BHKW für Neubau und Nachbargebäude

  • Hallo an alle Forums-Mitglieder,


    Da dieses Forum zwar sehr informativ, für absolute Neueinsteiger aber sehr unübersichtlich ist, möchte ich gleich mal den Vorschlag machen in Neulinge, Fortgeschrittene, Betreiber und Profis zu unterscheiden.
    Ich bin schon beim Versuch die u.a Fragen korrekt zu beantworten an meine Grenzen gekommen. Zudem habe ich auf viele E-Mails an verschiedene Internetkontakte entweder keine oder unzureichende Antworten erhalten.
    Zu meinem Thema:
    Wir planen mit einer (bisher) 3köpfigen Familie den Neubau eines 2-Familienhauses mit ca. 250qm Wohnfläche. Auf der gleichen Strassenseite stehen bereits 2 (freistehende) 2-Familienhäuser die bei der Planung miteinbezogen werden sollen
    Die beiden bestehenden Häuser werden aktuell mit einer Ölheizung betrieben und sind wohl auch nicht auf dem neueseten Stand der Technik


    Zitat


    Verbrauchsdaten
    Jährlicher Stromverbrauch: Noch nicht ermittelt. da Bau noch in Planung
    Jährlicher Brennstoffverbrauch:
    Noch nicht ermittelt. da Bau noch in Planung



    Derzeitige Heizung keine bzw. 2 x Ölzentralheizung
    Energieträger der Heizung:
    Erdgas


    Alter und Typ der der Heiztechnik: neu bzw. ca. 20 Jahre und 10 Jahre
    Art der Warmwasserbereitung:
    Pufferspeicher, Solarthermie:
    Temperaturen der Heizkreise: 40 - 60°C?
    Hydraulischer Abgleich: ???
    Art der Heizkörper: neu: Fussbodenheizung alt:Radiatoren


    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: noch nicht ermittelt
    Art und Baujahr der Immobilie: 1 x Neubau, 1 x 10 bis 15 Jahre, 1 x 30 bis 40 Jahre
    Erfolgte Modernisierungen: Dämmung im Dach
    Weitere geplante Modernisierungen: keine
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: ???
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: geplant


    Die Planung uns Ausführung ist abhängig von der Idee BHKW. Das Bauvorhaben ist übrigens im Saarland, da wäre ich schon für einen geeigneten Ansprechpartner dankbar.



    Ich freue mich über jeden Kommentar und werde versuchen soviel Informationen wie möglich zusammenzutragen um Euch die beratung zu erleichtern



    Vielen Dank im Voraus schon mal für Euer Interesse

  • Nachtrag:
    Um die Verwirrung komplett zu machen:
    Ich gehe in meiner Planung davon aus, das für den "betrieb" der 3 Wohnhäuser nur ein einziger Gasanschluß erforderlich ist, dessen Kosten zunächst auf die 3 Hausbesitzer aufgeteilt wird. Da ein BHKW nach meinen Informationen in einem Neubau im Saarland nicht gefördet wird ( die Zuleitungen zu den miteinbezogenen Häusern hingegen schon), käme auch ein Aufstellen in einem der beiden Altbauten in Frage. dann wäre es dort eine Modernisierung, die gefördert wird.
    In meiner Vorstellung werden also aus den bestehenden Häusern die Heizkessel, Speicher und Tanks entfernt und in einem ein BHKW errichtet. Es müsste nur ein Gasanschluß beantragt werden. Zwischen den Häusern wird ein kanal gezogen indem Rohrleitungen für die heizungen und Kabel verlegt werden.
    Bin ich bisher auf den richtigen Weg?

  • Moin,

    Da dieses Forum zwar sehr informativ, für absolute Neueinsteiger aber sehr unübersichtlich ist, möchte ich gleich mal den Vorschlag machen in Neulinge, Fortgeschrittene, Betreiber und Profis zu unterscheiden.

    Unterscheidung ist doch gegeben - unter dem Nickname steht welchen Status der User hat !!


    Deine Planung ist soweit stimmig - theoretisch sollte es so funktionieren. Ihr benötigt aber nicht nur einen neuen Gasanschluß sondern auch einen verstärkten Stromanschluß und Zählerschrank im BHKW Gebäude. Die Stromanschlüsse der beiden anderen Gebäude können Totgelegt werden und ein Kabel mit in den Schacht der Nahwärmeleitung.


    Von einem Planer sollte die Art der Wärmeverteilung und dimensionierung der Nahwärmeleitung und Übergabestationen erfolgen. Mit dem Steuerberater sollten unbedingt die möglichen Betreiberkonstellationen abgeklopft werden.


    Wie weit stehen die Gebäude auseinander und sind das unterschiedliche Flurstücke und Besitzer??


    Bitte beachte - Erst wenn die Gesamtbedarfe an Strom und Wärme bekannt sind ist die Planung des BHKW möglich.


    mfg

  • Hallo Alikante,


    Vielen Dank für Deine Antwort und den Hinweis auf die Userunterscheidung. Ist mir bisher gar nicht aufgefallen.
    Und Du sprichst auch sofort das erste große Problen an, nämlich den Planer. Mir ist im saarländischen Raum niemand bekannt, der sich explicit mit solch einem Projekt beschäftigen würde. Ich habe schon während der Plaungsphase unseres Hausbaus der Energieversorgung eine hohe Priorität gegeben und mich im Oktober lange mit Luftwärmepumpen beschäftigt.
    Erst im November wurde ich auf BHKW aufmerksam.
    Die beiden Häuser in der Nachbarschaft stehen auf unterschiedlichen Flurstücken, sind daher freistehend und jeweils 10 bis 15m voneinander entfernt.
    Sie gehören meiner Schwägerin und meinem Schwager, also alles in Familienhand. Wir wohnen aktuell im Haus des Schwagers, so das dort nach unserem Auszug eine 120qm² Wohnung frei wird. Auch meine Schwägerin hat nach dem Tod meines Schwiegervaters jetzt seit ca. 1 Jahr einen Leerstand von 120 bis 140 qm². Es ist geplant dort zu vermieten.
    Wie man das alles berechnet weiß ich nocht nicht, werde mich aber mit unserem Architekten kurzschliessen.
    Was passiert eigentlich, wenn das BHKW aus ist? Habe ich dann sofort keinen Strom mehr?
    Oder gibt es dazu Speicher mit geringer Kapazität um einen Fehlerfall zu überbrücken?


    Viele Grüße
    Bernd

  • Zitat

    Die beiden Häuser in der Nachbarschaft stehen auf unterschiedlichen
    Flurstücken, sind daher freistehend und jeweils 10 bis 15m voneinander
    entfernt.

    Damit dürfte es noch eine Bafa Förderung für Nahwärmenetze obendrauf geben. Planer und/oder Energieberater die sich auch mit BHKW auskennen kannst Du evt. aus den Datenbanken der KfW , Bafa , BINE, DEN e.V. erfragen.


    Kannst Du noch Verbrauchswerte für Öl/Strom der letzten 3 Jahre rausfummeln?? Kann doch bei Verwandten nicht so schwer sein.


    Wenn das BHKW nicht läuft wird die Wärme aus dem Pufferspeicher oder vom SLK genommen, der Strom kommt wie jetzt aus dem Netz. Deshalb werden BHKW in der Regel Netzparallel gefahren, das BHKW läuft ja auch nicht die ganzen 8760Stunden des Jahres sondern meißt nur so um die 4000-5000 ( Daumenwert ). Das BHKW sollte auf die Grundlast der Liegenschaft abgestimmt werden, deshalb werden ja auch die Verbrauchswerte der vergangenen Jahre dringend benötigt.


    mfg

  • Ist echt nicht einfach von irgend jemandem Informationen zu erhalten. ich habe mittlerweile 6 Mails an alle möglichen Anbieter, insbesondere im Saarland geschrieben, komplett ohne Reaktion. Selsbst die Stadtwerke, die 3 BHKW`s seit September in betrieb haben melden sich nicht. Auch vom Ingenieurbüro Steinborn "Ihr BHKW-Berater" die Schulungen anbieten, keine Reaktion. Nur Arge-Solar will jetzt Unterlagen per Post senden.
    Wenigstens konnte ich den Heizungsmonteur der die Heizungen der beiden bestehenden Gebäude installiert hat,ausfindig machen. Er will mir die Berechnungen von damals zukommen lassen.
    Auch meine Architektin kann noch keine Angaben über den Neubau machen.
    Kann icht auch ohne diese Zahlen diem Sinnhaftigkeit meines Projektes herausgefiltert werden? Und wie kann ich feststellen ob es sich tatsächlich um einen renommierten Anbieter handelt?
    Stimmt es das der Motor nur eine Haltwertzeit von 8 bis 10 Jahren hat?


    Viele Grüße
    Bernd

  • So, habe jetzt mal die ungefähren bisherigen Verbrauchswerte ermittelt:
    Altbau 1 (Baujahr 1955) Strom EG ca. 2000kwH, Strom OG ca. 3500 kwH, Öl im Schnitt 2400 L Öl/Jahr
    Altbau 2 (Baujahr 1995) Strom EG ca. 2900kwH, Strom OG ca. 2400 kwH, Öl im Schnitt 2900 L Öl/Jahr
    Wir bewohnen aktuell das OG im Altbau 2 und werden danach im neuen Haus wohl einen ähnlichen Bedarf haben. Öl ist jeweils der Gesamtverbrauch pro Haus.


    Wär schön mal wieder etwas von den Profis zu hören. Im Voraus schon mal ein herzliches Dankeschön


    Gruß
    Bernd

  • Hallo,
    ich würde mal den Eco 1.0 oder den Eco 3.0 Tippen von der Firma Vailand.
    Der ECo.1.0 ist etwas zu klein läuft aber fast durch .


    Der ECo.3.0 ist etwas zu groß hat weniger Laufzeit.


    Auf Grund vom Stromverbrauch eher der 1.0.


    Ein Spitzenlastkessel von ca. 30kW Leistung.
    Ich denke mal die Profis werden sich auch noch Melden.
    Gruß
    Pfleger

  • Hallo Alikante,



    Bei den Antworten bitte auf meinen Status achten ;-(


    Das sagt mir nun überhaupt gar nix. Mein Vater hat z.B für Warmwasser und Heizung in einem 2 1/2 Familienhaus einen jährlichen Gasverbrauch von ca. 4000 kwH. Wenn ein BHKW unter Volllast beispielsweise 12000 kWH verbrauchen würde, könnte ich mir einen Reim darauf machen.



    VG
    Bernd

  • 2 1/2 Familienhaus einen jährlichen Gasverbrauch von ca. 4000 kwH.

    da kann entweder mit den Nullen oder mit der Einheit was nicht stimmen oder es ist doch Strom, wie alikante schreibt. ?(
    Deinen Status im Hinterkopf stelle ich folgende These auf:


    Dem Vater sein 2 1/2 Familienhaus (is des ein Statistik-Haus mit 1,8 Kinder pro Familie ?( ) braucht jetzt 4.000 Gas, das sind rund 43.000 kWh thermisch.
    Das Eco 1.0 macht 2,5 kWh therm./Std....müsste also 17.200 Std oder rund 1,96 Jahre laufen. In der Zeit macht es nebenbei noch 17.200 kWh Strom und verbraucht dabei (nach Rechnung von alikante) 17.200 + 43.000 x 0,92 = 55.400 kWh oder rd. 5.100 Gas.


    Was sagt uns das jetzt :?: .......auf ein Jahr runtergerechnet könnte der Stromverbrauch passen....aber nur wenn 365 Tage, rund um die Uhr konstant 1 kWh Strom verbraucht wird. Für die warme Bude müsste ein Spl-Kessel dazukommen.


    ....und dann geht die Rechnerei wieder von vorne los. Aber die grobe Richtung stimmt jedenfalls. |__|:-)



    .

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


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  • Wärme * 0,92% = 17400kWh Gasverbrauch


    Ich rechne das jetzt mal mit den (mittlerweile korrigierten) Verbrauchszahlen aus die mir nun zur Verfügung stehen oder aus Schätzungen:
    da das Erdgeschoss im Altbau 1 nach dem Tod meines Schwiegervaters seit März nicht mehr nicht bewohnt ist rechne ich hierfür pauschal einen Jahresstromverbrauch von 4000kwH und korrigiere den Ölverbrauch von 2900L auf etwa 3500L
    Somit käme ich auf
    Altbau 1: 3500 L Öl + 7500 kWh Strom
    Altbau 2: 3000 L Öl + 7000 kWh Strom
    Neubau: 2500 L Öl + 4000 kWh Strom


    Gesamt 9000 L Öl + 18500 kWh Strom


    Jetzt tue ich mir schwer den Ölverbrauch in Leistung umzurechnen, dafür gibt es aber ja auch Fachleute. Ich möchte zunächst ja nur mal herausfinden was auf mich zukommen würde und vor allen der verwandschaft eine Rechnung vorlegen mit aktuellen Kosten und Kosten mit BHKW. Es wird ja auch eine enorme Investition sein, die ist zu rechtfertigen.


    Der Heizungsbauer sagte mir ich könne etwa den Ölverbrauch * 10 rechnen und würde damit ganz grob einen kWh-Werbrauch haben. Das hiesse dann nach Alikante: 90000 + 18500 = 108500 * Wirkungsgrad 0,9 = ~ 97.650 kWh Verbrauch


    Bei einem aktuellen Gaspreis von 7ct/kWh * 98.000 = 6860 € Gaskosten?


    Oder liege ich völlig falsch?

  • Oder liege ich völlig falsch?

    ....du bist auf der richtigen Fährte. :vinsent:
    Aber jetzt kommt die Falle mit dem Strom. Im Sommer macht das BHKW nicht soviel Wärme, is ja logisch, wg. Sonnenschein. Also musst Du Strom zukaufen. Der kommt mit rd. 25 ct./kWh bei den Kosten obendrauf. Im Winter is evt. umgekehrt, da verbrauchen die 1,8 Kinder vielleicht nicht den ganzen erzeugten Strom. Den kannst zwar verkaufen, aber halt nur für rd. 11 ct./kWh.


    Also nochmal Bleistift spitzen. :wissenschaftler:

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