Alten Gasheizkessel durch Miikro-BHKW ersetzen oder warten?

  • Hallo,



    nachdem wir unseren Heizungsbauer angesprochen haben, wie wir unser Schwimmbad (Aussenbecken 10 x 5 m) am besten kostengünstig beheizen könnten (wir dachten dabei an Solarthermie oder Wärmepumpe) hat er uns vorgeschlagen, die vorhanden Gasheizung durch ein Mikro-BHKW zu ersetzen.



    Angeboten hat er uns das Viessmann Vitotwin 300-W (1 kW el., 6 kW th.) zu einem Gesamtpreis von brutto rund 26.000 € (20.000 € Mikro KWK, 1.200 € Rohrleitungen, 600 € Elektroarbeiten, 3.600 € Arbeitsaufwand).



    Nun tue ich mich etwas schwer mit der Entscheidung:

    • Ist die Investition wirtschaftlich sinnvoll?
    • Ist die Amortisationszeit der Investition ein sinnvolles Kriterium zur Entscheidungsfindung?
    • Der alte Heizkessel ist nicht defekt; ist es sinnvoll ihn dennoch auszutauschen oder ist es besser zu warten bis er defekt ist und ersetzt werden muss?
    • Unser Heizungsbauer argumentiert mit weiter steigenden Strom- und Gaspreisen; Erhöhung des Wirkungsgrades der Heizung (der alte Heizkessel arbeitet nicht mehr Energieeffizient); Brennstoffzellen sind noch nicht ausgereift und dazu ca. um den Faktor 2 teuerer; durch die Beheizung des Schwimmbades würrden wir hohe Laufzeiten des BHKW erreichen; zur Schwimmbadbeheizung könnten wir eine Wärmepumpe mit ca. 8.000 € gegen rechnen zu den 26.000 €
    • Allerdings scheint unser Heizungsbauer etwas "Technik verliebt" zu sein, er argumentiert eher mit "weichen" Faktoren als mit "harten" bzw. konkreten Zahlen zur Wirtschaftlichkeit.


    Für eine "externe" Beurteilung des Vorschlags unseres Heizungsbauers bin ich Ihnen sehr dankbar. Unsere Daten habe ich in der folgenden Fragenliste ergänzt.


    Grüße Fritz



    Verbrauchsdaten
    Jährlicher Stromverbrauch: ca. 5.500 kWh (ca. 1.400 €)
    Jährlicher Brennstoffverbrauch: ca, 50.000 kWh Gas (ca.2.500 bis 3.000 €)


    Derzeitige Heizung
    Energieträger der Heizung: Gas
    Alter und Typ der der Heiztechnik: ca. 20 Jahre alt, Gasheizkessel Viessmann ATOLA 36 - 29 kW, 1991
    Art der Warmwasserbereitung: über Zentralheizung mit Gasheizkessel
    Pufferspeicher, Solarthermie: Wärmwasserspeicher, keine Solarthermie
    Temperaturen der Heizkreise: vermutlich ca. 40°C wegen Fussbodenheizung
    Hydraulischer Abgleich: wissen wir nicht, Haus gebraucht gekauft
    Art der Heizkörper: Fussbodenheizung ca. 250 m2

    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: ca. 250 m2, 3 bis 4 Bewohner


    Sonstiges: Schwimmbad vorhanden, Außenbecken 10 x 5 m, ca. 70 m3 Inhalt, bisher nicht beheizt, Beheizung erwünscht zur Verlängerung der Badesaison und zur Nutzng bei kühler Witterung im Sommer
    Art und Baujahr der Immobilie: freistehenden EFH, Massivbau, Ziegelstein, Isolierputz, Baujahr 1993
    Erfolgte Modernisierungen: keine
    Weitere geplante Modernisierungen: keine
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: ?, nicht geprüft, (BHKW nutzt Abgasstrang des zu ersetzenden Gasheizkessels?)


    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: nein

  • Eine Umrüstung auf Brennwerttechnik ist insbesondere aufgrund der niedrigen Rücklauftemperaturen des Schwimmbades sinnvoll. Aber dazu gehört dann auch ein hydraulischer Abgleich und Tausch auf Effizienzpumpen der Anlage ;)


    Auch ein Nano-BHKW kann durchaus sinnvoll sein. Ich würde allerdings zum ecoPOWER 1.0 raten. Das ist derzeit zum Sonderpreis erhältlich. Das kostet selbst mit der für Euch erforderlichen größten Spitzenlasttherme und dem anzuratenden 500L Speicher nur 13.000 Euro anstelle der von Eurem Heizi verlangten 20.000 Euro. Zudem hat das ecoPOWER 1.0 einen besseren elektrischen Wirkungsgrad :)

  • Hm ... da fragt man sich was der Heizungsbauer sich dabei gedacht hat !?


    Wenn hier keine thermische Solaranlage rein passt sollte man Solaranlagen abschaffen !


    Natürlich ist hier die Solaranlage die erste Wahl. Sommer, Sonne ... Badespaß ... und wenn die Saison noch länger dauern soll kann man auch mal mit dem Kessel nachheizen (was ich nie machen würde) !


    Aber der Kessel sollte in jedem Fall ersetzt werden, denn es ist ein atmosphärischer Kessel ... also ein besseres Lagerfeuer.


    Weitere Ideen kann man hier nachlesen:
    Welches BHKW nehmen für ein Einfamilienhaus


    Sicher kann man hier so ein kleines BHKW nehmen, man darf aber nie vergessen, dass man dadurch keine Energie spart sondern persönlich mehr Energie verbraucht und zudem noch eine gewaltige Investition im Raum steht.
    Ich finde BHKW's generell (global betrachtet) sinnvoll ... aber nicht im Einfamilienhaus.


    Auch hier würden mich mal Bilder der Heizungsanlage interessieren !

  • Sehr geehrter Herr Neuendorfer,


    vielen Dank für Ihre Antwort. Allerdings erwarte ich höhere Wartungskosten für das ecoPOWER 1.0 BHKW wegen des verbauten Honda Motors. Soweit ich mich erinnere wurden mir ca. 500 € jährlich für einen Wartungsvertrag genannt. Der Stirlingmotor im Vitotwin 300-W wird als wartungsfrei bezeichnet.


    Grüße Fritz

  • Hallo,


    Freibad heizen kann nur mit Solar sinnvoll sein!


    70.000 l Freibadwasser auf Badetemperatur zu halten ist auch im Sommer wahnsinn! Nachts und an weniger warmen Tagen kühlt das Wasser schnell um einige Grad ab.
    Ich spreche da aus eigener Erfahrung mit einem 60.000 l Freibecken!


    Vielleicht ist ja bei der preiswerteren EcoPower 1.0 - Variante etwas Geld für sowas übrig - damit lässt sich die Badesaison prima verlängern! Klick


    Grüße AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Allerdings erwarte ich höhere Wartungskosten für das ecoPOWER 1.0 BHKW wegen des verbauten Honda Motors. Soweit ich mich erinnere wurden mir ca. 500 € jährlich für einen Wartungsvertrag genannt. Der Stirlingmotor im Vitotwin 300-W wird als wartungsfrei bezeichnet.


    Laut Aussage eines ecoPOWER Verkäufers soll der Vollwartungsvertrag 322 Euro inkl. Therme im Jahr kosten. Bei einem Stirling-BHKW sind es auch etwa 90-100 Euro im Jahr. Dazu kommt die Lebensdauer des Stirlings. Derzeit werden etwa 50.000 Stunden erwartet... ich hoffe es und die Hersteller sollten aus Jahrelangen Tests auf die Erfahrung dafür gesammelt haben. Aber der Austausch des Stirlings kostet derzeit wohl etwa 4.000 Euro - dafür bekommt man nach meiner Info etwa 4 ecoPOWER 1.0 Motoren instandgesetzt. Noch dazu kommt der wesentlich bessere elektrische Wirkungsgrad beim 1.0 im Vergleich zum Stirling. Als die Stirling-BHKW in der Anschaffung teurer waren, sah die Rechnung unterm Strich anders aus. Aber wenn der Stirling gleich teuer, oder wie hier überteuert, angeboten wird, kann man nur zum ecoPOWER 1.0 raten.


    Aber zu den Wartungs- und Instandhaltungskosten mag gerne ecopowerprofi: mal was sagen :)


    Je nach Kosten für die Installation kann man auch über eine Solaranlage zur Unterstützung im Sommer nachdenken. Bei einem Schwimmbad kann sich das rechnen. Im EFH Bereich ohne Schwimmbad kenne ich jedoch keine Anlage die sich gerechnet hat. Ausnahme: man baut selbst.

  • Sehr geehrter Herr Neuendorfer,


    vielen Dank für Ihre Antwort. Allerdings erwarte ich höhere Wartungskosten für das ecoPOWER 1.0 BHKW wegen des verbauten Honda Motors. Soweit ich mich erinnere wurden mir ca. 500 € jährlich für einen Wartungsvertrag genannt. Der Stirlingmotor im Vitotwin 300-W wird als wartungsfrei bezeichnet.


    Grüße Fritz


    Hallo Schwef,


    bei einen Kaufpreis für das ecoPower1.0 von z.Z. etwa 13TEuro und dem Dir angebotenen Vitowin für 20TEuro, spart man satte 7TEuro, dafür kann man einige Jahre den ecopower 1.0 warten und reparieren!
    Schau mal in die Infothek zu deinem Vitovin was dort unten im letzten Absatz steht und vergleich das mit deinen Angebot.


    Bei deinen Objekt würde ich zu Solarthermie und ner neuen Brennwerttherme tendieren zusammen mit einer optimierten Hydraulik sollte es dann besser passen zur Fußbodenheizung und auf Dauer günstiger und Stressfreier laufen.
    Förderung ist auch möglich und die Sonne stellt keine Rechnung.

    Meine Beiträge geben meine Meinung wieder und können unsichtbare Smilies und ein wenig Sarkasmus enthalten.
    Wer Rechtschreibfehler findet, kann diese behalten.

  • Aber wenn der Stirling gleich teuer, oder wie hier überteuert, angeboten wird, kann man nur zum ecoPOWER 1.0 raten.


    Hallo,


    ich hab im Angebot noch einmal nachgesehen (netto Preise):


    • 13.250 €: Paket Viessmann Vitotwin 300-W
    • 2.660 €: Zubehör wie z.B. Vorwand-Montagerahmen, Heizkreisverteilung mit Mischer, Umwälzpumpe Abgassystem für Brennwertkessel, ViessmannVitosolic Typ SD1, Viessmann Vitocom 100


    Grüße schwef

  • Moin,

    dass man dadurch keine Energie spart sondern persönlich mehr Energie verbraucht

    Diese Aussage möchte ich so nicht stehen lassen.


    Es wird nicht mehr Energie verbraucht sondern ein BHKW benötigt im direkten Vergleich zu einem Heizkessel mehr Brennstoff. Das liegt einfach daran das gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt wird, das bedeutet aber auch das weniger Strom zugekauft werden muß.Bei betrachtung der eingesetzten Primärenergie wird ein BHKW immer besser abschneiden als getrennte Erzeugung von Strom+Wärme.
    Auch beim BHKW gilt der Energieerhaltungssatz.


    Hasko hat, davon gehe ich aus , das richtige gemeint nur missverständlich ausgedrückt.

  • Jo ... da hast'e natürlich (teilweise) Recht.
    Ich habe den falschen Begriff verwendet. Brennstoff oder Fossile-Primärenergie wäre natürlich richtiger gewesen !


    Aber jetzt muss ich auch noch kurz wiedersprechen, denn die getrennte Erzeugung von Wärme und Strom muss nicht ineffizienter sein.
    Es kommt ja immer drauf an mit was man den Strom herstellt. Nimmt man Sonne, Wind oder Wasser zur Stromerzeugung, sieht das Ergebnis anders aus ... auch mit einem regionalen Gaskraftwerk (und einem Wirkungsgrad von 60%) ist die Bilanz besser. Nimmt man diese "Energiequellen" mit in die Rechnung hinein, schneidet ein BHKW gegenüber einem Brennwertkessel natürlich schlechter ab.


    Unser Ziel der CONTRAULIK ist es Primärenergie einzusparen ... aber vor allem fossile Brennstoffe.

  • ein BHKW anbieten. Das Schwimmbad ist doch draußen und wird nur im Sommer genutzt, da springt einen die Lösung Gas-BW und Solarthermie doch direkt an. Dann noch die alte FBH spülen, senkt die VL-Temperatur. Und so lassen sich dann für 10 oder 12.000 Euro Invest sicher 1000 Euro einsparen. Alles andere ist in diesem Objekt rausgeschmissenes Geld, wer anders denkt, möge bitte vorrechnen....

  • ein BHKW anbieten. Das Schwimmbad ist doch draußen und wird nur im Sommer genutzt, da springt einen die Lösung Gas-BW und Solarthermie doch direkt an. Dann noch die alte FBH spülen, senkt die VL-Temperatur. Und so lassen sich dann für 10 oder 12.000 Euro Invest sicher 1000 Euro einsparen. Alles andere ist in diesem Objekt rausgeschmissenes Geld, wer anders denkt, möge bitte vorrechnen....


    Die meisten empfehlen schwef dem Threaderöffner Solarthermie und Brennwerttechnik, aber warum.


    Sein Objekt verfügt über 250qm Fussbodebheizung und da passt Brennwerttechnik wie die Faust aufs Auge.
    Kombiniert mit Solarthermie hat er einen warmen Pool, warmes Wasser im Haus, die Heizung wird unterstützt und er kann von Frühjahr bist Herbst seine Bahnen ziehen.
    Und das beste, die Sonne stellt keine Rechnung. Vorteil einmal investiert, wenig bis fast keine Folgekosten.


    Ich hab allerdings den Eindruck, das der Entschluss von schwef für ein Vitiwin BHKW vorgefasst ist und er dies bestätigt haben möchte.


    Ein BHKW ist manchmal nicht die beste Lösung.

    Meine Beiträge geben meine Meinung wieder und können unsichtbare Smilies und ein wenig Sarkasmus enthalten.
    Wer Rechtschreibfehler findet, kann diese behalten.

  • Moin Gemeinde,


    also ich bin nicht dafür dem Fragesteller Solarthermie aufzuschwatzen. Zwar ist das eine schöne Sache und die Sonne schickt auch keine Rechnung, aber der Installateur tut das auf jeden Fall. Wenn man sich nun die Kosten und den Nutzen einer Solarthermie hernimmt schaut das meist ganz böse aus - es kommen schnell 10.000€ Investkosten bei Erträgen von nur 2.500kWh p.a. zusammen.
    Man kann das ganze nur entschärfen indem selbst Arbeitsleistung eingebracht wird und so der Invest sinkt - aber in der Regel kommt man nicht auf Gas Preis Niveau.


    Für Erwährmung eines Schwimmbeckens würde ich einen geeigneten schwarzen Schlauch in die Sonne legen und das Wasser vom Filter da durch Pumpen lassen - billiger geht nicht.


    Ob schwef nun eine vorgefasste Meinung hat oder nicht kann ich nicht sagen.


    Fakt ist das ein nano BHKW bzw. eine stromerzeugende Heizung sich bei seinen Verbrauchswerten (5500/50000) schon wohl fühlt. Und Brennwert beherrschen die Geräte ebenfalls.


    @ Hasko, auch ein Gaskraftwerk (meist GuD) hat den max. elektrischen Wirkungsgrad (60% als geschönte Angabe) nur im Kühlbetrieb ohne Wärmeauskopplung. Es werden also immernoch 40% Primärenergie weggeworfen - ein BHKW im Keller kann das besser, es nutzt zwischen 90% und 100% der Primärenergie. :thumbup:

  • Wenn man sich nun die Kosten und den Nutzen einer Solarthermie her nimmt schaut das meist ganz böse aus - es kommen schnell 10.000€ Investkosten bei Erträgen von nur 2.500kWh p.a. zusammen.


    Bedeutet ein ROI von ca. 66 Jahre. Solange lebt selbst eine Solarthermieanlage nicht und der Besitzer wahrscheinlich auch nicht. |:-(


    Mit dem Argument "Die Sonne schickt keine Rechnung" wird die Unwissenheit der Kunden ausgenutzt um Kasse zu machen. Mit einer vernüftige Kosten-Nutzen-Analyse würde sich keiner eine Solarthermie-Anlage auf das Dach bauen. |__|:-)

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Mit dem Argument "Die Sonne schickt keine Rechnung" wird die Unwissenheit der Kunden ausgenutzt um Kasse zu machen. Mit einer vernüftige Kosten-Nutzen-Analyse würde sich keiner eine Solarthermie-Anlage auf das Dach bauen. |__|:-)


    Mein reden! Mit Flach- oder Röhrenkollektoren im EFH-Bereich Solarthermie bauen zu lassen lohnt sich in > 95 Prozent der Fälle nicht. Als es noch satte Förderungen gab sah die Welt noch anders aus - aber heute "no way"! Baut man die Anlage selbst, kann es sich unter Umständen lohnen - muss es aber nicht.


    Für Erwährmung eines Schwimmbeckens würde ich einen geeigneten schwarzen Schlauch in die Sonne legen und das Wasser vom Filter da durch Pumpen lassen - billiger geht nicht.


    Das ist in der Tat eine kostengünstige und oftmals sinnvolle Lösung. So eine Anlage habe ich mal besichtigen können. Dort wurde auf dem Flachdach über der Schwimmhalle einfach schwarzes PE-Rohr ausgerollt und mit einem Bypass-Ventil in den Schwimmbadkreis eingebunden. Ist die Temperatur erreicht schaltet der Bypass weg und es findet keine weitere Erwärmung statt. Eine einfache, günstige und in dem Fall wirtschaftliche Lösung. :)