ohne Reibereien und Verstimmungen geht wage ich zu bezweifeln.


    Welche Pufferspeichergröße sollte man da ansetzen? Der bereits bestehende 200l für 2 WE ist mitunter am Limit.


    Ich würde eine Trinkwasserstation einsetzen. Dann hat man das Problem mit den Legionellen nicht mehr und man muss auch nicht jedes Jahr gem. Trinkwasserverordnung die Keimfreiheit nachweisen. Spart Kosten und ggf. Probleme mit den Behörden.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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  • Hallo.,
    ECO-Powerprofi hat mit den Hydraulischenabgleich recht. Ich denke es ist Konfor und spart eine Menge Geld mit geringerer Heizungsleistung.
    Bei den Strompreisen hat er auch viel Erfahrung solltest aber vielleicht mal an Solarzellen nachdenken.
    Ich war diese Woche bei den Grünen diese haben schon behauptet die der Stromerstehungskosten für Solar bei 12Cent liegt. Sollte noch ein Speicher dazu kommen so soll er noch 4Cent mehr kosten. EEG 17Cent einnahmen so klaube ich.


    Mit freundlichen
    Grüßen
    Pfleger

  • ecopowerprofi
    Irgendwie geistern im Netz sehr unterschiedliche Erfahrungen
    herum.
    Bei prinz.de hab ich z.B. folgende Erfahrungswerte gefunden.


    Zitat:
    ecoPower 4.7 G
    (seit 29.01.2010) per 31.01.2011 sind – auf 10-er gerundet
    Stromerzeugung 21.870 kWh
    Netzeinspeisung 7.580 kWh
    Netzbezug 10.620 kWh
    Wärmeerzeugung 63.540 kWh (Wärmezähler zwischen BHKW und 1.000-Lit. Pufferspeicher)
    Gasverbrauch BHKW 105.230 kWh
    Betriebsstunden 6.690 Std.


    Das würde ja nicht mal meinen derzeitigen Wärmebedarf decken, wo erst 35% mit zentralem Warmwasser beschickt werden.


    Das mit der Trinkwasserstation ist in der Tat ein Argument. Hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm, danke.



    Pfleger


    Die angesprochenen Stromverbrauchswerte sind reine
    Statistikwerte, die mit der Realität seltenst übereinstimmen, da der
    individuelle Verbrauch kaum kalkulierbar ist. Siehe meinen privaten.


    Mit Solarmodulen möge mir niemand mehr kommen.


    Vor einigen Jahren hatte ich eine derartige Anlage für uns in Betracht gezogen.


    Bei den Angebots-Anfragen haben sich nach den
    Planungsgesprächen 2 „Solateure“ gar nicht mehr gemeldet, 2 hatten
    offensichtlich weniger Plan von der Materie als ich und haben völlig unsinnige
    Anlagen vorgeschlagen. Einer hat irgendwelche Chinadinger zu Traumpreisen
    angeboten, obwohl ich anfangs schon deutlich gemacht hatte, nur Aleo-Module
    verbauen zu wollen. Der durfte direkt wieder gehen.


    Dann hab ich mir überlegt, dass 1-2% mögliche Rendite p/a.
    wahrlich nicht überzeugend sind und für das Geld Aleo-Aktien gekauft, nach 44
    Monaten abgestoßen, mit 106% steuerfreier Rendite.


    So ging Solar-„Anlage“.


    Gruß
    Hotte

    Herdentiere müssen zwangsläufig an vielen A....löchern schnuppern.

    Einmal editiert, zuletzt von Hotte ()

  • Hallo Hotte,
    du wirst bei der KWK-Technik das gleiche wissen bekommen wenn du regionale Heizungsbauer nimmst. Ein sehr guter ist schon im Netz.
    Die KWK- Anlage ist niedriger dementioniert damit diese im Sommer seinen Strom herstellen kann.
    Ist diese zu groß weißt du nicht mehr wohin mit der Wärme und der Strom muß an die Strombetreiber billigst verkauft werden.
    Die Spitzenlastheizung wird zu 80% nicht benötigt und verbraucht so ca. 20% von Heizenergieverbrauch. Der rest macht die kleine KWK-Anlage.


    Der Warmwasserbedarf sollte zu 100% aus der KWK-Anlage sein.
    Spühlmaschine und Waschmaschiene zählt das gleiche je mehr Warmwasser desto besser.


    Gruß
    Pfleger

  • Das würde ja nicht mal meinen derzeitigen Wärmebedarf decken, wo erst 35% mit zentralem Warmwasser beschickt werden.


    Pro WE würde ich mit 2000 kWh pro Jahr für WW rechnen. Mit einem BHKW den Wärmebedarf komplett abdecken ist unwirtschaftlich. Aber bevor man das BHKW dimensioniert sollte man erst mal schauen warum der 40 kW-Kessel die Bude nicht warm bekommen hat. So lange das nicht geklärt ist stochert man im übertragenen Sinne nur im Nebel rum.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Ich möchte mal meine Erfahrungen mit zu großen Ölkesseln posten.
    Ich versorge ja 35 Wohneinheiten bei uns im Dorf mit Wärme.
    Nun habe ich zuletzt einen Hof angeschlossen der hatte einen Ölkessel von 70 KW installiert
    und hat damit 4 Wohnungen und 2 Häuser beheizt.
    Die Wohnungen waren im gleichen Gebäude und die beiden Häuser wurden über eine 20 mtr Wärmeleitung
    versorgt. Brauchwasser wird aber über Strom gemacht.
    Nun habe ich da eine 50 KW Übergabestation eingebaut.
    Und man kann ja schön am Wärmemengenzähler die Heizlast ablesen.
    Bei minus 10° sind es 33 KW. Und die Rücklaufleitung läuft noch mit über den Ölkessel.
    Also war der Ölkessel viel zu groß.
    Wie fast überall.
    Gruß Matzi

  • Vielen Dank für Eure Unterstützung.


    Heute habe ich mal angefangen, alle Zähler abzulesen. Wenn ich das jetzt wöchentlich fortschreibe, sollte ich doch ein recht klares Bild bekommen, oder?
    Weiterhin werde ich mir einen BHKW-kundigen Hz.-Bauer in meiner Gegend suchen und die Sache in aller Ruhe angehen.


    Gruß
    Hotte

  • hallo Hotte,


    2 mal täglich die Zähler ablesen ist besser. Dann kennst du deinen Tag- und Nachtverbrauch. Das musst du nicht jeden Tag machen, aber so mal für ein paar Tage ist es schon wichtig, um zu wissen, wie die Verteiung deines Stromverbrauchs über den ganzen Tag ist.

  • Halllo Hotte,
    evtl. wird Dir ja sogar jemand hier den sagenhaften Wirkungsgrad der Anlagen, die Du aus dem Prinz hier reingestellt hast (ecopower 4.7) mal worrechnen und wenn man dann noch jemanden findet, der die Soll-WG-Angaben aus dem Prospekt der Firma, die ja "weiterdenkt", hier reinstellt, ist die Kaufentscheidung ein Kinderspiel!....


    Höllenmaschine....