Erfahrung BHKW mit Absorptionskältemaschine gesucht

  • Moin,


    nicht gleich steinigen für die Frage!


    für einen Kumpel möchte ich hier fragen, ob jemand von Euch Erfahrung mit BHKW im zusammenspiel mit Absorptionskältemaschine hat?


    Landwirtschaftlicher Betrieb, 2 Wohngebäude inkl. 3 Ferienwohnungen.
    Kühlhäuser für Kohl und Kartoffeln.
    Stromverbrauch ist so gegen 90000kwh und feuern tut er mit 8000liter Öl.
    Fragebogen werde ich mit ihm noch durchgehen und dann posten.


    Vorab möchte ich nur mal wissen, ob einer von Euch Erfahrung mit der Kombination BHKW und Absorptionskältemaschine (aus Wärme Kälte) hat.


    Im Winter könnte er sicher die Wärme eines BHKW mit ca. 7,5 kw loswerden und der Eigenstromanteil wäre durch Lüftung des Gemüses etc sehr gut. Nur in der Übergangszeit und Sommer fehlen derzeit Wärmeverbraucher... daher die idee mit der Absorprtionskältemaschine.


    Grüße von der Nordseefarm


    Hier ist es schön warm und der Strom kommt aus dem Keller... dank KWE 12G AP...

  • Hallo,
    ich denke mal die eine KWK mit Kältemaschiene würde zu dir gut passen. Schreib doch mal die Technik der Kühlung welche Geräte so viel Strom benötigen, können diese durch Warmwasser ersezt werden? Für die Lüftung so viel Stromverbrauch geht es auch anders durch das Öffnen der Fenster? ...


    Gruß
    Pfleger

  • Hallo Nordseefarm,


    ich habe die Kombination, die Du in Deinem Beitrag ansprichst. Melde Dich bei mir und ich erzähle Dir mehr dazu!


    Viele Grüße


    Thomas

  • @ BHKW Forum:


    Ihr seid super. Hier wird einem immer wieder geholfen! Danke ans Forum!


    Mal sehen, ob mein Kumpel es interessant findet um den Kohl und die Kartoffeln zu kühlen.... dabei Strom zu produzieren.
    Und ich muß noch gucken, ob es sich rechnet?!?


    Grüße
    Jens

  • Absorbtionskältemaschinen haben keine gute Leistungszahl. Dafür ist es ihnen ziemlich egal, wie hoch die Temperaturdiffernz zwischen Kühlseite und Heizseite ist. Dadurch, dass Du sowohl kühlen wie heizen willst, verdoppelt sich der Nutzeffekt . Allerdings ist die Primärtemperatur aus dem Dachs, oder was Du verwenden willst, nicht beliebig hoch. Dadurch kann es sein, dass die Temperaturdifferenz primärseitig nicht ausreicht. Abgasseitig wäre da aber genug drin. Elektrische Absorbtionskühlschränke, kommen hier überhaupt nicht in Frage arbeiten mit primärseitigen Temperauren von über 150 Grad Celsius, können dann aber bis -40 Grad gut kühlen. Du brauchst etwas Größeres, da liegen die Anforderungen niedriger, aber ähnlich hoch.


    Sehr variabel bist Du dann in der Anpassung bei unterschiedlichem Wärme-Kälte-und Strombedarf, indem Du eine oder zwei zusätzliche elektrische Wärmepumpen verwendest, die Du dann wahlweise aus lässt, oder zum Heizen oder Kühlen oder gar für beides verwendest.


    Du merkst, ich spreche von einem BHKW, das sowohl Kühlwasserwärme, Abgaswärme bei hoher Temperatur für die Absorbtionsmaschine und elektrischen Strom erzeugt. Ansonsten wäre die Kombination ideal, wenn es die passenden Geräte gäbe.


    Werde also gespannt hier mitlesen, ob es bereits Absorbtionskälte- bzw. Wärmeanlagen gibt, die mit der Kühlwasserwärme auskommen. Angekündigt sind die schon seit langem.


    Das neue, kleine BHKW- Gerät von Vaillant arbeitet mit Zeolith, Feuchte und Solarkollektoren. ich zweifle, ob das ein effektives Gerät ist. Aber es gibt Dritte-Weltprojekte, bei denen auf Zeolithbasis versucht wird, mit geringeren Temperaturdiffernzen auszukommen.
    ich selbst würde Ammoniak-Wasser immer vorziehen. Damit arbeiten auch die gebräuchlichen Campingkühlschränke, allerdings mit schlechter Leistungszahl, 0,6 etwa. Ein größeres Gerät könnte da effektiver sein. Ich denke, Du benötigst 40 oder mehr kW? Hier in Wesel ist jemand, der verwendet Windenergie. Da Du gerade von einer Ostfriesinnenfarm sprichst.


    Man kann Wärmepumpen auch kaskadieren, vorteilhaft.

  • Hallo bernd,


    Danke erstmal.


    Es gibt Geräte, die mit geringeren Temperaturen arbeiten, allerdings wie von Dir erwähnt mit COP 0,7.
    Wir benötigen für die Kühlhäuser 3-8°C. Klein sind die auch nicht. Aber wenn wir mit einem BHKW genügend Laufzeit auf die Beine stellen, haben wir ja auch noch den Strom zum Kühlen. In der Übergangszeit, in der die Kühlhäuser auch noch an sind, müssen wir jetzt genauer untersuchen, wieviel Wärme wir in den Häusern los werden. Dann ist die Absorbtion eventuell noch ein Thema.


    Mal sehen, ich will mich jetzt erstmal auf dem hof umsehen und möglichst viele Daten sammeln.


    Die Farm ist nicht in Ostfriesland, sondern in Dithmarschen...100km nördlich von hamburg... :-)
    Die Windenergie kann auch interessant sein, bisher rechneet sich das nicht....


    grüße


    Jens

  • Hallo Jens,


    ich habe mal für alle den Link von der Absorptionskältemaschine einkopiert, die ich Dir genannt habe.
    http://www.pink.co.at/inc.download.php?dlf=82
    Was auch noch für Deinen Freund interessant sein könnte, ist dass die Bafa gewerblich betriebene Kältemaschinen fördert, wenn sie mit Ammoniak betrieben werden. Ist auf der Webseite der Bafa ohne Probleme zu finden. Er muss sich halt schlau machen, ob die Anforderungen der Bafa für ihn passen und ob ihm der bürokratische Aufwand nicht zu groß ist.


    Viele Grüße!


    Thomas

  • Hallo Jens,


    bei Sorptionskältemaschinen und BHKW bitte unbedingt auf die Rücklauftemperatur der Sorptionsmaschine achten. Wenn diese zu hoch ist schaltet das BHKW ab. Die Maschine von Pink z.B. hat eine Rücklauftemp. von 68-88°C, je nach Einsatzgebiet. Ich kenne kein mini BHKW das mit 88°C Rücklauf klar kommt.
    Die Firma Invensor hat z.B. extra eine Maschine für die BHKW Anbindung entwickelt, die Rücklauftemperaturen von 66°C hat. Dieses ist allerdings nur für Raumklimatisierung ausgelegt.


    Nur so als Denkanstoß


    Viele Grüße
    Philipp