Eigenbau: Anlassung über Generator - Sanftanlauf

  • Hallo Miteinander
    Ich möchte euch zuerst für euer gelungenes Forum danken. Für solche Newbies wie mich ist es ein echtes Schatzkästchen, welches sich zum Durchstöbern wirklich lohnt. Nächtelang habe ich nun schon quergelesen und nun hat mich letztendlich auch das BHKW Fieber gepackt und es muss nun losgehen.
    Da ich aus der Maschinenbauer Fraktion komme habe ich an Euch eine grundssätzliche elektrische Frage. Ich hoffe ihr könnt mir das verständlich erklären. Mein Mini-BHKW soll ca. 3kW el. Energie erzeugen. Dazu habe ich mir den passenden Asynchrongenerator mit 5,5kW bei 1500 U/min rausgesucht. Dieser soll von einem Lianfa R180 bei ca. 2000-2200 U/min angetrieben werden.
    Da der R180 keinen Anlasser besitzt habe ich vor diesen mittels eines Sanftstarters vom Generator aus anzuwerfen. Nun meine Frage. Was ich nicht so recht verstehe ist die Abfolge. Von meinem Netz aus gesehen habe ich nach einem Motorschütz das ENS31 dannach den Sanftstarter und dann den Generator (siehe Anhang). Wenn ich den Hilfskontakt des Sanftstarters betätige startet der Generator mit der eingestellten Rampe und treibt über den Keilriemen den Motor an. Nun springt der auch an. Dies merkt die Steuerung und erhöht die Motordrehzahl bis über der Nenndrehzahl des Generators, der somit Strom erzeugt. Ich weis dass das jetzt alles stark vereinfacht klingt (Überwachung der Drehzahl, Überwachung der Motorbetriebsparameter etc. lassen wir mal weg - aber ich möchte die Abläufe selbst einmal genau im Einzelnen verstehen.
    In der Zeit, in der der Motor anspringt aber eine niedrige Drehzahl hat wird der Generator über den Sanftstarter immer noch in der Drehzahl erhöht. Gleichzeitig erhöht die Steuerung die Motordrehzahl. Laufen die nicht gegeneinander?


    Robert

  • Dieser soll von einem Lianfa R180 bei ca. 2000-2200 U/min angetrieben werden.


    Geh lieber runter auf 1500 .... 1800 U/min dann hast Du länger Freude an diesem Motor ....


    Wenn Du die anderen Threads nicht gesehen haben solltest : Motor vor Inbetriebnahme zerlegen, von restlichem Gußsand und sonstigen Verunreinigungen befreien.
    Mein persönlicher Tipp : Alle Kugellager raus und durch Markenlager mit verringerter Lagerluft ersetzen. Dort wo es die Lagersitze zulassen Nachbearbeiten und Lager mit höheren Tragzahlen einsetzen.


    Die Drehzahlregelung - falls bei diesem Modell ebenfalls mit Blechteller und Stahlkugeln gelöst - komplett entfernen und direkt die Einspritzmenge regeln ...


    In der Zeit, in der der Motor anspringt aber eine niedrige Drehzahl hat wird der Generator über den Sanftstarter immer noch in der Drehzahl erhöht. Gleichzeitig erhöht die Steuerung die Motordrehzahl. Laufen die nicht gegeneinander?


    Nee, miteinander - beide versuchen die Drehzahl zu erhöhen. Sobald die Synchrondrehzahl erreicht ist kann der Elektromotor kein Drehmoment mehr übertragen.
    Ist die Drehzahl am Regler übersynchron eingestellt, so konsumiert der DAM Drehmoment (und somit Leistung) und liefert dafür Strom ins Netz ....
    Knapp vor erreichen der Synchrondrehzahl kannst Du den Sanftanlauf ausschalten.

  • Dieser soll von einem Lianfa R180 bei ca. 2000-2200 U/min angetrieben werden.



    Jetzt krieg ich wieder Prügel, trotz werd ich es hinschreiben


    Keilriemen und Scheiben kosten Geld und Leistung


    Ein Sanftanlauf kost Geld.


    Schon mal überlegt gleich einen Rückspeisefähigen Frequenzumformer einzusetzen


    Keilriemen und Scheiben geschenkt. Blindstromkondensatoren auch in der Pfeife rauchen weil
    unnötig und das BHKW ist bei geeigneter Netzverschaltung Notstromfähig.



    also so etwas http://www.kimo.de/index.php?f…html&menu=6&nav=1&lang=DE
    Produkt Beispielhaft, gibt auch andere Hersteller

  • Jetzt krieg ich wieder Prügel, trotz werd ich es hinschreiben


    schon im Kommen !

    Keilriemen und Scheiben kosten Geld und Leistung


    Der Wechselrichter kostet sicher mehr als die Scheiben - und der Wirkungsgrad bei den von Dir ausgewählten Typen im Bremsbetrieb ist nicht angegeben - aber sicherlich in der selben Größenordnung wie der Wirkungsgradverlust bei einem Keilriementrieb.
    Wenn man den Motor bei 1500U/min betreibt spart man auch noch den Keilriemenantrieb und setzt eine Kupplung (Hardyscheibe).


    Ein Sanftanlauf kost Geld.


    Als Sanftanlauf kann man auch die Heizwiderstände eines 5kW Heizlüfters in Serie zu den Phasen schalten.
    Und der kostet grade mal EUR 70,- incl. MwSt + ein Schütz 3pol. zum Überbrücken ...


    Blindstromkondensatoren auch in der Pfeife rauchen weil unnötig


    Diese sind ohnehin unnötig bei dieser Leistung, da zieht man den Blindstrom aus dem Netz.


    und das BHKW ist bei geeigneter Netzverschaltung Notstromfähig


    Ist es nicht. Denn diese Geräte sind darauf ausgelegt ein konstantes Bremsmoment herzustellen und stützen sich dazu am Netz ab - d.h. liefern Strom in das Netz.
    Diese Geräte sind aber nicht dafür gebaut eine konstante Netzspannung im Inselbetrieb zu erzeugen. Und woher würden im Inselbetrieb denn nun die Blindströme für den DAM kommen ? Die Dinger gehen dann einfach auf Störung, das ist alles.


    Um so etwas zu realisieren muss die Soft- & Hardware der FU auch dafür ausgelegt sein.
    Die von Dir vorgeschlagenen Geräte sind für einen Inselbetrieb definitiv ungeeignet.


    Wenn ich wirklich zusätzlich Notstrombetrieb benötige, stelle ich einen Synchronen Generator daneben und hänge im Notstrombetrieb die Riemen um, das kommt bei der kleinen Leistung billiger....

  • Der Wechselrichter kostet sicher mehr als die Scheiben - und der Wirkungsgrad bei den von Dir ausgewählten Typen im Bremsbetrieb ist nicht angegeben - aber sicherlich in der selben Größenordnung wie der Wirkungsgradverlust bei einem Keilriementrieb.


    Du meckerst hier so rum das es mich schon an den alten Travnicek erinnert


    * Nix als a Salzwasser .................*


    Ein Fu-umrichter kann richtig gemacht sogar ein Drehzahlverstellung überflüßig machen
    und die wollst Du eh rausschmeißen weil die nicht die Qualität vom Wiener Erdäpfelsalat erreicht
    eher von Hundskutteln


    Diese sind ohnehin unnötig bei dieser Leistung, da zieht man den Blindstrom aus dem Netz.


    Aber nicht wenn wir ein Ökologisch reines Gewissen haben wollen, obwohl dann
    dürfte man keine Fernreise machen sonder müßt als Wiener mit der der Tram zum Parlament
    fahren, um Griechische Gefühle zu bekommen, was heut noch doppeldeutiger ist ;(



    Ist es nicht. Denn diese Geräte sind darauf ausgelegt ein konstantes Bremsmoment herzustellen und stützen sich dazu am Netz ab - d.h. liefern Strom in das Netz.
    Diese Geräte sind aber nicht dafür gebaut eine konstante Netzspannung im Inselbetrieb zu erzeugen.


    Ja, ja wen Dich des Reisebüro nicht vermittelt hätte, ja nacha


    http://www.e-technik.uni-rosto…MA/uni_hro_publ_ema41.pdf
    ich darf von Seite 79 ( Papierformat Seite 5 der PDF ) zitieren aus einen Vortag der 12 Jahr alt
    ( also nicht so alt wie damals der Travnicek vom Reisebüro vermittelt wurde )


    Es geht dort um drehzahlvariable Wasserkraft das ist ab der Welle der Kraftquelle dann egal
    ob die Kraft vom Wasser kommt oder aus Chinamotoren, entscheidend bei beiden die
    überlegung was ist der Mehrwert gegenüber ich kann nur 1500 Umdrehungen Konzepten
    und da ist zu lesen




    Punkt 4 ist jetzt eher selten bei Kolbenmotoren anzutreffen aber im Energieaufwand vergleichbar :wseufzer:


    Aber Punkt 1 ist fast zu 100% so das selbst Travnicek sich hart tut da was auszusetzen


    Punkt 2 ist gerade wen die Verstellung am Chinamotor :uebel: eine Alternative

    und Punkt 3 Travnicek was ist da zu lesen


    Schaffung der Inselnetzfähigkeit auch für Anlagen mit Asynchrongeneratoren



    also laß Dich nicht immer vom Reisebüro vermittel :pfeifen:


    achso was sollst machen ....................................... :lokomotive:

  • Ja - man sieht was man sehen will ... und den Rest kannst vielleicht nicht sehen.


    Zitat

    Ein Fu-umrichter kann richtig gemacht sogar ein Drehzahlverstellung überflüßig machen
    und die wollst Du eh rausschmeißen weil die nicht die Qualität vom Wiener Erdäpfelsalat erreicht


    Der Drehzahlregler ist im Einspeisebetrieb deswegen nicht notwendig, da die Drehzahl vom Netz vorgegeben ist. Wenn die ENS abschaltet muss man allerdings RASCH die Einspritzmenge zurücknehmen, sonst kracht es (Überdrehzahl). Da der mechanische Drehzahlregler der S1100 und Konsorten rachitisch ist, kann man in Verbindung mit einem DAM die Leistung einfach über die Einspritzmenge vorgeben. Die Drehzahl gibt schließlich das Netz vor.
    Diese Methode geht natürlich nur im Einspeisebetrieb, im Inselbetrieb braucht man einen Drehzahlregler.


    Zitat

    Blindstrom ... aber nicht wenn wir ein Ökologisch reines Gewissen haben wollen


    Ah ja genau. Augenmaß ist gefragt. Bei den zu erwartenden 1000 Stunden Motorlebensdauer (vielleicht auch mehr bei 1500 U/min) lohnt die Investition für die Dauerkondensatoren nicht wirklich. Das ist ja kein Ding das tausendfach ans Netz geht sondern eher eine Hobby- Bastel- Experimentieranlage.
    Aber wenn der Ersteller möchte, so kann er natürlich Kondensatoren dranbauen ....


    Zitat

    was ist der Mehrwert gegenüber ich kann nur 1500 Umdrehungen Konzepten


    in deinem Fall wäre der Mehrwert ein ermordeter R180, weil eben der Motor nicht sehr haltbar ist - deswegen soll man die Drehzahl reduzieren.
    Schau, ich verkaufe unter anderem auch elektronische Drehzahlregler mit Cummins-Aktoren für Diesel- und Gasmotoren - für mich kein Problem so etwas zu realisieren.
    Es fehlt hier nicht am Know-How, sondern an der Sinnhaftigkeit. Wozu eine Drehzahlverstellung wenn es die Antriebsmaschine ohnehin nicht lange aushält ?


    Zitat

    Schaffung der Inselnetzfähigkeit auch für Anlagen mit Asynchrongeneratoren


    Musst besser lesen gelle. Ich habe gesagt das es mit den von Dir vorgeschlagenen Wechselrichtern definitiv nicht geht.
    Mit speziell dafür ausgerüsteten geht es sehr wohl. In diesem Fall braucht man dann auch die Kondensatoren als Blindstromlieferanten.


    Habe ich zwar geschrieben, hast Du aber geistig ausgeblendet :

    Zitat

    Um so etwas zu realisieren muss die Soft- & Hardware der FU auch dafür ausgelegt sein.
    Die von Dir vorgeschlagenen Geräte sind für einen Inselbetrieb definitiv ungeeignet.


    Aber man sollte das Ziel nicht aus den Augen verlieren - natürlich kann ich einen Handstand machen und mich dabei mit der linken Hand am Rechten Ohr kratzen.
    Aber der Mann will ein ganz EINFACHES GÜNSTIGES System bauen, sonst würde er nicht einen R180 mit DAM wählen ....

    mit freundlichen Grüßen
    Ing. Robert Nowotny
    Rotek GmbH - Motoren - Generatoren

    Einmal editiert, zuletzt von rnowotny ()


  • Aber der Mann will ein ganz EINFACHES GÜNSTIGES System bauen, sonst würde er nicht einen R180 mit DAM wählen ....


    Bei den zu erwartenden 1000 Stunden Motorlebensdauer (vielleicht auch mehr bei 1500 U/min)


    Es ist aber nicht günstig etwas zu bauen auf Dauer das man immer erneuer muß
    aber sit günstig wenn man lernen will, weil wen was Kapput muß nur 3 Minuten diesen |:-( machen
    nicht 2 Stunden.



    mehr sag ich nicht :pfeifen:

  • He Leute bleibt cool und schüttet nicht das Kind mit dem Bade aus.


    Zum Einen finde ich es gut dass ihr Spezialisten mit uns Newbies in Kontakt tretet um auch uns so langsam in die höheren Weihen einzuführen.
    Aber ich bin halt nur ein einfacher Maschinenbauer. Mein Antrieb ist lang so heher wie ihr vielleicht interpretiert.
    Mein kleines Einfamilienhaus am Rande der Alpen wird derzeit von einem 15 Jahre alten Heizölbrenner versorgt. Meine Famile 7 Pers. und die zwei Hunde nicht zu vergessen wollens halt einfach schön warm. So wie der Geldbeutel es hergab haben wir Schrittchen für Schrittchen versucht auf ein Mischkonzept zu kommen. Ein bisserl Holz im Feststoffbrennofen für die Wohnräume. Ein bisserl Sonne (9m^2) für die Warmwasserversorgung. Ca. 1200l Heizöl un ca. 10000kWh Strom.
    Natürlich bin ich kein Öko (das seht ihr am Stromverbrauch). Auf der anderen Seite habe ich mit Spannung die 79 Seiten des Forums durchgeackert und bin für mich dazu gekommen etwas mehr an Wirkungsgrad aus meinem Heizöl herausholen zu wollen. Selbstverständlich treibt dabei auch die Geldbörse.
    Nun als Maschinenbauer weis ich auch dass ein hochwertiges Dieselaggregat die beste Lösung wäre. Aber sagt mir doch mal an was hättet ihr dabei gedacht. Wieviel Tausend Euro soll ich denn ausgeben um ne standfeste Maschine vor den Generator spannen zu können. Das Ganze natürlich wartungsfrei um nicht schmutzige Hände zu bekommen. Aber dann wäre ich bei der Dachs Fraktion gelandet. Die Frage ist nur was nützt mir die viele Leistung bspw. im Sommer.
    Klar die Netzeinspeisevergütung - aber was mach ich mit dem Verlust der Wärme (den 60% die halt anfallen). Die bau ich halt dann im Garten mittels Kühler ab. Nee - ein kleines Konzept das Wärmegeführt ca. 3 Monate meine bestehende Heizanlage unterstützt denke ich ist auch betriebswirtschaftlich die bessere Lösung.
    Klar nen Industriemotor davor bspw. den Kubota D600 oder den Z482 - wäre schön. Aber wie im Moment beschaffen? Oder zu welchem Preis. Ich denke wer ein BHKW und sei es Mini selbst bauen will, der macht das auch in der Gewissheit, dass er halt das eine oder andere mal Feuerwehr spielen muss.
    Warum nen 11kW Motor verbauen und den im untertourigen Bereich betreiben? Am liebsten wäre mir ich kann im Winter mit 6kW meine Heizung zusätzlich unterstützen und den dabei anfallenden Strom auch gleich selbst verbrauchen (bzw. meinen Zähler langsamer kreisen lassen).
    Der billige Chinese wir in ca. 100000 Stück jährlich verbaut. Ich denke irgendjemand muss den dann ja wohl auch betreiben?
    Die Frage ist doch warum geht der so bald hops?
    Ich habe bisher seitenweise gelesen dass man den reinigen soll vom Gusssand, Fertigungsrückständen etc. Dass man die Lager tauschen soll. Das kann ich alles nachvollziehen. Ein guter Kurbelwellenlagersatz ist von FAG bzw. SKF mit Simmering nicht unter 50€ zu bekommen. Was werden dann das wohl für Lager sein, bei nem Motor der mich im Einkauf Netto 350€ kostet. Da hat aber auch noch der Hersteller, der Importeur und der Zwischenhändler daran verdient. Also Lager raus. Für nen Bastler wie mich sogar noch ein Fest. Warum nicht nen 2ten Motor auf Lager legen und die beiden gegenseitig Tauschen. Das kostet dann noch nicht mal nen Tausender.
    Jetzt kommt die Gretchenfrage - warum gehen die Dinger kaputt? Bis jetzt hab ich keine Erfahrung damit. Aber wenn ich mir die youtube Videos reinziehe was seh ich dann? Die eine Hälfte schraubt das Ding auf ne fest Stahltrosse (IPB ala Volks-BHKW). Die Dämpfer dienen nur der Schallentkopplung. Ne feine Sache und was macht der kleine asiatische Einzylinder mit seinen Schüttelfrequenzen. Die versucht er über seine nicht vorhandene Reserve abzubauen? Die ander Fraktion stellt das Ding auf Gummis die so weich sind das die auftretenden Resonanzen vom Riementrieb den Motor so heftig Schütteln dass einem schon bald schummrig wird. Die beste Lösung schien mir bis jetzt immer noch der Versuchsaufbau eines Bastlers der in Ermangelung besserer Teile das Ganze auf ne Holzbohle schraubte. Und siehe da wenigstens Optisch sieht das schon ganz manierlich aus. Jetzt wundert es auch nicht warum deutsche Hersteller ne irre Summe ausgeben für für Drehschwingungsrechnungen und optimierten Motorlagerungen. Hat daranschon mal jemand gedacht. Ne die verbauten Teile dürfen ja nichts kosten.
    Dann der Riementrieb. Nen Schmalkeilriemen. Am besten 3 Stück davon weil der Motorenhersteller 3 scheiben auf sein Motorchen schraubt. Habt ihr schon mal die Toleranzangaben der Hersteller bezüglich der Wirklängenabweichungen angeschaut. Ca. 3-5%. Na auf welchen der 3 Riemen sollen wir das jetzt beim Spannen anwenden? Egal spannen wir die Dinger einfach. Klar bei ca. 50 Grad Temperaturunterschied macht das ja auch voll Sinn. Man spart sich ja die selbst nachstellbare Spannrolle im Leertrum. Das die den Trieb zusätzlich beruhigt und somit die Kurbelwellenlager schont (wenn richtig ausgelegt) interessiert ja niemanden. Wär käme denn je auf den Gedanken so ein Konzept sich an seinem Familienauto zu wünschen. Oder nehmen wir mal die Schwungscheibe von dem Motörchen. Da kann man schließlich erwarten dass die für den Preis 100% feingewuchtet ist.
    Falls nicht haben wir schon das nächste Problemchen. Ich denke alle gelauben den Motor mit ein bisserl Keilriemen zusammenzuschrauben ist die kleinste Leistung. Denkste ein bisserl mehr Maschinenbau muss dann schon sein - falls man mehr wie 500h auf so ein kleines Aggregat draufpacken will.
    Seitenweise hab ich gelesen wieviel Überwachungsaufwand so ein Motor doch braucht. Da kann man manches Mal nur den Kopf schütteln. Die Kopftemperatur mit nem Anlegefühler überwacht, die Abgastemperatur mit nem Anlegefühler überwacht und das wars. Wenn dort was geht - dann Motor aus und das schlimmste ist verhindert. Wer´s nicht glaubt - ich habe auf meinem Flugmotor 2500h drauf und vertrau ihm mein Leben an. Übrigens ein 65 PS - 2Takter mit 900ccm.
    Also ein bisserl weniger an Elektrotechnik dafür ein bisserl mehr Liebe in den Antriebsstrang stecken und vielleicht dankst´s der kleine Chinese dann mit mehr als 500 Betriebsstunden.

  • Warum nen 11kW Motor verbauen und den im untertourigen Bereich betreiben?


    Weil er länger hält. Die Kräfte steigen schließlich quadratisch mit der Drehzahl an ....
    geringere Drehzahl = Leben


    Zitat

    Das kostet dann noch nicht mal nen Tausender.


    Um nen Tausender (ok + MwSt) bekommst aber schon einen feinen 1473ccm 3-Zylinder Industriemotor mit 1500 rpm


    Zitat

    Jetzt kommt die Gretchenfrage - warum gehen die Dinger kaputt?


    Also wir haben etliche hundert ähnlicher Motoren von Changfa / Changchai und Konsorten verkauft -
    allerdings nicht die Type R180 sondern die etwas grösseren ZS1105, L28PEM und ähnliche.
    Wir haben aus Qualitätsgründen damit aufgehört, mehr als 800 Stunden bei Nenndrehzahl war nie drin.
    Eigene Erfahrung :
    - Ausgleichswellenlager ausgeschlagen --> dadurch Stirnräder zur Kurbelwelle, Nockenwelle, zweiter Ausgleichswelle beschädigt
    - Drehzahlregler löst sich in seine Bestandteile auf ...
    - Kurbelwellenlager haben nie Probleme gemacht - die sind sehr massiv wegen der schweren Schwungscheibe und auch für die Riemenzugkräfte ausgelegt
    - Anbauteile wie Schweissnähte an Auspuffkrümmer, Auspufftopf,Luftfilter ... (na gut das ist nicht so tragisch .. )
    - Starter (ok, den brauchst Du nicht)
    - defekte ESP entlassen Diesel ins Motoröl ... (Öldruckwächter nicht vergessen)
    vom Hörensagen :
    - defekte am Kopf, Ventiltrieb, steckende Kolbenringe


    Zitat

    Denkste ein bisserl mehr Maschinenbau muss dann schon sein - falls man mehr wie 500h auf so ein kleines Aggregat draufpacken will.


    Ganz meine Meinung. Aber aus einer schlechten Basis wird trotzdem kein Ausbund an Zuverlässigkeit mehr werden ...


    Zitat

    Seitenweise hab ich gelesen wieviel Überwachungsaufwand so ein Motor doch braucht. Da kann man manches Mal nur den Kopf schütteln. Die Kopftemperatur mit nem Anlegefühler überwacht, die Abgastemperatur mit nem Anlegefühler überwacht und das wars.


    Naja EGT brauchen wir hier eher nicht, die Maschine wird ja nicht geleant wie bei Deinem 2-Takter Benziner ;-)
    Ich würde empfehlen : Kopftemperatur, Öldruck und Überdrehzahl (falls der Drehzahlregler austickt über Magnetventil abschalten)
    Dafür gibt es einen fertige Wächter (z.Bsp. Minco F2) und Sensoren - der kümmert sich dann aber auch gleich um Startautomatik, Not-Aus, etc ....
    Sind sehr günstig und bekommst Du bei mir wenn Du möchtest.


    Zitat

    Also ein bisserl weniger an Elektrotechnik dafür ein bisserl mehr Liebe in den Antriebsstrang stecken und vielleicht dankst´s der kleine Chinese dann mit mehr als 500 Betriebsstunden.


    Im Antriebsstang alles richtig zu machen ist schon mal gut. Aber dort liegen meiner Erfahrung nach (siehe oben) nicht die großen Probleme.
    Wenn Du den Motor öffnest siehst Du gleich die massiven Kurbelwellenhauptlager- die stecken schon einiges weg.


    Ich kenne jetzt den R180 zu wenig im Detail, denn in der R-Serie gibt es einige Modelle mit und ohne Ausgleichswellen und diverse Varianten verschiedener Fabriken.
    Bei manchen sind verschiedene Lager als Gleitlager ausgeführt, bei anderen als Kugellager.


    Wenn Du aus Leistungsgründen nicht direkt koppeln willst (also etwas über 1500rpm, direkt über Hardyscheibe ohne Keilriemen)
    dann nimm die Drehzahl doch wenigstens ETWAS zurück. Vielleicht auf 2000..... 1900....

  • [quote='robolos','index.php?page=Thread&postID=59040#post59040']
    Wenn Du aus Leistungsgründen nicht direkt koppeln willst (also etwas über 1500rpm, direkt über Hardyscheibe ohne Keilriemen)
    dann nimm die Drehzahl doch wenigstens ETWAS zurück. Vielleicht auf 2000..... 1900....



    Kann ich bestätigen, mein Seifang S1100 lief am besten bei 2100 RPM. Über 2200 stieg der Ruß an, bei 1500 hat er aber nur ca. 7,5KW gehabt, was mir zu wenig war.


    Ich würde keinesfalls mehr so einen Motor verwenden, es sein denn, man baut Ihn total auseinander und mit diversen Qualitätsteilen wieder neu auf - und ohne die Fliehkraftregelung.
    ach übrigens, die Starter halten auch nicht lange durch... Im Ganzen ist das vergeudetes Geld, die versprochenen 10.000 Bstd werden nicht mal zu 10% erreicht.


    Gruß Niels

  • die versprochenen 10.000 Bstd werden nicht mal zu 10% erreicht.

    na na , ganz so schlimm isses nich. Meine S1100 waren mit gut 2500-3000 bth zwischen den GR dabei - und das trotz PÖL und unstetiger betriebsweise. Bei Heizöl/Diesel erreichen die kisten schon Ihre 10.000Stunden eh die Eingeweide neu müssen.


    mfg