Mein tolles Kirsch BHKW - Tagebuch des Versagens

  • Seit ca. drei Monaten werkelt mehr oder weniger das Kirsch
    BHKW in meinem Haus. Habe mir extra Zeit gelassen bevor ich hier was Positives oder Negatives
    schreibe. Also mal vorab, ich bin nicht zufrieden. Habe mich auch von
    Touchscreens und Prospekten blenden lassen. Was toll aussieht ist für
    mich (und ich glaube auch für Kirsch) ein unausgereiftes Teil das noch viel
    Hege und Pflege braucht.



    Hatte bis jetzt keine Woche in der das
    BHKW mal ohne Probleme durchläuft. Erst war es ein
    Temperaturprobleme, dann
    Gas im Gerät und jetzt fehlt der Gasdruck. Doch da geh ich später noch näher
    darauf ein.



    Hatte mich seit letztem Jahr mit dem
    Thema BHKW befasst.



    Wenn man den Prospekt von Kirsch so
    liest denkt man schon die Eierlegende Wollmilchsau zu haben. Kein Wort im
    Prospekt zum Einsatz von Schalldämpfer.
    Ohne seinen Eiinsatz das praktisch unmöglich ist. Oder man ist Hubschrauberpilot und möchte das
    Geräusch nicht mehr missen. Ich weis von einem Kirsch Kunden der etwas abseits in einem ruhigem Wohngebiet wohnt. Dieser hatte Nachts besuch von der Polizei. Wahrscheinlich hat sich ein Nachbar beschwert. Jetzt hat er wie ich einen Schalldämpfer im Haus und oben auf dem Abgasrohr.



    Oder die beschriebenen günstigen
    Wartungskosten. Im Vergleich zu anderen BHKW ist das Kirsch nicht gerade das billigste mit allen 2500 Std und einmal pro Jahr mindestens 300€ zuzüglich
    Material und anderes.



    Die Beschreibung und Bedienungsanleitung
    des Gerätes ist sehr dürftig. Selbst nach mehrmaligen Lesen ist mir, noch dem
    Heizungsbauer aufgefallen das man die Veränderungen am Display doppelt
    betätigen muß um eine Änderung zu erreichen.



    Der viel-gelobte Touchscreen hängt sich sehr oft auf. Dann muss das Gerät
    ausgeschaltet werden und neu gestartet werden.



    Aber die Krönung von all diesem ist das
    das alles
    Werks-bekannt ist, wie ich aus unterrichteten Kreisen erfahren
    habe.



    Zum Beispiel das der Gasfühler Gas im
    Gerät anzeigt. Dieses ist ein Problem das sich nur vom der zuständigen
    Heizungsfirma entsperren lässt. Der Fehler ist aber, das gar kein Gas im Gerät
    ist sondern der Fühler nur nicht angelötet ist so das die Vibration des Gerätes
    genügt um Fehlalarm auslösen. Dieser Fehler beruht auf eine Zulieferungsfirma
    die den Kabelbaum liefert, so wurden obwohl Kirsch von dem Problem wusste, die
    fehlerhaften Kabelbäume eingebaut um dann vor Ort beim Kunden die Gasfühler angelötet
    zu werden. Man sollte meinen das eine Firma wie Kirsch, sowas im Vorfeld bei einer Abschlussprüfung aus dem Weg räumen könnte und nicht auf dem Rücken der Käufer.



    Ich weiß nicht mehr wie oft ich mir frei nehmen musste um auf den
    Heizungsfachmann oder den Kundendienst von Kirsch da zu sein, um mal wieder das
    Gerät zu entsperren, Fühler zu Wechseln oder, oder,oder..... Am Gerät selber bin ich
    mittlerweile so Firm, das ich das Gerät in und auswendig kenne.



    Da sehr viele Arbeiten nur zu zweit
    möglich sind (und der Kundendienst/Heizungsmonteur immer allein kommt) mach ich
    mich mittlerweile ganz gut im Umgang mit dem BHKW.



    Aber Scherz bei Seite, dafür bin ich
    viel zu geladen.



    Nachdem zum wiederholten mal das BHKW
    wegen Übertemperatur stehenblieb, rief ich bei Kirsch an ob ich nicht die
    Software bekäme zwecks selber herausdrücken des Fehlers.



    Was ich dann am Tel. von Kirsch erlebte
    war die unterste Schublade von Kundendienst.



    Ich bekam eine Übelste Abfuhr das die Software
    und der
    Gebrauch nur dem Heizungsbauer zustehen würde, das dadurch die Garantie
    verfiele und für ihn das Thema hiermit erledigt wäre. Keine Hilfe kein Wort das
    man sich um das Problem kümmert. Und das wo ich fast 20 000Euro investiert habe.



    Habe dann ein Zusammenkunft mit Kirsch
    und Heizungsbauer gehabt in der die Verantwortung von A nach B geschoben wurde.
    Die Krönung war dann das ja eigentlich meine Anbindung an den Pufferspeicher
    Schuld wäre ( habe ich selber gemacht, Heizungsbauer brauchte nur an BHKW
    anschließen) da meine Solaranlage zu viel Power hätte. Dadurch ist der Rücklauf
    zu heiß, was das BHKW bei 81 Grad Rücklauftemperatur mit Störung abschalten
    lässt. Dieses Problem hat aber auch ein anderes Kirsch BHKW im Umkreis. Es
    wurde mir dann gesagt das die neuere Generation des Kirsch BHKW mit neuen
    Fühler bis 91 Grad gehen würde und man mir solche Fühler auch einbauen werde.



    Fühler wurde kürzlich eingebaut, ob er
    sich bewährt werde ich hier noch kundtun. Jetzt habe ich ein anderes Problem.
    Und zwar der Gasdruck, der das BHKW 2 mal am Tag ausfallen lässt. Hier wurde
    mir jetzt gesagt das das Mainboard Gefläscht werden müsste. Was immer das
    heißt.



    Und ich dachte ich hätte neueste
    Gerätetechnik.



    Habe jetzt beschlossen, keinen müden
    Euro mehr zu bezahlen. Im Gegenteil, werde meinerseits jetzt Rechnungen erstellen. Für meine Zeit. Und für die Mietnebenkosten ausfälle. Da meine Mieter des Öfteren Kalt duschen mussten oder die Heizung kalt war, habe ichmeinerseits die Miete um 10% gemindert.



    Werde euch auf dem laufenden halten.
    Ps. Habe hier nur meine persönlichen eindrücke wiedergegeben.

  • Anscheinend sind die sog. Partnerbetriebe von Kirsch oft sehr schlecht geschult ?( . Das ist meiner Ansicht nach oft der Kern des Übels. Daß das BHKW ohne Mündungsschalldämfper nicht zu betreiben ist und daß man Änderungen am Steuerungsdisplay auch bestätigen muß hätte der HBler zumindest wissen müssen!
    Ansich ist die Bedienung und Einstellung des Kirsch wirklich easy.
    Wofür die HBler ein Schulungszertifikat bekommen, ist mir da ein Rätsel. Man hat oft den Eindruck, viele HBler wissen garnicht, was sie da eigentlich einbauen. Und wenn's das erste Gerät dieser Art ist, klappt halt leider nicht gleich alles auf Anhieb. Das sollte man dem Kunden aber nicht verschweigen und sich entsprechend drum kümmern.


    Warum sich Kirsch so gegen die Herausgabe der Software stellt ist unverständlich. Wenn man ständig Ärger mit der Anlage hat und man sich als Anlagenbetreiber drum kümmern soll, wäre das das Mindeste, was dem Kunden anzubieten ist. Damit würde sich für den Betreiber die Überwachung der Anlage per LAN ermöglichen und man müßte nicht ständig in den Heizungskeller.


    Kirsch hat bei den aktuellen Serienmodellen anscheinend auch viele Praxisbedingungen noch nicht berücksichtigt, die sich störend auf die derzeitige Konfiguration auswirken.

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • Aber das wir als Käufer das Ausbaden sollen ist mir unverständlich. Wie man mit fehlerhaftem Material umgeht könnte man sich mal ein Beispiel nehmen bei so manchen Autohersteller. Da wird ein Rückruf gestartet und mit so manchem Zugeständnis dem Kunden ein Zuckerl zukommen gelassen.
    Wenn man davon ausgeht was das Kirsch gekostet hat ist der vergleich mit einem Kleinwagen nicht weit hergeholt. In der Kundenfreundlichkeit ist man aber noch Meilenweit von Toyota oder anderen Firmen entfernt.
    Ich mache das auch nicht alles am H.Monteur fest, die sind oft aus verlorenen Posten gestellt. Ich habe erlebt wie das ist wenn man bei Kirsch um Hilfe bittet.
    Gruß Stromer

  • Mainboard flashen!
    Hallo, das "flashen" bedeutet, dass die Betriebssystemsoftware aktualisiert oder durch eine neue Version ersetzt werden muss. Das ist in der Regel nicht selbst zu machen, sondern muss unbedingt von einem autorisierten Fachmann durchgeführt werden. Da ich das Gerät nicht kenne, kann ich leider nicht viel mehr zu Deinen Problemen beitragen. Weiterhin viel Erfolg.
    Dachsbetreiber

  • Die Steuerung des Kirsch läuft auf einem Microporzessorsystem das mit Linux als Betriebssystem arbeitet. Dadurch besteht auch die Möglichkeit, per LAN mit der Steuerung zu kommunizieren. Die Software für die Steuerung ist also auf Linux aufgesetzt. Die aktuelle Firmware ist Version 2.46 und sollte auch bei Stromer so sein. Die könnte man mit der Servicesoftware aktualisieren. Das funktioniert alles so ähnlich wie bei einer FritzBox o.ä. Die Dinger laufen auch alle auf Linux. Es ist aber nicht möglich, mit der Servicesoftware oder der aktuellen Firmware irgendwelche sicherheitsrelevantenTemperaturgrenzwerte zu ändern.
    Meineserachtens ist die Kombination Solaranlage/BHKW immer etwas problematisch. Für gute Laufzeiten und gute Brennwertnutzung des BHKWs sollte der Pufferspeicher immer eine gute Temperaturschichtung haben, was bei gleichzeitiger Einbindung einer Solaranlage nicht mehr gewährleistet ist, da die Wärme der Solaranlage meistens im unteren Bereich des Speicher über Glattrohrwärmetauscher übertragen wird.

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • Da hat der gute Mann von Kirsch bei allen Auftritten auf verschiedenen Messen dann wohl Mist erzählt (Siehe Video auf YouTube). Mir wurde von Kirsch gesagt das es hier keine Probleme geben würde.
    Übrigens seit dem Wechsel der Temp.sensoren läuft das BHKW (klopf auf Holz). Jetzt hab ich noch das Problem mit dem Gasdruck. Mal sehen wenn sich da einer meldet. Ist auch schon wieder eine Woche her.
    Gruß Stromer

  • Mal wieder was neues von meinem Kirsch.
    Heute Morgen nun ein anderes Problem. Nach fast 2 ganzen Wochen ( ich dachte schon jetzt wirds was) ohne Probleme, hab ich jetzt die Fehlermeldung Drehzahl zu niedrig und das Gerät startet erst gar nicht. Nach Fehlermeldungen wie Gas im Gehäuse, Temp. zu hoch, Gasdruck zu niedrig nun Drehzahl zu gering. Was für mich wieder heißt. Reserve Heizung anmachen, Kundendienst anrufen (der an Wochenenden doch nichts machen kann) und vor allem, als Selbständiger kein Geld verdienen weil ich ja wieder mal zu Hause sein muss für die Reparatur.
    Werde hier solange Krach schlagen bis Kirsch sich um mich bemüht. Ich sehe ja das das Thema hier ankommt bei 500 Lesern in nur 10 Tagen.
    Mehr demnächst da bin ich mir sicher
    Der Stromer (das bezieht sich auf meine Solaranlage)

  • Nachdem ich 10 Tage ohne Problem mit dem BHKW hatte, hat sich mein Kirsch am Samstag total verabschiedet. Der Keilriemen ist zerrissen und hat etliches beim kaputtgehen mitgenommen. So wurde ein ganzer Kabelstränge herausgerissen, Kabelreste liegen neben den kläglichen Resten des Keilriemens am Boden des Gerätes. Zudem wurde die Isolierung/Dämmung in Mitleidenschaft gezogen.
    Nach den ganzen Problemen mit Kirsch hab ich an alle Beteiligten Firmen und Geschäftsführer mein Leid in einer Mail geschildert. Habe die Nachricht vom Geschäftsführer von Kirsch erhalten das ich das Gerät am Montag Ausgetauscht bekomme. Bin mal gespannt, werde hier weiter berichten.
    Gruß der Stromer (bezieht sich auf Fotovoltaikanlage )

  • Wieso ist der Keilriemen gerissen? Hat sich etwa der Motor gefressen und blockiert? Lässt sich die Riemenscheibe noch drehen? Ist auch Ölverlust entstanden? Was sagt Kirsch dazu?

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • Motor drehte noch, war also wie auch immer nur der Keilriemen. Habe heute ein neues Kirsch installiert bekommen. Dieses mal mit gelötetem Gasfühler. Auch die Temp.fühler sind neueste Generation. Dazu kann ich die zu hohe Temperaturfehlermeldung jetzt selber herausdrücken. Was scheinbar die neue Software ausmacht.
    Im Moment läuft es. Mal sehen wie es weitergeht

  • zweimal Störung am Tag wegen Gasdruck


    Hallo Stromer,
    mußt du die Störungsmeldung selber bestätigen oder wird die Meldung von der Steuerung automatisch bestätigt? Das BHKW schaltet sich ja beim Auftreten der Störung automatisch ab, müßte dann aber wieder von selbst starten. Tritt die Fehlermeldung öfter als 3x nacheinander auf, muß die Fehlermeldung per "Hand" bestätigt werden. Der Gasdruck müßte so etwa bei 20mBar liegen, so weit ich weis. Müßtest das mal messen lassen, ob da wirklich starke Schwankungen vorhanden sind, andernfalls reagiert
    eventuell der Gasdruckwächter übersensiebel. Es wäre auch möglich, daß der Gasregler zu mager eingestellt ist, d.h. die Motorelektronik kann das Gemisch nicht mehr richtig einstellen, wenn die Werte außerhalb des Regelbereichs liegen. Da kann dir dann aber nur der Service von Kirsch weiterhelfen. Wie sind die Werte deiner Drosselklappenstellung bei 3kW? Der müßte so etwa bei 30% liegen. In diesem Zusammenhang würde aber dann eher eine Fehlermeldung wie "plötzlicher Leistungsabfall" passen.

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh