Wie Stromleistung und Wärmeleistung anhand vorhandener Daten ermitteln?

  • Hallo,


    ich bin neu hier, weil mich das Thema Mini-/Micro-BHKW interessiert.
    Bei uns soll in 1-2 Jahren eine Erdgasversorgung gebaut werden.
    Da wollte ich mich nun vorher schon mal über Erdgas-BHKW schlau machen.


    Bei BHKW-Prinz.de bin ich auf den BHKW-Finder gestossen.


    Nur scheitere ich schon daran, die dort abgefragte Stromleistung und Wärmeleistung zu kennen.


    Wie berechne ich Stromleistung und Wärmeleistung?
    Den Jahres-Stromverbrauch für das Haus kann ich anhand der Rechnungen ermitteln.
    Den Jahres-Verbrauch der Ölheizung kenne ich (ca. 4000 l / Jahr).
    Das Haus (BJ 1969) hat drei Wohnungen, wobei in den letzten Jahren nur zwei genutzt wurden.


    Wer kann helfen?


    Danke.



    Gruß
    meute

  • Erdgas ist schonmal gut und wichtig.


    Wie hoch ist der Stromverbrauch? Wie alt ist der Heizkessel? Wie wird Warmwasser bereitet?


    Wenn der Heizkessel etwas älter ist, ist zudem von einer guten Einsparung dank Effizienzgewinn auszugehen.


    Je nach Stromverbrauch würden die Nano-BHKW Wandthermen mit Stirlingmotor in betracht kommen, oder das ecoPOWER 3.0.

  • Hallo,


    danke für die Antwort.


    Wie hoch ist der Stromverbrauch? Wie alt ist der Heizkessel? Wie wird Warmwasser bereitet?


    Stromverbrauch:
    ca. 4000 kWh (bei zwei Wohnungen)
    Wenn die dritte mal wieder belegt ist, dann natürlich mehr.


    Heizkessel:
    BJ 1996, Buderus G115, 28 kW Wärmeleistung


    Warmwasser:
    Im Buderus G115 ist ein 150 l WW-Speicher, durch den eine Spirale mit Heizungswasser läuft.
    Aufheizen bis 55°C, bei Abfall auf 50°C wieder aufheizen, WW-Vorrang.


    Wie muss ich nun die Stromleistung und Wärmeleistung berechnen?
    Oder kann ich als Wärmeleistung die beim Buderus G115 angegebenen 28 kW ansetzen?



    Gruß
    meute

  • Also 40000 kWh Heizöl, 4000 kWh Strom, Heizung BJ 1996, da ist nicht viel mit einsparen.
    Das Problem ist, dass du zumindest in der Spitzenlast die leerstehende Wohnung mitberücksichtigen musst, kann ja niemand einziehen und dann nicht heizen.
    40000 kWh / 5 kW wären 8000h geht also gar nicht mit den ganz kleinen BhkW.
    Das Vaillant eco Power 3.0 oder vielleicht sogar das 4. 7 wären bei Deiner Wärmeanforderung ganz ok.
    Kann aber sonst wenig dazu sagen, außer dass das Objekt eigentlich prädestiniert ist für ein BHKW.


    ULI

  • BJ 1996, Buderus G115, 28 kW Wärmeleistung


    Der hat kein Brennwert. Selbst wenn die Heizkörper keinen besonders kühlen Rücklauf bringen, lässt sich an der Heizkurve meist etwas optimieren - und Brennwerttechnik lohnt sich auch, wenn die Bedingungen nicht optimal sind.


    Wie muss ich nun die Stromleistung und Wärmeleistung berechnen?
    Oder kann ich als Wärmeleistung die beim Buderus G115 angegebenen 28 kW ansetzen?


    Dafür gibt es hochkomplexe Formeln - und am Ende liegen die dann doch wieder daneben... hier zählt eher etwas Erfahrung und dann über den Daumen betrachten.


    Stromverbrauch:
    ca. 4000 kWh (bei zwei Wohnungen)
    Wenn die dritte mal wieder belegt ist, dann natürlich mehr.


    Das ist erfreulich wenig! Hausstrom mit berücksichtigt? Also bei dem Wert wenn dann eher Richtung Nano-BHKW Wandtherme (Viessmann, Remeha, Brötje) - oder ecoPOWER 1.0 (zumeist teuer aber technisch etwas besser). Dazu am besten mehrere Angebote einholen. Die Listenpreise sagen wenig über die Heizungsbauer vor Ort ;) Diese Geräte haben alle eine maximale Heizleistung und können modulieren. Da gibt es wenig zu rechnen.


    Sollte der Stromverbrauch mittelfristig durch die dritte Wohnung wieder steigen - dann ecoPOWER 3.0.

  • Hallo,


    Also 40000 kWh Heizöl, 4000 kWh Strom, Heizung BJ 1996, da ist nicht viel mit einsparen.


    OK, man rechnet also 1 Liter Heizöl mal 10 um auf die kWh zu kommen.
    Wieder was gelernt.



    Das Problem ist, dass du zumindest in der Spitzenlast die leerstehende Wohnung mitberücksichtigen musst, kann ja niemand einziehen und dann nicht heizen.
    40000 kWh / 5 kW wären 8000h geht also gar nicht mit den ganz kleinen BhkW.


    Ich habe gelesen, dass ein BHKW so 4000h-5000h im Jahr laufen soll um wirtschaftlich zu sein.
    40000 kWh / 4000 h bis 5000 h = 8 bis 10 kW
    Dann müsste es also 8 bis 10 kW Wärmeleistung haben.



    Kann aber sonst wenig dazu sagen, außer dass das Objekt eigentlich prädestiniert ist für ein BHKW.


    Schön das zu hören.




    Das ist erfreulich wenig! Hausstrom mit berücksichtigt?


    Hausstrom? Es gibt im Haus 3 Stromzähler und in Summe hatten wir in 2011 ca. 4000 kWh.




    Also bei dem Wert wenn dann eher Richtung Nano-BHKW Wandtherme (Viessmann, Remeha, Brötje) - oder ecoPOWER 1.0 (zumeist teuer aber technisch etwas besser).
    Diese Geräte haben alle eine maximale Heizleistung und können modulieren.


    Was bedeutet "modulieren"?


    Ich habe mir Deine empfohlenen Geräte über den Link kurz angesehen.


    Beim ecoPOWER 1.0 steht "modulierender Betrieb ist nicht vorgesehen".


    Nach Euren Infos und Gerätetipps zu urteilen, soll man die Geräte so wählen, dass sie der benötigten Stromleistung entsprechen und die fehlende Wärmeleistung durch einen Spitzenlastbrenner ausgegleichen wird.


    Ich vermute, die Geräte mit Stirlingmotor sind leiser als das ecoPOWER 1.0 mit Honda-Motor.
    Oder ist das Geräusch zu vernachlässigen?
    Aber der Honda-Motor ist wartungsintensiv.



    Gruß
    meute

  • Was bedeutet "modulieren"?


    Beim ecoPOWER 1.0 steht "modulierender Betrieb ist nicht vorgesehen"


    Ja, das 1.0 erzeugt aber so wenig Wärme, dass eine Modulation wenig bringt. Natürlich wäre es schön - nur leider wird das bei den Kleinstanlagen nicht angeboten. Die Stirlings können auch nicht wirklich modulieren. Bei den größeren BHKW wie dem 3.0 ist das aber vorgesehen.


    Nach Euren Infos und Gerätetipps zu urteilen, soll man die Geräte so wählen, dass sie der benötigten Stromleistung entsprechen und die fehlende Wärmeleistung durch einen Spitzenlastbrenner ausgegleichen wird.


    Korrekt.


    Ich vermute, die Geräte mit Stirlingmotor sind leiser als das ecoPOWER 1.0 mit Honda-Motor.
    Oder ist das Geräusch zu vernachlässigen?
    Aber der Honda-Motor ist wartungsintensiv.


    Ja, das 1.0 ist teurer in Wartung und Anschaffung als die Stirlinggeräte. Dafür erzeugt es weniger Wärme und läuft daher im Sommer länger. Aber das spielt die Mehrkosten nicht wieder rein. Daher entweder Stirling oder 3.0 - je nach Zukunftsplanung. Wobei das 1.0 dann in Frage kommt, wenn es vor Ort einen günstigen Vaillant Heizi gibt, aber die anderen Heizis mit Stirlinggeräten im Angebot teuer sind ;)

  • Die 40.000kWh stecken doch aber im Öl (Heizwert ~10kWh/Liter). Der Kessel hat ja Verluste. Wen ich nen Jahresnutzungsgrad von 90% Hi ansetze, ergibt das ne Wärmemenge von 36.000kWh für Heizung und Warmwasser. Die 36.000kWh kann man jetzt aber auch nciht einfach durch 8000h teilen - denn die Wärme verteilt sich nicht gleichmäßig über das Jahr --> Jahresdauerlinie.
    Gehen wir davon aus, dass auf die Warmwasserbereitung 20% entfallen, 7200kWh, dann sind das nicht mal 1kW thermisch.
    Auf 8.000 Vollbenutzungsstunden wirst also nicht kommen.


    Ich hoffe hier gehts noch gut weiter. Haben selbst 4000Liter Öl/a ;)


    tschau