Eigenbau: Rücklaufanhebung und Pumpennachlauf

  • Hallo Leute,


    seit einiger Zeit plane und wurschtel ich an meinem BHKW Projekt rum (9KW el.). Jetzt ist gestern mein AbgasWT gekommen und es wird ernst um die Hydraulikplanung. :-)


    Das ganze soll als Insellösung laufen. Eine Siemens Logo soll das Ganze thermisch überwachen, Pufferspeicher- und Motortemperatur, und bei Überschreiten der zulässigen Grenzwerte den Motor abschalten.
    1) Das Problem ist die Nachlaufzeit der Pumpen um den Motor nach Abschaltung etwas runterzukühlen um die Hitzenesterbildung zu vermeiden. Ist der Motor aus liefert der Generator auch keinen Strom mehr, so daß die Pumpen ausfallen.
    Was tun?
    Ich habe noch eine 12V Standheizungspumpe mit V = 550 L/h, ob man die zum Runterkühlen nehmen kann vom BHKW Bordnetz gespeist und wenn ja wie wird diese hydraulisch verschaltet? Einfach in Reihe (siehe Skizze)? (Durchflußwiderdstand!!)?


    2) Mein Feststoff/Holzkessel hat eine Rücklaufanhebung mit Pumpe und Mischer. Ist so etwas an einem BHKW auch erforderlich?
    Wenn ja reicht ein einfacher 3-Wege Termovar mischer o.ä. oder sollte das ein Mischer mit einstellbarem Thermostat und Anlegefühler sein wie an meinem Holzkessel?
    Und, wenn ja, sollte die Rücklaufanhebung dann um das gesamte System, also alle Wärmetauscher gehen, (siehe Skizze)?


    Wäre prima wenn Ihr mir auf die Sprünge helfen würdet.


    Grüßings
    Tobi

  • Hallo Halvar , Herzlich Willkommen im Forum


    Erstmal sollte der Abgas- WT als erster in den Secundärkreis um mehr Energie aus dem Abgas zu holen.


    Was hast Du für einen Motor?? Bei nem umgebauten Verdampfer sollte erst der ÖL-WT und dann der Kopf durchströmt werden. Bei "echten" Wassergekühlten eher andersrum.


    Ist ein synchron oder asynchron Generator verbaut?? Bei Synchron würde ich auf eine extra Pumpe verzichten und das System einfach langsam runterfahren zum abkühlen.


    Wenn das nicht geht müssen die Pumpen halt von Aussen zb. über einen Spannungswandler aus der Starterbatterie versorgt werden.


    Die Anhebung sollte unbedingt rein aber in der Primärkreis - oder eine geregelte Pumpe. Zieltemperatur im Kopf ca. 80°C


    mfg

  • Hei Alicante,


    vielen Dank für die prompte Antwort. Zum besseren Verständnis muß ich aber nochmal hinterfragen.


    < Erstmal sollte der Abgas- WT als erster in den Secundärkreis um mehr Energie aus dem Abgas zu holen.


    Hätte gedacht zuerst den MotorWT weil dort das Temperaturniveau niedriger ist als im Abgas. Vielleicht liege ich aber mit den Temperaturspreizungsannahmen völlig daneben. Eingangsseite 70/60 Grad und die Ausgangsseite 53/63 Grad.


    < Was hast Du für einen Motor?? Bei nem umgebauten Verdampfer sollte erst der ÖL-WT und dann der Kopf durchströmt werden.


    Das ist ein 3 Zyl Mitsubishi 1,3 l. Was ist mit einem umgebauten Verdampfer gemeint? Meinst Du mit Öl-WT einen WT für Pöl oder Ähnliches? Diese Option hatte ich auch noch im Hinterkopf.


    < Ist ein synchron oder asynchron Generator verbaut?? Bei Synchron würde ich auf eine extra Pumpe verzichten und das System einfach langsam runterfahren zum abkühlen.


    Es ist ein Synchron-Generator verbaut. Das langsame Runterfahren ist aber vermutlich nicht machbar. Nur Motor aus, wenn Abschalttemp erreicht. In die interne Steuerung der Motor-Generatoreinheit kann ich nicht eingreifen.


    < Wenn das nicht geht müssen die Pumpen halt von Aussen zb. über einen Spannungswandler aus der Starterbatterie versorgt werden.


    Das wäre eine Idee. Hast Du evtl. eine Idee was für ein Gerät ich da nehmen kann?


    < Die Anhebung sollte unbedingt rein aber in der Primärkreis - oder eine geregelte Pumpe. Zieltemperatur im Kopf ca. 80°C


    Hier war ich der Meinung das das motoreigene Thermostat diese Funktion übernimmt, denn das macht so bei 80 Grad auf.


    Um jetzt nochmal alles aneinander zu reihen.
    Rücklauf (Eingang) → AbgasWT → Öl WT → MotorWT → Vorlauf(Ausgang)
    und zwischen MotorWT und Motor die Rücklaufanhebung?


    Viele Grüße
    Tobi

  • Nein,


    Deine Erläuterungen werfen ein anderes licht auf Deine Skizze - bzw. die Skizze war missverständlich gezeichnet.


    Grundlegendes:


    - die Motoren der Baureihe L3 sind absolut nicht für PÖL oder dergleichen geeignet, Du hast scheinbar einen S3L2 aber auch da würde ich keinen tropfen PÖL reinkippen
    - Ich hoffe Du hast den für Generatorbetrieb optimierten Typ
    - der Motor sollte nur mit Systemtrennung betrieben werden, durch das eingebaute Thermostat erübrigt sich eine Anhebung
    - wenn Du einen Synchrongenerator hast mußt Du Notgedrungen auch an die Motorsteuerung/Synchronsteuerung ran - was ist das für ein Fabrikat??
    - bei Synchrongenerator benötigst Du keine externe Spannung für die Pumpen - einfach bis auf die Pumpen alles wegschalten, dann regelt sich die Kiste automatisch auf die verbliebenen Verbraucher (2Pumpen+Steuerung) ein und kühlt sozusagen im Standgas ab
    - im primären Kühlkreislauf hast Du nur den Motor , Pumpe ein Ausdehnungsgefäß und den Platten WT
    - im secundären Kreis -> RL vom Puffer -> Pumpe (Ein- und Abschaltverzögert) -> Abgas WT -> Platten WT -> VL zum Puffer

  • - die Motoren der Baureihe L3 sind absolut nicht für PÖL oder dergleichen geeignet, Du hast scheinbar einen S3L2 aber auch da würde ich keinen tropfen PÖL reinkippen


    Genau S3L2. Kann ich denn ausnahmsweise (bestimmt nicht als primäre Energiequelle) mal gereinigtes Altöl verwenden, ich baue nämlich parallel an einem Filter mit Magnetabscheider?


    - Ich hoffe Du hast den für Generatorbetrieb optimierten Typ


    Das ist ein fertig konfektioniertes Notstromaggregat von SDMO mit 1500 1/min Dauerläufer, 11,5 KVA Leistung also Pel= 9KW, welches ich wie beschrieben auf/umrüsten möchte.


    - der Motor sollte nur mit Systemtrennung betrieben werden, durch das eingebaute Thermostat erübrigt sich eine Anhebung


    OK. bliebe noch die Frage ob ringsrum ein Rücklaufanhebung sinnvoll wäre


    - wenn Du einen Synchrongenerator hast mußt Du Notgedrungen auch an die Motorsteuerung/Synchronsteuerung ran - was ist das für ein Fabrikat??


    Die Steuerung heißt SDMO Mics Nexys. Die einzige was durch eine SPS von außen steuerbar ist ist Ein / Aus, das habe ich herausbekommen. Da ist wohl noch Informationsbedarf.


    - bei Synchrongenerator benötigst Du keine externe Spannung für die Pumpen - einfach bis auf die Pumpen alles wegschalten, dann regelt sich die Kiste automatisch auf die verbliebenen Verbraucher (2Pumpen+Steuerung) ein und kühlt sozusagen im Standgas ab


    leuchtet ein, da muß ich aber erstmal herausfinden wie das geht und ob das geht.


    - im primären Kühlkreislauf hast Du nur den Motor , Pumpe ein Ausdehnungsgefäß und den Platten WT
    OK


    - im secundären Kreis -> RL vom Puffer -> Pumpe (Ein- und Abschaltverzögert) -> Abgas WT -> Platten WT -> VL zum Puffer
    OK

  • Moin Moin,


    2 Punkte sind noch nicht ganz klar


    1) Ist eine Rücklauf anhebung über das gesamte System sinnvoll? Denn die Rücklauftemperaturen aus dem Pufferspeicher sind sehr lange sehr niedrig.


    2) Warum muß ich an die Steuerung für den Synchrongenerator?


    Hab mir nämlich, gemäß dem o.g. Ratschlag überlegt ein Lastschütz zu verwenden und die Pumpen vor dem Schütz anzuklemmen, so das die immer laufen wenn der Generator liefert. Zur Abkühlungsphase fällt das Schütz ab, und nur die Pumpen werden noch „bestromt“.


    Grüßings
    Tobi