Dachs HKA: Pflanzenöl

  • Hallo,


    mich wundert, daß hier noch niemand ein Pöl-Dachs gewünscht hat... Bei Heizölpreisen über 60 Cent kommt die Frage doch automatisch auf! Was macht Senertec?

  • Hallo,
    wollte mir letzte Woche beim lokalen Dachs Dealer ein Angebot machen lassen - dieser hat mich aber zu einer Heizölvariante überreden wollen!
    Trotzdem: Der PölDachs ist lieferbar! Allerdings: er muss alle 1200 hrs gewartet (was immer da auch gemacht werden soll....) und die Einspritzdüse müsste alle 600 hrs gereinigt werden (geht nur 2x). Darüber hinaus soll der PölDachs einen anderen Kolben haben.


    Gruss
    Thomas

  • Der Dachsausbeuter und Thomas haben es auf den Punkt gebracht. Alle PÖl Anlagen haben höhere Wartungkosten durch Einspritzdüse und Russfilter. Das Russfilter muss jede 1.800 h getauscht werden. Kosten allein für Russfilter 200 €, die Wartung wird auch alle 1.800 h durchgeführt. Kosten ca. 250 €


    Wirtschaftlich werden PÖl Dachse noch lange nicht sein.@:-

  • Der Dachs ist bei den Vereinigten Pflanzenölwerkstätten umgerüstet erhältlich! Unsere Firma hat bereits 4 Stück eingebaut eine Anlage hat bereits ca. 3000 Stunden mit dem ersten Rußfilter. Der Abgasgegendruck ist immer noch einwandfrei.
    Bei einer anderen Anlage war bereits bei 1000 Std. der Rußfilter zu wegen schlechter Kraftstoffqualität! Es ist also unbedingt ein besonders gereinigtes Pflanzenöl zu verwenden. Wartungsintervall 1400 Std. Alle 2400 Std Einspritzdüse. Probleme macht dieser Dachs nur bei der Kraftstoffzuführung das hat die Werkstätte noch nicht im Griff.
    Am besten pumpt man das Öl aus dem Tank in einen Zwischenbehälter beim BHKW und saugt dort ab. Dieser Zwischenbehälter dient auch als Kraftstoffentlüftung da der Rücklauf dann ständig offen sein kann.

  • Hi,


    bevor ihr über eine Umrüstung des Dachs auf PÖL weiter nachdenkt, solltet ihr mal den entsprechenden Erfahrungsbericht aus dem Traktorenbereich lesen (Quelle: BHKW-Infozentrum):


    Ernüchterndes Ergebnis des 100 Traktoren-Programms
    Vor wenigen Wochen lief das Projekt „Praxiseinsatz von serienmäßigen neuen rapsöltauglichen Traktoren“ aus, bei dem sieben Anbieter insgesamt 100 Traktoren verschiedener Bauart zu Pflanzenölgeeigneten Schleppern umrüsteten. Nur zwei von sieben Umrüstern gelang es, bestimmte Traktorentypen erfolgreich und dauerhaft (800 Betriebsstunden pro Jahr) an den Rapsölbetrieb anzupassen. Keiner der sieben Umrüster war in der Lage, alle Traktorentypen, deren Umrüstung er zu Projektbeginn zugesagt hatte, dauerhaft an den Rapsölbetrieb anzugleichen.
    Schwere und damit kostenintensive Störungen traten bei 44 der teilnehmenden Traktoren auf. Der Einsatz von Rapsöl als Kraftstoff in der Landwirtschaft mit der vorhandenen Motorentechnologie ist nach Ergebnis des 100 Traktoren-Programms bei Einhaltung bestimmter Rahmenbedingungen möglich, zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Nach Meinung des BHKW-Infozentrums gilt dieses Ergebnis ebenso für den Betrieb vieler umgerüsteter Motoren für den stationären BHKW-Betrieb mit Pflanzenöl.


    Gruß Andy

    ... denn die Freude an der richtigen Entscheidung währt länger als die Freude am billigen Einkauf!

  • kann dem Andy nur zustimmen, Pflanzenöl lebt und ist ein Lebensmittel. Gern wird dies vergessen und hinterher dumm geguckt.
    :-o


    Kenne jemanden der hat Pelets die leider nass geworden sind ( Wassereinbruch) - konnte er alle entsorgen lassen ( gegen Kompostgebühr)


    Ein anderer hatte Pfnazenöl in einem klaren (transarenten) 1000l Regenwassertank ( sind ja billig im Baumark) und erzählte stolz wie billig der Tank ist. Weiterhin schwärmte er von der Wassergefährdungsstufe 0 (Pöl ist nicht grundwassergefährdend) erst als im im Sommer bei heller Sonneneinstrahlung sein Pöl "umkippte" also gährde und er auch den Tankinhalt entsorgen lies war er traurig. ;(

  • Irgendwann wirds kein Erdöl mehr geben,
    Ölpflanzen werden dann immer noch wachsen.
    Und in der Fruchtfolge der Böden, sind diese Pflanzen auch wichtig für den Anbau von Nahrungsmitteln.
    Der Vorteil des Anbaus ist auch, das Geld bleibt im Land und unsere Bauern haben einen weiteren Absatzmarkt.
    Dann gibt es ja auch noch solche Angebote um Entwicklungsländer per "Fair Trade" zu unterstützen http://www.besser-als-diesel.de


    Ich hoffe das ich irgendwann mal einen alten ÖlDachs billig zum umbauen bekomme,
    dann werd ich mich auch auf die Pfade des Pflanzenöls begeben.
    Problem im Moment ist ja wohl auch das die Umbausätze von den Vereinigten Pflanzenölwerkstätten nicht käuflich zu erwerben sind, oder irre ich mich da?


    Und als letztes muß dann ja auch in letzter Konsequenz der Spitzenlastkessel mit Pöl umgebaut werden, oder soll man sich dann noch ein Kanister Heizöl neben den Brenner stellen?


    Bernd

  • Hallo,


    den Kanister mit dem Heizöl für den PÖL-Dachs wirst du eh benötigen, sonst startet er nämlich nicht!
    Guck mal in den entsprechenden Beitrag von Harry hier im Forum.


    Gruß Andy

    ... denn die Freude an der richtigen Entscheidung währt länger als die Freude am billigen Einkauf!

  • Himmel, Arsch und Wolkenbruch du findest aber auch immer was!
    Dann sollen die sich mal was einfallen lassen, das es doch geht!! :-(/
    Himmelkruzifix nochmal :D


    Bernd


    Ps.: Ich warte auf so schöne Betriebsgrafiken von deinem Dachs,
    gesagt ist gesagt
    so jetzt haste...

  • Ich weiß, daß Herr R. vom Senertec-Center Hagen in der PÖL-Sache auf dem laufenden ist.
    Ich schlage daher vor, daß wir uns auf dem Treffen in Vlotho den aktuellen Stand der Dinge mal aus erster Hand erläutern lassen ...


    Mfg Andy

    ... denn die Freude an der richtigen Entscheidung währt länger als die Freude am billigen Einkauf!

  • Zunächst einmal ist der "Kanister Heizöl bzw Diesel" natürlich nicht notwendig, obwohl ich persönlich diesen verwenden würde.


    Grundsätzlich ist es möglich den Standard HR Dachs mit Pöl zu fahren, es sind aber gewisse Maßnahmen notwendig die aber jeder selbst durchführen kann und die nur wenige 100 € kosten.


    Bei reiner verwendung von Pöl sollte natürlich die Pöl Anlage Dachs angeschafft werden die dafür optimiert ist.


    http://www.kwk-infozentrum.info/html/pflanzenol_dachs.html


    @:-

  • Hallo zusammen,
    anbei ein Kurzbericht vom bundesweiten Pflanzenöltreffen am 04.02.06 in Fürstenfeldbruck. Auf dem Podium waren Thomas Kaiser, VWP, Prof. Dr. Schrimpff, FH Weihenstephan, ein Pflanzenölmüller nammens Reuss aus Franken, Horst Degen, Senertec Center Stuttgart und Herbert Huber, Senertec Center Achern. Im Publikum ca. 60 Personen, darunter 4 Pflanzenöldachsbesitzer.
    Ergebnisse:
    1. Der gesamten Idee droht das Aus, da unsere Politiker die Besteuerung von reinem Pflanzenöl mit 15 Cent vorsehen. Auch wenn die BHKWs ausgenommen werden, ist es fraglich, ob dann noch soviele Mühlen Raps pressen würden.
    Der Widerstand gegen die Besteeuerung ist notwendig aber der Optimismus noch etwas drehen zu können, ist gering.
    2. VWP ist dabei die Wartungsintervalle von 1400h auf 2000h und dann auf 2700h anzuheben. Möglich wird das über ein Entschleimen des kaltgepressten Öles.
    3. Die 4 Dachse werden von Heizungsbauern ohne Center serviciert, was teilweise zu erheblichen Problemen geführt hat:
    - Motorschaden nach 10000h
    - Pumpen laufen gegeneinander
    - 2 Wochen Wartezeit auf Monteur
    Es sollten nur Heizungsbauer einen Pflanzenöldachs einbauen, die
    - mindestens 10 Öl- oder Gasdachse eingebaut haben
    - 2-3 Servicemonteure haben
    - einen guten Kontakt zum Center haben.
    4. Das regionale Center war nicht vor Ort.
    5. Fürstenfeldbruck plant bis 2030 CO2-neutral zu sein. In der Folge könnte das so aussehen, daß in den Häusern Pflanzenölbhkws und Pelletsverstromung stattfindet, und die Autos mit großen Batterien den Strom aus der Eigenproduktion ziehen und damit fahren.
    6. Ein nächstes Treffen ist für Mai vorgesehen