[Energy 2.0] Fallbeispiele: Zählerkaskade für PV und BHKW im Eigenverbrauch (was: Hybridstrom)

  • Hallo,


    ich bitte hier unter diesem Thread kurz eine Fallbeispielsammlung zu erstellen.
    PV-Anlage: Nennleistung von WR und Modulen?
    BHKW: Wie groß ist elektrische und thermische Leistung? Kann es in Teillast betrieben werden? Brennstoffart?
    Kurze Charakterisierung des Versorgungsobjektes (Umfang der elektrische Senke und jährlicher Wärmebedarf)
    Name des Netzbetreibers


    Dies soll das Verfahren bei der EEG-Clearingstelle 2011/2/2 (3. Fragen der messtechnischen Erfassung und Abrechnung) reflektieren.


    Die Position des BHWK-Forums kann hier nachgelesen werden.


    Gruß,
    Gunnar

  • Hier einige Fallbeispiele. Die Kundennamen werde ich nicht veröffentlichen.


    Kunde 1:
    BHKW: ecopower 4.7, 3 phasige Einspeißung sysmetrisch, wärmegeführt modulierend, SLK 21kW
    PV: 13,2 kWp mit WR Danfoss TLX12,5k, 3 phasige Einspeißung symetrisch
    Stromverbrauch: ca. 35.000 kWh (incl. Eigenverbrauch aus PV + BHKW)
    Wärmebedarf: ca. 50.000 kWh
    Objekt: Friseur mit 10 AP, 2 WE
    Netzbetreiber: ELE, Gelsenkirchen (RWE)


    Kunde 2:
    BHKW: 2 x ecopower 4.7, 3 phasige Einspeißung sysmetrisch, wärmegeführt modulierend, SLK 65kW
    PV: 10,5 + 11,2 kWp mit 2 x WR Danfoss TLX12,5k, 3 phasige Einspeißung symetrisch
    Stromverbrauch: ca. 96.000 kWh (incl. Eigenverbrauch aus PV + BHKW)
    Wärmebedarf: ca. 200.000 kWh
    Objekt: Hotel mit 44 Zimmer (96 betten), Wohnhaus mit 2 WE
    Netzbetreiber: RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH


    Kunde 3:
    BHKW: ecopower 3.0, 3 phasige Einspeißung sysmetrisch, wärmegeführt modulierend, SLK 21kW
    PV: 3,6 + 5,4 + 3,04 kWp mit WR 2 x Danfoss ULX3,6, SMA, 3 phasige Einspeißung (je Phase 1 WR)
    Stromverbrauch: ca. 6.000 kWh (incl. Eigenverbrauch aus PV + BHKW)
    Wärmebedarf: ca. 30.000 kWh
    Objekt: Wohnhaus mit 1 WE
    Netzbetreiber: RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH


    Kunde 4:
    BHKW: ecopower 4.7, 3 phasige Einspeißung sysmetrisch, wärmegeführt modulierend, SLK 21kW
    PV: 5,4 kWp mit WR Danfoss ULX5,4, 1 phasige Einspeißung
    Stromverbrauch: ca. 18.000 kWh (incl. Eigenverbrauch aus PV + BHKW)
    Wärmebedarf: ca. 50.000 kWh
    Objekt: 2 x Wohnhaus mit 2 WE
    Netzbetreiber: RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH


    Kunde 5:
    BHKW: ecopower 4.7, 3 phasige Einspeißung sysmetrisch, wärmegeführt modulierend,
    PV: 7,28 kWp mit WR Danfoss TLX10k, 3 phasige Einspeißung symetrisch
    Stromverbrauch: ca. 12.000 kWh (incl. Eigenverbrauch aus PV + BHKW)
    Wärmebedarf: ca. 30.000 kWh
    Objekt: Wohnhaus mit Büroanbau
    Netzbetreiber: RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH


    Alle o.g. Anwendungen sind bzgl. der Abrechnung ungeklärt. Bei einem Kunde ist ein Gerichtsverfahren gegen die RWE anhängig. Hier habe ich geraten, die Entscheidung der Clearingsstelle abzuwarten. Bei einem Kunde ist mit dem Sachbearbeiter eine Art Stillhalteabkommen vereinbart, ist aber juristisch sehr fragwürdig.


    Weitere Kunden mit PV und BHKW aber nur BHKW mit Eigenverbrauch.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Moin,


    BHKW: Dachs HR 5,29kW el./ 10,4kW therm. (nicht modulierend), Eigenverbrauch/Überschusseinspeisung
    PV BJ. 2000 4,3kWp (WR 2x 2kW) Volleinspeisung
    PV BJ. 2004 2,1 kWp (WR 1,7kW) Volleinspeisung
    PV BJ. 2010 1,2 kWp (WR 1,2kW) Eigenverbrauch/Überschusseinspeisung
    BHKW Laufzeit ca. 2400h/a => ca. 25000kWh Wärmebedarf/ Strombedarf ca. 7000kWh (ohne BHKW und PV)
    Netzbetreiber: N-Ergie
    Nach 13 Monaten hartem Kampf, unzähligen Mails und Telefonaten nun unter Androhung eines Mahnverfahrens sowie Bekanntmachung der Öffentlichkeit über das Forum und Presse, erfolgte innerhalb kürzester Zeit die Abnahme der Anlage und Überweisung der Einspeisevergütung für BHKW und PV (wurde über 13 Monate nichts mehr bezahlt) :thumbsup:



    Gruß
    Tom

  • Hallo,
    ich habe mal ein positives Beispiel, wo alles tadellos geklappt hat:


    Inbetriebnahme Dachs und PV Anlage Mitte Juni 2010


    Dachs Erdgas mit 5,5 kW el mit Eigenverbrauch/Überschusseinspeisung und wärmegeführt mit Kondenser


    PV 25,81 kWp mit Eigenverbrauch/Überschusseinspeisung
    Modulleistung 25,81 kWp , 3 Wechselrichter mit 24 kW Maximalleistung aufgeteilt auf drei Phasen


    Wärmebedarf für 10 Wohnungen mit ca. 600 qm Wohnfläche inkl. Warmwasser: ca. 85.000 kWh
    Strombedarf: 2x Allgemeinstrom + 10x Wohnungen = ca. 15.000 kWh


    Zählerkaskade so geschaltet, daß erst der Dachsstrom, dann PV und zuletzt Netzstrom bezogen wird.


    Zähler in der Kaskade vom Netzbetreiber gestellt, Zähler zum abrechnen der Mieter ebenfalls vom Netzbetreiber.
    Ablesung der Zähler 1x jährlich durch Netzbetreiber, Abrechnung durch mich.


    Netzbetreiber: Stadtwerke Passau
    Erste Abrechnung Feb 2011 für das Jahr 2010 :) , seitdem ein regelmäßiger, monatlicher Abschlag :thumbsup:


    Vor der Inbetriebnahme harte Verhandlungen mit dem Netzbetreiber, da ursprünglich eine Lastgangmessung gefordert wurde. Nachdem ich die Zählerkaskade entwickelt und per Excel die Funktionsfähigkeit für jeden denkbaren Einspeise/Bezugsfall demonstriert habe, war die Umsetzung schnell und problemlos möglich! Ein Lob an die Stadtwerke Passau :love:
    mfg
    Solardachs

  • PV Anlage liegt schon auf dem Dach, aber E-Installation noch nicht fertig.
    10 kwp mit 3 WR
    BHKW wird remeha mit 1 kw el und 5 kw therm., folgt wohl Ende November

  • Netzbetreiber VBH Hoyerswerda, sind noch im Bau, aber der Zählerplan nach VDE oder so, der auch hier kursiert ist mir von der VBH zugesandt worden. Ich weiß nur nicht, ob sie denken, dass sie alle Zähler stellen. Wegen der Miete, die ja den Ertrag fressen würde, will ich eigentlich alle Zähler selber stellen und nicht mal den Zweiwegezähler nehmen, sondern auch das trennen. die sollen mir nur den Bezugszähler mit Rücklaufsperre stellen, den habe ich ja als Vebraucher in meiner Grundgebühr, so dass mir hier keine jährlichen zusätzlichen Kosten entstehen.

  • Hallo,


    ich habe bei mir auch ein BHKW und PV-Anlage jeweils mit Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung in der genannten Zählerkaskade geschaltet.


    Folgende Anlagendaten:


    BHKW: (Erd)Gas-Dachs 5,5kWel. (nicht modulierend)


    PV-Anlage:
    Module: 4,3 kWp von Schott-Solar
    WR: SunnyBoy 4000 TL von SMA, 1phasig


    Mein Energieversorger Ovag sah anfangs keine Möglichkeit, das zu realisieren. Es würde nur mit PV-Volleinspeisung funktionieren. Es hat dann einiges an Aufklärungs und Überzeugungsarbeit gekostet, bis es dann doch ging :)


    Vom EVU wurde mir mangels Platz im Zählerschrank schon vor Installation der PV-Anlage ein 2-Richtungszähler für Bezug und Gesamt-Einspeisung installiert. Alle anderen Zähler, die für die Aufschlüsselung der einzelnen Energieflüsse gebraucht werden, gehören mir und konnten zum Teil (ein Dank an die geänderten TABs) erzeugernah und nicht im zentralen Zählerschrank platziert werden.


    Der Dachs ist für unser Haus sicher viel zu groß, leider gab es, als die Entscheidung gefallen ist, noch keine kleineren Kraftwerke wie das ecopower 1.0. Somit können wir nur ca. 22% des produzierten Dach-Stroms selbst verbrauchen.


    Insgesamt ergeben sich für das Jahr 2011 bei einem Gesamtverbrauch von 6.800kWh zum aktuellen Datum folgende Verteilungen:


    Bezugsstrom: 45,8% :uebel:
    KWK-Strom: 31,3%
    PV-Strom: 22,9%


    André

  • Seit IB (PV 09/2010); BHKW 01/2010) per 10/2011


    PV 5,5 kWp - 5.623 kWh, Einspeisung 4.572 kWh --> 1.051 kWh Gebäude (2,5% Deckung)(zu evtl. Vergleichszwecken ca. + 2/3 für 01-09/2010 hinzurechnen !)9.371 / 7.620 ---> 1.751 (4%)
    BHKW 4,7 kWh (modulierend) Gebäude gesamt (1.051 + 19.330 + 21.824) 42.205 kWh
    Erzeugung 34.268 kWh; Netzeinspeisung 12.444 kWh; Zusatzbezug 19.330 kWh ---> 21.824 kWh Gebäude (52% Deckung)


    Gasverbrauch BHKW 162.213 kWh, Wärmeerzeugung lt. WMZ 97.514 kWh
    1.000 Lit.-Puffer- und 500 Lit. WW-Speicher
    12-WE-MFH mit rd. 700 qm bei 22 Pers.

  • Hallo zusammen,


    seit 08.11.2011 habe ich meine BHKW Anlage durch einen PV Anlage erweitert (Link für bisherige live Anlage ist im Portal).


    Vorhandene BHKW Anlage:
    5,5 kw elektr.
    12,5 kW therm.
    Gas-Gachs mit Kondenser, keine Teillast bzw. modulierend.
    Stromabrechnung: Erzeugter BHKW-Strom, eingespeister Reststrom vom BHKW (Prio. 1 Eigenverbrauch), bezogener Strom.
    Die Ströme wurden bisher über elektr. Impulsausgänge S0 erfasst und priv. ausgewertet.
    Zählerstände wurden über ein Modem vom Netzbetreiber abgefragt.


    Neu seit 08.11.2011
    Zubau einer PV-Anlage mit 8,36kwp
    Anschlussgenehmigung beim Netzbetreiber nach dem Anschlussmuster vom BHKW-Forum durch den Solateur beim Netzbetreiber beantragt.
    Nach 2 Wochen und angeblichen internen Besprechungen beim Netzbetreiber, Anschluss durch den Netzbetreiber ohne Probleme genehmigt.


    08.11.2011 Inbetetriebnahme der PV-Anlage durch den Solarteur und Netzbetreiber.
    Vorgabe: Zuerst Eigenverbrauch und dann den Rest einspeisen (wie bei BHKW). Unterschiedliche Kosten zu BHKW berücksichtigen.
    Vorbereitung des Stromzählerkasten durch Solarteur. Netzbetreiber baut seine eigenen 4 Stromzähler ein.


    Stromzählereinbau:
    Die vorhandenen 3 elektr. Stromzähler des Netzbetreiber, wurden durch 4 neue Zähler (EDL21-Zähler) ersetzt. Das Modem ausgebaut.


    Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an.


    Gruß

  • BHKW (IBN 2009) Dachs 5,5 kW eletr. Leistung, 12,5 kW thermische Leistung, Brennstoff: Erdgas, nicht Modulierend


    PV (IBN 2011) 6,24 kWp, WR: 8 kW, 3phasige Einspeisung


    Alles Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung


    Die Anlage Versorgt drei Wohnhäuser und hat einen jährlichen Wärmebedarf von ca. 180 MWh


    BHKW Stromerzeugung ca. 40000 kWh


    Netzbetreiber: E.ON Bayern AG


    Nach langem Hin- und Her wurde nach über zwei Monatigen Verhandlungen die Zählerkaskade akzeptiert. Bis auf den Zwei-Richtungs-Zähler sind alle Zähler von mir gestellt.

  • Hallo,


    wer hat noch Probleme mit seinem Netzbetreiber wegen der Abrechnung von BHKW + PV? Es läuft dazu ein Verfahren bei der Bundesnetzagentur, wo weitere betroffene Kunden gesucht werden.


    Bitte per PN mit mir oder über das Kontaktformular mit dem BHKW-Forum e.V. Kontakt aufnehmen!