Neu geplante Trassen

  • Moin,


    vielleicht sollte vorab einmal geprüft werden, inwieweit vorhandene Leitungstrassen durch den Einsatz von >Hochtemperaturleiterkabel< in ihrer Leistungsfähigkeit optimiert werden können. Das ist eine Frage des Wollens unserer Regierung.


    Gruß Dietrich

  • @ Alikante:
    Danke für den Link!


    Morgen soll sich hier eine Bürgerinitiative gegen die hier in Osterath geplante Doppelkonverterstation gründen. Es regt sich hier Widerstand, da vermutet wird, das diese Station nicht wie vorgegeben für den Transport von Windstrom nach Süddeutchland, sondern für die Einspeisung von Braunkohlenstrom gebaut wird.


    Für den Transport von Emden nach Philippsburg bräucht man ja wohl keine Station in der mitte, HGÜ kann ja schließlich seine Vorteile eher in der "Langstrecke" ausspielen.


    Hier sollen 36ha Land mit ca. 100.000 Qm Hallen bebaut werden, Bauhöhe ca. 30m, der ganze Spaß soll 390 millionen kosten! 8|


    Gruß Dachsgärtner

  • Hallo,


    Um die Netzprobleme zu mindern, die durch die Lastferne Stromerzeugung in Süddeutschland nach dem Abschalten der AKW´s entstanden sind, wurde im Feb. 2012 ein Phasenschieber, ein umgebauter Synchrongenerator des AKW Blocks Biblis A in Betrieb genommen.
    Kann mir jemand evtl. was zu den Kosten für die Umrüstung und evtl. was zu den Kosten im laufenden Betrieb sagen?


    Laut BNA sind die Vorteile der geplanten HGÜ Osterath-Philipsburg für den Lastfluß eher bescheiden, lediglich die bereitstellung von Blind- und Kurzschlußleistung an den Kopfenden würde die Massnahme rechtfertigen.
    Zitat BNA:
    Maßnahme M02 (Osterath – Philippsburg)
    Im Grundfall (n-0) ist das Netz in der betrachteten Stunde sowohl mit als auch
    ohne Maßnahme M02 überlastungsfrei. Die (n-1)-Untersuchungen zeigen zwei
    leichte Überlastungen, auch wenn die HGÜ in Betrieb ist oder nicht. Diese konnten
    jedoch durch Schalthandlungen, auch ohne HGÜ, behoben werden. Auch
    wenn die bisherigen Prüfungen aus Lastflusssicht die zwingende Notwendigkeit
    noch nicht ergeben haben – weitere Untersuchungen sind erforderlich – hält die
    Bundesnetzagentur die Maßnahme M02 für vertretbar. Die Maßnahme M02 entlastet
    die hoch ausgelastete Rheinschiene insbesondere an Tagen mit hoher Last
    und nur geringer Einspeisung aus Erneuerbaren Energien. Dies haben die Untersuchungen
    der Bundesnetzagentur nach dem Kernkraftwerksmoratorium ergeben.
    Die Maßnahme unterstützt insbesondere die Spannungshaltung im Raum
    Südhessen / nördliches Baden-Württemberg, zum einen passiv durch die Reduzierung
    des Blindleistungsbedarfs im Netz und zum anderen durch die Fähigkeit,
    aktiv Blindleistung mit den HGÜ-Kopfstationen für das Netz bereitstellen zu können.
    Vor diesem Hintergrund hält die Bundesnetzagentur eine umgehende Errichtung
    dieser Maßnahme, z. B. im Rahmen eines Pilotprojektes, für geboten.


    Mit anderen Worten: Hier sollen hunderte Millionen für ein Pilotobjekt in eine noch nicht erbrobte Technik vebraten werden.


    Als Nebenschauplatz werden für den Konverter 36Ha Land in Siedlungsnähe zugebaut! (Quasi vor meinem Wohnzimmerfenster)


    Gruß Dachsgärtner

  • Zunächst einmal beruht ein großer Phasenschieber auf einem übererregten Synchrongenerator, wie wir sie seit der Stillegung von Atomkernkraftwerken überreichlich haben. Diese kosten relativ wenig, haben aber ein Leistungsvermögen, das in der Größenordnung der elektrischen Leistung eines Kernkraftwerkes liegen.
    Man braucht diese Phsenschieber, wenn man herkömmliche Fernleitungen in der Energieübertragung ähnlich leistungsfähig machen will wie die geplanten HGÜ-Leitungen. Der natürliche Wellenwiderstand von herkömmlichen Hochspannungsleitungen liegt größenmäßig bei 1000Ohm. Da passt nur beschänkt Energie hinüber. Es gilt, den induktiven Widerstand zu kompensieren und damit den natürlichen Wellenwiderstand der Leitungen zu senken.
    Wir sollten froh sein, dass man sich bemüht, die teuren, ohnehin völlig überflüssigen neuen Fernleitungen zu vermeiden.
    Alternative Energie ist dezentral und benötigt keinen Ausbau der Netze. Übrigens schieben auch unsere BHKWs die Phase, in die Richtung, die zur Phasenkorrektur erforderlich ist, in Richtung Voreilung des Stromes vor der Spannung.


    Oft ist nur eine kostenlose Änderung der Ansteuerungssoftware des Synchrongenerators erforderlich, um die Phasenschiebeleistung anzupassen, ein kleines Haus für den ansonsten leerlaufenden Generators, fertig.


    Uns werden Kosten vorgegaukelt, die in Wirklichkeit Ersparnis sind. An der Küste sollte hingegen tatsächlich die Anbindung ins Netz verbessert werden, aus den bekannten Gründen. Wir dürfen aber keineswegs vergessen, dass die stillgelegten größten Energieverbraucher der Republik an der Küste standen. Die leistungsstarken Fernleitungen stehen nun den Windrädern zur Verfügung. Gedanken, auch Windstrom dort dezentral zu verbrauchen, indem die Aluminiumelektrolyse dort wieder angeworfen wird, halte ich für abwegig.


    Sehr sinnvoll wäre hingegen, auch mit unseren BHKWs-Generatoren das Netz ferngesteuert phasenzukorrigieren.


    Unser BHKW-Netz muss smarter werden! Wir Elektroautofahrer würden gerne dabei helfen, wo möglich.
    Lemnet ist wieder online.

  • Auf lange Sicht halte ich Saharastrom und norwegischze
    Zwischenspeicherung für unumgänglich. hier lohnt sich der Einsatz von
    HGÜ. Allerdings nur im sehr begrenzten Maße. HGÜ hat auch schwerwiegende
    Nachteile, so bei Blitzeinschlägen.
    Wen es interessiert, dam kann
    ich vorrechnen, dass sich der Bau von normalen 50Hz-Leitungen auch für
    den Stromtransport aus der Sahara lohnt. Allerdings nicht mit den heutigen Aluminiumkosten.
    Eine Magistrale Afrika-Norwegen, das reicht. Vielleicht auch nach Russland, wenn wir auf den riesigen Flächen nachwachsende Rohstoffe verbrennen wollen.
    Die Sonne scheint dezentral, an manchen Orten verstärkt. Die Biomassenernte ist im Wesentlichen überall ähnlich groß, die Pflanzen passen sich an (z.B. über C4 und C3-Photosynthese).
    Auf lange Sicht werden wir zu einem erheblichen Teil auf nachwachsende Rohstoffe umsteigen müssen. Sprich, BHKW mit Biomassevergasung.
    Wenn ich sage, BHKW, dann meine ich nicht unsere Minikraftwerke in den kellern, bei denen sich die Leitungsverlegung zum verhassten Nachbarn nicht lohnt. Wir sind zwar auf dem richtigen Weg, aber ich spreche von Kraftwerksgrößen, nicht von 1kW, sondern von mehreren Megawatt.
    Manche Städte haben schon damit angefangen.
    Nur, ganz reicht die Vollversorgung allein durch Biomasseproduktion im übervölkerten Deutschland nicht. Aber der Größenordnung nach kommt es hin.
    Biomasse wird übrigens zukünftig nass, fällfrisch oder wie vom Feld geerntet, verbrannt. Holz enthält dann 1,5 mal so viel Wasser an Gewicht, wie an Trockensubstanz. 2,5 mal so schwer wie Trockensubstanz. Damit entsteht ein Transportproblem. Biomassevergaserkraftwerke müssen deshalb dezentral gebaut werden. Strom zu transportieren kostet fast nichts. Saharaleitungen schon. Auch die Wärme kann nicht weit transportiert werden.


    Ich erwarte eine Umstrukturierung des Stromnetzes. Nicht, indem wir es, wie die Schönauer, zum fünffach überhöhten Preis vom Monopolisten kaufen, sondern, indem wir selbst bauen, ohne die Kameradschaft aus der Hitlerzeit fragen zu müssen.
    Wir benötigen keinerlei neue Fernleitungstrassen, wollen für unseren Strom aber auch 25 Cent bekommen, wie die Kameradschaft auch.
    Nur so kann wieder eine echte Kameradschaft entstehen.

  • Hallo,

    HGÜ hat auch schwerwiegende
    Nachteile, so bei Blitzeinschlägen.


    Ich kann mir das zwar irgentwie mit der Ionisierten Luft im Blitzkanal und der noch nicht möglichen schnellen Abschaltung zusammenreimen, würde aber gerne mehr davon wissen. ?(


    Hier soll eine HGÜ in einer "Länge" entstehen. die sich nie und nimmer lohnt.


    Zum Hintergrund: Im Zuge einer EnLAG Massnahme wird hier die Trasse Wesel - Koblenz gebaut (2 Syst. 380 KV). Dazu wurde unser Ummspannwerk, das es hier seit anfang des Verbundnetzes gibt, fächenmässig fast vedoppelt (Zubau 400KV Schaltnetz, Koppeltransformator 380 - 220 KV). Dies wurde hier von der Bevölkerung so nach dem Motto ist zwar nicht schön, aber im Rahmen der Energiewende erforderlich hingenommen. Rechts und links in der Trasse, wo die Leitungen recht nah an der Wohnbebauung vorbeiführen gibt es auch dagegen teilweise Wiederstand - teilweise wurde mit der Verschwenckung der Trasse ein Kompromiss gefunden. Damit war der Netzausbau für den Standort Osterath für uns "durch". Eine Gleichstrom Erdverkabelung wurde mit den Argumenten Konverter sind groß, teuer, und noch nicht verfügbar abgelehnt.


    Nun soll der Südteil des HGÜ Korridors hier beginnen und als "Ultranet" gemeinsam mit dem Drehstrom auf den gleichen Masten gen Süden geschickt werden. Immerhin hat Amprion schon "erfahrung" aus einem Versuch in Datteln, ohne Last und über eine Strecke von 2400m.


    Gruß Dachsgärtner

  • Obwohl ich als neuerdings Krefelder oft durch osterrath komme, habe ich von der HGÜ-Trasse noch nichts erfahren. Muss mich wohl öfter bei meinen grünen Freunden sehen lassen. Von den Preisen von SF6-isolierten Erdkabeln weiß ich so gut wie nichts, und kann nicht beurteilen, ob eine Erdverkabelung sinnvoll ist. Ich denke immer noch , nein, aber da steckt man ja noch in den Kinderschuhen. selbst die 100kV-16bar Erdverkabelung macht recht häufig Probleme und führt zu hohen Reparaturkosten, während die Überlandkabel vergleichsweise nichts kosten und nur wegen der mit dem Börsen-Hin-und-Herverkauf verbundenen Monopolrechte auf Preise in schwindelnder Höhe getrieben wurden. Unverschämt, was die heute internationalen konzerne da im Monopolland Deutschland treiben.


    Eine vom Blitzeinschlag ausgelöste Entladung mit Lichtbogen kann eine 5000km lange Strecke nicht so schnell entladen wie das 100Hz-Stakkato eines Wechselspannungsnetzes. Bekomme es bei meinem Elektrosaxo immer wieder vorgeführt, wenn mein 120 V-1300 Watt-Fön zur Entladung 5 cm langer Lichtbögen zieht, die einzig mögliche Methode zur Trennung. Die Schalter betätigen ist zwecklos, die brennen sofort ab und der Fön läuft lustig weiter, während er sich von innen auffrisst. Nur Halbleiter, die haben kein Problem damit. nee, Wechselstrom ist zum Schalten sehr viel komfortabler.
    Ich denke mal, HGÜ wird mit kaskadierten Halbleitern geschaltet, dürfte eine HF-mäßi interessante geschichte sein, mit ausgefuchstem timing auf Denglich.


    Also, die deutschen Firmen üben für die Welteroberung, und, im Gegensatz zu vielen anderen halte ich die saharleitung für machbar und lohnend, nur nicht zu den heutigen Preisen. Klar, isolierte Aluminiumlitzen von einem halben Meter Durchmesser. Damit kommt auch noch was in der Sahara an, bzw. umgekehrt. 50 Ohm hat solch ein Kabel hin und zurück, mit Drehstrom halbiert sich der. Demgegenüber ein natürlicher Wellenwiderstand der Leitung von ca 1000 Ohm, da gehen also nur 5% bzw.2,5% durch ohmsche Verluste verloren und Null durch stehende 50Hz-Wellen. Ja das geht, auch über mehr km, ohne Phasenschieber. Nur ein wenig andere Technik.
    HGÜ ist hingegen aufwendig, hat weniger Koronarverluste und, ich vermute, mit Verschmutzung der Oberflächen zu kämpfen. Außerdem möchte ich auf dem Weg des Sonnenstroms zu uns europäisches Flusswasser auf alle überquerten Berge pumpen und so elektrische Energie in unzähligen Seen zwischenspeichern. Dafür ist Wechselstrom ungleich bequemer. Klar, führt die Leitung mitten über Zugspitze, Monte Rosa und Mont Blanc.
    Im Winter stellen wir dann die Sonne aus und heizen mit unseren BHKWs drauf los, ohne HGÜ und Sonnenbrand.
    Woher das Aluminium nehmen? In der Sahara gibt es genug Bauxit und Solarmodule, die drei Jahre lang auf den Abtransport der Solarenergie nach Europa warten. Bis dahin haben sie selbst mitten in der Sahara mehr als genug Aluminium elektrolytisiert, um den Strom über die selbstfabrizierten Aluminiumleitungen bis nach Spitzbergen zu schicken. Da brauchen wir allerdings keinen Sahara-Strom. Dort laufen die BHKWs Tag und Nacht, Sommer wie Winter.

  • Hallo,

    Obwohl ich als neuerdings Krefelder oft durch osterrath komme, habe ich von der HGÜ-Trasse noch nichts erfahren. Muss mich wohl öfter bei meinen grünen Freunden sehen lassen.


    So, 02.12. 19:30 WDR Fernsehen Westpol
    Sa, 01.12. 17:05 ZDF Länderspiegel
    Mal schauen, wie die so berichten über die bösen Wutbürger.....

    Von den Preisen von SF6-isolierten Erdkabeln weiß ich so gut wie nichts, und kann nicht beurteilen, ob eine Erdverkabelung sinnvoll ist.


    Mit der HGÜ Light bzw. HGÜ plus Technik kann man auch schon mit VPE Isolierten Kabeln arbeiten.

    Ich denke mal, HGÜ wird mit kaskadierten Halbleitern geschaltet, dürfte eine HF-mäßi interessante geschichte sein, mit ausgefuchstem timing auf Denglich.


    ABB hat so einen Schalter der öffendlichkeit vorgestellt, ist wohl ein Hybrid aus mech. Kontakten und Halbleiter, dauert nur noch was, mit der Serienreife.

  • Auf lange Sicht halte ich Saharastrom und norwegische Zwischenspeicherung für unumgänglich. hier lohnt sich der Einsatz von HGÜ. [..] Wir benötigen keinerlei neue Fernleitungstrassen.


    Da passt was nicht zusammen. Kleine Milchmädchenrechnung zur Transportkapazität (Transportmenge*Entfernung) von Netzen:


    Bisher lag die durchschnittliche Transportreichweite von Strom zwischen Quelle und Senke bei knapp 100 km. Das ist für mich auch der Ausdruck von Dezentralität, die verbrauchernahe Erzeugung, weniger die Größe Erzeugungsanlage. Auch ein stadtnahes Kraftwerk mit mehreren 100 MW ist dezentral, wohingegen eine flächige Erzeugung in vielen Kleinanlagen eher eine zentrale Struktur ist, wenn die Gigawatt PV aus dem Allgäu im Sommer Richtung Rain-Main verschoben werden müsssen.


    100 km * 500 TWh = 50.000 TWh*km


    Wenn man nur 100 TWh Windstrom aus dem Norden in den Süden bringen möchte (~500 km), dann verdoppelt sich fast die notwendige Transportkapazität.


    500 km * 100 TWh +
    100 km * 400 TWh = 90.000 TWh*km


    Gedankenspiele, darüberhinaus ein Fünftel unseres Stroms aus 2.000 km Entfernung aus dem Süden zu importieren, sehen noch wilder aus.


    2000 km * 100 TWh +
    500 km * 100 TWh +
    100 km * 300 TWh = 280.000 TWh*km


    Man braucht also für so eine Versorgungssituation 5-6 mal soviel Übertragungsnetzkapazitäten, wie sie momentan nachgefragt wird.


    Dezentralisierung und Netzausbau - vorläufiges Fazit der Bundesnetzagentur
    aus Göttinger Energietagung 2012: Dezentralisierung und Netzausbau


    Gruß,
    Gunnar

  • Nein Gunnar, man kann praktisch beliebig weit transportieren, nur wird dann die Technik eine andere. Was man auch den kurzen Entfernungen innerhalb Deutschlands mißachten kann, ist der Wellenwiderstand der Leitung. Eine 50-Hz-Welle ist ziemlich genau 6000km lang, und so weit kommt man nicht, wenn der Wellenwiderstand nicht angepasst ist, da. h. man muss passend zum Strom die Spannung anpassen, sodass sich der Wellenwiderstand ergibt.
    Hochfrequenzmäßig betrachtet, werden also die Leitungen in Deutschland haushoch überlastet, wie hoch man das treiben kann, hängt von der Entfernung ab. Es ist alleine der induktive Widerstand, der da Grenzen setzt. Der wird gerne mit einem Phasenschieber kompensiert. Ich habe mich gewundert, wie winzig die Ableitungen von Kernkraftwerken sind, das geht aber nur bis zur wenige km entfernten Hauptstrecke gut, da wird dann hochtransformiert und auf eine kapazitätserhöhte Leitung gekoppelt. Sprich, Kabelbündel gegen Koronareffekte und zur Ernierdrigung des Wellenwiderstands.
    Damit haben wir in unseren zukünftigen Blockheizkraftwerksnetzen nichts am Hut, wir bleiben mit unserem Netz innerhalb der Siedlung oder Kommune.
    Will man mit hoher Leitungsbelastung von der Wasserkante in die Schweiz, kommt dort Null an. Warum? Dort ist Lambdahalbe erreicht, 1/4 von 6000km. Resonanz. Trick: Phasenschieber ermöglichen höhere (natürliche) Belastung der Leitung.
    Aus der Sahara müssen wir nicht nur mit sehr hohen Spannungen arbeiten und kapazitätserhöhten Kabeln, sondern auch mit ganz anderen Drahtquerschnitten, auch der Ohmsche Widerstand spielt da schon eine Rolle.
    Verwendet man HGÜ, ist der Wellenwiderstand sozusagen Null, da ist man von solchen Fragen unanghängig.
    Eine 50Hz-Leitung mit 1000 Ohm Wellenwiderstand und 1Million Volt bei 1000 Ampere überträgt auch über 10.000 km
    Beträgt der Ohmsche Widerstand dann 100 Ohm, kommen immerhin, abgesehen von Koronarverlusten, ziemlich genau 90 % der eingespeiten Leistung in 10.000km Entfernung an. Mit Phasenschiebern hat man dann nichts zu tun, stehende Wellen bilden sich bei einer angepassten Leitung nicht aus.
    Beim Wüstenprojekt wird man vermutlich beide Transportarten anwenden, HGÜ und herkömmliche 50-Hz Freileitungen, teils angepasst, teils nicht.


    Dachsgärtner:
    Stimmt, ich erinnere mich. HGÜ ermöglicht den Einsatz von billigem VPE . Fernsehen kann ich leider nicht.
    Hmmm, damit sollen die mal in Osterrath experimentieren, wie verbinden dann unsere BHKWs damit....Obwohl uns auch erst mal auf einen km das normale 400 Volt-50Hz-Netz reicht.
    Jetzt rechne ich mal: 10 kw über eine 1km lange 400V-Leitung , das wären 3 mal 230 Volt bei je 14,5 Ampere.
    Entspricht 16 Ohm. Wenn 95% am anderen Ende ankommen sollen, darf der ohmsche Widerstand eines Kabels 0,8 Ohm betragen.
    Also, fünfadrig, mit je 24mm² Querschnitt . 1,08kg Kupfer pro Meter. Zu teuer. Ich denke, wir brauchen dann auch HGÜ, besser gesagt, eine höhere Spannung, denn unser bNetz ist vorerst dünner als das städtische. Oder wir wählen das nächste Mal ÖDP, dann dürfen wir das städtische Netz auf kurzen Entfernungen kostenlos mitbenutzen. Der Stadtrat von Lippstadt hatte so etwas bereits beschlossen, wurde dann aber zurückgepfiffen.
    Ja die EVUs und HGÜ-Betreiber haben eine starke Lobby. Meine ist die ÖDP. Diese Partei ist leider noch sehr, sehr, sehr klein.
    Wusstest Du schon, dass wir in Krefeld eine ÖDP haben? Nicht so militant, sondern vernünftiger als die Grünen. In Bayern ziemlich katholisch, nur die Mitglieder. Elektronen werden von denen nicht nach Konfessionen getrennt, nur unsere Stadtwerke tun so etwas, nach blauen norwegisch-wasserfarbenen und unseren tiefbraunen.

  • Nein Gunnar, man kann praktisch beliebig weit transportieren, nur wird dann die Technik eine andere. Was man auch den kurzen Entfernungen innerhalb Deutschlands mißachten kann, ist der Wellenwiderstand der Leitung. Eine 50-Hz-Welle ist ziemlich genau 6000km lang, und so weit kommt man nicht, wenn der Wellenwiderstand nicht angepasst ist, da. h. man muss passend zum Strom die Spannung anpassen, sodass sich der Wellenwiderstand ergibt.


    Bernd, ich versteh nur Bahnhof. Erklär das mit dem Wellenwiderstand über 6000 km nochmal bitte neu und nutze dabei die Vokabel der Natürliche Leistung, damit kann ich etwas anfangen. Warum haben Inter-Area-Oszillationen eine Periodendauer von rund 7 Sekunden?


    Gruß,
    Gunnar


    Vorschlag für HGÜ-Konverterstationen an (ehemaligen) Kraftwerkstandorten:
    - gute Netzanbindung meist mit Doppelsystemen,
    - Lastnahe Aufstellung zur Verteilung in Verbraucherschwerpunkten
    - Phasenschieber zur Bereitstellung von Kurzschlussleistung vorhanden
    - Platz auf Industriebrache vorhanden (Kühlturme sprengen, Nebengebäude abreissen)