Bauernhof 2 Wohngebäude, gehts mit BHKW?

  • Moin!


    Wieviele Stunden kann ein BHKW mit z.B. 7,5kw in folgendem Objekt laufen bzw. welche Größe BHKW würde sich rechnen???
    Stromverbrauch ist "kein Thema", es wird sicher fast komplett selbst verbraucht.
    Festhalten: 140000 kWh Stromverbrauch! Das Allermeiste davon im Herbst und Frühjahr, aber auch im Winter bei Temperaturen über 3°C
    1500 Tonnen Kühlhäuser, Sortieranlagen für Kartoffeln, Lüfter/Gebläse, etc...
    Es sind derzeit 6 Stromzähler für insgesamt 2 Stromanschlüsse, alle auf einem Grundstück. Der Hof wurde vor ein paar Jahren um eine Kühlhalle und eine Maschinenhalle vergrößert, da mußte ein 2. Anschluß her...


    Bauernhof mit 2 Wohn-Gebäuden,
    EFH mit 150m² wird nur an Ferien Gäste vermietet, Belegung mit 6 Personen
    Altes Bauern-Wohnhaus mit 300m² Wohnfläche für 4 Personen und 3 Appartements mit je 60m² und Belegung mit je 3-4 Personen


    Verbrauchsdaten
    Jährlicher Stromverbrauch: 140000kWh
    Jährlicher Brennstoffverbrauch: min 7000 Liter ÖL


    Derzeitige Heizung
    Energieträger der Heizung: Heizöl, Gasleitung an der Straße, aber nicht auf dem Grundstück
    Alter und Typ der der Heiztechnik: 6 Jahre Brennwert (in beiden Gebäuden)
    Art der Warmwasserbereitung: mit dem Brennwert-Gerät (in beiden Gebäuden)
    Pufferspeicher, Solarthermie: auf dem großen Gebäude ja, 8m², 1000Liter Puffer
    Temperaturen der Heizkreise: geschätzt 60°C/50°C (Brennwert-Nutzung eher gering)
    Hydraulischer Abgleich: ja
    Art der Heizkörper: Gußeisern und die moderneren flachen...


    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: s.o.
    Art und Baujahr der Immobilie: EFH wird derzeit saniert /daher schon ein geringerer Verbrauch gerechnet/ große Hütte ca 80 Jahre alt
    Erfolgte Modernisierungen: EFH -Dach, beim großen Gebäude Fenster, Dachisolierung
    Weitere geplante Modernisierungen:
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: würde wohl ind Wirtschaftsgebäude kommen, oder in eines der beiden Häuser, also ja
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: Abstand der Wohngebäude 40 Meter, Wirtschaftsgebäude steht 20 Meter vom Hauptgebäude entfernt, EFH ca 30 Meter vom Wirtschaftsgebäude...


    Kann von Euch da mal einer grob und konservativ rechnen, ob ein BHKW gehen würde? Welche Größe?
    Ich bin natürlch völlig frei, aber wenn es eines von KW wäre, würde ich gut finden....


    Danke Euch, bzw. Danke von meinem Kumpel!


    Jens

  • Hallo,
    Nordseefarm ich wüde für das Haus einen ECO-Power 3.0 von Vailand einbauen.
    Eine schöne Idee wäre es mit der Kühlung zu heizen. Der rest unterstützent mit Öl oder Gas.
    Ich denke es ist mehr daraus zu machen.


    Wie weit bist du schon mit die Kälteanlagen gekommen?
    Bei dieser Kühltechnik und Stromverbrauch ist bestimmt der Technikberater von der Landwirtschaft eine gute Adresse. Dieser kostet fast nichts.
    Kann aber sehr viel einsparen!!!
    Gruß
    Pfleger

  • Hallo Pfleger,


    die thermische Leistung des ECO-Power 3.0 ist für eine Kombination mit Ad-oder Absorptionskältemaschinen zu gering. So braucht zum Beispiel meine Invensor bereits 15 kW thermische Anschlussleistung.


    Viele Grüße


    Thomas

  • Man müsste den Stromlastgang kennen. 70.000 kWh Wärme sind natürlich ein Problem! Die Auslegung des BHKW kann aber an der Stromgrundlast orientiert erfolgen. Eine dann kurze BHKW-Laufzeit ist mit einem entsprechenden Pufferspeicher kein Problem. Mit dem "neuen" KWK2012 können auch keine Anlagen wählen, ob 30.000 Stunden oder 10 Jahre Förderung gewährt werden sollen.


    Ein 7,5 kW könnte da mit 10 Jahresregelung schon gut passen und ggf. ohne Motorüberholung auskommen. Die kann man dann mit der Modernisierung für einen neuen Zeitraum machen :D Konkret etwas sagen zu können müsste man mehr wissen!

  • Strom-Lastgang haben wir nicht.
    Aber wir werden mal ein paar Tage lang abends und morgens die Werte aufschreiben.
    ich rechne mit schwankenden 4-8kW je Stunde...


    Anders gesagt, während der Heizperiode wird in dem Betrieb tagsüber viel mit Strom sortiert, nachts laufen die Kühlhäuser auch, weil wir ja so mildes Wetter haben...
    Was zu bedenken ist, dass der Strom nachts in den kühlhäusern "nur" 19 Cent brutto kostet...


    G
    jens

  • Hallo Pfleger,


    das WEGRACAL von EAW liefert Kaltwasser > 8 Grad. Im Datenblatt ist sogar von 11 Grad die Rede. Dies war der Grund warum ich Jens dieses Gerät (welches einen guten Eindruck auf mich macht), ebensowenig empfohlen habe, wie die Invensor, die ich in Betrieb habe. Jens sucht für die Kühlhäuser seines Freundes Kältegeräte, die Temperaturen um 4 Grad bereitstellen können. Dies ist unter andererem mit der Absorptionskälteanlage von pink möglich ( http://www.pink.co.at/inc.download.php?dlf=82 ) . Wahrscheinlich gibt es auch noch andere, die mir nicht bekannt sind. Temperaturen um 0 Grad oder auch darunter sind mit solchen Anlagen mit Ammoniakgemischen zu erreichen.
    Darüber hinnaus werden diese Ammoniak-Kältemaschinen von der BAFA gefördert, wenn sie kommerziell betrieben werden, was hier offensichtlich der Fall ist.


    Viele Grüße


    Thomas

  • Hallo Thomas,
    ich bin mir nicht sicher ob die Kühlung komertionel betrieben wird.
    Ich denke sie wird landwirtschaftlich genuzt.
    Damit gibt es andere Fördermöglichkeiten. Dein Freund müßte sich damit besser auskennen.
    Für die Technik der Wärmenutzung von der Kühlung siehe Link:
    http://www.carrier-refrigerati…ltesysteme.43.0.html?&L=3
    Diese sind in der Kühltechnik die Marktführer. Vielleicht haben die auch eine Technik für BHKWs....
    Einfach nachfragen.
    Gruß
    Pfleger

  • Hallo Pfleger,


    bin Deinem Link nachgegangen. Die adiabaten Klimaanlagen, die Carrier anbietet sind für Großobjekte geeignet. Wenn ich es nicht überlesen habe beginnen diese bei 352 kW, Leistung nach oben offen. Habe daraufhin auch nochmal bei anderen, mir bekannte Firmen (Wolf-Geisenfeld, Walter Maier, Menerga, Gea Küba) nachgelesen, welche mir bei meiner eigenen Entscheidung, welchen Hersteller ich nehmen soll, untergekommen sind. Als Resümee kann ich nur erneut feststellen, dass die adiabaten Kälteanlagen dieser Firmen nur für ganz große Objekte zu gebrauchen sind.


    Viele Grüße


    Thomas

  • Eine BHKW-Station, die wahlweise die Wärmepumpen, sonstigen Stromverbraucher, die Hausheizung oder, per Absorbtionskältemaschine (Salmiakgeist) zusätzlichen Wärmeverbrauch und Kühlung im Sommer schafft, würde wohl allen Anforderungen gerecht.
    Dabei gibt es noch eine weitere Möglichkeit, nämlich Ammoniakgerät und eine Wärmepumpe zu kaskadieren, falls die Temperaturdifferenz nicht ausreicht.
    Insbesondere bietet sich das an, wenn man Auspuffwärme und Kühlwasser getrennt nutzt, wobei die Auspuffwärme die gesamte Temperaturdiffernz überbrückt. Ich denke, man kommt dann ziemlich in Richtung von Null Fremdwärmebezug, was heute alleine lohnend gefördert wird.


    Ist aufwendig, aber jeder Teil der Anlage lohnt. Allerdings nur wegen unserer blödsinnigen EEG- und KWK-Gesetzgebung. Ansonsten wäre die günstigste Lösung: Alles lassen, wie es ist und nach Belieben ein nur für den Wärmebedarf passendes BHKW.


    Wir müssen uns jedoch einen Ring durch die Nase ziehen. Der Gesetzgeber will es (noch) so.
    Welch eine Arbeits- und Resourcenvernichtung!

  • Hallo Bernd,
    welche Geräte würdest du dabei empfehlen?
    Im Eisstadiumbereich ist man immer mehr von Amoniak zur Lauge gegangen. Wegen die Energiekosten.


    Thomas,
    für deine Kühlung muß man zuerst noch Entwicklungsarbeit betreiben.
    Ich glaube diese Fa. hat genau das richtige für dich. Nur etwas zu klein. Diese müßten aber wissen woher man deine größe herbekommt.


    http://www.zeo-tech.de/index.php


    Gruß
    Pfleger

  • Hallo Pfleger,


    die Entwicklungsarbeit wurde bereits geleistet. Ich habe mir eine mit Zeolith betriebene Kälteanlage von Invensor (siehe meine Signatur) angeschafft. Es geht aber nicht um mich, sondern um den Bauernhof, mit 1500 Tonnen Kühlhaus und entsprechend benötigter Temperatur. Deswegen die ganze Diskussion. Und hier fallen einfach viele Anlagen aus.


    Viele Grüße


    Thomas

  • ...daran habe ich noch nie gedacht. Meist baue ich sie ja auch nur auf dem Papier. Außerdem haben wir hier auch noch einige Anlagen herumstehen, die nicht genutzt werden. Ich baue die WPs auch selbst, sobald ich an einen Kompressor komme bzw baue sie passend um.
    Stimmt, die Preise sind meist illusorisch hoch.
    Mir selbst wäre vom Gefühl her Ammoniak oder übliches Kältemittel lieber, weil ich die Vermutung mit mir herumschleppe, dass Zeolit wegen der Phasenübergänge die Kristallstruktur verändern könnte.Ist aber reines Gefühl bzw. Vorurteil, das ich überhaupt nicht untermauert sehe. Ammoniakanlagen sind normalerweise kompakt und werden nach wie vor eingesetzt, trotz der Verätzungsgefahr bei Undichtigkeit.

  • So ich habe jetzt etwas Zeit gefunden mir die Beiträge noch mal durch zu lesen. Nach dem ich mir die Gegebenheiten vor Ort angeschaut habe, finde ich, dass der größte Teil der Beiträge an der Fragestellung vorbei geht. Die Kälteanlagen sind vorhanden und auch sonst gibt es einiges was man nicht so ohne weiteres ändern kann.


    Es ist gut, wenn man sich über die Technologien austauscht. Nur das hilft dem Fragesteller kein Stück weiter. Auch die Aussage von Alikante, dass der eco3.0 zu klein ist, geht an den örtlichen Gegebenheiten vorbei.


    Ziel muss es sein, mit möglichst wenig Aufwand die Kosten zu senken und dabei das Kosten-Nutzen-Verhälnis nicht aus den Augen zu verlieren. Da Kältemaschinen vorhanden sind scheidet nach meiner Auffassung der Einbau von neuen Absorbsionsmaschinen aus Kostengründen aus.


    Die Größe des BHKW sollte an der Heizlast der Wohnhäuser angepasst werden. Zur Beheizung der Wohnhäuser wäre das ecopower3.0 mit Flüssiggas und der weiteren Verwendung des vorhandenen Ölbrennwertkessels sinnvoll. Da die Kühlhäuser hauptsächlich im Winter benötigt werden (sind im Sommer leer) würde dort der größte Teil des nicht in den Wohnhäusern gebrauchten Stromes einen guten Abnehmer finden. Auf Grund der Lage des Objektes bietet sich zur weiteren Stromversorgung der Kühlhäuser eine Windkraftanlage an. Diese Kombination hat den besten Kosten-Nutzen-Faktor. Weitere Optimierungsmaßnahmen wie z.B. Begrenzung der max. Leistung können den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stromes verbessern und bedürfen nur geringen Investitionen.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
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