Ecopower 1.0 im KfW 55 Einfamilienhaus?

  • Hallo zusammen,


    Wir (Frau, ich plus 2 kleine Kinder) wollen nächstes Frühjahr unser Eigenheim bauen.
    Es soll ein Fertighaus in Holzständerbauweise werden, ca 180qm ohne Keller, KfW 55 Standard. Mach jetzt schon länger an dem Thema Heizung rum und bin auf das ecopower 1.0 gestoßen und ich muss sagen das Prinzip der BHKW fasziniert mich.
    Allerdings wurde mir schon mehrfach davon abgeraten........soll sich nicht lohnen.
    Jetzt die Frage an euch Experten: was genau heißt "lohnt sich nicht"? Und ist das wirklich der Fall?
    Mein Gedanke war das ecopower 1.0 ohne gastherme plus den eh geplanten Kamin- oder Kachelofen. Eine genaue Heizlastberechnung liegt noch nicht vor aber die ENEV Daten kann ich bei Bedarf hier posten.


    Bin über jeden ehrlichen Ratschlag dankbar!


    Grüße

  • Hallo und herzlich Willkommen im Forum,


    die Aussage "lohnt sich nicht" ist recht pauschal aber nicht ganz falsch.


    Ein BHKW ist sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt teurer als ein einfacher Wärmeerzeuger. Diese Mehrkosten werden erst wieder hereingeholt wenn durch das BHKW eine Menge X an Strom+Wärme erzeugt wird - denn die gekoppelte Erzeugung ist am Ende billiger.


    Je größer also der Energiebedarf deines Gebäudes ist und umso mehr dieses Bedarfes durch ein BHKW abgedeckt werden kann umso schneller bezahlt sich das BHKW.


    Wenn Du nun den Bedarf Deines geplanten KFW55 Gebäudes hernimmst ist das eben sehr wenig und das BHKW kann nicht genug Erzeugen um sich zu rentieren.


    Soweit die pauschale Aussage.


    Besser wäre es allerdings nicht pauschal zu denken sondern genau nachzurechnen - und dazu wäre es wirklich gut wenn Du mal die Prognosen postest.


    mfg

  • hallo ,
    zu deiner Frage meine persönliche Stellungnahme:
    lohnt sich nicht---Anschaffungskosten--Betriebskosten--Wartungskosten---Gastank ?
    Stromproduktion zu hoch---bei Enspeisung zahlt mann auf jeden Fall drauf
    alternativ: Solarthermie plus Pv.Eigennutzung.
    wenn ich deine Daten auf meine Situation hochrechne, bräuchte ich ca.8kw,
    tatsächlich komme ich mit 3 kw genau auf den punkt.
    viel Erfolg, bei der(hoffendlich ) umweltgerechten Planung. :thumbsup:
    Gruß
    Erwin

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • hmm

    Zitat

    Ein BHKW ist sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt teurer als ein einfacher Wärmeerzeuger.


    nur steht hier ein BHKW eben nicht in Konkurrenz zu einem "normalen" Wärmeerzeuger,
    denn schon allein die Erfüllungspflicht des EEWärmeG erfordert doch den Vergleich zu anderen Techniken, z.B. großer Solarthermie, oder Wärmepumpe oder Pellets.
    Da ist im Vergleich ein BHKW bestimmt gar ncith sooo teuer.


    Weiterhin ist mit BHKW i.d.R. eine Effizinezhausstufe besser zu schaffen (Primärenergiefaktor ist das ausschlaggebendere Kriterium) und damit sogar 5% Mehr Zuschuss bei der KfW zu bekommen....5% auf die Gesamte(!) Maßnahme


    Bei 4 Personen könnte -muss nicht !!!- die 2,5kW_thermich vielleicht doch noch knapp hinkommen

  • "lohnt sich nicht"


    Wie die Vorredner schon sagten so pauschal kann man das nicht sagen. Es kann nur einer so antworten, wenn man wahrscheinlich kein BHKW im Angebot hat und versucht sein Technik zu verkaufen.


    Man sollte die Investitionskosten für die verschiedene Lösungen (unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben) und die jährlichen Betriebskosten auf 10 oder 15 Jahre hoch gerechnet einander gegenüberstellen. Ich bin mir fast sicher, dass das BHKW kostenmäßig sehr günstig wenn nicht sogar am Niedrigsten sein wird.


    Weitere Vorteile bei der Förderung hat Firestarter schon gesagt. :thumbsup:


    Das ecopower 1.0 wird in milden Wintern die Wärmeversorgung alleine und bei Bedarf wird der geplante Kamin oder Kachelofen die Spitzenlast übernehmen können insbesondere wenn diese in die Hydraulik eingebunden sind.


    Ist ggf. noch etwas Geld übrig, würde ich eine kleine PV-Anlage für die bessere Abdeckung des Strom-Eigenbedarfs im Sommer empfehlen.


    Es ist schon merkwürdig. Über die Mehrkosten für das KfW55-Haus für Dämmung und Abdichten (bis zu mehreren 10 T€) wird nicht nachgedacht oder diskutiert aber über vielleicht wenige T€ wenn überhaupt für ein BHKW, welche auch eine nachweisbare Betriebskostenreduktion bewirkt. ?(

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

    Einmal editiert, zuletzt von ecopowerprofi ()

  • Hallo,


    Danke für die Antworten. Ich habe noch ein paar Daten aus der ENEV-Berechnung:


    Tabelle der verwendeten Bauteile:


    Wände: U-Wert 0,141
    Fenster: Kunststoff, 3-fach Verglasung U-Wert 0,900
    Decke: U-Wert 0,202


    Jahresprimärenergiebedarf Qp = 31,0 kWh/qm a ; Qpmax = 39,9 kWh/qm a


    Das beheizte Gebäudevolumwen nach der EnEV beträgt 855,7 cbm
    Die wärmeübertragende Umfassungsfläche A nach EnEV beträgt 526,6 qm


    weiter steht hier noch Jahresheizwärmebedarf Qh 10317 kWh/a + Trinkwassererwärmung Qw 3423 kWh/a


    Nutzfläche: 273,8 qm
    Jahresheizwärmebedarf Qh 37,67 kWh/qm a


    Ich hoffe ich hab das wichtigste aus 17 Seiten kurz zusammengefasst! ;-)




    Grüße

  • Jahresheizwärmebedarf Qh 10317 kWh/a + Trinkwassererwärmung Qw 3423 kWh/a


    Das sind doch 13.740 kWh pro Jahr. Nach meiner Faustformel ergibt das eine "Kesselleistung" von max. 3,8 kW. Wie ich schon sagte in milden Winter wird das ecopower 1.0 es ohne Spitzenlast erledigen können. :thumbup:

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  • Zur generellen Steigerung der Laufleistung gerade im Sommer wäre es angebracht Geschirrspüler und Waschmaschine an den Warmwasseranschluss zu hängen.
    Bald gibt es ja auch Wäschetrockner mit Anschluss an die Heizungsanlage.
    Also genau planen ist angesagt :D

  • Hmm.........ihr verwirrt mich jetzt etwas!


    @ecopowerprofi..........was meinst du genau mit "......in milden Winter wird das ecopower 1.0 es ohne Spitzenlast erledigen können."?
    Mit spitzenlast wirst du ja die gastherme meinen, das klingt jetzt für mich übersetzt in etwa so: in einem milden Winter packt es das ecopower gerade noch so.


    @firestarter........."Bei 4 Personen könnte -muss nicht !!!- die 2,5kW_thermich vielleicht doch noch knapp hinkommen"
    Wenn ich das richtig verstehe bedeutet das doch das das Haus mit 2,5kw beheizt wird oder? Die Standard-Wärmepumpen fangen doch normalerweise alle so ab 6kw an.
    Mit dem BHKW plus dem Ofen (KWL ist übrigens auch geplant) würde ich da nicht hinkommen?


    Habe ich da einen Denkfehler? Oder steh ich komplett auf dem Schlauch??


    Ich dachte immer das der Sommer das eigentliche Problem ist da ja naturgemäß im Sommer keine Heizung benötigt wird.
    Da der warmwasserbedarf in einem 4 Personen Haushalt ja doch relativ "hoch" ist war ich bisher der Meinung das 2,5kw (siehe 6kw wärmepumpe)für die warmwasserbereitung ausreichend sind. Dadurch müsste das ecopower ja auch auf eine gewisse Laufzeit kommen!?


    Wie ihr seht besteht bei mir noch erheblicher aufklärungsbedarf!

  • @ecopowerprofi..........was meinst du genau mit "......in milden Winter wird das ecopower 1.0 es ohne Spitzenlast erledigen können."?


    Die Kesselleistung nach Fautsformel bezieht sich auf eine Außentemperatur von -20°C. Ist es draußen wärmer (milder Winter) braucht man nicht die volle Leistung.


    Zitat

    Mit dem BHKW plus dem Ofen (KWL ist übrigens auch geplant) würde ich da nicht hinkommen?


    Doch, freilich.


    Zitat

    Die Standard-Wärmepumpen fangen doch normalerweise alle so ab 6kw an.


    Ja, du musst aber beachten das Wärmepumpen auch Sperrzeiten haben (bis zu 3h täglich) und Luft/Wasser-WP müssen sich regelmäßig abtauen. In beiden Fällen kommt die Wärme aus nem Puffer der auch wieder geladen werden muss. Das geht nur wenn man genug Leistungsreserve hat.


    Und nur zum Vergleich: Ölkessel beginnen (nach meinem Wissen) bei 12kW.



    mfg JAU

  • Mit spitzenlast wirst du ja die gastherme meinen


    jau hat zur Leistung schon was gesagt. Da Du ja ein Kachelofen o.gl. planst geh ich davon aus, dass dieser als SLK genutzt wird. Voraussetzung ist, dass dieser hydraulisch eingebunden wird. Ein Brennwertgerät ist dann nicht erforderlich.


    Mit dem BHKW plus dem Ofen (KWL ist übrigens auch geplant) würde ich da nicht hinkommen?


    Ja sicher.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • @JAU..........deshalb versteh ich das ganze ja auch nicht so ganz. Wieso kommt eine 6kw Wärmepumpe eher in Betracht als das ecopower mit 2,5kw???


    @ecopowerprofi..........wenn man sagt "BHKW lohnt sich nicht im EFH..." auf was genau bezieht sich denn das?

  • Moin,

    Wieso kommt eine 6kw Wärmepumpe eher in Betracht als das ecopower mit 2,5kw???

    Das die WP "eher in Betracht" kommt lese ich aus JAU's Satz nich herraus. Eine Luftpumpe ist relativ günstig in der Anschaffung hat aber recht hohe Energiegosten einfach weil der Strompreis steigt und steigt und steigt.

    Zitat

    wenn man sagt "BHKW lohnt sich nicht im EFH..." auf was genau bezieht sich denn das?

    Schuld sind die hohen Anschaffungs- und (bei motorischen BHKW) Wartungskosten. Diese Fixkosten sind nur bei entsprechend hohem Energie(eigen)verbrauch wieder hereinzuholen - wie im ersten Beitrag erläutert.


    mfg

  • Wieso kommt eine 6kw Wärmepumpe eher in Betracht als das ecopower mit 2,5kw?


    Da hast du was falsch verstanden.


    Wenn ein BHKW zu groß dimensioniert ist musst du den teuer produzierten Strom einspeisen (Stromspeicherlösungen mal außen vor) und hast womöglich gleichzeitig lange Stillstandzeiten in denen du Strom zukaufen musst.
    Einen etwas zu groß dimensionierten Kessel, Therme oder Wärmepumpe schaltet man einfach aus - sprich: Wenn sie mit Reserve ausgewählt wurdem macht man nicht ganz so viel Geld kaputt.


    Ich wollte damit in keinem Fall sagen das du ne WP installieren sollst.



    mfg JAU

  • Guten morgen,


    Das Beispiel mit der Wärmepumpe war nicht auf dich bezogen JAU. Sorry, da hab ich mich falsch ausgedrückt.


    Das war eher ne allgemeine frage bzw Feststellung. Mir kommen die 2,5 kW im Vergleich zur, bleiben wir beim Beispiel, 6kw Wärmepumpe wenig vor.
    Deshalb kann ich der Argumentation mit der langen Standzeit nicht so ganz folgen.....
    Ich wollte ja extra das spitzenlastgerät weglassen um dem BHKW ein paar extrastunden zu gönnen! ;-)


    Wenn ich das richtige verstehe dreht es sich hauptsächlich um die anschaffungs- und Wartungskosten!?
    Mal von den Wartungskosten abgesehen........was kostet so ein BHKW (ecopower) monatlich?


    Grüße und danke für die Geduld!


    P.S. Sympathisches Forum......keine dumme anmache und so! Top!