BHKW Eigenbau Abnahme erforderlich?

  • Hallo,


    da ich jetzt schon lange suche und einfach nicht fündig werde, stelle ich hier die Frage.


    Kann bzw. darf man so einfach ein BHKW selber bauen? Muss dieses nicht abgenommen werden. Wie sieht es hier mit Abgasnormen etc. aus?


    Wenn man einspeist, ists es nicht mehr so einfach, das ist mir klar, das man die Bedingungen des EEG einhalten muss und auch irgendwie nach weißen muss, das die Anlage die Wirtschaftlichkeit erfüllt...


    Angenommen ich baue mir selber eins und würde komplett auf Inselbetrieb umstellen. (ganz egal ob dies jetzt Wirtschaftlich ist oder nicht....) Ich kann mir nicht vorstellen, das sich jeder ein BHKW bauen darf, wo die Abgasnorm egal ist (alten Diesel Motor) und den dann evtl. auch noch mit Pöl oder AltPöl betreiben kann. Der Nachbar wird sich freuen, wenns Täglich nach Fritenbude stinkt... ;-) Oder liege ich da falsch?


    Vielen Dank schon mal!


    mfg Mike

  • Moin,


    klar darfst Du auf Deinem Grund und Boden ein BHKW Bauen und aufstellen - solange es nicht Leben oder Gesundheit anderer bedroht und nicht gegen geltendes Recht und Gesetz verstösst !! Und selbst dann braucht es erstmal einen Kläger .


    mfg

  • Würde ich mit dem oben genannten beispiel gegen das Recht bzw. Gesetz verstößen?


    Ich versteh das ganze nicht ganz. Bei Ölöfen wird ein riesen tamtam wegen den Abgasbestimmungen und Feinstaub etc. gemacht, alte Ölbrenner werden weggeworfen, weil sie die Abgase nicht mehr zusammen bringen und bei einem BHKW hab ich das alles nicht oder wie?

  • Du kannst es Dir aussuchen - auf die Harte oder auf die Einfache Tour.


    Wenn du das teil dem schwarzen Mann unter die Nase reibst gilt die KÜO und er wird Dir erzählen wie es ausschaut - das ist bei BHKW üblich weil für diverse Fördertatbestände auch die Abnahme des BSFM nachgewiesen werden muß.


    Aber Du willst nicht einspeisen mußt also niemandem irgendwelche Nachweise erbringen, was liegt also näher als das Teil als Notstromgenerator zu deklarieren der nur ab und an läuft?? Das geht dann den schwarzen Mann nix an. Nur wenn sich deine Nachbarn über dauernden Lärm und Gestank beschweren, könnte wieder Recht und Gesetz zum tragen kommen.


    Du verstehst was ich meine?? Wer viel fragt geht viel irre!!


    mfg

  • Hallo,


    danke für den Austausch. Ich stehe dieses Jahr vor der gleichen Aufgabe. Ich will mein Prototyp Pyrolyse-Klein-BHKW (<30kW elektrisch) ans Netz bringen und über EEG Vergütung betreiben.


    Ich werde eine ENS benötigen und wahrscheinlich einen elektrischen Anschluss/Verkabelung/Schaltschrank von einem E-Fachbetrieb + Abnahmeprotokoll.


    Mit dem Thema ENS sind ja eine Vielzahl von Auflagen erfüllt, besonders im Bereich <30kW elektrisch.


    Man findet in diesem Prozess auch immer wieder folgende Datenblätter für die Abnahmen. Hat damit jemand schon praktische Erfahrungen gemacht?


    Womit ich unsicher bin ist der Umfang der in den Datenblättern beschriebenen Abnahmen. Welchen Teil der Anlage betrifft diese, die Stelle ab Generator bis zum EVU Anschluss oder die gesamte Anlage?


    Muss die Anlage in Betrieb sein oder kann auch der Aufbau abgenommen werden?


    Muss der elektrische Anschluss bei <30kW elektrisch am "Hausanschlusskasten" erfolgen oder kann das irgend wo im Objekt geschehen, wenn die Frage Leitungen, Sicherungen usw. passt? Kann der Zähler auch in der Nähe der Anlage sitzen oder muss er zum "Hausanschlusskasten?


    Über praktisch gemachte Erfahrungen und Tipps würde ich mich freuen.



    Gruß Markus

  • Moin Manni,


    ich würde einen Schritt weitergehen und behaupten es ist etwas gänzlich anderes!!


    mgolbs - in der regel hat Dein Netzbetreiber eigene Formulare zum download bereitgestellt und dazu auch Informationen über den Ablauf der Anmeldung. Du solltest also diese downloaden und dich bei Fragen direkt mit Deinem Netzbetreiber in Verbindung setzen und das solltest Du weit vor der geplanten Inbetriebsetzung tun.


    Zu Deiner Zählerfrage - EEG bedeutet für mich Volleinspeisung daher gibt es nur einen Einspeisezähler der an einem nach DIN VDE aufgebauten Zählerplatz hängen muß. Dieser Zählerplatz - entweder neu oder Bestand - ist ja sowieso direkt mit dem Hausanschluss verbunden.


    mfg

  • Hallo,
    danke für die Hinweise. Der Zähler muss also in Richtung der zentralen Zählertafel. Wie sieht es mit einer Leitung dahin aus? Müsste ja zuläsig sein, da die wenigsten BHKW direkt neben dem Zählerplatz stehen.


    Hat jemand Erfahrung wie lange der Prozess des Antrag bis Abnahme/Netzeinspeisung bei Ihm gedauert hat?



    Bei mir war es so. Angefangen habe ich mit einer hydraulischen Bremse. Dann habe ich für die Entwicklung eine reine 3-phasige 400V Insellösung genutzt, Synchrongenerator 4 polig, 1500 1/min., 10kW, Ottomotor (also kein Zündstahl/Diesel) mit eigener Zünd- und Einspritzelektronik (Start des Motors - bei Asynchronmaschine am öffentlichen Netz nicht mehr notwendig), FI/Sicherungseinheit, Modul zur Energieerfassung und große elektrische Verbraucher. Zur Zeit ist es für Messungen auch noch diese Insel, also ohne Verbindung zum öffentlichen Netz.


    In Zukunft soll es der Ottomotor sein, Asynchronmaschine im Generatorbetrieb < 30kW, 3xxx 1/min., 3phasige ENS...


    Nun werde ich den Prüfplan hinsichtlich Gesamtwirkungsgrad, Gas- und Abgasverhalten, Kennfeldoptimierung Ottomotor .... abarbeiten müssen. Ein Teil ist schon erledigt. Danach muss der Prototype noch etwas optisch aufgepeppt werden (Kabelverlegung für Elektronik, Sensoren, Konsol für Motor und Generator, Hausung der Vergaser-, Filter- und Ansaugeinheit, Wasserkreislauf, Sekundärvergaser....) - Prüfer fällt sonst bei Abnahme sofort aus den Latschen. ;)



    Wer mit Pyrolysesystemen <30kW elektrisch den Abnahmeprozess schon durchgemacht hat wird sicher wertvolle Tipps geben können. Über diese Hinweise wäre ich sehr dankbar! :rolleyes:



    Gruß Markus

  • Moin,


    jo eine Leitung -oder besser Kabel - zwischen BHKW und Zähler lässt sich nicht vermeiden ;-_


    Zwischen Antrag und Zugang der Netzverträglichkeitsprüfung liegen meist 4-8Wochen - wenn alles passt.


    Ähm welcher Prüfer soll aus den Latschen kippen??
    Den Netzingenieur vom EVU interessieren nur die Sicherheitseinrichtungen die Dein Gerät vom Netz trennen evt. noch die Kompensation und ob die angemeldete Leistung passt und das wars. Dein Elektromeister bestätigt mit Name und Stempel das Dein Gerät den Richtlinien entspricht und ans Netz darf. Abgasseitig macht das der BSFM wie das vonwegen Gas ausschaut weis ich nicht.


    mfg

  • Hallo,


    danke für die Infos. Die Leitung muss sicher ununterbrochem vom BHKW zum Zähler gehen? Wird jede Dose dann verplombt? Wie ist es wenn man selber noch mal eine Sicherung dazwischen schalten will, um gewisse Ströme zu begrenzen oder Messgeräte für Strom, Spannung und Phasenverschiebung nutzen zu können. Was wird an der gesamten BHKW Anlage verplombt?


    Also im ersten Anlauf weniger problematisch als ich gedacht hätte. Nur was macht der BSFM (Bezirksschornsteinfegermeister?) an einem laufenden Ottomotor-BHKW? Ein Abgasttest wird wohl schwierig sein. CO sollte über Lambdaregelung weiter unter Euro2 des PKW liegen. NOx, Ruß und Partikel beim Otto wohl ebenso unproblematisch. Was CH's betrifft möglich, ebenso SOx. Ein Motorstart oder große Drehzahländerungen sind ja so was von untypisch. Was macht den ein BSFM am Otto-BHKW, oder am Diesel BHKW praktisch?


    Gruß und Dank Markus

  • Die Kabel zwischen BHKW und Zähler sind eher Wurscht - ist ja Dein Strom damit kannste machen was willst Du. ;-_


    Der BSFM nimmt in erster Linie die Abgasanlage in Augenschein - muß Überdruckgeeignet und dicht sein. Was der dann noch mißt steht in der neuen KÜO und/oder BImSchG- selber lesen macht klug!!


    mfg

  • Was wird an der gesamten BHKW Anlage verplombt?


    Nix. Das verplompen bezieht sich nur auf die Zählereinrichtung und alles was "davor" ist, der sogenannte nicht tarifierte Bereich. Eventuell zusätzlich verbaute eigene Zähler sind für den EVU uninteressant.


    Das Kabel selbst sollte schon aus eigenen Interesse von der Sicherung nachm Zähler bis ans BHKW durchgehen. Jede Klemmstelle stellt eine potentiell Fehlerquelle dar deren Übergangwiderstände ein korrektes Auslösen der Sicherung beinträchtigen kann. Aber das wird dir im Detail dein zuständiger Elektromeister entsprechend umsetzen (lassen).


    Was macht den ein BSFM am Otto-BHKW, oder am Diesel BHKW praktisch?


    Das fragen wir uns hier auch gelegentlich. :pinch:
    Im Grunde wird er wie erwähnt den Abgasweg prüfen, ev. reinigen und die Schadstoffwerte (derzeit nur CO) nach geltenden Regeln überwachen/protokolieren.



    mfg JAU

  • Hallo zusammen.
    Stehe genau vor dem gleichen Problem. :(
    Eigenbau BHKW und Einspeisung nach EEG.
    Wenn das EVU nur der Anschluss im Kasten interessiert, woher weiß der Netzbetreiber dann welchen EEG förderfähigen Treibstoff für das BHKW genutzt wird? bzw. welche Einsatzstoffvergütung er mir bezahlen muss ? glaubt er mir das was ich auf den Formularen ausgefüllt haben ? Ich würde das je überprüfen ob da nicht jemand alte Socken verbrennt 8)
    lg

  • Hallo Alikante
    das ich ein Einsatzstofftagebuch führen muss ist mir bewusst. Dort wird dann auch das Zertifikat der NAWARO Lieferung mit angeheftet. Aber muss dieses Einsatzstofftagebuch monatlich den EVU übergeben werden ? Wie wird sonst abgerechnet ? Meldet man die Zählerstände dem EVU zusammen mit einer Kopie des Einsatzstofftagebuches monatlich ? oder läuft das ganze einmal jährlich ? Und lässt sich der NAWARO EEG Bonus auch ohne den KWK Bonus und ohne Technologiebonus beziehen ? das Geld für den Gutachter wollte ich mir erstmal sparen, da die Vergütung für den Bonus bei meinem Laufzeiten die ich anstrebe zu gering ist. Das BHKW soll nur wärmegeführt laufen.
    mfg