Ab welcher Stromstärke messen Stromzähler vernünftig?

  • Unklar ist mir, ob es eine allgemein verbindliche Stromstärke gibt
    ab der a) direktmessende und b) über Stromwandler messende Zähler 1)
    anlaufen und 2) innerhalb Ihrer Fehlertoleranzklasse messen müssen.


    Die 2004/22/EG (http://tinyurl.com/MID-Strom) definiert zwar im Anhang
    MI-003 die Anlaufschwelle als I(st) und die Schwelle für die
    Einhaltung der Genauigkeit als I(min), allerdings ohne einen festen
    Wert vorzugeben. Zur Berechnung werden zwar Formeln angegeben, diese
    Formeln setzen jedoch I(tr) voraus. Ob es für den Wert I(tr) ebenfalls
    eine Vorgabe gibt, kann ich der MID nicht entnehmen. Auch welchen
    I(tr) - oder besser gleich I(min) - handelsübliche direktmessende und
    Wandlerzähler aufweisen bzw. aufweisen müssen konnte ich nicht
    ermitteln.


    Einzig Iskraemeco macht für einige wenige Zähler
    (http://tinyurl.com/MT171) die Angabe von I(min) = 0,05 A für beide
    Zählerarten. Wobei mir der Wert für eine Wandlermessung viel zu hoch
    vorkommt. Müssten Wandler nicht Klasse B anstelle von A und damit
    genauer sein? Nach dem Datenblatt wären es bei 3 Phasen (symmetrische
    Last laut MID) 34,5 Watt für direktmessende Zähler bzw. 862,5 Watt bei
    einer 5/125A Wandleranordnung.


    Vielleicht weiß ja hier jemand, ab welcher Stromstärke/Leistung bei
    Direkt- und Wandlermessung verlässlich gezählt werden kann/muss.

  • Einzig Iskraemeco macht für einige wenige Zähler (http://tinyurl.com/MT171) die Angabe von I(min) = 0,05 A für beide Zählerarten.


    Da hast Du den Text nicht korrekt interprtiert. Stromzähler sind Messgeräte der Klasse 0,5. D.h. über den gesamten Messbereich darf die Messung einen Fehler von 0,5% des Endwertes haben. Auf den Zähler ist der Endwert vermerkt, z.B. 10(60)A. Der Nennstrom beträgt 10A. Der Klammerwert zeigt den Wert, bis zu dem der Zähler keinen Schaden nimmt. Der Fehler darf somit im Messbereich von 0 bis 10A max. 0,05A betragen. Dass bedeutet, der Zähler darf, wenn man das ganze Jahr keinen Strom bezieht, 100 kWh Bezug anzeigen. Bei Ferraris-Zählern physikalisch nicht möglich, bei elektronische durchaus.


    Messen kommt von Mist und wer viel mist mist Mist. :pfeifen:

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Das ist ja wieder ein Grund keine elektronischen Zähler einzusetzen !!! :thumbdown:
    Gruss
    Spornrad

    -- Die Sonne ist die Quelle unserer Energie, die es richtig anzuzapfen gilt ! ---
    „Nicht alles, was zählt, ist zählbar!“ „Nicht alles, was zählbar ist, zählt!“ Albert Einstein

  • Da hast Du den Text nicht korrekt interprtiert.


    Hallo Oscar, mir deucht, Du hast die Frage nicht ganz verstanden.


    Stromzähler sind Messgeräte der Klasse 0,5. D.h. über den gesamten Messbereich darf die Messung einen Fehler von 0,5% des Endwertes haben.


    Eine Klasse 0,5 sehe ich in der MID nicht definiert. Dort sind die Klassen A, B und C vorgesehen. Wobei "normale" Haushaltsstromzähler wie allgemein bekannt eine Abweichung von 2% aufweisen (früher Klasse 2). Nach MI-003 müssten es dann eigentlich Zähler der Klasse B (diese hat auch 2% Abweichung) sein. Im Handel sind jedoch die der Klasse A verbreitet, welche eine Abweichung von 3,5 % aufweisen dürfen. Die Genauigkeitsklassen 2, 1, 0,5 und 0,2 sind mir zwar geläufig, aber welche Norm definiert die - und sind die mit der MID abgelöst? [Edit: DIN EN 62053-21]


    Auf den Zähler ist der Endwert vermerkt, z.B. 10(60)A. Der Nennstrom beträgt 10A. Der Klammerwert zeigt den Wert, bis zu dem der Zähler keinen Schaden nimmt.


    Soweit die allgemeinen Basics, welche vorausgesetzt waren


    Dass bedeutet, der Zähler darf, wenn man das ganze Jahr keinen Strom bezieht, 100 kWh Bezug anzeigen.


    Das darf er nicht, siehe MID, MI-003, 5.4 und 5.5. Ohne Last dürfen Zähler nicht anlaufen. Anlaufen müssen Zähler bei I(st), Ihre Genauigkeitsklasse einhalten bei I(min). Für die Berechnung von I(st) und I(min) gibt die MID zwar Formeln, aber keine allgemein verbindlichen Werte. Und die Formeln nutzen nichts, wenn die Hersteller im Datenblatt I(tr) nicht angeben - zumal I(tr) auch irgendwo normiert sein müsste.


    Iskra hat zwar I(min) angegeben, nur ist ein Datenblatt von Iskra a) nicht eine Norm und b) erscheint der Wert 0,05 A für Wandler viel zu hoch aufgrund des zu berücksichtigenden Wandlerfaktors.


    Die Frage die bleibt ist immernoch: ob es eine allgemein verbindliche Stromstärke gibt ab der a) direktmessende und b) über Stromwandler messende Zähler 1) anlaufen[I(st)] und 2) innerhalb Ihrer Fehlertoleranzklasse messen [I(min)] müssen.

  • Ohne Last dürfen Zähler nicht anlaufen. Anlaufen müssen Zähler bei I(st), Ihre Genauigkeitsklasse einhalten bei I(min).


    Tut ein Ferraris-Zähler auf Grund seiner Konstruktion nicht, wenn er als Bezugszähler eingesetzt wird (die Spannung wird vor der Stromspule abgegriffen). Als Einspeise-Zähler wird man feststellen, dass er sich ganz langsam dreht, weil die Spannungsspule dann über die Stromspule angeschlossen ist und einen minimalen Verbrauch generiert. Die elektronische Zähler würden immer was anzeigen. Die AD-Wandler sind immer temperaturabhängig. Eine Möglichkeit die zu unterdrücken wäre, einen Wert kleiner x nicht auf zu addieren. Welche Möglichkeit vom Hersteller genutzt wird bleibt wohl deren Betriebsgeheimnis. Es ist fast immer so, dass wenn man einen Ferraris-Zähler durch einen elektronischen ersetzt, plötzlich ganz andere Verbräuche auftreten. Aber das ist wie bei den Tachos im Auto. Die haben die Klasse 5 dürfen aber keinen zu niedrigen Wert anzeigen. Daher zeigen die alle zu viel an. Die Stromzähler müssen ja nur während des Prüfzykluses keine Verbrauch anzeigen (kleinste Einheit ist der Impuls). Ob der interne Zähler in diesem Zeitraum was gespeichert hat, kann der Prüfer aber nicht sehen. ;(


    Die Genauigkeitsklassen 2, 1, 0,5 und 0,2 sind mir zwar geläufig, aber welche Norm definiert die


    Diese Klassen sind für Messgeräte allgemein definiert. Die genaue Norm-Bezeichnung weiß ich nicht mehr. Es gibt noch genauere Geräte, die werden aber eigentlich nur bei der PTB gebraucht. :wissenschaftler:

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