Mit Strom aus E-Auto das Haus versorgen? (Rückspeisung)

  • Naja, die Kiste nutzt CHAdeMO (letztendlich von Tepco). International sehe ich für CHAdeMO nur wenig Chancen. Die meisten großen Autokonzerne haben sich zum Combined Charging System entschieden, welches den hierzulande verbreiteten Typ 2 Drehstromstecker mit einem Gleichstromstecker für eine Schnelladung kombiniert. Daheim extra eine DC-Kiste zu haben halte ich für verfehlt. Drehstromlader mit mindestens 16A sollten alle neuen Fahrzeuge serienmäßig dabei haben - mehr ist die Kür - und für alles andere gibt es dann DC an Schnellladestationen über das Combined Charging System.

  • Naja, die Kiste nutzt CHAdeMO (letztendlich von Tepco). International sehe ich für CHAdeMO nur wenig Chancen.

    Jo, hat aber den Charme das die Ladelogic und Hardware nicht im Auto mitgeschleppt werden muß. Das Ding is ja aus und für Japan - mal sehen ob das für Europa adaptiert wird.


    mfg

  • Naja, aber im Auto braucht es auch bei Gleichstromladung jede Menge Ladeelektronik die das managed. Zumal der Gleichstrom bei den allermeisten Fahrzeugen auch intern wieder Wechselgerichtet bzw. für die Motoren umgespannt wird. Da sind die Mehrkosten für die Umspannung nicht die Welt. Zumal die Technik eigentlich schon im Auto sowieso vorhanden ist.


    Und wenn wir eine verbreitete Infrastruktur wollen muss diese preislich günstig realisierbar sein. Ich halte es für sinnvoller überall Drehstrom hinzulegen und jeder hat das für sein Auto passende Ladegerät im Auto.


    Was die Rückspeisung betrifft kommen natürlich noch Fragen wie Zweirichtungszähler bzw. Zählerkaskade wegen der Rückspeisung usw. - sofern es sich dann nicht um einen Inselbetrieb handelt.

  • Naja, aber im Auto braucht es auch bei Gleichstromladung jede Menge Ladeelektronik die das managed. Da sind die Mehrkosten für die Umspannung nicht die Welt.


    Für Gleichstrommotoren (gibts natürlich auch für Drehstrommotoren) gibt es 4-Quadranten-Antriebe (ich kenn die Dinger nun schon fast 40 Jahre). Die wiegen heute im Gegensatz zu früher nix mehr (jetzt vergleichbar dem ecopower-WR mit 5 kW). Kann man also in jedes Auto einbauen. Die Technik ist nix neues nur ein bisschen neue Software und schon können die Dinger als Lade-/Entladegeräte eingesetzt werden. Dann können die Autos auch als Energiespeicher fungieren (das Auto steht ja sowieso die meiste Zeit nur rum) und den Eigenverbrauch vom BHKW erhöhen. Mit einem 16A-Drehstromanschluss könnte man den Akku innerhalb von max. 2h voll laden. Das Batterie-Management sollte nach meiner Auffassung im Fahrzeug sein, da die Batterie wahrscheinlich in jedem Fahrzeugtyp eine andere sein wird. Die Kommunikation mit dem Ladesystem dürfte auch kein Problem sein, da die Speicherfunktion nur zuhause Verwendung finden dürfte. Geeignete Schnittstellensysteme gibt es ja genug (W-LAN, Blue-Tooth usw.).


    Es wird so sein wie immer: Es kommt 1-stens anders als man 2-tens denkt. ;(

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Glaubt Ihr :rosabrille: ernsthaft, dass es sich lohnt eine derart teure und in der Lebenszeit begrenzte Fahrzeugbatterie für Hausstrom einzusetzen? Die Kalkulation würde ich gernen mal mit ernsthafen Zahlen sehen _()_

  • dass es sich lohnt eine derart teure und in der Lebenszeit begrenzte Fahrzeugbatterie für Hausstrom einzusetzen?


    Die Batterie wird durch den Betrieb im Auto mit min. 20 bis 30 kW Entnahme oder auch noch mehr wesentlich stärker belastet als durch das bisschen Haushaltsstrom mit ca. 1 bis 1,5 kW. D.h. die Lebensdauer der Batterie hängt fast nur vom Autobetrieb ab.

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  • Hallo Leute,


    ja das liebe Thema EV's. Oscar hat schon recht, die Technik ist da, aber wird von der Automobil Branche aktuell nicht gewünscht. Scheitert zum Einen an den Kosten (Batterie Lebensdauer, Infrastruktur, Bid. Ladegerät) und natürlich am Anspruch des Kunden (Warum soll ich meine Batterie mit jemandem teilen? Zuletzt bin ich in meiner Flexibilität behindert).
    Ein wenig mit Stolz gebe ich Euch den Link weiter: http://www.brusa.biz/uploads/media/BRUSA_NLG6_datasheet.pdf


    Auch ja, die bidirektionale Variante davon gibt es auch, jedoch haben die Netzbetreiber damit noch nicht richtig Freude, da die Normungen der Protokolle und Infrastruktur fürs Smart Grid fehlt.
    Bin gespannt ab wann die Netzbetreiber sich endlich mal mit uns an den Tisch setzen. Vermutlich erst wenns in einem Ort einen Brown- oder Blackout gibt ;-)


    Ich wünsch Euch was.


    lg
    Martin

  • Zuletzt bin ich in meiner Flexibilität


    das dürfte auch einer der Hauptpunkte sein. Bei einem Auto wo sowieso schon ständig die Reservelampe blinkt (übertragen auf die verfübaren Rest-km) möchte man die verfübare Fahrstrecke wohl kaum davon abhängig machen, ob gerade vorher eine ungewünschte häusliche Entladung erfolgt ist.

    das bisschen Haushaltsstrom mit ca. 1 bis 1,5 kW


    auch Kleinvieh macht Mist der sich beim Hausbedarf schnell auf 10kWh/Tag summiert was durchaus im hohen Teilbereich der verfügbaren Batteriekapazität liegt. Ich bin in Sachen Standfestigkeit der LI-Ions sicherlich keine Experte und sehe das eher pragmatisch. Bei mit hat noch keine Notebookakku trotz optimaler Zyklisierung länger als 3 J gehalten.


    Mein grobes Bauchgefühl: Lebensdauer 1000 Zyklen, dafür brauchst du im Haus auch rund 3 Jahre, dann sind >10k€ für den Batteriesatz fällig oder????

  • Bei mit hat noch keine Notebookakku trotz optimaler Zyklisierung länger als 3 J gehalten.


    Aber Blei-Akkus halten im Stand-By für Notstromversorgungen mit optimaler Ladetechnik weit über 15 Jahre manchmal sogar über 20 Jahre. Im Auto sind es weniger als 5 bis 6 Jahre wenn es täglich benutzt wird. Durch die geringe Belastung im Hausbereich dürfte die Lebensdauer eigentlich nur von dem Fahrzeugeinsatz abhängen.

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  • Das Thema sieht aktuell hochinteressant aus!


    Ein Seat Mii kostet Liste inkl. Mwst €20.600,- und bringt 32kWh Stromspeicher mit. (leider zurzeit wegen Corona nicht bestellbar) Mit dem Umweltbonus der Hersteller von 3.570 (die gibt es brutto) und dem Umweltbonus von BAFA 6.000 (netto) kosten dann 32kWh Speicher noch €11.000 und mit der „Verpackung“ kann man gelegentlich zum Einkaufen fahren.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Ja, und wie kommt der Strom aus dem Auto zurück ins Haus? Bisher gibt es dafür in Deutschland keine Lösung und die CHAdeMO-Lösung die es in Japan gibt, kostet so viel wie eine Powerwall von Tesla - und die speichert den Strom auch, wenns E-Auto nicht daheim ist und lädt, wenn das E-Auto heim kommt das E-Auto auf.

  • Ja, und wie kommt der Strom aus dem Auto zurück ins Haus?

    Ich hab ja nicht gesagt, dass das einfach so geht, ich meinte nur, dass das ein interessantes Thema ist. Wegen der jüngst beschlossenen Förderung hat mich das Thema beschäftigt und dabei bin ich auf diese kuriose Kalkuationsblüte gestoßen. Man könnte so ein Auto kaufen, den Akku ausbauen und das neue Auto wegschmeißen. Dann hat man noch immer ein paar Tausender gespart.


    Technisch sollte eine solche "Dogging-Station" eine überschaubare Aufgabe sein und bei dem finanziellen Spielraum könnte sich doch auch jemand entschließen, sowas zu bauen?

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  • Technisch sollte eine solche "Dogging-Station" eine überschaubare Aufgabe sein und bei dem finanziellen Spielraum könnte sich doch auch jemand entschließen, sowas zu bauen?

    Das Problem ist wohl weniger technischer als wirtschaftlicher Natur. Der Entwicklungsaufwand für ein solches rückspeise-fähiges E-Auto ist sicher nicht von Pappe, und auch die zusätzliche elektronische Mimik kostet Geld – wahrscheinlich nicht weniger als eine Wall-Station.


    Und jetzt ist die Frage, wie viele von hundert E-Fahrzeug-Käufern so etwas wirklich nutzen können und deswegen bereit sind, dafür eine Stange mehr Geld auszugeben als ein E-Auto sowieso schon kostet.


    Das könnte z.B. jemand sein, der beim Arbeitgeber kostenlos das E-Auto laden kann und - wenn er nach Hause gekommen ist - sich mit dem Strom aus dem Auto noch das Abendessen kochen möchte. Er muss dann nur darauf achten, dass im Auto genug Ladung übrig bleibt um am nächsten Morgen wieder zur Arbeit zu kommen.:) Ich glaube das sind nicht viele, und wie lange es die kostenlosen Ladegelegenheiten beim AG oder beim Aldi noch gibt, steht auch in den Sternen. Strom aus der kommerziellen Ladesäule ist aber teurer als Strom aus dem Netz, d.h. für Leute, die regelmäßig unterwegs laden müssen, ist das nichts. Und schließlich gibt es Rückspeisung nur für EFH-Bewohner mit eigenem Carport: Wer in der Tiefgarage steht, kann dort zwar vielleicht laden, aber bestimmt nicht rückspeisen. Die Stadtbevölkerung fällt also als Kunde schon mal weitgehend aus.


    Es gibt natürlich noch eine andere mögliche Kundengruppe: Nämlich Leute wie wir, die eine günstige Stromquelle zu Hause haben (PV und/oder BHKW) und die E-Auto-Batterie an Stelle eines teuren Hausspeichers nutzen möchten. Das heißt aber auch: E-Autos der Pendler unter uns fallen für die Option schon mal weitgehend weg, denn die sind tagsüber (wenn PV-Anlage oder BHKW die Batterie für den Abendbedarf laden könnten) nicht da, und abends sind deren Batterien tendenziell entladen, außer man lädt beim AG oder beim Aldi (siehe oben).


    Übrig bleiben die E-Autos von PV- oder BHKW-betreibenden Selbständigen (soweit sie zu Hause arbeiten) und Rentnern/Pensionären, sowie nicht zum Pendeln benutzte E-Zweitwagen. Ich fürchte, deren Anzahl reicht noch sehr lange einfach nicht aus, um den Entwicklungsaufwand für ein rückspeisefähiges E-Auto zu rechtfertigen.


    Fazit: Ich behaupte nicht, dass Rückspeisung aus dem E-Auto an sich eine schlechte Idee ist. Ich halte nur den möglichen Nutzerkreis nicht für groß genug um für die Hersteller solcher Fahrzeuge interessant zu sein.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Wenn ich es richtig kapiert habe, kann es das Model 3 bereits. Ziel ist weniger die Eigenversorgung sondern die Netzstabilität. Tesla hat deshalb wohl eine Liezens als Energieversorger in England beantragt.