Ecopower: Verbrennungsluft aus dem Heizraum oder von Außen ansaugen?

  • Hallo,


    normalerweiße saugt das EcoPower 4.7 seine Verbrennungsluft ja am Gerät an. Alternativ gibt es die Möglichkeit die Verbrennungsluft von draußen (im Freien) anzusaugen.


    Welche Möglichkeit ist besser? Warum?


    Mein Heizi war der Meinung von draußen ist besser, da dadurch die Verbrennungsluft mit niedrigerer Temperatur in den Motor kommt. Dadurch würde sich der Wirkungsgrad verbessern. Bei mir wäre es kein großer Aufwand ein Rohr ins Freie zu legen (vielleicht 5 m Rohr) und dadurch anzusaugen. Wenn das besser ist, als die wärmere Heizraumluft zu verwenden würde ich das machen.
    Bei der Gastherme ist es ja genau anders herum, hier wird möglichst schon vorgewärmte Verbrennungsluft (über diesen doppelten Ring im Abgasrohr) verwendet.


    Danke für eure Antwort.


    Grüße


    Ernsti

  • Moin Ernsti,


    Verbrennungsmotoren haben bei niedrigeren Temperaturen mehr Leistung, weil dann mehr Sauerstoff in gleichen Volumen ist.
    Andersherum haben Sie bei gleicher Leistung dann einen besseren Wirkungsgrad.
    Dein heizi hat recht!


    grüße Nordseefarm Jens

  • Moin,


    dann würde ich die Zuluftleitung möglichst am Boden entlag verlegen, weil an der Decke u.U. feucht-warme Heizungskeller-Luft an der kühlen Zuluftleitung kondensiert!
    Oder das Rohr dämmen, als Alternative.


    Grüße AxelF

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  • dann würde ich die Zuluftleitung möglichst am Boden entlag verlegen, weil an der Decke u.U. feucht-warme Heizungskeller-Luft an der kühlen Zuluftleitung kondensiert!


    Kann ich so bestätigen. Habe deshalb meine Ansaugleitung entlang des Fußbodens verlegt. Vorher verlief sie unterhalb der Decke im Heizungskeller durch die Wand nach aussen. Im Winter sind dann da oben schon mal so zwischen 30 und 40°C oder auch mehr. Dann gab es speziell in den Wintermonaten regelmäßig eine Wasserspur unter der Zuluftleitung.


    Meine Abluftleitung war die ersten zwei Jahre auch nach außen geführt. Hab das aber wieder geändert. Erstens war die Ansaugluft im Sommer einfach zu warm, dass BHKW ist dadurch schlechter gestartet. Zweitens war alle 2.000 Bh der Luftfilter zu, obwohl das Gerät in einem angeblichen Luftkurort in Waldrandnähe, fernab von Autoabgasen usw.steht. Beziehe die Ansaugluft jetzt seit zwei Jahren aus einem daneben liegenden sehr großen Kellerraum, der auch im Sommer ideale Weinkellertemperaturen hat. Dieser Raum wird über eine Zuluftöffnung in der Wand belüftet. Seitdem gibt´s auch keine Prob´s mehr mit dem Luftfilter.

  • Hallo Herzogsweg16,


    kalte Ansaugluft wird beim Ecopower durch die tatsächliche Ansaugung über den Schlauch im heißen Motorraum komplett zunichte gemacht. Da hat der aktuelle Luftdruck mehr Einfluss auf deine Motorleistung. Man muss das aber so lassen, da die Gasleitung im Inneren des Gerätes undicht sein könnte und somit eine zu hohe Gaskonzentration vermieden werden soll.

  • Das Lambda wird auf 1 eingestellt, der tatsächliche Motor-Wirkungsgrad ist vom Kompressiomsverhältnis bestimmt. Wenn jetzt noch kalte Zuluft aufgeheizt werden muss, hat der Motor mehr an Wärme abgegeben, was scheinbar einem Wirkungsgradgewinn entspricht. Tatsächlich ist diese Wärme aber verloren für das Heizsystem. Das wird anscheinend nie bedacht. Kalte Luft erzeugt hingegen mehr Füllung, die Leistung steigt. Etwa 10% bei dreißig Grad kälterer Ansaugluft, die in den Zylinder gelangt. Denn die Luftdichte ändert sich umgekehrt proportional zur absoluten Temperatur. Gas wird nachgeregelt.

  • und wenn gas nachgeregelt wird verbraucht er bei kälterer zuluft ja auch mehr gas oder ?



    bei anderen wärmeerzeugern ist eine zuluftvorerwärmung sinnvoll.


    und ich weiß bei sehr großen bhkws verlangen hersteller zulufttemperaturen von ca 20°C
    zu kalte luft wäre nicht gut..

  • Hallo Henrik und Bernd,


    leider gelangt die kältere Außenluft beim Ecopower aber nicht in den Zylinder, sondern wird im Motorraum immer auf ich schätze mal 6o°C aufgeheizt. Dadurch sinkt wie Bernd schreibt der Heizungswirkungsgrad und der Wirkungsgrad des Motors wird nicht gesteigert. Abhelfen könnte man sich nur, wenn man den Ansaugschlauch direkt mit dem Ansaugkasten im Ecopower verbindet, das ist aber nicht gestattet. Übrigens kann man die Leistungserhöhung bei kältere Ansaugluft schön beobachten, wenn man die Verkleidung des BHKW im laufenden Betrieb öffnet, dadurch sinkt die Temperatur deutlich ab und die Leistung steigt sichtbar, da die Lambdasonde die Gasmenge entsprechend erhöht, das lässt sich auch an der Ist Stellung des Gasmischers schön erkennen.

  • Übrigens kann man die Leistungserhöhung bei kältere Ansaugluft schön beobachten, wenn man die Verkleidung des BHKW im laufenden Betrieb öffnet, dadurch sinkt die Temperatur deutlich ab und die Leistung steigt sichtbar, da die Lambdasonde die Gasmenge entsprechend erhöht, das lässt sich auch an der Ist Stellung des Gasmischers schön erkennen.


    Hast Du noch eine alte Software ohne Drehmomentbegrenzung. Normaler Weise setzt die Drehmomentbegrenzung ein und reduziert dann wieder die Motorleistung. Es kann aber sein, dass Deine Anlage so hoch über NN steht, dass die Drehmomentbegrenzung noch nicht eingreift, weil das max. zul. Drehmoment nicht überschritten wird.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
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  • Hallo Ecopowerprofi,


    also die Drehmomentbegrenzung kommt da nicht mehr, das gabs früher mal. Wie bereits im anderen Beitrag geschrieben sind wir hier 365müNN, also nicht die Welt.

  • Die Drehmomentbegrenzung kommt deswegen nicht mehr, weil der Motor inzwischen zu schlapp ist. Siehe anderen Beitrag von silvkat vs. gleiche Probleme wie bei mir vor zwei Jahren bzw. dzt. bei Pamiru. Auch der Motor von silvkat wird wohl bei ca. 20.000 Bh ins Nirvarna abwandern.


    Ich hatte übrigens bei dem alten Motor die Frischluftzufuhr durch den unteren Boden geführt und den Luftansaugschlauch direkt dort eingeführt, da hatte ich dann auch sofort wieder 4.7 kw Pel. Aber die Werte müssen ja bei geschlossenem BHKW erreicht werden und dieser Umbau war ja auch nicht den Sicherheitsbestimmungen entsprechend konform.


    Mein neuer Schrickmotor mit nunmehr 12.000 Bh schafft es heute noch, unter günstigen Bedingungen die Drehmomentbegrenzung zu aktivieren. :thumbup:

  • Das mit dem schlappmachenden Motor hatte ich ja auch gleich vermutet und deswegen den Kundendienst vor einem Jahr bestellt kurz vor Ende der zweijährigen Betriebszeit. Laut seiner Aussage sei alles i.O., das stimmt wahrscheinlich sogar, da es sicherlich normal für die Exopowers ist, dass sie Leistung verlieren. Für mich ist es halt trotzdem ärgerlich.
    Ich werde jetzt den Umbau mit der direkten Frischluftanbindung machen. Ich versuche einen ganz geringen Teil noch über den Boden im BHKW abzusaugen, um das Sicherheitsrisiko zu minimieren. Wir haben hier Russen-Erdgas, das besteht zu 99% aus Methan und kann demzufolge im Störfall nach oben entweichen. Ich verspreche mir davon eine höhere thermische und el. Leistung, da die kalte Ansaugluft nicht mehr vom Motor aufgeheizt werden muss und der Füllgrad des Motors deutlich zunimmt. Für eine ganz genaue Aussage müsste ich vorher aber sie Temperatur und Feuchte im Motorraum genau messen.

  • @ silvkat,


    also ich habe vor dem Motorwechsel einfach unterhalb vom Luftansaugschlauch ( nachdem man diesen von der Motorwippe gelöst hat ) ein Loch ins Bodenblech gebohrt und die 75er Frischluftzuleitung dort unten eingeführt und den Luftansaugschlauch dort reingehängt. Da war dann die Motorleistung fast wieder bei 4,6 kw Pel.. Nach dem Motorwechsel habe ich wieder auf Originalzustand zurückgebaut, da der neue Schrickmotor ansonsten ständig in der Drehmomentbegrenzung gelaufen ist.

  • Man sollte sich generell mal die Frage durch den kopf gehen lassen was man von dem motor will?
    bei einem auto ist jedes kW mehr ja wünschenswert ;)
    aber bei einem bhkw steht ja vor allem die Lebensdauer im vordergrund..
    und die wird durch solche maßnahmen wahrscheinlich nicht gerade erhöht.