Wir leben in Absurdistan

  • Ob der Dinge die in unserem Lande geschehen bleibt selbst mir bisweilen der Mund offen stehen.


    Im hohen Norden verdienen die Stadtwerke Kiel Geld damit den billigen Ökostrom zu vernichten


    http://www.3sat.de/mediathek/index.php?d…=play&obj=34527


    In meiner Heimat Sachsen möchte Vattenfall Pumpspeicherwerke schliessen weil Sie wegen dem teuren Ökostrom nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.


    http://www.dnn-online.de/radeb…artha-zu-teuer-1685252560



    Könnte mir das bitte mal einer erklären - und zwar bevor ich durch die trockene Heizungsluft Schäden am Zahnfleisch bekomme :?:

  • Könnte mir das bitte mal einer erklären


    Da kannst Du nicht viel erklären. Wie wollen die denn sonst die HGÜ-Leitung durch die Nordsee nach Norwegen begründen, wenn man in Sachsen das Pumpspeicherkraftwerk schon hat. ;(

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Es sind die Stadtwerke Flensburg ;) Und warum sich das lohnt, sagt doch der Film ;)


    Dort wird mit Gas-KWK-Anlagen Fernwärme bereitet. Diese sind an große Pufferspeicher angeschlossen. In einem dieser Pufferspeicher ist ein großer Heizstab. Ist der Strompreis hoch, oder wird bezahlte positive Regelenergie aktiviert, laufen die KWK-Anlagen. Bei mittleren Preisen wird aus dem Pufferspeicher gelebt. Bei negativen Strompreisen, oder wenn bezahlte negative Regelenergie aktiviert wird, werden die E-Heizungen in einem der Pufferspeicher aktiviert.


    Der Vorteil ist in Flensburg, dass die erzeugte Wärme in beiden Fällen auch noch als Fernwärme verkauft wird. Nur mit Pumpen und von den Regelenergiepreisen bzw. von der Volatilität des Börsenpreises zu leben ist nicht wirtschaftlich! Denn positive und negative Regelenergie können beispielsweise Rechenzentren kostenlos erbringen. Dort stehen große Dieselgeneratoren und Lastbänke. Der Test dieser Einrichtungen wird einfach nicht mehr fix durchgeführt, sondern wenn Regelenergie gezogen wird. Bei positiver Regelenergie speisen die Notstromdiesel ein - und bei negativer Regelenergie werden die Lastbänke aktiviert... früher wurden diese Diesel als Inselnetz mit den Lastbänken getestet.


    So, daher sind Pumpspeicherkraftwerke unwirtschaftlich. In Flensburg hat man einfach das System Fernwärme und Regelenergie im Strommarkt perfekt kombiniert. Auf beiden Märkten wird verdient ;)

  • Hallo,
    es ist ganz einfach wir haben zu viel Grundlaststrom!!
    Im lezten Jahr wurden ca. 7,7GW Piek Solar, muß schätzen 1,5GW Leisung Windkraftanlagen, zahlreiche Biogasanlagen und einige KWKs neu installiert.
    Wieviel Grundlaststrom wurde abgeschaft oder ist dazugekommen?


    Gruß
    Pfleger

  • Moin

    daher sind Pumpspeicherkraftwerke unwirtschaftlich.


    wenn das so ist warum wird uns dann erzählt das die Lösung des Problemes in Norwegischen Pumpspeicherwerken liegt??



    mfg

  • dann ist es eben viel rentabler, sich auf Kosten eder Allgemeinheit die HGÜ-Masten in die Landschaft setzen zu lassen. Über die kann man dann wunderschön Atomenergie ex- und importieren, Aluminiumwerke Tag und Nacht betreiben und die Strommonopole weiterbestehen zu lassen.
    Ein heimisches Pumpspeicherwerk kann tatsächlich die HGÜ unrentabel machen.
    Ja, die Flensburger, die waren die Vorreiter der KWK in Deutschland. Von denen würde ich am liebsten meinen Strom beziehen.


    Ich halte übrigens von Inselanlagen nichts, wie den Vaillants. Die Schönauer und vor allem Flensburger Lösungen gefallen mir da ungleich besser. Die Lippstädter hätten ebenfalls alle Möglichkeiten, die Energiewende nach Flensburger Vorbild durchsetzen zu können, nachdem sie das Stromnetz nicht ganz so teuer wie die Schönauer, gekauft haben. Die brauchten nicht einmal zu investieren, das übernähmen wir Bürger selbst. Angedacht und veröffentlicht war das schon, aber die Monopolseilschaften ziehen und zerren...
    Sind halt Kriegskameradschaften, die kapitulieren nie...
    Der Altmaier ist ne Tröte, wie er sich praktisch selbst beschrieben hat. Das ist dann sein Freibrief, die Politik der alten Kameraden durchzusetzen.
    Er hat erklärt, dass er von der Sache nichts versteht, also darf man ihn auch nicht für irgendwelche Entscheidungen verantwortlich machen.
    Wir wissen selbst, warum WIR ihn parlamentarisch scheindemokratisch auserwählt haben. :cursing:


    Hitler war Maler, Göbbels Schauspieler. Auch die können wir nicht für ihre Taten verantwortlich machen. Den braven, frommen Peter Altmaier schon gar nicht.
    Peter, die Gesellschaft, in der Du Dich befindest, gefällt mir nicht. Du bist denen nicht gewachsen.

  • Wenn man die Überschrift dieses Threads liest, dann denkt man schon, man sei im Photovoltaikforum, wo nach meinen Erfahrungen jede auch nur geringfügig abweichende Meinung mit größtmöglicher Aggressivität und Intoleranz angegriffen wird. Dagegen geht es hier im BHKW-Forum bislang doch angenehm sachlich zu.


    Zu einer sachlichen Diskussion gehört allerdings auch, dass man sich bei abweichenden Meinungen (wie z. B. der eines Herrn Altmaier) zumindest vorstellen kann, dass diese - auch wenn sie einem nicht passen - richtig sein könnten. Wer allerdings bei abweichenden Meinung sofort mit "Absurdistan", Blödheit, Lobbyismus oder gar Nazi-Vergleichen argumentiert, versucht, den Argumenten Andersdenkender von vornherein die Legitimität zu nehmen. Wenn man dann sieht, dass so argumentierende Kreise immer mehr Macht in unserem Land erlangen, dann muss einem Angst und Bange werden ...

  • Intolerant sind zum Glück immer (nur) die Anderen!


    @ Bredoko - Nur zu meinem Verständniss - welche oder wessen Meinung wird mit der Überschrift des ersten Beitrags aggressiv angegriffen??


    Hatte den Beitrag eher als Tatsachenbericht verstanden. :?:


    mfg

  • ....Und gestern war der Strom an der Leipziger Börse so billig, da hat man soviel verkauft, da mußten doch glatt die Kaltreserve einspringen!
    http://www.proplanta.de/Agrar-…tz_article1359540455.html


    Ist halt die häßliche Seite der Energiewende..... :P
    http://m.faz.net/aktuell/polit…nergiewende-12041523.html


    Gruß Dachsgärtner

  • wenn das so ist warum wird uns dann erzählt das die Lösung des Problemes in Norwegischen Pumpspeicherwerken liegt??


    Das erzählen vor allem die Norweger bzw. eher gesagt Statkraft/NorGer/NORD.LINK. Deren Problem ist aber derzeit, dass die Vergütungsregeln für ÜNB in Deutschland keine Vergütungsmöglichkeit für deren Leitung vorsehen. Hier müsste erst ein entsprechender vertikaler Belastungsausgleich für ÜNB geschaffen werden, da sich diese Leitung nicht aus den über vorgelagerte Netze eingezogenen Gebühren im eigenen Regelkreis refinanziert und daher ein Transfer erforderlich ist, da diese HGÜ-Leitung ins Ausland keinen zahlenden Verbraucher hat. Würde der deutsche Stromkunde diese Leitungen (wie derzeit alles andere...) finanzieren, wären die Kabel längst im Wasser. Der Charme diese Lösung liegt in erster Linie darin, dass diese Leitungen ohne Bürgerproteste gebaut werden könnten und den an Nord- und Ostsee künftig erzeugten Strom dank einer durchgehenden HGÜ Strecke einfach und verlustarm speichern und rückspeisen könnten.


    Man muss sich natürlich auch fragen, warum in Deutschland trotz einen Überangebot von Regelenergie in der Fläche (maßgeblich ist auch der Standort!), von Einzelnen so nach einem weiteren Regelenergiemarkt neben dem bestehenden geschrien wird. Meiner Erfahrung nach liegt das daran, dass die jeweiligen Kraftwerke und Speicher zumeist alt und ineffizient sind, weil in den vergangenen Jahren jeder Cent an Gewinn herausgezogen wurde, anstatt die Anlagen zu modernisieren und damit für die Zukunft zu rüsten. In anderen Fällen wurden Kraftwerke von den Betreibern maßlos überdimensioniert, da die EE-Wende für unmöglich gehalten wurde und jetzt droht der Schiffbruch der Investition. Was ist da einfacher als das eigene geschäftsmännische Versagen den EE in die Schuhe zu schieben und nach höherer Vergütung und Hilfe zu schreien X(

  • Wer allerdings bei abweichenden Meinung sofort mit "Absurdistan", ....... argumentiert, versucht, den Argumenten Andersdenkender von vornherein die Legitimität zu nehmen.


    Das "Absurdistan" habe ich so verstanden, dass man in der Politik nach Wegen "sucht" den Ökostrom zu speichern und gleichzeitig überlegt Speichermöglichkeiten vom Netz zu nehmen. Das ist zumindest auf den ersten Blick absurd. Da hat aber neuendorfer recht, dass man jahrelang es versäumt hat, die Anlage zu modernisieren bzw. in Stand zu halten. Wie er schon sagt, die Stromlobby hat sich auf Ihre Lobbyarbeit ausgeruht und ist jetzt nicht in der Lage kurzfristig auf die geänderte Anforderungen zu reagieren. Die frisch gebauten Braunkohlekraftwerke bei Rheinbraun müssen jetzt 40 Jahre am Netz bleiben um ihre Gewinnerwartungen zu erfüllen. Da stört der Ökostrom gewaltig. Bei uns ist z.B. das Mitellastkohlekraftwerk mit 2.100.000 kW heute nicht in Betrieb, weil wahrscheinlich auf Grund des vielen Windes den wir heute haben, die Windkraft die Versorgung übernimmt.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Stichwort "Lobbyarbeit": Wenn eine Lobby in den letzten Jahren erfolgreich war, dann war es die Photovoltaik-Lobby - zum Nachteil aller anderen Energieproduzenten, auch der BHKW-Betreiber. Hätte die Politik der PV-Lobby stärker zu widerstehen vermocht und eine bessere Aufteilung der Subventionsmilliarden vorgenommen, wären wir heute in Sachen Energiewende einen großen Schritt weiter ...

  • Peter Altmaier soll nun die Energiewende zum Erfolg führen, was in meinen Augen bedeutet, dass er diese Kriegsgesetze abschaffen muss und dabei einer in Kriegszeit und Nachkriegszeit übermächtig gewordenen Lobby gegenübersteht. Er hat seine Absichten klar geäußert, und die gehen mit den Notwendigkeiten zur Durchführung der Energiewende konform. Leider ist er nicht alleine für die Richtlinien der Politik zuständig.
    Er wird mit nicht unbedeutenden Widerständen innerhalb seiner Partei zu rechnen haben.
    Leider können wir nur abwarten in unserer indirekten Demokratie und Herrn Altmaier gut zureden, dass er die Interessen der Bevölkerung vertritt.
    Damals wurden wir nicht gefragt, als die Gesetze eingeführt wurden. Bisher hat mich auch niemand gefragt, ob sie nicht wieder abgeschafft werden sollen, damit wir endlich die Energiewende durchführen können. Wie ich es sehe, stehen wir bereit mit unseren Blockheizkraftwerken, Biomassevergasung und der Solarenergie.
    Noch werden wir per Gesetz genötigt, Energie zu vernichten. Dieser Zustand sollte zumindest auf lange Sicht geändert werden. Der Krieg ist nun schon lange 68 Jahre vorbei. Ob wir nicht irgendwann lange genug gewartet haben?