Energiekonzept für Speisegaststätte mit Übernachtung

  • Hallo zusammen,


    ich bin von einem Bekannten um Unterstützung gebeten worden.


    Folgendes Objekt:
    Speisegaststätte mit Mittag und Abendesseessen, sowie Übernachtung.


    Heizung:
    ca 20 Jahre alt, ca. 30 kW, Ölheizung, kein Wärmepuffer nur 300 ltr. Brauchwasserpuffer
    Erdgas liegt in der Straße
    weitere Werte werden momentan zusammengetragen


    ganzjährig geöffnet


    Strom:
    Siehe Lastprofil, es sehen alle Tage über das Jahr fast gleich aus, bis auf den Ruhetag 1x pro Woche (Grundlast ca 4,5 kW und kurzer Spitze mit ca. 15 kW)
    Stromverbraucher:
    Induktionsherde, Spülmaschinen, Kühlanlagen
    Zu den Kühlanlagen:
    Die 3-4 Agregate sind extern und in getrennten Raum aufgebaut und strahlen große Wärme ab und heizen den Raum auf (extern wegen Ausfällen)


    Es wird nun nach einem Konzept zur Optimierung gesucht.
    Angedacht BHKW für Strom und Wärmepumpe zur Nutzung der Abwärme der Kühlagregate.


    Wer hat Erfahrung und Ideen zu einer guten Lösung.
    Wärmebedarfsmessungen für das gesamte Gebäude werden noch durchgeführt.


    Gebäudeisolierung und neue Fenster sind im Moment nicht angedacht.


    Voraus vielen Dank für Ideen und Vorschläge


    Rottler Josef

  • habt Ihr auch nen Wärmeverbrauch für das Objekt?? Du weisst doch ohne Wärmeabnahme dreht sich kein BHKW.


    Hallo Alikante,


    natürlich haben wir einen Wärmeverbrauch.


    Diese Daten werden momentan mit der BHKW-Forum Fragenkatalog zusammengetragen.


    Dann habe ich aber nur die Daten für das ganze Jahr. Ich werde in den nächsten Tagen (wenn der Termin abgestimmt ist) noch eine Messung über mehrere Tage mit einem Datenlogger vornehmen.
    Da werde ich die Temperatur am Abgasrohr messen, somit kann ich sehen, wie oft und wie lang der Heizkessel im Sommer ca. läuft.


    Gruß

  • Wärmepumpe zur Nutzung der Abwärme der Kühlagregate.


    Nur ein Hinweis: Kühlaggregaten sind Wärmepumpen, denn sie befördern die Wärme aus dem Kühlraum. Man muss den Kühlkreislauf nur über einen Wärmetauscher in einem Pufferspeicher führen. Ist eigentlich gängige Praxis.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Hallo zusammen,


    Nur ein Hinweis: Kühlaggregaten sind Wärmepumpen, denn sie befördern die Wärme aus dem Kühlraum. Man muss den Kühlkreislauf nur über einen Wärmetauscher in einem Pufferspeicher führen. Ist eigentlich gängige Praxis.


    Hallo danke für den Hinweis. Werden diesen Punkt mit in das Gespräch bringen.


    Gruß

  • Hallo zusammen,


    wie versprochen weitere Daten zum Objekt.

    Daten zum Objekt

    Jährlicher Stromverbrauch: 123.352 kWh (78.262 HT, 51.090 NT)
    Jährlicher Brennstoffverbrauch: ca. 17.000 Liter Heizöl pro Jahr


    Derzeitige Heizung
    Energieträger der Heizung: Heizöl
    Alter u. Typ der Heiztechnik: 16 Jahre, Heizöl Gebläsebrenner
    Art der Wamwasserbereitung: Zentralheizung mit 300 liter WW-Puffer
    Pufferspeicher, Solarthermie: 300 ltr. WW, keine Solarthermie
    Temperaturen der Heizkreise: nicht bekannt
    Hydraulischer Abgleich: nein
    Art der Heizkörper: Radiatoren


    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl der Bewohner: ca. 700 m/2, ??
    Art und Baujahr der Immobilie: Altbau ab 1929 mit Erweiterungen in den 80 igern
    Erfolgte Modernisierungen: Januar 1996 neue Heizung
    Weitere geplante Modernisierungen: momentan keine
    zweiter Abgasstrang für BKW frei: ja
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: nein


    Anmerk: Stromlastprofil siehe Beitrag weiter oben
    Momentan wird noch ein Sommerwärmelastprofil aufgenommen (Warmwasser, Spülmaschinen)


    Gruß

  • huhu


    also Stromlastgang ist schonmal super
    ...Grundlast 5kW


    aber,
    da ist wohl mehr drin,
    denn schon 14Stunden sind >=10kW
    ...bei 10 Stunden sogar >= 15kW


    Ölverbrauch erscheint mir anhand der beheizten Fläche und Nutzung etwas hoch,
    da doch mal auf die Pirsch gehen.


    BHKW-mäßig
    sollte es m.E. mindestens ein KWE 7.5 sein....ich würd problemlos auch noch etwas höher rangehen (wenn Lastgang tatsächlich repräsentativ)

  • Hallo Josef,


    also ich würde versuchen die Spitzen im elektrischen Lastgang zu verkleinern, zb. die Spülmaschinen mit WW zu versorgen.


    Die Wärme der Kühlaggregate mit ner Wärmepumpe einzufangen ist denke ich auch nicht das gelbe vom Ei. Besser wäre es Kälte aus Wärme zu machen damit spart Ihr wieder Strom.


    Ausserdem wäre es sicher hilfreich die reine Heizwärme vom WW Anteil getrennt zu bekommen ( aus den 17000Litern Öl ).


    mfg

  • Moin,


    ich glaub ich muß die Idee Kälte aus Wärme zu machen teilweise revidieren, ich habe keine Adsorptionsanlage gefunden die unter +6°C herunterkühlen kann. Also für Kühlzellen ja für Gefrierzellen (-18°C) gets nicht.


    mfg

  • och,
    gibt schon absorber die noch nen bissl weiter runter können,
    aber bis in TK-Bereich wirds schwer in der Leistungsklasse


    Normalkühlung würd man shcon hinbekommen,
    aber das ist nicht sonderlich wirtschaftlich....COP 0,5...0,7
    und das bei nem Invest....na in der Leistungsklasse sicherlich nicht unter 25tsd


    Abwärmenutzung aus Kältemaschinen sollt man schon mahcen
    auch wenn das Laufzeit und damit auch Wirtschaftlichkeit vom BHKW schwächt

  • Abwärmenutzung aus Kältemaschinen sollt man schon mahcen
    auch wenn das Laufzeit und damit auch Wirtschaftlichkeit vom BHKW schwächt


    Eine solche Aussage beruht auf eine zu einseitige Betrachtungsweise mit Schwerpunkt BHKW. Ziel sollte es sein die Energie maximal zu nutzen bei den vorgegebenen Zielvorgaben. Kälte ist ein notwendiger Bestandteil in der Gastronomie. Mit einem vernüftigen Gesamtkonzept bestehend aus BHKW, Pufferspeicher und Kältemaschine kann man die Energiekosten stark reduzieren. Eventuell ist auch eine PV-Anlage zu berücksichtigen


    Leider kennen viele Anbieter nur ihren Part und keiner macht sich Gedanken über eine optimale Gesamtlösung.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • na na na,


    glaub hier geht die Kritik wohl etwas zu weit.


    Ich habe lediglich drauf hingewiesen,
    dass es BHKW Ertrag mindert, man es aber doch machen sollte.


    Außerdem möcht ich mal deutlich darauf hinweisen,
    dass ich hier im Forum rein als Privatmensch auftrete und nicht als Anbieter von irgendetwas.