Eigenbau: Asynchrongenerator in Stern oder in Dreieck anschließen ?

  • Hallo,


    bei meinem Eigenbau BHKW stellt sich jetzt die Frage ob ich den Asynchrongenerator (4,8kW) in Stern oder in Dreieck anschließen muss. Ich dachte mir ja eigentlich das er in Dreieck angeschlossen wird, doch der Verkäufer der Steuerung des BHKW´s (Netzparallel) meinte in Stern.
    Falls es wichtig ist: Der Dieselmotor wird über den Generator (Sanftstarter) gestartet.


    Danke.


    MfG

  • Also das kommt auf den Motor an. Das steht aber auf dem Typenschild.
    Wenn der Motor für 400V Strangspannung gebaut ist, dann kann der Motor zwar zur Reduktion des Anlaufstromes in Stern gestartet werden - allerdings steht dann nur etwa 1/3 der Leistung zur Verfügung.
    Spätestens vor dem Einspeisen muss der Motor daher auf Dreieck umgeschaltet werden.
    An sich kannst Du Dir aber den Stern/Dreieck Umschalter sparen da Du ja ohnehin einen Sanftanlauf zum Starten verwendest ...

  • Hallo, mein Elektriker und ich rätseln jetzt schon eine Woche über den Anschluß eines Sanftstarters. Habe einen Sprecher + Schuh KTA 3-25 in der Bucht ersteigert. Soll für einen 5,5 Kw Asyn. sein, womit ich den 5 kw Chinadiesel starten möchte. Aber es klappt nicht. Kann mir jemand Hinweise geben zum Sanftstarter .
    Was wird benötigt und wie wir angeschlossen ? Bilder und Schaltplan wäre schön.
    Die olle Handkurbel ist nicht das Wahre vom Leben.

  • Aber es klappt nicht


    Schön wäre zu wissen WAS nicht klappt. Wie ist der Motor jetzt verschalten ? ich nehme an Dreieck ?
    Auf welchen Strom begrenzt der Anlaufstrombegrenzer ? (ich glaube mal 40A lt. Datenblatt)


    Was passiert jetzt genau ? - Ich nehme an der Motor brummt und dreht den Diesel nicht an.


    Miss mal welche Spannung am Motor während des Startens anliegt.


    Versuch ob der Start ohne Sanftanlauf klappt.


    Alternativ versuche den Dekompressorhebel während des Startens manuell zu halten, und nach Erreichen einer gewissen Drehzahl auszulassen.
    Diese Funktion kann man dann mit einem Zugankermagneten realisieren. (den kannst bei mir bekommen wenn Du einen brauchst)

    mit freundlichen Grüßen
    Ing. Robert Nowotny
    Rotek GmbH - Motoren - Generatoren

    Einmal editiert, zuletzt von rnowotny ()

  • Ein Sanftanlauf nimmt man um
    a) den Anlaufstrom
    b) das Drehmoment
    zu reduzieren, wobei b) in beiden Fällen zutrifft.


    Selbst beim kleinen 170er kam es gelegentlich vor das der Motor ungünstig vor OT zu stehen kam das der E-Motor den Diesel nicht anwerfen konnte. Hat man nun einen Sanftstarter zugeschalten wird das Drehmoment der E-Maschine weiter reduziert.
    Hast du mal versucht den Motor ohne Sanftstart anzuwerfen? Wenn das nicht zuverlässig klappt wirst du an der Deko nicht vorbei kommen.



    mfg JAU

  • Der Motor ist in Stern 400 V geschaltet bei Dreieck geht nur 230 V. Aber ich habe eine Heizspirale mit 400 V, darum muss der Generator / Motor auf Stern laufen.


    Habe den KTA 3- 25 zwischen Motor und Drehstromnetz ( L1 L2 L3 ) geschaltet. Der Motor dreht sich höchsten zwei Zentimeter und dann schaltet der KTA aus.

  • Aber ich habe eine Heizspirale mit 400 V, darum muss der Generator / Motor auf Stern laufen.


    Aaaah, immer diese Elektrolaien. ^^


    Die Heizspirale hat garnix mit dem E-Motor zu tun. Der hat ne maximale Wicklungsspannung - in deinem Fall 230V. Weil unser Stromnetz aber 400V hat würde das der Motor im Dreieck nicht lange machen. Im Stern teilt sich die Spannung aber über den Sternpunkt auf, undkann so bis zu 400V. Einen dreiecktaglichen Motor erkannt man auch daran das er im Stern 690V Netzspannung abkönnte.


    Der Motor dreht sich höchsten zwei Zentimeter und dann schaltet der KTA aus.


    Auch mit betätigter Deko oder abgeflanschtem Motor?


    Sprecher + Schuh KTA 3-25


    Hast du mal paar Fotos von dem Teil oder den Link zur Auktion?
    Ich glaub du hast da nur nen Motorschutz, keinen Sanftanlauf.


    Und der muss natürlich auf den Motorstrom eingestellt werden!


    Hallo, mein Elektriker und ich rätseln jetzt schon eine Woche


    8| Mir wird grad ganz komisch.



    mfg JAU

  • Hallo Leute,
    ich verstehe die Probleme nicht. Ich muss einen Anlasser benutzen, der auch die Kraft hat den Motor in jeder Situation anzulassen. Wenn ich den Generator beim Anlassen sofort zuschalte aber der Motor noch nicht schnell genug dreht, steigt der Strom des Generators utopisch an. Das liegt an dessen Konstruktion. Ich kann den Generator zum Beispiel bei einer Mindestdrehzahl zuschalten, dann unterstütze ich den Anlassvorgang. Wenn die Drehzahl die gleiche Drehzahl wie das Drehfeld hat, wird keine Energie aus dem Netz gezogen. Es entsteht kein Schlupf. Erst wenn die Drehzahl größer als das Drehfeld ist und so wieder Schlupf besteht, wird Energie ins Netz zurück gegeben. Dazu muss die Polzahl zur Drehzahl des Motors passen. Es gibt drei polige, sechs polige usw. Der sechs polige Motor hat gegenüber dem drei poligen Motor nur die halbe Drehzahl. Wenn also ein sechs poliger Generator mit einem Motor mit über 3000 Umdrehungen betrieben wird, passiert das selbe wie bei einem Motor mit zu viel Last, Der Strom steigt ins unendliche. Immer passenden Generator zur gewünschten Drehzahl benutzen und einen geeigneten Anlasser benutzen. Wenn es geht, den Generator erst verzögert ans Netz schalten. Dann wird man auch Freude an der Anlage haben.
    Gruß
    Burkhard :)

  • ich verstehe die Probleme nicht


    ja das scheint das Problem zu sein ;-)

    Ich muss einen Anlasser benutzen


    genau das versucht man zu vermeiden, den der Anlasser stellt eine Fehlerquelle dar. Wenn ich den Alasser eliminieren kann, dann auch gleich Lichtmaschine, Laderegler und Starterbatterie.

    der auch die Kraft hat den Motor in jeder Situation anzulassen


    naja, zumindest wenn der Dekompressor betätigt ist (soferne vorhanden)

    Wenn ich den Generator beim Anlassen sofort zuschalte aber der Motor noch nicht schnell genug dreht, steigt der Strom des Generators utopisch an


    So utopisch nun wieder auch nicht - sonst wäre das Starten eines elektrischen Kompressors ja auch nicht möglich. Der Anlaufstrom (aber damit auch das Anlaufmoment) kann durch geeignete Maßnahmen begrenzt werden.

    Ich kann den Generator zum Beispiel bei einer Mindestdrehzahl zuschalten, dann unterstütze ich den Anlassvorgang.


    Das funktioniert zwar, geht aber am Ziel vorbei den Starter zu eliminieren.

    Dazu muss die Polzahl zur Drehzahl des Motors passen


    Das ist richtig. Die Motordrehzahl und die Synchrondrehzahl des Motors müssen zusammenpassen. Der Schlupf (also die Abweichung von der Synchrondrehzahl) wird je nach Eingespeister oder Bezogener Last einige Prozent Über- oder Unter der Synchrondrehzahl liegen.

    Der Strom steigt ins unendliche. Immer passenden Generator zur gewünschten Drehzahl benutzen und einen geeigneten Anlasser benutzen.


    Unendlich ist eine große Zahl. Die Information ist redundant - die Synchrondrehzahl des Motors und die Motordrehzahl muss zusammenpassen.
    Der Strom steigt zwar an - aber nicht auf unendlich. Viel kritischer ist das im Zuschaltmoment das Kippmoment am der Kupplung anliegt und sowohl der Antriebsmotor als auch die Kupplung als auch der Elektromotor stark überlastet werden. Der schwächste gibt halt dann nach - und hoffentlich ist das der Motorschutzschalter.
    Aber das wäre ja äußerst schlechtes, Dilettantisches Design - aber darüber sprechen wir nicht, sondern über das Anlassen über den DAM.


    Der Beitrag ist mir etwas zu provokant geraten, aber ich lass es mal so - Deine Absicht war sicher gut, aber wenig hilfreich ....


    Ich selbst vertrete die Meinung : Dekompressor über Zugmagneten betätigen, und über Vorwiderstände mit dem DAM starten. Wenn die Spannung über den Widerständen ein gewisses Maß unterschreitet, dann die Vorwiderstände brücken.
    Das ist äußerst simpel und effektiv ...

  • Hallo Robert,
    das dachte ich mir. Wenn ich genügen Kraft zum Starten haben möchte und auch ein großes Drehmoment benötige, komme ich um eine Drehfeldregulierung nicht herum. Ich bin bei den Berliner Verkehrsbetriebe bei der Verwirklichung eines funktionierenden Hybridantrieb beteiligt gewesen. Nur durch anpassen des Drehfeldes auf nahezu 0 beim Stillstand war es möglich den Bus am Berg anfahren zu lassen. Auch wenn ich an einer Bordsteigkante stand, konnte ich dieses Hindernis überwinden. Zum Bremsen wurde einfach das Drehfeld zurück genommen. So wurde die Bremsenergie in Batterien gespeichert und zum Anfahren wieder genutzt. Außerdem konnte der Bus in Wohngebieten auch rein elektrisch betrieben werden. Die Batteriespannung betrug 650 Volt. Es wurden 50 Ah Bleibatterien auf dem Dach verbaut. Mit den Originalbatterien hatte der Bus eine Reichweite von ca. 80 Km. Diese mussten auf eine Temperatur von 80 °C gehalten werden. Das war nicht praktikabel und waren mit 500 000 DM nicht ganz billig. Die Busse fahren noch immer. Die Technik den Starter einzusparen ist nicht ganz einfach. Bei meinem Dachs geht man andere Wege. Ein Drehstromtrafo erzeugt die Spannung für den Starter und ein Gleichrichter sorgt für den Gleichstrom. Für die 50 zum Anlassrelais ist auch ein zusätzlicher Gleichrichter verbaut. Das funktioniert bei tausenden von Dachsen. Meistens fällt nicht der Anlasser aus, sondern gibt es Probleme mit defekten Isolierungen der Leitungen, was oft nicht erkannt wird. Es ist also keine Batterie vorhanden und beim Fehlen einer Phase startet das Gerät auch nicht, was ja gewollt ist. Ich wünsche viel Erfolg beim experimentieren.
    Gruß
    Burkhard

  • Ja ja passt schon. Zum Verständnis : Burhart meint mit Drehfeldregulierung das herunternehmen der frequenz über einen Frequenzumrichter.
    Damit kann man höheres Drehmoment bei geringer Drehzahl erreichen und sicherlich eine elegante, wenn auch teure Möglichkeit.
    Bei einigen unserer betreuten Anlagen sind einfach Starter über Anlaufwiderstände verbaut und es ist billig und funktioniert sehr gut ...