BHKW für mehrere Häuser, Wohneinheiten inkl. Gewerblicher Nutzung

  • Hallo,
    ich bin neu hier und habe daher noch nicht so viel Wissen. Habe grade den Fragebogen gefunden und wollte mal fragen ob ein BHKW sinn ergeben könnte. Die Situation mit den Häusern/Wohnungen ist etwas komplex. Deswegen versuche ich sie am Anfang zu beschreiben.


    Meine Eltern haben mehrere Gebäude auf mehreren (aneinandergrenzenden) Grundstücken.
    Haus A - klein, eine Etage, ebenerdig, 55 m² Wohnfläche, kein Gasanschluss, Stromanschluss vorhanden, Heizung mit teuren Nachtspeicheröfen.
    Haus B - Hauptwohngebäude, 180 m² Wohnfläche, Gasheizung
    Haus C - Büro mit Doppelgarage (Büro = gewerbliche Nutzung), 60 m² Nutzfläche (Büro), kein Gasanschluss, kein Stromanschluss, "alle Medien (Gas, Warmwasser, Kaltwasser) laufen über das Hauptgebäude.


    Das Bürogebäude ist ca. 5 - 10 m zu "B" entfernt. Gebäude A ist ca. 10 - 15 m zu "A" enternt. Gebäude A und B beziehen vom selben Strommasten Strom, besitzen jeweils einen Hausanschluss mit separaten Zählern, bei Gebäude A, zwei Zähler, einer davon mit NT/HT-Abrechnung wegen den Nachtspeicheröfen.


    Verbrauchsdaten:
    Jährlicher Stromverbrauch:
    A: 6 - 8 MWh
    B: 8 - 9 MWh (inkl. C, C ca. 40 %, also rund 3,5 MWh)


    Jährlicher Brennstoffverbrauch:
    A: - keiner da Nachtspeicher
    B: ca. 40 bis 50 MWh (inkl. C)


    Derzeitige Heizung:
    A: Nachtspeicher aus Mitte der Neunziger Jahre
    B: ca. 20 Jahre alter Brennwertkessel (Erdgas) von Vissmann, [zusätzlich ein Kamin in der einen Haushälfte (Holz, Braunkohle)]
    Energieträger der Heizung: Erdgas (B)
    Alter und Typ der der Heiztechnik: (20 Jahre)
    Art der Warmwasserbereitung: Heizung
    Pufferspeicher, Solarthermie: Nein
    Temperaturen der Heizkreise: keine Ahnung
    Hydraulischer Abgleich: keine Ahnung
    Art der Heizkörper:
    A: Nachtspeicheröfen (2 Heizkörper inkl. elektr. Zusatzheizung im Bad)
    B: alt und neue, teilweise aus DDR-Zeiten (B)
    C: neue kleinere Heizkörper, Stand der Technik 1995


    Immobilie und Rahmendaten
    A: kleines "Gartenhäuschen" renoviert und Gedämmt 2004
    B: Mehrfamilienhaus (Doppelhaus) renoviert Außenfassade 1994, Gebäude vor 1945 erbaut, zwei Schornsteine
    C: Bürogebäude, kein Schornstein, keine eigene Heizung, kein eigener Stromanschluss
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner:
    A: zzt. 1, 55 m²
    B: 4, 180 m²
    C: Nutzung 1 - 3 Leute am Tag, 60 m²
    Art und Baujahr der Immobilie:
    A: 1930, renoviert + Außendämmung 2003/4
    B: 1927
    C: 1995
    Erfolgte Modernisierungen:
    Weitere geplante Modernisierungen: zzt. keine
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: verstehe die Frage nicht.
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: A, B und C möglich


    Meine Fragen:
    I: Ist es möglich ein BHKW in Gebäude B zu installieren, den Eigenverbrauch Strom für B und C zu decken und eventuell A mit "Strom" mit zu versorgen, man müsste nicht aufgraben und würde so eine Menge Arbeit sparen?
    II: Macht es mehr Sinn Gebäude "A" mit an den Heizkreislauf anzuschließen, wobei komplett neue Verrohrung und neue Heizkörper anfallen würden?


    Ich hoffe auf eure Mithilfe.
    Vielen Dank schon mal für die Antworten.

  • Hallo @Erdgasfan,


    Dein Projekt schreit geradezu nach BHKW. Sogar die Nachtspeicheröfen können sich da in der Rentabiltät positiv auswirken. Die ganze Geschichte ordentlich ausrechnen, damit ein leistungsmäßig passen Gerät kommt und Du wirst bestimmt Freude haben. :thumbup:

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


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  • Hallo,
    Ich würde komplett auf Warmwasser umstellen. Mit Stromversorgung von Haus ABC.
    Die Nachtspeicheröfen sind doch schon min. 15 Jahre alt. Ob diese in 5 Jahren noch gibt ist fraglich.
    Ich klaube nicht das du voll die Nachtspeicher beheizen kannst und auf zukauf angewiesen bleibst.
    Die Nachtspeicheröfen werden trozdem renntabler.
    Strom ist zu Wertvoll um zu Wärme umzuwanndeln.


    Natürlich müssen beide Warianten gerechnet werden.



    Gruß
    Pfleger

  • Hallo
    und danke für die Antworten und Tipps.


    Angenommen man würde den eigenen Strombedarf decken und zzt. sich für die Nachtspeicheröfen entscheiden (weniger Arbeit/Aufwand usw.), kann man dann an dem Strommasten einen Gesamt-Stromzähler installieren der vor und rückwärts läuft, der also Einspeißung und Entnahme von Strom aus dem Netz kompensiert? Ist so etwas denkbar? Oder werden die kWh getrennt verrechnet?


    Angenommen es würde den folgende Varianten geben:
    1) 20 MWh einspeisen (kein Eigenverbrauch) und 15 MWh wieder entnehmen (Fazit: +5 MWh export)
    2) 5 MWh einspeisen (15 MWh Eigenverbrauch) und nichts entnehmen (Fazit: +5 MWh export)
    3) 10 MWh einspeisen (10 MWh Eigenverbrauch) und 5 MWh wieder entnehmen (Fazit: +5 MWh export)


    Würde der Zähler jeweils andere Ergebnisse liefern? Gibt es EVU-seitig Zählervorgaben?


    Grüße vom Erdgasfan

  • Hallo
    1: 20 000kwh*5,41+4,137Cent=1082€ +827,40=1909,40€ bekommst Du
    15000kwh*26=3900€ mußt du Zahlen
    Ergebnis: -1990 bezahlen


    2: 5000*5,41+4,137=477,35€ Einspeisen
    15000*0,26+5,41= 1570,50€ Ersparnis
    Ergebnis: 2047,85


    3: 10000*5,41+4,137=954,70 Einspeisen
    10000*26+5,41=3141€ Einsparung und KWK-Zuschlag
    5000*26= 1300 bezahlen
    Ergebnis: 2795€



    Angenommen: Klammern kenne ich nicht auch nicht die Umrechnung von € zu Cent müßte aber alles stimmen.Rechne nochmal nach.
    26Cent +5,41Cent KWK-Zuschlag= Einsparung an Strom
    5,41Cent KWK-Zuschlag für den Produkzierten Strom egal ob Eigenverbrau oder Einspeisung
    4,137Cent für die EEX Stromverkauf an den Stromlieferant.
    Stromkosten 26Cent.
    Gruß
    Pfleger

  • 5,11 ct.....................mehr gibt es nicht


    Ja, für Deine alte Möhre. :crygirl:


    Aber bei Neuanlagen gibt es die 5,41 ct. :party:


    Naja, die 0,3ct sind nun bei den Micro's und Mini's auch nicht der Bringer. :wacko:

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Moin Moin,


    mir stellen sich zwar immer die Nackenhaare auf wenn ich Nachtspeicherheizung höre - aber in diesem Fall muß man mit Spitzem Stift rechnen ob es sich nicht lohnt die drin zu lassen!!


    Schreib mal bitte die Anschlussleistung oder Typ der beiden Speicheröfen und gib noch an wie in diesem Gebäude A das WarmWasser gemacht wird.


    mfg

  • Liebe Leute, wenn b) und c) zusammen 40 - 50.000 kWh Wärmebedarf haben und a) dann von mir aus noch mal 5.000, kommt man auf 55.000 kWh, das sollte dann ja die Basis sein für die Auswahl BHKW. Den WB von a) kann man aber nur einrechnen, wenn man a) auf ne Wasserheizung umrüstet. Wenn die NSP bleiben, fällt a) raus.


    So oder so käme aber wohl nur ein 1.0er in Frage, der hat dann eben 1 kW. Die NSP haben aber sicher ne Anschlußleistung von 3 kW/Stk (wie viele sind es denn???), das kann nur gewaltig in die Hose gehen...

  • Jährlicher Stromverbrauch:
    A: 6 - 8 MWh
    B: 8 - 9 MWh (inkl. C, C ca. 40 %, also rund 3,5 MWh)

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner:
    A: zzt. 1, 55 m²

    Steht doch eigentlich alles da. Die NSP sind in Haus A. Rechne für den einen Bewohner 1.500 kWh dann bleiben für die Öfen noch 5,5-6
    Stromaufnahme der Öfen wäre trotzdem noch interessant.

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


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  • Ja, ist ja richtig, aber das macht den Kohl doch nicht fett, oder? 4 kW in Summe werden die Dinger schon ziehen, und WW wird auch elektrisch sein, in a) wohnt aber nur eine Person....


    Das wird nix....

  • Alles Warmwasser wird elektrisch erzeugt, teilweise über einen Durchlauferhitzer (Bad) und in der Küche ein Warmwasserboiler, ansonsten Arbeiten Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner (selten!) mit Kaltwasser und Strom.


    mehr elektrische Details
    Verbräuche:
    Zeitraum 04/2011 - 03/2012
    Nachtspeicheröfen: 1,119 MWh (HT) + 4,224 MWh (NT)
    Normalstrom: 1,600 MWh
    Hinweis: Gebäude stand vom 04/2011 bis 06/2011 leer, erst ab 01.07.2011 wieder bewohnt.


    Deshalb 2. Periode (läuft noch bis 03/2013) aber noch nicht ganz vollständige Daten:
    Zeitraum: 04/2012 - 12/2012
    Nachtspeicheröfen: 0,553 MWh (HT) + 3,107 MWh (NT)
    Normalstrom: 1,311 MWh


    Hinweis: Das Gebäude wird von einer älteren Dame (>80 Jahre) bewohnt. Die hat es gern warm. So lange sie darin lebt und die Nachtspeicheröfen funktionieren, wollen wir ihr kein Umbau zumuten. D.h. Nachtspeicheröfen sollen bis auf Weiteres erst mal erhalten bleiben. Später über Wärme nachzudenken macht Sinn.


    Anlagendetails:
    Hersteller: AEG
    Baujahr: 1993 (vermutlich, da im Zählerschrank vermerkt)
    - ein Nachtspeicher im Wohnzimmer
    - ein Nachtspeicher in der Küche (Wohnzimmer ist ca. 3x so groß wie die Küche)
    - eine kleine Zusatzheizung (elektr) im Bad.
    - Flur und Schlafzimmer sind nicht beheizt.
    Mehr technische Details habe ich grade nicht, suche aber noch mal nach welchen