Lohnt sich ein BHKW überhaupt ( Vergleich Remeha Evita 28c zum Vaillant Eco Power 1.0 Plus

  • Hallo,


    ich überlege ernsthaft mir ein Mini oder Nano BHKW zuzulegen. Meine Eckdaten: DHH 180 qm beheizte Fläche, verklinkert, Bj. 1988, FBH auf 2 Etagen und im Keller 4 HEizkörper und im Spitzboden, Verbrauch durchschnittlich 37700 kWh Erdgas NT Heizung 17 kWh plus Vaillant Boiler 150 Lund 7700 kWh Strom, 4 Personen Energieberatung wurde vor 4 Jahre gemacht Heizlast 21000 und pro m2 96, offener Kamin sämtliche Energiegeräte auf A++ und A+ umgestellt auf die beiden Pumpen für die Heizung derzeit noch über ein System.


    Ich habe vor kurzem eine ausführliche Beratung bei Vaillant gemacht, Eco 1.0 plus und alles dazu gehört Komplettpaket mit Montage liege Brutto bei 19000 Euro, da sind die 2.800,-- schon runter, Wartungsvertrag 395,-- mtl. für 10 Jahre incl. ggf. neuen Motor ( 40000 Std. oder 8 Jahre geschätzte Lebensdauer) el. Wirkungsgrad 26.3 ich komme angeblich auf 5.580 Betriebsstunden, ist das realistisch ? Das Angebot gilt bois 31.12.2012, muss mich also schnell entscheiden. Alternativ der Remeha EVITA 28C Gesamtkosten brutto 15000 Euro 5 Jahre Garantie und Stirling, Wirkungsgrad nur 12 oder ?
    Weitere Angaben zum Remeha habe ich leider nicht.


    Ist eines der beide Geräte überhaupt als Komplettlösung sinnvoll oder sollte bei meiner Situation bei einer einfachen Brennwert Gasheizung von Vaillant oder Remeha bleiben, wo stehe ich mich in 15 Jahren besser, immer im Hinterkopf das die Strompreise auf jeden Fall jährlich zwischen 5 und 10 % steigern werden oder ist das unrealistisch ?


    Vom Energieblock der Stadtwerke Lünen weiss ich leider nichts genaues, kann das eine sinnvolle Alternative sein ?


    Die Dachneigung ist leider bei mir Nord_Ost, so das PV oder Solar überhaupt nicht in Frage kommen, für Pellets etc. habe ich keine Lagermöglichkeiten bzw. kein Platz, Wärmepumpe kommt glaub nicht in Frage und Erdwärme schon gar nicht, also bleibt meines Erachtens nur BHKW oder Zeolit oder Brennstoffzelle ?


    Wer kann mir konkrete Tipps geben und weiterhelfen ?


    Tschüss Günter aus Lünen

  • Hallo,
    ich denke, das die 5580 Betriebsstunden (pro Jahr?) zu hoch sind. Schau Dir meine Aufzeichnungen in der Sparte Whispergen an, da stehen meine Daten drin. Unser EFH liegt bei 250qm. Der Rest ist grob gesehen "etwa gleich". Ich hatte 2010 beim sehr kalten Winter mit unserer alten G-Heizung ca. 40000kWh Gas verbraucht.
    Jetzt mit dem Whispergen, bei einem normalen Winter lag ich bei ca. 3000 Betriebsstunden.
    Um die Betriebsstunden richtig nochmal zu erhöhen, müßte das Gerät auch im Sommer mitlaufen. Hier wird bei uns aber nur das Warmwasser hergestellt. Heizung ist da aus.

  • Die Betriebsstunden werden beim Vaillant ecoPower 1.0 deutlich höher liegen als beim Stirling, da der Vaillant eine deutlich geringere thermische Leistung hat und so auch im Sommerhalbjahr auf seine Laufzeit kommt.


    Das war auch der Grund, warum ich mich (trotz der höheren Wartungskosten beim ecoPower 1.0) gegen den Stirling entschieden habe.


    8)

    "Religion wird von den gewöhnlichen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch, und von Herrschern als nützlich angesehen."

    Lucius Annaeus Seneca d. J.

  • Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Ecopower 1.0 ist, ob man den produzierten Strom auch verbrauchen kann (Eigenverbrauch!!!). Entweder hat man eine mind. 1 KW betragende Grundlast (im EFH normalerweise nicht der Fall) oder man muss seinen Stromverbrauch durch disziplinierte Haushaltsführung über den Tag (und ggfs auch die Nacht) verteilen. Das ist dann ein Thema für die ganze Familie und man sollte vor einer solchen Anschaffung klären, ob die anderen Familienmitglieder sich so etwas vorstellen können. In der Regel hat man im Privathaushalt zeitlich geballte Stromverbräuche und eine niedrige Grundlast (also hohe Stromverbräuche, wenn Herd, Backofen, Spülmaschine, Trockner und andere Großverbraucher laufen und geringe außerhalb dieser Zeiten). Das führt dazu, dass man von dem Strom, den ein Gerät wie das Ecopower 1.0 produziert, nur einen geringen Anteil selbst verbrauchen kann.

  • Zitat

    "Zitat bredoko"
    Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Ecopower 1.0 ist, ob man den
    produzierten Strom auch verbrauchen kann (Eigenverbrauch!!!)... Das führt
    dazu, dass man von dem Strom, den ein Gerät wie das Ecopower 1.0
    produziert, nur einen geringen Anteil selbst verbrauchen kann.

    Die Wirtschaftlichkeit eines jeden BHKW's hängt entscheidend davon ab, dass man mit den Strom etwas Sinnvolleres anfangen kann, als einfach nur einzuspeißen. Das ist nicht auf den ecoPower 1.0 begrenzt. ;)


    Ich bin bei meiner Wirtschaftlichkeitsprognose von rund 50% Eigenverbrauch beim produzierten Strom ausgegangen (2 Wohnungen + 1 Büro) und liege nach einer Woche Laufzeit (rund um die Uhr) bei 73%. Wenn das BHKW im Sommer nur tagsüber fürs WW läuft, sollte ich damit noch höher liegen.


    Es gibt also auch sinnvolle Einsatzfälle für einen ecoPower 1.0.


    8)

    "Religion wird von den gewöhnlichen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch, und von Herrschern als nützlich angesehen."

    Lucius Annaeus Seneca d. J.

  • Hallo Günter,


    meiner Meinung nach ist es eine gute Entscheidung, ein BHKW zu nehmen. Ich denke, es wird zu deinem Haus/Energiebedarf/Situation passen.
    Allerdings welches?


    Hier im Forum hat der user heizer_1 bereits diese Gedanken gemacht gehabt und eine interessante Tabelle eingestellt.
    Ein weiterer hat sie ebenso verwendet (und erweitert) gehabt - ich habe aber seinen Namen nicht "auf dem Monitor".


    Hier ist der Link zu dieser Tabelle:


    https://docs.google.com/spread…tBRTJ2ZlJpanUyTXkzWmNlNVE


    und hier ist der Threadname:


    lohnt sich das ecopwer 1.0 nach Preissenkung jetzt schon?
    Spiel mit dieser Tabelle "was wäre wenn". Vieles in dieser Tabelle sind nur Annahmen, aber irgendo muss man ja anfangen :D


    Wir in unserem Hause haben uns für den Stirling (Brötje EcoGen 20.1) entschieden. Der schlechtere thermische Wirkungsgrad des Stirlings kommt uns zugute, weil wir die Wärme im Haus gut gebrauchen/verbrauchen können.
    Also ganz kurz (habe nicht viel Zeit ): wir sind ganz zufrieden mit dem BHKW und haben jetzt schon 55% unseres Stromverbrauchs durch die Eigenerzeugung substituieren können.


    Nächstes Mal mehr.


    Gruß
    BigBen

  • Es bedarf eben nur einer hohen Grundlast ...... oder einer bewussten Verteilung des Stromverbrauchs über den Tag hinweg.


    Bei einem Jahresverbrauch von 6000 kWh habe ich eine durchschnittliche Leistung von 0,68 kW. Der Verbrauch z.B. eine E-Herdes wird überschätzt. Eine Herdplatte bzw. Kochfeld oder auch der Bachofen haben eine Leistung von 1,5 bis 2 kW. Eine Herdplatte ist z.B. nur ca. 10 bis 30 Min. am Tag in Betrieb. Selbst wenn man auf dieser Platte mit einem Topf 1 Std. lang eine Suppe kocht, wird die Platte durch das Takten des Reglers nur etwa 15 bis 20 Min. heizen. Die Platte hat also nur einen Verbrauch von ca. 0,5 bis 0,7 kWh pro Tag. Die eigentlichen Stromverbraucher sind die Dauerverbraucher wie WLAN-Router, Telefonanlage, Licht (vor allem im Winter bis zu 1000 kWh pro Jahr und mehr je nach Größe, Anzahl der Bewohner usw. des Hauses), Fernseher (bis zu 1kWh pro Tag und mehr), Heizungspumpen (bis zu 400 kWh pro Jahr und Pumpe) usw. Wichtig ist nur, dass man die Geräte wie Herd, WM, TR, GS usw. nicht alle gleichzeitig betreibt, dann hat man ohne große Anstrengungen und Disziplinierungen der Bewohner schon eine hohe Eigenverbrauchsabdeckung.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)