Hotel mit ca. 1000qm Heizfläche + Schwimmbad was machen?

  • Ich habe vor kurzem ein Hotel gekauft BJ 1970 oder sowas mit aktuell 800qm beheizbarer Fläche sowie ca. 200qm Ausbaureserve. Auf der Nebenflache ist noch ein großes Schwimmbad welches Elektrisch am Haus angeschlossen ist. Das Schwimmbad ist ca. 50m vom Haus entfernt also kann ich nicht sagen ob man da Wärme übertragen kann.
    Aktuell hab ich ca. 25 (ca. 32 nach Ausbau) Zimmer mit Flatrate für Strom+Wasser+Heizung d.h. ich muss alle Kosten für Nebenkosten tragen.
    Im Haus ist ein neuer Brenner mit Öl-Kessel (25J alt) - Gasanschluss gibts in dem Dorf nicht.
    Ich besitze das Teil erst seit 10 Monaten deshalb kann ich nichts sagen über den Verbrauch (Der Vorbesitzer erwähnte was von 40.000l Öl als das Hotel wirklich gebrummt hat)
    Was wäre für mich die beste Lösung?

  • Was wäre für mich die beste Lösung?


    Da kaum Infos über Zustand etc. gemacht wurden:


    1. Einsparmöglichkeiten ausschöpfen, z. B. Dämmung, Fenster, Pumpen etc.


    2. neuen Wärmebedarf ermitteln


    3. ein an der Grundwärmelast orientiertes BHKW einbauen (mit Anbindung ans Schwimmbad, 50m ist keine Strecke für Wärmeübertragung)


    LG


    Bruno

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  • Hallo,

    Ich habe vor kurzem ein Hotel gekauft BJ 1970 oder sowas mit aktuell 800qm beheizbarer Fläche sowie ca. 200qm Ausbaureserve.


    Es gibt hier im Forum einige Hoteliers, die recht erfolgreich ein BHKW betreiben.

    Auf der Nebenflache ist noch ein großes Schwimmbad welches Elektrisch am Haus angeschlossen ist.


    Da Wasser recht träge reagiert, könnte hier eine clevere Regelung BHKW Wärme unterbringen, wenn z.b. in der Mittagszeit in der Küche Strom gebraucht wird, aber der Wärmebedarf gerade im Keller ist. Sozusagen ein erweiterter Pufferspeicher.

    Das Schwimmbad ist ca. 50m vom Haus entfernt also kann ich nicht sagen ob man da Wärme übertragen kann.


    Wie Bruno schon sagte, es gibt komplett vorisolierte Nahwärmerohre, damit kann man problemlos so eine Anbindung herstellen.

    Im Haus ist ein neuer Brenner mit Öl-Kessel (25J alt)


    Den kann man, wenn´s von der Größe her passt als Spitzenlastkessel stehenlassen.

    Gasanschluss gibts in dem Dorf nicht.


    Heizöj ist als BHKW Brennstoff nicht optimal, aber machbar. Ich würde es nicht nochmal machen, sondern eher mit Flüssiggas arbeiten.

    (Der Vorbesitzer erwähnte was von 40.000l Öl als das Hotel wirklich gebrummt hat)


    Auch Angaben zum Stromverbrauch wären wichtig, ein BHKW arbeitet nur dann wirtschaftlich optimal, wenn Wärme und Strom selbst verbraucht werden.
    Überschüssigen Strom einspeisen ist sozusagen eher ein Zuschußgeschäft.


    Ansonsten muß ich Bruno voll und ganz zustimmen: Das ganze Objekt betrachten, Einsparmöglichkeiten nutzen, und dann das passende BHKW anschaffen!


    Gruß Dachsgärtner

  • Zitat

    Bettenzahl=BHKWleistung(th.)


    läuft das auf ein BHKW mit 15/30 kW(el./th) hinaus.


    Thermisch mag das passen, aber wo soll der Strom hin?


    Zum Vergleich :
    Restaurant und 20 Zimmer, Dachs
    Eigenstromverbrauch: 88 %

  • So ist es! Wo soll der Strom hin? Während des Förderzeitraums von 10 Jahren kann man noch gerade wirtschaftlich einspeisen. Bei steigenden
    Heizöl- und Gaspreisen wird aber auch dies knapp. Und nach 10 Jahren decken die Einspeiseerlöse bei weitem nicht die Primärkosten.


    Man sollte unbedingt ein BHKW mit modulierender Leistung anschaffen, so im Bereich 5-15 kW elektrisch. Erfahrungsgemäß schwankt aber die
    thermische Lesitung nicht so stark. D. h. im Sommer wird das BHKW zu oft abschalten, da die Wärme nicht gebraucht wird.
    In Ergänzung das Schwimmbad wäre eine gute Sache. :)

  • Zitat

    Hersteller
    KW Energie Technik e. K.
    Motortyp
    KWE 30G-6 AP
    Leistung
    30 kWel
    67 kWth
    Inbetriebnahme / Betriebsstunden
    Juni 2011 / ca. 3,00 Bh
    Brennstoff
    Flüssiggas / Erdgas
    zusätzliche Objekte
    inkl. Schaltschrank und Schalldämpfer






    könnte der passen mit flüssiggas?

  • also Dein hotel hat in etwa die Größe von meinem. Stromverbrauch 40-50.000 kWh und Heizöl 20-25.000 l bei BHKW-Betrieb, ohne BHKW
    etwa 15.000 l pro Jahr. Nach ein paar Monaten könntest Du aber mal die Zähler ablesen, oder ist das Hotel noch nicht richtig in Betrieb?


    Die Größenordnung max. 15 kW el die Firestarter angibt passt schon. Aber unbedingt modulierend wählen, so dass Du auch mal mit 7 kW oder
    besser 5 kW fahren kannst. Wäre mein Vorschlag. Meist liegen alle Berechnungen auch daneben. Vertraue meinem Erfahrungswert 5-15 kW el.
    Was darüber verbraucht wird, kaufst Du zu.


    Fritz


  • Es gibt hier im Forum einige Hoteliers, die recht erfolgreich ein BHKW betreiben.


    Blätter mal die Beiträge von User »EGA060LS« durch, er hat auch ein Hotel energetisch auf Vordermann gebracht. Zuerst ein Giese-BHKW mit 15 kW ("Bertha") installiert, dann das Haupthaus mit dem Nebenhaus per Fernheizkabel verbunden und Stromsparoptionen realisiert. Dies waren z.B. die Umstellung der strombetriebenen Küchengeräte (Spitzenlast) auf Gas und den Einsatz von LEDs zur Flurbeleuchtung (Dauerlast). Dann wurde noch ein zweites 15er Modul von Giese ("Louise") installiert, die vor kurzem beide durch ein 50-kW-BHKW von MWB statt einer größeren Instandsetzung ausgetauscht wurden.


    Zitat

    Da Wasser recht träge reagiert, könnte hier eine clevere Regelung BHKW Wärme unterbringen, wenn z.b. in der Mittagszeit in der Küche Strom gebraucht wird, aber der Wärmebedarf gerade im Keller ist. Sozusagen ein erweiterter Pufferspeicher.


    Ein Hotel mit Schwimmbad ist für ein BHKW eine 1A Anwendung. Nicht nur weil das Wasser als NT-Pufferspeicher wirkt, sondern weil die Beheizung des Schwimmbads auch eine merkliche Wärmesenke darstellt. Die meisten Gäste wollen nicht in 4°C kalten Eiswasser planschen, so wie es Brauch in Finnland nach dem Saunagang ist.


    Zitat


    Den kann man, wenn´s von der Größe her passt als Spitzenlastkessel stehenlassen.


    Dito. Was ist mit der Küche? Gibt's fürs Kochen schon Flüssiggas? Falls nicht, auf Gas umstellen und mit dem Flüssiggas für die Küche auch das BHKW betreiben (stromgeführt mit Nullbezugsregelung und genügend Pufferspeicher) die restliche Wärme kommt dann aus dem Spitzenlastkessel, wenn der noch gut ist.


    Zitat


    Auch Angaben zum Stromverbrauch wären wichtig, ein BHKW arbeitet nur dann wirtschaftlich optimal, wenn Wärme und Strom selbst verbraucht werden. Überschüssigen Strom einspeisen ist sozusagen eher ein Zuschußgeschäft.


    Das ist wahr. Aber auch die Wärmesenke von 400.000 kWh_th (1 l Öl ~ 10 kWh_th) wird wahrscheinlich kleiner werden, wenn man die Heizungsanlage etwas optimiert. Hydraulische Abgleich, bessere Regelung der Einzelstränge, Brennwertnutzung im BHKW etc. Lass uns mal einen Jahresnutzungsnutzungsgrad von 75% annehmen, dann sind wir bei 300 000 kWh. Übliche Auslegungen sagen: 2/3 der Wärmearbeit aus dem BHKW und 1/3 der Spitzenleistung, der Rest kommt vom Zusatzkessel (hier: Öl). Damit wären 200.000 kWh BHKW-Wärme, bei einer angenommenen Vollbenutzungsdauer von 5.000 Vbh/a sind das rund 40 kW_th. Das wäre also als erste Abschätzung ein 20-kW_el-Modul. Lass Dir mal von Powertherm (jetzt Cogenon), EC-Power, Konrad Weigel oder den anderen üblichen Verdächtigen ein Angebot machen. Dazu gehört auch ein Full-Service Wartungsvertrag, den man besser vor dem Kauf der Maschine verhandelt.


    Wenn es gut läuft ist die Maschine nach 3-4 Jahren bezahlt. Für ein 20er Modul mit allem Drum und Dran incl. Installation kann man rund 50 TEuro ansetzen. Wenn es läuft, generiert es einen Deckungsbeitrag von 20 kW*10ct/kWh = 2 Euro pro VBh, dazu kommt noch in den ersten 10 Jahren der KWK-Zuschlag von 5 ct/kWh ~ 1 Euro / VBh. Je nach Eigenstromanteil (Volleinspeisung hat einen Deckungsbeitrag in der Nähe einer Null) kommen bei 5000 Betriebsstunden pa zwischen 15 k€ (100% Eigenanteil) und 10 k€ (50% Eigenstromverbrauch) zusammen. Nach dieser pi mal Daumen Kalkulation ist die Anlage also nach 4-5 Jahren im Break Even und macht dann jedes Jahr rund 10 k€ plus.


    Du hast wahrscheinlich schon eine Lastgangmessung installiert, falls nicht lass Dir vom Netzbetreiber einen elektronischen Zähler einbauen, der auslesbar ist, damit Du bequem und mit relativ wenig Aufwand an die Daten des zeitlichen Verlaufs im Stromverbrauch kommst. Alternativ gibt es auch Messgeräte, die man selber installieren kann. Im einfachsten Fall ist das ein optischer Sensor, der den roten Punkt auf der Drehscheibe des Ferraris-Zähler registriert.


    Gruß,
    Gunnar


  • Als Neuanlage würde ich eine Nummer kleiner Wählen: 20 kW maximal, eher noch darunter und auf jeden Fall mit Leistungsmodulation.


    Es gibt zwei Varianten: Einmal per Drosselung und Festdrehzahl, die ist technisch einfacher, hat aber im unteren Teillastbereich deutliche Wirkungsgradnachteile und kommt auch nicht soweit runter. (Daumenregel: bis 3/4-Last kein Problem, darunter einige Prozent elektr. Wirkungsgradverlust, insgesamt bis 50% Last darstellbar), die andere Variante nutzt einen Wechselrichter als "elektronisches Getriebe", der kann also wie bei Automotor mit variabler Drehzahl gefahren werden, womit man sich im sog. Muscheldiagramm, dem Verbrauchskennfeld, je nach gewünschter Leistungsabgabe die verbrauchsoptimale Kombination von Drehzahl und Drehmoment aussuchen kann. Hier ist die Daumenregel, dass der Umrichter zwar etwas extra kostet und natürlich keinen Wirkungsgrad von 100% hat (aktuelle PV-Leistungselektronik schafft 95%-99%).


    Wenn Du die Anlage mit "Jahreszulassung" für ein Appel und ein Ei erstehen kannst, dann ist das auch ok. Wenn die Anlage zum Schnäppchenpreis zu haben ist (d.h. billiger als ein 20 kW BHKW), dann kannst Du sie in den Restjahren bis zum Ablaufen der 10-Jahres-Frist nach KWKG mit viel Rückspeisung betreiben, musst aber damit rechnen, dass nach Wegfall des KWK-Zuschlags von 5 ct kein wirtschaftlicher Weiterbetrieb mehr möglich ist. Aber wer weiss, was in 10 Jahren ist. Vielleicht gibt's dann eine Brennstoffzelle zu bezahlbaren Preisen, die man sich in den Keller stellen kann.


    Gruß,
    Gunnar

  • Für ein 20er Modul mit allem Drum und Dran incl. Installation kann man rund 50 TEuro ansetzen


    und dann legst nochmal einen 20 (oder größer) TEuroschein für Ofen Salamander u. Marie dazu.


    Ob dann die Rechnung immer noch sooooo

    Nach dieser pi mal Daumen Kalkulation ist die Anlage also nach 4-5 Jahren im Break Even und macht dann jedes Jahr rund 10 k€ plus.


    ausschaut.........ich weiß nicht _()_ :-(|__|




    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


    und der Spenden-Button für unser Forum ist auf der Portal-Seite rechts :!:

  • Hallo,

    Zitat

    ich besitze das hotel erst seit wenigen monaten deswegen hab ich 0 werte


    frag mal den Vorbesitzer, vielleicht gibt der dir ja einige Verbrauchswerte, den nur ungefähr ist wie .... :glaskugel:


    Welche Art von Hotel??
    Garni
    mit Restaurant ( Plätze) für Hausgäste
    a la carte Restaurant, Gesellschaftsräume
    wie hoch ist die Auslastung ( Woche/Wochenende)


    Zitat

    Blätter mal die Beiträge von User »EGA060LS« durch, er hat auch ein Hotel energetisch auf Vordermann gebracht. Zuerst ein Giese-BHKW mit 15 kW ("Bertha") installiert, dann das Haupthaus mit dem Nebenhaus per Fernheizkabel verbunden und Stromsparoptionen realisiert. Dies waren z.B. die Umstellung der strombetriebenen Küchengeräte (Spitzenlast) auf Gas und den Einsatz von LEDs zur Flurbeleuchtung (Dauerlast). Dann wurde noch ein zweites 15er Modul von Giese ("Louise") installiert, die vor kurzem beide durch ein 50-kW-BHKW von MWB statt einer größeren Instandsetzung ausgetauscht wurden.


    wenn ich mich nicht irre wird Strom auch zu guten Konditionen verkauft und nicht nur eingespeist


    Frank