ecoPower 1.0: geplant, beauftragt, Unternehmen insolvent

  • Hallo zusdammen,


    letztes Jahr habe ich ein Haus gekauft, das ich auch energetisch sanieren will. Dabei war die Zielsetzung auch Stromproduktion. Nach einigen Recherchen sollte es dann ein Mikro-BHKW, also das ecoPower 1.0. Angebote eingeholt, Referenzen gecheckt, Anlage geplant und beauftragt. Nach der Auftragsbestätigung Anzahlung und Termin für den 25.03.2013 erhalten. Dieser Termin wurde dann auch noch zu meiner Zufriedenheit auf den 25.02.2013 vorgezogen. Kurz vor Anweisung der 60% Rate vor Verbau dann der Anruf, dass die Insolvenz droht und ein Verbau ausgeschlossen ist. Mit etwas Glück bekomme ich zumindest die Module von Vaillant inklusive der Rabatte von letztem Jahr. Das liegt jetzt beim Insolvenzverwalter.


    Jetzt brauche ich einen neuen Anbieter, der das ecoPower verbauen kann und bereit ist die eventuell vorhandenen Materialien zu verwenden. Die Anlage soll neben die bestehende Brennwerttherme eingebunden werden, so dass der Zusatzbrenner nicht benötigt wird. Verbauort ist Kerpen-Buir.


    Falls jemand sich angesprochen fühlt oder jemanden kennt, der sich angesprochen fühlen könnte, freue ich mich über jede Kontaktaufnahme.


    MfG
    Guido

  • Meiner wollte 90% (!!) Vorkasse, würde ich heute auch nicht mehr machen. Angeblich sei das so üblich.


    Nö nicht üblich.


    Besser ist Ware, dann Geld.


    Bei mir wars so, Dachs im Keller, 7Tage später das Tier bezahlt.
    In Losen so wie der Baufortschritt und Bauleistung erbracht wurden.


    Vorkasse immer Risiko.

    Meine Beiträge geben meine Meinung wieder und können unsichtbare Smilies und ein wenig Sarkasmus enthalten.
    Wer Rechtschreibfehler findet, kann diese behalten.

    Einmal editiert, zuletzt von Frank Dux ()

  • Du hast völlig Recht. Hatte Glück, dass alles geklappt hat, aber mir war alles andere als wohl dabei. Darum: wenn eine Firma dies als Geschäftsgrundlage macht, Finger weg.

  • Wieso Anzahlung, Vorkasse und ähnliche Scherze?
    Normal ist doch Rechnung nach Inbetriebnahme (wie bei mir). Oder sehe ich da was falsch


    Ja, da siehst Du was falsch, weil es auch Kunden gibt, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht bezahlen. :cursing:


    Wir machen grundsätzlich Anzahlung 30%, bei Lieferung 60% und bei IB 10%. Trotzdem haben wir z.Zt. Außenstände in Höhe von ca. 15T€, weil die Kunden nach erfolgreicher IB die restlichen 10% nicht bezahlen. Würden wir uns auf Zahlung nach IB einlassen, wären wir schon längst Pleite. Das Finanzamt verlangt von uns auch jeden Monat "Vorkasse" auch wenn wir keinen € Umsatz gemacht haben.


    Die Anzahlung von 30% ist gerechtfertigt. Jeder der einen Auftrag erteilt ist, wenn er den Auftrag zurück zieht, zum Schadenersatz für entgangenen Gewinn und bereits erfolgter Aufwand an seinem Auftragnehmer verpflichtet. Dies sind ca. die 30% und entspricht der gängigen Rechtsprechung.


    Die 60% bei Lieferung entsprechen etwa den Wert der gelieferten Ware und eine Anzahlung für die Montagearbeiten (=30%+60%). Wenn nämlich die Ware erst mal beim Kunden montiert wurden, darf der Lieferant die Ware nicht mehr ausbauen, weil das wiederum gemäß der gängigen Rechtsprechung einer Sachbeschädigung entspricht. Daher möchten vor Montagebeginn wir die Ware bezahlt haben. Die geht dann ja auch in den Eigentum der Auftraggebers über. Theoretisch könnte er sich die Geräte auch von jemand anderes einbauen lassen. Der Kunde hat hierdurch so gut wie kein Risiko, da er auf die Ware eine Herstellergarantie hat.


    Wenn jemand damit nicht einverstanden ist, lehnen wir den Auftrag ab, denn dann versucht er das ganze Risiko auf uns abzuwälzen. No way. Wir stehen auch mit einem Teil unseres Privatvemögens für die Firma gerade. Über abweichende Modalitäten kann man reden, wenn es gute Gründe dafür gibt.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Guten Morgen Oskar,


    90% Zahlen, und dann steht nur ein bisschen Eisen im Keller ohne ein Handschlag gemacht zu haben. Da sag ich auch No Way! Schon gar nicht bei einem Unternehmen, mit dem ich noch keine Erfahrungen gemacht habe.
    Wenn mein Auftragnehmer Angst um sein Geld hat, dann kommt Geld auf ein Treuhandkonto zur Sicherung der zu erbringenden Leistung, Geld gibt es nach dem Fortschritt, der für mich ein Vermögensfortschritt ist. Also nach Lieferung gibts Geld, vorher nicht, in begründeten Ausnahmen mal eine kleine Vorauszahlung von 10%.


    Grüße


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • Die Praxis mit Anzahlung, Haupt- und Schlussrate war jetzt nichts wirklich neues. Auch 20, 60, 20 hörte sich jetzt nicht wirklich problematisch an. Schließlich war es ein "großes" Unternehmen mit Aufgabenteilung und auch noch einiger Erfahrung mit der Ausführung solcher Arbeiten. Auch waren nirgends auch nur Andeutungen auf Unzuverlässigkeit zu finden.


    Nun ja, jetzt hat es mich halt getroffen und die Sanevo wird mein BHKW wohl nicht verbauen. Wenn ich jetzt wenigstens das Material (Sytemmodul, Wasserspeicher etc.) bekomme und somit meine Anzahlung nicht in der Insolvenzmasse aufgeht, bin ich mit einem blauen Auge davon gekommen. Wenn ich dann noch jemand finde, der das Material verbauen darf und will, wird das vielleicht doch noch was mit meinem BHKW.


    Schaun mir mal.


    MfG
    Guido Mertens

  • 90% Zahlen, und dann steht nur ein bisschen Eisen im Keller ohne ein Handschlag gemacht zu haben.


    Wenn Du nach Saturn gehst und Dir ein PC mit allem für 2500€ kaufst, muss Du dann Ding an der Kasse bezahlen. Da musst Du das alles zu Hause auch noch selbst installieren und merkst erst dann ob es funktioniert. Wenn das "Eisen" (hier sind es eben BW-Gerät, Speicher, TWS, BHKW o.g.) im Keller steht, hast Du die gleiche Situation wie im Saturn. Ware geliefert ---> Bezahlung. Da hast Du ja kein Risiko, denn die Ware ist in Deinem Besitz. Wenn Du das nicht machst, bist Du mit 50%iger-Sicherheit einer von denen die eh nicht bezahlen wollen. Unsere Erfahrung.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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  • Der Vergleich hinkt, Oskar.


    Wenn ich beim Saturn eine Waschmaschine kaufe incl. Lieferung, Anschluss und Altgereäteentsorung, zahle ich die, wenn der Monteur vor Ort fertig ist. Eine kleine Anzahlung gibts im Markt bei der Bestellung. Und bei so einem Geschäft sind die Lohn- und sonstigen Nebenkosten wesentlich geringer wie bei einer Heizraumkomplettinstallation, dass diese bei Dir nur 10 % ausmachen halte ich für unseriös, dafür installiert mir kein anderer Handwerker das Konvolut von Eisen und Kunststoff, dass dann da rumliegt.
    Abgesehen davon gehe ich mal davon aus, dass die 10 % evtl. die Marge ist, und damit bei zweifelhafter Installation weniger Druck bei Dir vorherrscht, Mängel zu beheben, als wenn eine bemängelte Leistung erst noch zu bezahlen wäre.


    Und was meine Zahlungmoral angeht, hätte mein Heizungsbauer sicher in meinem Umfeld nicht zwei weitere Geräte installiert, wenn er sein Geld nicht bekommen hätte.


    Grüße


    Bruno

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  • ....also ich habe 50% beim Start der Arbeiten (Ware im Keller) und den Rest nach Inbetriebnahme gezählt. Finde ich fair...


    über sowas kann man sicher reden, aber nicht 90%


    Grüße


    Bruno

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  • Bruno, du hast völlig Racht. Aber es kam noch besser. Nach Zahlung der restlichen 10% bedurfte es etliche Aufforderungen die Anlage in Betrieb zu nehmen. Das Ganze zog sich dann über 4 Monate hin. Und sowas geht gar nicht.
    Zur Anzahlung: es ist völlig egal, ob 50%, 60% oder 90% anbezahlt wurde. Wenn die Firma in Insolvenz geht, ist das Geld weg, oder du stehst bestenfalls mit der Ware da und kannst sehen, wer sie dir einbaut. Die sauberste Lösung ist Treuhandkonto und Zahlungsplan.


    Viele Grüße


    Thomas