Eine wichtige Frage zur Umweltfreundlichkeit von Erdgas : well to tank

  • well to tank, ein Begriff, der in den USA Wellen schlägt, bei uns aber von selbsterklärten Umweltaposteln gerne unter den Tisch gefegt wird.
    Der Begriff heißt übersetzt: "von der Quelle in den tank", sprich , es geht um die Transportverluste.
    Hört sich schlimm an, wenn greenpeace von mehr als 30% bei Erdgas sprach, denn dann müssten wir, weil die Klimawirksamkeit von entwichenem Methan 25 mal so hoch wie die von CO2 = 1,die 2,75 kg CO2, die bei der Verbrennung von 1kg Methangas=russischem Erdgas entstehen, mit dem Faktor 1+ 0,43+ 25) multiplizieren, sprich, die Verbrennung von einem kg russischem Erdgas würde der Klimaschädlichkeit von 11,75kg freigesetztem CO2 entsprechen.
    Greenpeace hat aber schlichweg gelogen, denn dann müssten wir unsere BHKWs sofort abstellen.
    Die neue pipeline Northstream nach Russland soll nämlich besonders dicht werden: auf 200 km Länge sind nur 0,7% Gasverlust eingeplant und auch russische Messungen bestätigen, dass diese bei den bestehenden pipelines nur rund 1% betragen. Das Wuppertal-Institut bezieht sich auch auf die russische Quelle. Wir können also beruhigt sein. Die 1200 km lange pipeline ist nur für 4,2% methanverlust geplant. Immerhin müssen wir damit die 2,75 kg CO2 mit dem Faktor 2,11 multiplizieren, also pro kg verbranntes methan erzeugen wir eine Klimaschädlichkeit von 5,8kgCO2.
    Da rückt die heimische, verlustfreie braunkohle schon erschreckend nahe. vor allem, wenn wir daran denken, dass das deutsche Netz auch Lecks hat und Sibirien mit seinen weit älteren und längeren pipelines dahinter liegt...
    Denken wir lieber nicht daran.
    Wie sagen die Kölner Wasserwerke immer zum chemieverseuchten Uferfiltrat?
    "Dat Wasser vön Kölle is jot!"


    Ein paar links:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas


    http://de.wikipedia.org/wiki/Well-to-Tank


    http://tu-dresden.de/die_tu_dr…-2%20TU%20Zeitschrift.pdf


    http://www.ensys.tu-berlin.de/…e381667a5873235dd6b82.pdf

    http://www.spiegel.de/wirtscha…t-aussehen-a-1017164.html


    Dieser Artikel im Spiegel sollte für uns alle interessant sein.
    Es geht nicht an, dass wir uns mit den bestehenden Zuständen und Gesetzen zufrieden geben.
    Wir sollten nicht anpassen, sondern ändern.

    Einmal editiert, zuletzt von bernd schlueter () aus folgendem Grund: Nachtrag : eine Arbeit der Universität Dresden und ein pdf zu den geplanten neuen Erdgastrassen, die besonders dicht werden sollen...

  • Ein Methanmolekül CH4 erzeugt ein CO2-Molekül bei der Verbrennung. Wenn man das Methan mit 100% Schlupf in die Atmospäre entlässt, ergibt sich ein 25 mal so starkes GWP Potential. 1 m3 Erdgas kann also durch Verbrennen von der Klimawirksamkeit her auf 4 Prozent reduziert werden. Lässt man 1% Methan entweichen, so bleibt es bem GWP von ca 4% (der ursprünglichen 100% fürs CH4) plus noch 1% des Schlupfes.


    In Summe kann das GWP des Erdgases durch Verbrennen plus 1% Schlupf somit auf 5% reduziert werden. Deswegen sind ja auch Deponiegas-BHKW so attraktive CDM-Projekte im Rahmen des Kyoto-Protokolls.


    Gruss,
    Gunnar