Kann ich ein BHKW mit 20 kWel und 42 kWtherm wirtschaftlich betreiben?

  • Hallo zusammen,


    ich habe 2009 ein Hotel mit 50 Zimmern und einer Geschossfläche von ca. 2300 m² übernommen.
    Die Heizanlage des gesamten Hotels müsste dringend moderniesiert werden. Als ich das Haus übernommen habe lief bereits seit 2000
    ein Senertec Dachs mit Erdgas. Welcher nun nach 80 000 Betriebstunden ausgefallen ist.
    Eine Reperatur des Dachses kommt nicht in Frage, weil Aufgrund des Alters keine KWK-Förderung möglich ist.
    Im Zuge der Erneuerung des BHKW soll auch ein Erdgas Spitzenlastkessel (~200 kWth) und entsprechende Puffer bzw. Wasserspeicher inkl. Regeltechnik erneuert werden. Aufgrund des Hotelbetriebs haben wir einen erhöhten Wasserbedarf, momentan ca. 1200l Frischwasserspeicher
    welcher nicht ausreicht. 2000l sind minimum.
    Mein lokaler Heizungsbauer rät zur Anschaffung eines oder zweier neuen Dachse mit Brennwert. Größere Anlagen seien lt. seinen Angaben nicht wirtschaftlich.


    Mein Gasverbrauch/Jahr liegt bei ca. 460 000 kw/h (mit Dachs) und der Stromverbrauch bei ca. 80 000 kw/h (ohne Dachs).


    Ich habe ein Angebot von der VKW Kraftwerks GmbH in Ingolstadt vorliegen, welches auf Basis des obigen Verbrauchs ein BHKW mit
    20 kWel und 42 kwtherm vorgeschlagen wird. In der Wirtschaftlichkeitsberechnung wird hier von 6920 Betriebsstunden ausgegangen.
    Mein lokaler Heizungsbauer ist der Meinung das die Wirtschafltichkeitsberechnung so nicht stimmen kann, da niemals diese Betriebstunden
    zusammen kämen. Mein Dachs lief im Mittel etwa 7000 h/Jahr. Wer hat nun Recht?


    Hier sind Infos zum BHWK: http://www.vkw-kraftwerk.de/do…/11_04_09_VKW_20_EGFG.pdf


    Soviel zu meiner Situation, mir stellen sich einige Fragen die hoffentlich Ihr als unabhängige Experten beantworten könnt.


    - Kennt jemand die VKW GmbH oder besser hat jemand bereits eines am laufen?
    - Sind die Betriebsstunden mit dem VKW-BHKW realistisch? Falls noch Daten benötigt werden stelle ich diese gerne zur Verfügung.


    Ich bedanke mich für eure Hilfe, Anregungen und Ratschläge.


    Mit besten Grüssen


    Christian

  • Hallo,


    ohne es genau zu berechnen würde ich bei den Verbrauchsdaten auch zu einem 20 kW Gerät raten - insbesondere weil Du sagst einen hohen WW-Bedarf im Sommer zu haben.


    Bei VKW-Kraftwerke würde ich nichts kaufen. VKW ist wohl letztendlich motoren-at und das ist alles sehr ungut meiner Meinung nach! Man denke nur an das geklaute Design von deren Datenblättern siehe dort: http://www.bhkw-forum.info/bhk…ersicht/motoren-at-m-at5/


    Schau Dir mal die EC Power oder KW Energie an.
    http://www.bhkw-forum.info/bhk…bersicht/ec-power-xrgi15/
    http://www.bhkw-forum.info/bhk…ubersicht/kw-energie-kwe/


    Dachs ist viel zu klein und zwei davon sind mit Wartung usw. zu teuer! Ich selbst habe ein KW Energie und kann das Unternehmen und die Qualität nur loben. EC Power ist auch nicht schlecht - nur ist deren Servicepolitik mit Wartungspreisen und keiner Motorüberholung (nur neues Gerät kaufen) zu viel Gängelung des Kunden für meinen Geschmack.

  • Hallo und herzlich Willkommen im Forum


    auf den ersten Blick sollte ein BHKW mit 20/40 hier sehr gut reinpassen


    Der Strombedarf mit 80tsd kwh erscheint relativ gering für die Objektgröße
    ist der sicher so vorhanden? (nicht doch noch paar kwh selbsterzeugten Stromes vergessen?)
    da ich hier eher höhere Werte erwartet hätte.


    ggf. könnte man auch über 15/30 nachdenken (wenn Strombedarf so gering bleibt)
    die immernoch wirtschaftlicher als 2 Dachse wären.


    Welche Postleitzahl hat das Objekt?
    dann könnt ich nochmal genauer drüberschaun

  • Hallo,


    danke für eure schnellen Antworten. Das mit den Dachsen sehe ich genauso.
    Ich habe mir die KWE Geräte mal angesehen, sieht ansprechend aus und sind in meiner Nähe.


    firestarter
    Das mit dem Stromverbrauch kommt ungefähr so hin (5000 kw/h) rauf oder runter sind sicher möglich, mehr aber keinesfalls.
    Das Objekt ist in 91541 Rothenburg.

  • Zitat

    Ich selbst habe ein KW Energie und kann das Unternehmen und die Qualität nur loben. EC Power ist auch nicht schlecht - nur ist deren Servicepolitik mit Wartungspreisen und keiner Motorüberholung (nur neues Gerät kaufen) zu viel Gängelung des Kunden für meinen Geschmack.


    Keine Frage,
    beide Anbieter haben sehr schöne Töchter.


    --------


    Das mit der Kritik mit der Servicepolitik bei ECpower versteh ich aber nicht ganz?
    Die haben Kosten von ca. 3,2ct/kwh_el (bei Nennleistung) für einen Vollwartungs- und Instandhaltungsvertrag (also da wäre ein Gerätetausch -falls erforderlich- auch mit drin) und das unabhängig von der Laufleistung.
    Der Preis gilt auch unabhängig vom Objektstandort, wo manch andere Anbieter durchaus saftige Entfernungszuschläge haben.
    Wird ja kein Kunde gezwungen das zu machen...geht auch eine normale Wartung für rund 1ct/kw_el+Anfahrt (das ist dann halt individuell bepreist),
    ...muss man halt selber Rücklagen bilden, falls mal Anlagentausch (das sind aber nicht kosten einer Neuanlage) fällig werden, genau so wie Betreiber anderer Anlagen ohne Instandhaltungsvertrag auch Rücklagen für eine Überholung bieten sollten.


    Wartung ist halt kein Pappenstiel bei BHKW,
    (und dennoch wird sich das sehr gut in dem Objekt von vandeigh rechnen)
    und die Konditionen find ich bei ECpower alles andere als kritikwürdig.


    Tja und die neuerdings erhältliche Gewährleistung von 5 Jahren
    ist meines Wissens einzigartig in der Branche und zeugt von einem kräftigen Vertrauen ins eigene Produkt.


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    Wie dem auch sei,
    es sind beides Anbieter die ich auch im Freundeskeis empfehlen könnte
    und da kann man sich sicherlich auch von beiden mal ein Angebot erstellen lassen
    um dann eine für sich passende Entscheidung zu treffen.
    Kommt ja nicht nur auf das Gerät, sondern auch auf die qualität des lokalen Installateurs, die Preisgestaltung und das menschliche vor Ort drauf an.

  • So,
    damm nochmal zu den Laufzeiten.


    Also bei den angegebenen Verbräuchen
    hätte ich für Deinen Dachs bisher höhere Laufzeiten erwartet...über 7.500h
    Hast Du vielleicht noch andere Wärmeerzeuger vor Ort?
    elektrische(eher nciht bei Deinem Strombedarf) Warmwassererzeuger, Brauchwasserwärmepumpe
    Solarthermie? oder ggf. ein ausgeprägtes Saisongeschäft?
    ...naja, ein paar hundert Stunden in die eine, oder andere richtung ist hier wohl nicht so dramatisch.


    Für die angebotene 42kw_th Maschine
    würde ich grob Laufzeiten von 6.000-6.500 h erwarten
    eine 30kW_th eher bei 6.900
    ....alles grobe Werte


    kurzum, thermisch könntest Du locker eine 40kW_th Maschine vertragen.


    elektrisch ist Dein Verbrauch jedoch nicht sehr hoch,
    wo man auch etwas kleineres nehmen könnte.


    Ich würde jedoch durchaus zu einem 12 oder 15kW Gerät (20kW ist schon dick) tendieren
    und ein modulierendes Gerät (können die beiden oben genannten) wählen,
    was nachts nur mit halber kraft tuckert und tagsüber eben mehr abdecken kann.
    könnten auch 2 Dachse sein, aber Kaskade macht bei Dachsen keinen Sinn (2mal Dachs ist teurer als 1x20)


    bezüglich Wasserbereitung käme wohl eine Frischwasserstation (vorsicht, hohe Spitzenzapfleistung erforderlich...wird dann teuer) oder ein Kombispeicher in Frage.
    Auch beim Kombi brauchts hohe Zapfleistungen und da würd ich einen Blick bei Zeeh (Speicherhersteller aus dem sächsichen) riskieren. Die haben Systeme mit extrem hohen Zapfleistungen. Für einen Speicher dann bissl teuerer, aber preiswerter als entsprechende Friwas.

  • Hallo,


    firestarter
    Danke dafür, dass Du dich ernsthaft mit der Sache auseinandersetzt.
    Die Betriebsstunden entsprechen der Wirtschaftlichkeitsberechnung.
    Mit den Kombispeichern habe ich Zeeh schon ins Auge gefasst.


    Modulierend sollte das M-AT auch sein, ich kann es leider nicht aus dem Datenblatt rauslesen.
    Wenn nicht fällt es eh aus.


    Mit der Planung fühle ich mich bei VKW gut aufgehoben, aber leider finde ich keine Refernzobjekte. Kennt jemand was?
    Die ganze Sache eilt ein wenig weil bis spätestens Mitte/Ende April muss die Anlage eingebaut sein, weil dann die Saison wieder lossgeht.

  • Zitat

    Die ganze Sache eilt ein wenig weil bis spätestens Mitte/Ende April muss die Anlage eingebaut sein, weil dann die Saison wieder lossgeht.


    Überstürzen würde ich nix.


    Was fehlt um mal richtig zu Rechnen wäre der Stromverbrauch.
    Den was nutzt ein zu großes BHKW wenn der Haupststrom nur zu Spitzenzeiten verbraucht wir.


    Fragen:
    Wieviel Strom wurde vom Dachs ins Netz eingespeist?


    Gibt es eine Lastgangmessung bei euch?
    Wann ist die Küche geöffnet( kann man auf der Hp nicht rausbekommen)
    Habt Ihr eine Wäscherei im Haus?

    Zitat

    Im Zuge der Erneuerung des BHKW soll auch ein Erdgas Spitzenlastkessel (~200 kWth) und entsprechende Puffer bzw. Wasserspeicher inkl. Regeltechnik erneuert werden.


    ich würde zu einem mehrstufigen Spitzenlaster raten.........so kann man auch mal weniger Leistung abfordern
    Ich selber habe einen 90 kw in 2 Stufen...mitlerweile habe ich aber nur noch die Hälfte in Betrieb.
    Pufferspeicher und Regelung haben enormes Einsparpotenzial.
    Je mehr Details je mehr kann man sagen


    Frank

  • Hallo,


    einige Antworten:


    Zitat

    Wieviel Strom wurde vom Dachs ins Netz eingespeist?

    Gar nichts. Es gibt keinen Zähler nach aussen. Der erzeugte Strom wurde im Haus verbraucht. Alte Anlage, vor 2000, ohne Einspeisung ins Netz.

    Zitat


    Gibt es eine Lastgangmessung bei euch?

    Wurde vom EV angefordert.

    Zitat

    Wann ist die Küche geöffnet( kann man auf der Hp nicht rausbekommen)
    Habt Ihr eine Wäscherei im Haus?

    Die Küche ist von April-Dezember geöffnet. Meist nur Abends. Küchengeräte laufen großteils mit Gas.
    Wir waschen nur noch die Frottee-Wäsche im Haus. Waschmaschinen (4St.) elektrisch, Trockner und Mangel mit Gas.


    Das mit dem Spitzenlaster ist so angedacht, weil wir doch starke saisonale geprägt sind. Januar und Februar sind hier sehr, sehr ruhig. Allerdings in den Sommermonaten ist die Auslastung bei knapp 80 %.


    Es handelt sich um drei Heizkreise für drei Häuser, welche alle seperat gereglt werden müssen. Die Häuser sind von der Bausubstanz alle unterschiedlich. Neubau braucht weniger Vorlauftemperatur wie bspw. der Altbau. Bei geringer Auslastung werden auch mal ganze Häuser stillgelegt. Da wir sehr viele Bus- und Gruppenreisen haben ist der Wasserbedarf sehr hoch, weil die Gäste zeitgleich Duschen bzw. Baden wollen. Wir haben 32 Duschen und 22 Badewannen.

  • Mh...die Lastgangmeßung wäre jetzt intressant.
    Ich kann mir kaum vorstellen das ein großes BHKW wirtschaftlich sinnvoll ist.
    Vielleicht wäre ein neuer und der alte Dachs repariert eine option.
    Einer für die Grundlast eine nur für die Spitzenzeiten........aber wie gesagt der Lastgang.
    Sind im Altbau noch die guten Gußheizkörper verbaut?

  • Gar nichts. Es gibt keinen Zähler nach aussen. Der erzeugte Strom wurde im Haus verbraucht. Alte Anlage, vor 2000, ohne Einspeisung ins Netz.


    :thumbsup: Bingo! Weiter laufen lassen! Der Bezugszähler läuft im Einspeisefall rückwärts :hust:


    ...jetzt aber im Ernst: so wird es bei einer Neuanlage nicht bleiben können weil unzulässig! Da werden wohl ein ein paar Elektroinstallationsarbeiten für benötigte Zähler dazu kommen.


    Grüße AxelF

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    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!