Ein wenig Angst

  • Guten Tag liebe Forenteilnehmer,


    da ich meine alte Viessmann Ölheizung wohl aufgeben muss, und mein Heizungsfachmann meinte
    bei meinen Verbrauchswerten sollte man über ein BHKW nachdenken, bin ich über Herrn Google
    auf dieses Forum gestossen. Ein wirklich interessanter Ort.


    Nun fiel mir beim durchstöbern der Beiträge eines auf, es läuft immer wieder auf technische Probleme
    hinaus. Und das macht mir ein bischen Angst. Gibt es denn wirklich keine BHKW-Betreiber bei denen
    die Anlage das macht was sie soll, nämlich ohne Probleme laufen, und das über einen langen Zeitraum.
    Wenn doch, wie viele sind es, wie hoch ist der prozentuale Anteil? Das fragt sich ein Neuling in diesem Thema.


    Darüberhinaus würde mich die Einschätzung der Forianer, ob für meine Belange ein BHKW überhaupt in Frage
    kommt, oder es sinnvollere Alternativen gibt, natürlich auch interessieren.
    Es handelt sich um einen Bauernhof aus den 60-ern mit 210 qm Wohnfläche.
    Hinzu kommt ein ehemaliger, umgebauter Kuhstall, der für aquaristische Zwecke genutzt wird, von 80 qm,
    und der rund um die Uhr, das ganze Jahr, auf 23-24 Grad beheizt wird.
    Der Ölverbrauch des letzten Jahres lag bei 7000 Litern, da aber noch ohne den Kuhstall, aber auch ohne
    Dachisolierung des Wohnbereichs, die aber nun erfolgt ist.
    Meine derzeitigen Messungen ergeben im Moment einen monatlichen Ölverbrauch von 1000 Litern (schluck).


    Der jährliche Stromverbrauch wird bei 25.000 kw/h liegen, 15.000 davon im Kuhstall, Tendenz vermutlich steigend.
    Im Kuhstall laufen elektrische Verbraucher rund um die Uhr, tagsüber mehr, nachts weniger.
    Eine Erdgasleitung steht nicht zur Verfügung, und weitere Isoliermöglichkeiten sehe ich im Moment auch nicht,
    da ich den Aussenklinker nicht aufgeben möchte. Messungen mit einem Infrarottemperaturmesser haben bei einer
    Aussentemperatur von 4 Grad, und eine Zimmertemperatur von ca. 20 Grad, eine Wandtemperatur von
    +/- 13,5 Grad ergeben. Fensterflächen und Rahmen waren da schlechter.


    Wurde jetzt doch viel Text, tschuldigung.


    MbG, Wolfgang

  • Kurze Antwort zu Heizöl: Vergiss es. Wartung und Reparatur fressen die Einsparung wieder auf.


    Flüssiggas müsste man mal durchrechnen ;) Da müsstest Du mal schauen für welchen Preis man in deiner Region an das Flüssiggas kommt.


    Hackschnitzel oder Pellets wären eine Alternative für Dich. Was den Stromverbrauch angeht, solltest Du ans sparen denken. Insbesondere die Aquarienbeheizung würde auch über Plattenwärmetauscher mit Heizungswasser funktionieren und die kosten um etwa 70 Prozent senken.

  • oder ein BHKW mit Pellets betrieben


    Sowas wäre auch mein Traum, gibt´s aber leider noch keine funktionierende Technik.


    "sunmachine" is dran gestorben und die Ösis, ich glaub die heissen "ökofen", probieren noch und wollen irgendwann auf den Markt kommen.

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


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  • Hallo Wolfgang,


    meine Anlage ist sicherlich nicht repräsentativ, aber trotzdem hier kurz einige Daten:
    Dachs Flüssiggas, Inbetriebnahme 2001
    heute 16500 Bh, 4 Wartungen, 5 Zündkerzen und eine Zündbox.
    Die Zündbox ist durch die Alterung der Leitungen gestorben,
    Kurzschluss nach Kerzenwechsel durch abgebröckelte Isolierung.
    Wartungs- und Reparaturkosten bis heute ca. 0,10€/Bh.
    Was noch auf mich zu kommt weiss ich nicht.


    Bei der Auslegung darauf achten, den Eigenstromverbrauch realistisch einzuschätzen,
    Strom muss dann verbraucht werden, wenn die Anlage auch Wärme produzieren soll, oder
    Wärme muss gespeichert werden können wenn der entsprechende Stromverbrauch ansteht.
    Stromverkauf lohnt sich u.U. nicht.


    Achtung! Es gibt Zähler, da musst du den Strom auch noch auf alle 3 Phasen gleich verteilt verbrauchen, sonst beziehst du Strom und speist gleichzeitig ein. So rechnen die EVUs gerne. nimm ggf, einen unabhängigen Messstellenbetreiber.


    So ich habe auch viel geschrieben, aber es gibt auch viel zu beachten bei der Entscheidung BHKW.


    Gruß
    Winfried

  • bei meinen Verbrauchswerten sollte man über ein BHKW nachdenken,


    Ich bin gerne behilflich. Email odr PN genügt. Sonsbeck ist ja fast vor der Haustür. Auf jeden Fall über Flüssiggas nachdenken. LPG ist beim niederländischen Lieferanten am preiswertesten. Kenne einen einwandfreien Lieferanten. Pellets sind bei uns mit über 200,- € pro Tonne zu teuer und rechnen sich eigentlich nicht. Auch von dem Volumen her sind Pellets bei der benötigte Energiemenge wenig praktikabel. Das sind pro Jahr ca. 14 Tonnen mit einem Volumen von ca. 20 m³. Dafür wird ein Lagerraum mit ca. 30 bis 40 m³ benötigt. Auf einem Bauernhof wird man eventuell noch einen geeigneten Raum finden.


    es läuft immer wieder auf technische Probleme hinaus.


    Naja, es melden sich auch meistens nur die, die Probleme haben. Dort wo es einwandfrei Funktioniert wird man sich keine Gedanken machen.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
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