Kirsch microBHKW L 4.12 - Jetzt ist es einer mehr!

  • Servus Kollegen!
    In meinem Heizungskeller werkelt seit 11. Mai auch ein Kirsch L 4.12.
    Es arbeitet bei mir in monovalentem Betrieb und beliefert einen 800L Pufferspeicher mit Wellrohrwärmetauscher zur Warmwasserbereitung mit seiner "Abwärme", wenn man das so sagen darf. Zur Spitzenlastabdeckung und eventueller Ausfallüberbrückung ist der Pufferspeicher mit einem 4kW-Heizschwert ausgerüstet. Das 4.12 macht im Betrieb im Heizungsraum nicht mehr Lärm als eine Waschmaschine im Schleudergang. Jedes unserer Kühlaggregate neben dem Heizungsraum macht da mehr Lärm.
    Neben dem BHKW versorgt uns auch eine 12kWp PV-Anlage mit Strom aus eigener Erzeugung. Die PV-Anlage, seit Mai 2010 in Betrieb, wurde Anfang April 2012 von Volleinspeisung auf Eigenverbrauch umgestellt. Wir haben die Stromzähler bei unseren Gemeindewerken nach der Verschaltung aus dem Forum hier angeschlossen. Sollten beide Anlagen gleichzeitig Strom liefern, hat der Eigenverbrauch des Stroms vom BHKW Vorrang. Das hätte ich so nicht für möglich gehalten, der Blick auf die Stromzähler bestätigt das aber.
    Mit den beiden "Stromerzeugern" müßten wir künftig ca. 60% unseres Stromverbrauchs aus eigener Erzeugung decken können.
    Selbstverständlich habe ich die Betriebszeiten des BHKW so gelegt, daß es in den Sommermonaten nur in den frühen Morgenstunden und spät Abends in Betrieb geht.


    Wer weitere Imformationen will, der möge mich fragen. ;)

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • Glückwunsch zu Deinem Anteil an der Energiewende mit dem Effekt, auch den Bedarf an Trassenausbau zu reduzieren.


    Gab es bei der Zählerverschaltung mit dem Energieversorger irgendwelche Konflikte, oder haben die das gleich akzeptiert?


    Selbstverständlich habe ich die Betriebszeiten des BHKW so gelegt, daß es in den Sommermonaten nur in den frühen Morgenstunden und spät Abends in Betrieb geht.


    Sind da bei Dir die tatsächlichen Strombedarfsspitzen oder sind die Zeiten so gelegt, dass das BHKW in die Zeiten gelegt wurde, wenn der PV-Strom wegen fehlender Sonne ausbleibt. Sowas könnte man vielleicht noch etwas verfeinern, kommt drauf an, was da die Steuerung des Kirsch hergibt.


    LG


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • Hallo Bruno44,


    Zitat

    Gab es bei der Zählerverschaltung mit dem Energieversorger irgendwelche Konflikte, oder haben die das gleich akzeptiert?


    Nein, es gab eigentlich überhaupt keine Probleme. Unsere Gemeindewerke sind da recht kooperativ. Im Anschlußgebiet mit ca. 6000 Anschlüssen sind wir der zweite mit dieser Zählerkaskade.


    Zitat

    Sind da bei Dir die tatsächlichen Strombedarfsspitzen oder sind die Zeiten so gelegt, dass das BHKW in die Zeiten gelegt wurde, wenn der PV-Strom wegen fehlender Sonne ausbleibt.


    Ich sehe das BHKW auch von elektrischer Seite her als Anlage zur Grundlastversorgung. Spitzenlast ist immer sehr schwankend, während ja die Grundlast ein relativ stabiles Niveau hat, was auch der Stromerzeugung des BHKWs entspricht. Die Solarstromerzeugung ist dagegen immer starken Schwankungen unterlegen.

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • kommt drauf an, was da die Steuerung des Kirsch hergibt.

    Ich hab die Kirsch-Steuerung in einer Demoversion bei einer Hausmesse von Heizungsbauer gesehen und war begeistert :thumbsup: ob der Möglichkeiten zur Einstellung...und alles ganz easy. Da brauchst kein Handbuch und hunderttausend Ziffernkombinationen wie beim Dachs um eine Einstellung zu ändern.
    Die Senertec-Steuerung is Steinzeit :-)_:-) gegen das Teil. Die in Schweinfurt sind gerade dabei hier gewaltig was zu verpennen. |__|:-)

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


    und der Spenden-Button für unser Forum ist auf der Portal-Seite rechts :!:

  • Hallo Kleinkraftwerksbetreiberkollegen, ich hab euch ein paar Bilder vom "Innenleben" des Kirsch L 4.12 in die Galerie hochgeladen. Unter IMAG0243 geht's los. Schließlich ist doch das was unter der Haube steckt immer das essentielle.


    Zur Frage der Aussage "Luftgekühlt" von Kirsch:
    Das Kirsch hat ja keinen Motorkühlwasserkreislauf. Da ist oben am Motor auch ein Teil zu sehen, das wie ein großer Luftfilter aussieht, aber ein Wärmetauscher ist. Der nimmt der in den Innenraum einströmenden Zuluft gleich mal mit dem Rücklauf vom Pufferspeicher kommend Wärme ab. Der Luftfiler sitzt weiter innen und ist über einen Deckel von der Rückseite her zu erreichen. So erreicht man vermutlich eine Zulufttemperatur zum Gasmischer von ca. 40°C. Gehäuseinnentemperaturen von 75°C sind beim Kirsch normale Betriebstemperatur.

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • Wer weitere Imformationen will, der möge mich fragen.


    Offensichtlich hast Du den Kirsch ja schon in Betrieb? Kannst Du Dein Maschinchen mal jeweils mindestens 1...2 Stúnden bei 2, 3 und 4 kW e-Leistung laufen lassen und uns über Gasverbrauch und die zugehörig erzeugte Strommenge informieren? Besonders interessant fände ich die Daten von den 2 u. 3 kW Punkten

  • Zitat

    Welchen Inneraum meinst du?


    Mit den 40°C ist die Temperatur des Gas-/Luftgemischs gemeint, die der Motor nach dem Luftfilter vom Gasmischer zugeführt bekommt. Und die sind nur eine Schätzung von mir, da die Kiste hierfür keine Werte zur Verfügung stellt, bzw. abrufen läßt. Einen Lüfter für die beiden Zylinder besitzt das Teil nicht. Die Temperatur im Gehäuse, das mit dicken Dämmmatten versehen ist, beträgt in der Regel ca. 75°C, die sind neben der Öl- und Vorlauftemperatur übers Steuerdisplay abrufbar. Mehr Werte sind nur über eine PC-Software für die Servicetechniker zugänglich, die über ein LAN-Kabel die Verbindung zur Steuerung ermöglicht.



    Zitat

    Kannst Du Dein Maschinchen mal jeweils mindestens 1...2 Stúnden bei 2, 3 und 4 kW e-Leistung laufen lassen


    Kann ich! Mal sehen wie ich das hinbekomme mit der Ableserei. Das Teil ist seit 11. Mai in Betrieb. Da es zur Zeit ja nicht so saukalt ist, daß man viel Heizen muß, hab ich die Maschine nur mit 2kWel oder zu bestimmten Zeiten mit 3kWel am Laufen. Dabei ist dann die Heizleistung 5kWth oder eben entsprechend 8kWth. Für Brauchwasser hab ich an der Steuerung 55°C eingestellt. Bei der sich daraus egebenden Spreizung im Pufferspeicher komme ich momentan auf Laufzeiten von etwa 3,5 Stunden, bis der Puffer oben ca. 72°C hat und das BHKW abschaltet. Je nach Warmwasserverbrauch muß ich zur Zeit auch mal manuell Starten, damit ich die Betriebsstunden in die Tageszeiten rein bekomme, die für mich am Sinnvollsten sind.

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • Kein Lüfter? Diesen sieht man wahrscheinlich nicht, da er hinter dem runden Luft-Wasser-WT auf der Kurbelwelle hockt, wie bei luftgekühlten Industriemotoren üblich.


    Ich freue mich auf Deine ersten Daten, melde Dich bitte sobald Du was gemessen hast. Wir sind gespannt, was das Gerät bei Teilleistung zeigt.

  • Servus Kollegen,


    hier meine Messwerte nach 4Std. Betriebszeit, davon 3Std. mit 2kWel und 1Std. 3kel:
    4,38m³ Gasverbrauch
    7,3kWh Stromerzeugung


    vom 11.05.12 bis 11.06.12 bei ausschließlich Teillast 2kWel oder 3kWel:
    146m³ Gasverbrauch
    261kWh Stromerzeugung
    (Strom- und Wärmeerzeugung läßt sich übrigens am Steuerungsdisplay der Anlage jeweils monatlich, Gesamt oder über einen beliebigen Zeitraum ablesen.)


    Zitat

    Kein Lüfter?


    Ja kann sein, daß da ein Lüfter drin sitzt. Ich hab die Anlage bis jetzt noch nicht in ihre Einzelteile zerlegt, auch wenn's mich sehr interessieren würde :D . Wie heißt es doch so schön: Never touch a running system! Kirsch würde einem da wohl auch mächtig auf die Füße steigen in Bezug auf Garantie usw.

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • hier meine Messwerte


    Danke der "Kirsch" kocht offensichtlich auch nur mit Wasser (pardon das war doch Luft!). Laut diesen Daten ist das Maschinchen wohl derzeit nicht besonders auf die Teillastpunkte optimiert. Bei einer Fa. mit soviel Innovation kann das ja noch werden!

  • Nachtrag, vor dem Hintergrund KWK-Zuschlag solltest Du Dir ggf. auch überlegen eher die 4kW zu fahren. Laut Deinen Daten wirst damit bei Wärmbedarfts-geführtem Betrieb keine Laufzeitverkürzung haben.

  • Hallo KWK, hallo Bernd,


    könnt's ihr mir kurz erklären, mit welcher Rechnerei ihr zu euren Folgerungen gekommen seid?


    Ja freilich, den KWK-Zuschlag bei der Erezugung ist mir schon klar, aber Überproduktion ins Netz einzuspeisen lohnt doch nicht, wenn's sonst eher schlecht vergütet wird?


    Gasqualität laut Webseite von Energienetze Bayern: Referenzbrennwert für das Jahr 2012: 11,220 kWh/m³.


    Heir nochmal die Daten vom 11.05.12 bis 11.06.12:
    Gasverbrauch 146m³
    Stromerzeugung 267kWh
    Wärme 802kWh

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • Milchmädchenrechnung: Du bekommst 5,5+4,5=10 cent/kWh. Dein Gas kaufst Du für 5 cent/kWh (wenn du einen guten Vertrag hast) . Dann stehst Du ohne Wartung etc immernoch "fette" 5 cent im Plus und was gutes für die Umwelt tust Du auch noch, da anderswo die Strommenge nicht erzeugt werden muss.
    Das Ganze ist nur dann interessant, wenn die thermische Leistung deines BHKW konst. dh ziemlich unabhängig von von der elektr. Leistung ist und Du Dich durch die höhere e-Leistungseinstellung somit somit keiner Stromeigennutzungszeiten beschneidest.
    Hier im Forum gibt es bestimmt Leute, die das mit einem spitzeren Bleistift rechnen können, on verra bien...