Dachs: Heizölverbrauch bei Leistungsreduktion

  • Hallo BHKW-Freunde,
    ich habe gestern mal zwei Messungen mit 5,3 kW und 4,5 KW durchgeführt und den Kraftstoffverbrauch mit einer Digitalwaage gemessen. Die abgegebene Energie wurde mit dem Erzeugungszähler registriert. Fazit: der Kraftstoffverbrauch reduziert sich entsprechend der Leistung, der Wirkungsgrad wird minimal schlechter. Wahrscheinlich liegt der Unterschied im konstanten elektrischen Eigenverbrauch des Dachses. Eine kleinere Leistung lässt sich leider nicht ohne weiteres einstellen. Eine weitere Reduzierung der Leistung wäre für mich sehr wünschenswert, um den Eigenverbrauch zu verbessern.
    Die Berechnung ist dem Anhang zu entnehmen.

    Dateien

    Viele Grüße

    Hololoy


    Senertec Dachs HR 5,3 kW (2004), PV 1: 10 kWp (2008), PV 2: 5 kWp (2009), PV 3: 3,75 kWp mit Eigenstromnutzung (2013), PV 4: 7,5 kWp mit Eigenstromnutzung (2015), Speicherakku stationär: 24V, 10kWh brutto (2010), Zero SR: 13 kWh (mobiler Speicher, 2016), Opel Ampera: 16 kWh (mobiler Speicher mit Wärmeerzeuger, 2013)

  • Interessant :)


    Mit Heizöl ist Modulation jedoch so eine Sache. Die Verbrennung soll da schnell unsauber werden und es droht mehr Ruß. Vielleicht kann da von unseren Motorspezis mal jemand mehr zu sagen.


    Beim Gasdachs stellt das jedoch kein Problem dar. Interessant wären jetzt auch Werte von einem Gasdachs :thumbup:

  • Die Verbrennung soll da schnell unsauber werden und es droht mehr Ruß.


    Eigendlich nicht. Ein Diesel rußt nur, wenn zu viel Treibstoff eingespritzt wird. Es kann sein, dass bei geringere Leistungen der NOx-Wert stark zu nimmt, denn der Diesel arbeitet im Teillastbereich immer mit Luftüberschuss, denn der braucht die Luftmenge zum Erreichen der Kompressionsdrücke zum Zünden.


    Das ist ja der große Vorteil des Diesel-Motors gegenüber dem Otto-Motor, dass der im Teillastbereich einen besseren Wirkungsgrad hat. Aber abgastechnisch ist der Diesel- dem Otto-Motor unterlegen. Mehr Feinstaub und Ruß sowie mehr NOx usw. ;(

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • der Wirkungsgrad wird minimal schlechter


    ich bin etwas überrascht, dass es so wenig ist



    Interessant wären jetzt auch Werte von einem Gasdachs


    manche Wünsche lassen sich erfüllen .....


    hatte ich Euch schon mal vor einem guten Jahr reingestellt



    Gruss, KWK

  • Die Excel Tabelle zum selber rechnen.
    Die Daten stammen aus meinem Dachs.
    Leide rist der Gasdachs nicht so toll beim leistungsreduzieren.
    Erst wenn die Förderung wegfällt, oder ein hoher Eigenverbrauch vorliegt, lohnt es sich reduziert zu fahren.

  • Leider ist der Gasdachs nicht so toll beim Leistungsreduzieren.


    "Nicht so toll" ist wohl etwas unter trieben.
    Wenn ich die Tabelle bzw. das Diagramm von KWK zu Grunde lege, ist es sogar kontra-produktiv eine Reduktion der elektrischen Leistung vor zu nehmen.
    Bei der el. Leistung von 6 kW hat der Motor eine Leistungsaufnahme 21,58 kW in Form von Gas. Bei einem Gesamtwirkungsgrad von 90 % ergibt das eine thermische Leistung von 13,42 kW. Bei 3,3 kW el hat der Motor eine Leistungsaufnahme von 19,76 kW und eine Leistung von 14,48 kW th. D.h. bei der Reduzierung der el. Leistung steigt sogar die thermische Leistung. Der Gas-Dachs ist funktional ein Fremdzünder. Da die Drehzahl konstant bleibt muss also das Drehmoment reduziert werden. Kleineres Drehmoment bei gleicher Drehzahl bedeutet schlechteren mechanischer Wirkungsgrad. Da aber die thermische Leistung sogar noch zu nimmt, ist von einer Leistungsreduzierung bzw. Modulation abzuraten.


    Bei einem Dieselmotor sieht das ganz anders aus. Siehe Tabelle von hololoy. Aber auch nur in engen Grenzen. Wird die Leistung zu klein geht der Wirkungsgrad in die Knie, weil die inneren Verluste des Motor gleich bleiben.

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  • Aber abgastechnisch ist der Diesel- dem Otto-Motor unterlegen. Mehr Feinstaub und Ruß sowie mehr NOx usw.

    Stimmt leider heute auch nicht mehr. Nach neuesten Erkenntnissen stoßen die modernen Benzin-Direkteinspritzer ein vielfaches an Feinstaub ggü. den mit Feinstaubfiltern ausgerüsteten Dieselmotoren aus. Nur hier macht keiner Druck, diese Fahrzeuge mit entsprechend wirksamen Filtern auszustatten.

  • Nach neuesten Erkenntnissen stoßen die modernen Benzin-Direkteinspritzer ein vielfaches an Feinstaub ggü. den mit Feinstaubfiltern ausgerüsteten Dieselmotoren aus.


    Wir vergleichen hier Gasmotoren mit Dieselmotoren. Ob ich nun Diesel oder Benzin direkt einspritze macht keinen großen Unterschied. Die Düsen sind entsprechen angepasst und vernebeln den flüssigen Treibstoff eben so gleichmäßig wie möglich. Bei Gas braucht nix vernebelt zu werden. Ein Benzinmotor kann man abgastechnisch nicht unbedingt mit einem Gasmotor vergleichen.

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  • _()_ die Zitierfunktion stellt sich leider tot, also direkt


    @EPP: interessante Deine Bebachtung zur thermischen Leistung :thankyou: . Besonders auffällig ist allerdings nur 3,3kW Betriebspunkt. Da der Dachs ähnlich wie ein Diesel keine Drosselklappe hat, wird er in diesem Betriebspunkt extrem abmagern u. sich dabei die Brenngeschwindigkeit stark vermindern. Da der Zündzeitpunkt nicht nachgeführt wurde wird die Schwerpunktslage der Verbrennung nicht mehr stimmen u. es kommt zu diesem eigentlich ungewöhnlichen Effekt. Wäre mir das eher aufgefallen, hätte ich parallel mal die Abgastemperatur ausgelesen, diese müsste damit mit kleinerer Pel eigentlich deutlich steigen.


    BTW, Deine Erklärung "eta vs. Drehzahl u. Last" gilt auch für den Heizöldachs, nur ist der Einfluss auf die Brennrate geringer wg der dieseltypischen Ladungsschichtung, womit der Diesel nicht so empfindlich auf das Abmagern reagiert.

  • Wäre mir das eher aufgefallen, hätte ich parallel mal die Abgastemperatur ausgelesen, diese müsste damit mit kleinerer Pel eigentlich deutlich steigen.


    Interessant wäre auch wie sich das CO und NOx verhält. Das CO müsste gegen 0 gehen und das NOx in ungeahnte Höhen steigen.

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  • NOx ergibt sich aus O2-Gehalt und TEMPERATUR während der Verbrennung. Da bei extremem Magerbetrieb die Verbrennungstemperatur niedrig werden auch nur wenig NOx gebildet. Sicherlicherlich ein Grund dafür das der Dachs auch an seinem normalen 5,5kW Betriebspunkt mit Lambda 1,5 betrieben wird. Ohne dass ich es mitgemessen habe, wird beim 3,3kW Punkt Lambda nahe 2 liegen, damit kannst Du NOx (u. CO) vergessen, hingegen sind wegen Problemen beim Durchbrand sicherlich HC zu erwarten.

  • Hallo!


    Ich habs mal gerechnet. Bei 3,5 kWh/el. bin ich auf 7,9 kWh/th. (jeweils ohne Kondenser) gekommen. Gerechnet habe ich über Dreissatz Verhältnis Temperaturerhöhung Heizstab im Dachsrücklauf mit 2,25 kWh Leistung. Rußabbrand macht offenbar bisher keine Probleme, demnächst messe ich mal Abgaßgegendruck um zu sehen ob das Filter evtl. doch zugeht.


    Viele Grüße
    Joachim

  • Hallo Interessierte,
    nach knapp einer Woche Betrieb mit 4,5 kW beträgt die Abgastemperatur 380 °C. Bei 5,3 kW betrug der entsprechende Wert ca. 415 °C. Ich werde die Temperartur weiter im Auge behalten. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass der Rußeintrag geringer ausfällt als bei 5,3 kW und auch deshalb keine größeren Probleme mit dem Rußabbrand auftreten.

    Viele Grüße

    Hololoy


    Senertec Dachs HR 5,3 kW (2004), PV 1: 10 kWp (2008), PV 2: 5 kWp (2009), PV 3: 3,75 kWp mit Eigenstromnutzung (2013), PV 4: 7,5 kWp mit Eigenstromnutzung (2015), Speicherakku stationär: 24V, 10kWh brutto (2010), Zero SR: 13 kWh (mobiler Speicher, 2016), Opel Ampera: 16 kWh (mobiler Speicher mit Wärmeerzeuger, 2013)

  • Ohne dass ich Detailwissen über Eurer Öler habe bin ich eigentlich optimistisch für Euch. Ruß brennt normaler Weise ab ca. 600°C. Um Russ bei niedrigeren Temperaturen verbrennen zu können braucht man einen vorgeschalteten Oxikat oder zumindest einen katalytisch aktivierten DPF. Das Ganze läuft in der Szene unter CRT-Verfahren. Der entscheidende Punkt dieses Verfahren hat bei ca. 350°C die höchste Russ-Umsatzrate. D.h. unter bestimmten NOx-Randbedingungen sollten eigentlich bzgl. Rußaufbau keine Probleme zu erwarten sein. Außerdem ist es doch ein Betriebspunkt der im Senertec Einstellbereich zulässig ist oder?


    Gruss, KWK